Mit Codecheck-App die Inhaltsstoffe per Handy auslesen

Foto: Bilder: Fotolia – tanatat, Codecheck

Mit der App Codecheck findest du ganz einfach heraus, welche (schädlichen) Inhaltsstoffe in deinen Kosmetikprodukten, Lebens- und Reinigungsmitteln sowie sonstigen Konsumgütern stecken.

Die Codecheck-App ist sowohl für Android-Smartphones als auch für iOS-Betriebssysteme erhältlich. Sie ist grundsätzlich kostenfrei, enthält aber relativ viel Werbung. Gegen eine Gebühr hast du die Möglichkeit, ein Upgrade vorzunehmen und die App werbefrei zu nutzen.

Codecheck-App nutzen: So geht’s

So sieht die Inhaltsstoffbewertung in der App Codecheck aus.
So sieht die Inhaltsstoffbewertung in der App Codecheck aus.
(Foto: Screenshot (Codecheck-App))

Die Handhabung ist ganz simpel:

  1. Öffne die Codecheck-App auf deinem Handy.
  2. Tippe auf das Scanner-Symbol in der rechten unteren Ecke.
  3. Dann öffnet sich der Scanner, mit dem du jeden beliebigen Barcode scannen kannst.
  4. Nach ein paar Sekunden wird dir auch schon das Ergebnis angezeigt.

Auf einer Übersichtsseite zum gescannten Produkt findest du Informationen zum Preis, zu bedenklichen sowie unbedenklichen Inhaltsstoffen und möglichen Alternativen. Außerdem kannst du dir Nutzerkommentare zum Produkt – wenn vorhanden – durchlesen.

Sehr bedenkliche Inhaltsstoffe sind rot markiert, bedenkliche orange, leicht bedenkliche hellgrün und unbedenkliche dunkelgrün. Du kannst zusätzlich auf die einzelnen Inhaltsstoffe tippen, wenn du mehr Informationen dazu lesen möchtest (zum Beispiel Funktion und Problematik des jeweiligen Stoffes). Die Codecheck-App zeigt dir auch an, auf welchen wissenschaftlichen Daten die Einschätzungen zu den Inhaltsstoffen beruhen. Bei Lebensmitteln findest du außerdem eine Nährwert-Ampel. Sie zeigt an, wie Experten den Gehalt eines Nährstoffes (Fett, gesättigten Fettsäuren, Zucker und Salz) einschätzen würden. Je nachdem wird er dir in rot (hoch), orange (mittel) und grün (gering) anzeigt.

Auch hormonell wirksame Inhaltsstoffe werden von der App ausgewiesen.

Auch für tierische, allergene und umweltschädliche Inhaltsstoffe

Die Codecheck-App zeigt dir nicht nur bedenkliche Inhaltsstoffe in deinen Konsumgütern an, sondern auch, ob sie deiner Lebens- und Ernährungsweise entsprechen. Du findest Angaben dazu, ob das jeweilige Produkt vegetarisch/vegan, laktose- sowie glutenhaltig ist und ob es Mikroplastik und/oder Palmöl enthält. So erkennst du auf einen Blick, ob der Artikel sich mit deiner Lebensweise verträgt, ohne lange die Zutatenliste zu lesen.

Produkte suchen mit der Codecheck-App

Mit der Codecheck-App kannst du nicht nur Produkte scannen, die du gerade in der Hand hältst. Du hast auch die Möglichkeit, dir die Bewertungen unzähliger Produkte in der Datenbank anzusehen. Diese ist untergliedert in die Kategorien „Baby und Kind“, „Haushalt“, „Kosmetik“, „Lebensmittel“ sowie „Mehr“ (zum Beispiel Haushaltshilfen, Heimwerken, Medien), welche wiederum zahlreiche Unterkategorien umfassen. 

In der Datenbank kannst du mithilfe eines Filters Produkte suchen, die deinen Wünschen entsprechen. Stelle beispielsweise ein, ob du nur glutenfreie Lebensmittel sehen willst, wie viel Fett oder Zucker sie maximal enthalten dürfen, welche Stoffe nicht darin vorkommen sollen oder von welcher Marke sie sein sollen.

Hier kannst du die App downloaden:

Neu: Klima-Score für Lebensmittel

Zusammen mit dem Eaternity-Institut hat Codecheck im November 2020 das neue Feature Klima-Score entwickelt. Damit kannst du dir in der App den CO2-Fußabdruck von Lebensmitteln aus dem Supermarkt anzeigen lassen.

So kannst du nachverfolgen, welchen Einfluss deine Ernährung auf das Klima hat und wo du deine Auswirkungen reduzieren kannst. Der Klima-Score zeigt dir nämlich, wie viele CO2-Äquivalente ein Lebensmittel im Vergleich mit allen anderen gelisteten Lebensmitteln verursacht. Dabei werden die Noten sehr gut, gut oder kritisch vergeben und auch der jeweilige Nährwert wird berücksichtigt, damit die Lebensmittel vergleichbarer werden.

Was kann Codecheck nicht?

Nicht alle Produkte sind bei Codecheck verfügbar.
Nicht alle Produkte sind bei Codecheck verfügbar.
(Foto: Colourbox.de / Dean Drobot)

Die Codecheck-App hat viele nützliche Funktionen: Sie kann Konsument*innen beispielsweise schnell und unkompliziert Informationen zu Produkten liefern, damit diese ihre Wahl besser treffen können. Die Hinweise sind neutral formuliert und teilweise sehr kurz. Wer mehr über die Wirkung bestimmter Stoffe wissen möchte, muss selbst recherchieren. Wenig verbreitete Produkte findet die App zuweilen nicht oder liefert nur einen Beschreibungstext ohne Informationen zu Inhaltsstoffen, Preisen etc. Die Alternativvorschläge, die die App liefert, sind in manchen Fällen nicht wirklich unbedenklicher als das gescannte Produkt. 

    Kritik an der Codecheck-App

    • Laut Codecheck stammen Informationen zu Produkten wie Name oder Inhaltsstoffe sowohl von den herstellenden Unternehmen als auch von Nutzer*innen der App. Falls zu einem Produkt noch keine Informationen vorliegen, kann ein Mitglied der Community es einfach abfotografieren und den Namen sowie die aufgelisteten Inhaltsstoffe eintragen. Inhaltsstoffe ohne Deklarationspflicht werden auf diese Weise nicht vermerkt.
    • Wie gefährlich ein Inhaltsstoff ist, das bewertet die wissenschaftliche Abteilung von Codecheck. Diese bezieht sich wiederum auf Studien und Aussagen von Expert*innen wie der Europäischen Kommission, dem Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) oder der Verbraucherzentrale Hamburg. Auf wessen Aussage sich die Bewertung stützt, kann man in der App nachlesen. Die entsprechende Studie wird aber nicht verlinkt.
    • Dadurch kann man auch nicht nachverfolgen, wie alt die Quelle ist, auf die sich die Einschätzung stützt. Laut dem Nachrichtenportal RP Online wurde Codecheck vorgeworfen, veraltete Daten zu verwenden. Das Unternehmen hätte sich zum Beispiel auf Kosmetiklisten des Verbraucherportals Öko-Test bezogen, welche bis zu 16 Jahre alt waren. Diese Listen werden inzwischen nicht mehr als Quelle aufgeführt. Laut einer Sprecherin des Unternehmens arbeite ein wissenschaftliches Team bei Codecheck stetig daran, die Bewertungen auf aktuellem Stand zu halten. 
    • Codecheck finanziert sich unter anderem durch Werbung. Für die werbefreie Version der App „Codecheck Pro“ müssen User*innen einen kleinen Beitrag bezahlen. Seit 2018 Codecheck außerdem Datenanalyse für Unternehmen an. Das Unternehmen stellt Herstellern also Informationen von Nutzer*innen in anonymisierter Form zur Verfügung. Dies sollen Unternehmen laut Codecheck dabei helfen, den „bewussten Konsumenten besser zu verstehen und Produktentwicklungen daran anzupassen“. Natürlich ist es aber auch eine Einnahmequelle.

    Fazit: Mehr Transparenz für Verbraucher*innen

    In den Punkten „Transparenz“ und „Datenschutz“ kann und sollte Codecheck noch an sich arbeiten. Darum solltest du die App idealerweise nicht als einzige Quelle verwenden. Beim Einkaufen kann die Codecheck-App nichts desto trotz sehr praktisch sein. Sie hilft dir dabei, dir einen ersten Überblick darüber verschaffen, welche Produkte bedenklich sind – ohne dass du jeden Begriff auf der Zutatenliste googeln musst. So entwickelst du mit der Zeit auch ein Gespür dafür, worauf du beim Einkaufen achten solltest.

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