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Schlafzimmer lüften im Winter: „Doppelt hält besser!“

Foto: CC0 / Pixabay / Lisaphotos195

Die Energiekrise zeigt uns: Lüften ist eine kleine Wissenschaft für sich, in die sich jede:r von uns einarbeiten sollte. Wer jedoch korrekt lüftet, spart Energie und vermeidet Schimmel. Der Tipp einer Expertin lautet: Das Schlafzimmer immer doppelt lüften – vor allem im Winter. Wie das funktioniert und warum du beim doppelten Lüften auch doppelt sparst, erfährst du hier.

Das Ziel des Lüftens: Verbrauchte Luft muss raus, frische soll rein. Eigentlich ist Lüften ganz einfach. Fenster auf, Heizung dabei im Winter runterdrehen, nach einigen Minuten die Fenster wieder schließen. Dabei gibt es jedoch ein paar Tipps zu beachten. Hier die Kurzfassung, ausführlich nachlesen kannst du die Tipps zum Lüften hier:

Dabei gelten für unterschiedlich genutzte Räume auch unterschiedliche Empfehlungen:

Lüften in Bad und Küche

Im Bad und in der Küche entsteht besonders viel feuchte Luft, die möglichst schnell ausgetauscht werden sollte. Deshalb nach dem Kochen, Duschen und Baden den feuchten Dampf ins Freie lüften. Im Bad das Wasser von den Wänden abziehen oder abwischen. Vorhänge aus Stoff sind wegen der hohen Feuchtigkeit nicht für Bad und Küche geeignet.

Zum Weiterlesen: Nach dem Motto „Manchmal ist weniger mehr“ ist unsere Kollegin der Frage nachgegangen, ob einmal wöchentlich duschen reicht.

Lüften im Wohnzimmer

Das Wohnzimmer sollte viermal am Tag gelüftet werden. Dabei am besten gegenüberliegende Fenster öffnen. Wie lange du lüften musst, hängt von der Außentemperatur ab. An mäßig kalten Herbst- und Wintertagen sollten es etwa zehn Minuten sein, wenn es richtig kalt ist, genügen fünf Minuten.

Lüften in Räumen, in denen Wäsche getrocknet wird

Wer seine Wäsche in der Wohnung trocknet, muss häufiger und besonders gründlich lüften. Denn, ganz klar, das viele Wasser aus der Wäsche muss irgendwohin. Mit der feuchten Wäsche steigt die Luftfeuchtigkeit im Raum. Wird diese nicht rausgelüftet, schlägt sie sich an den Wänden nieder – und die Gefahr für Schimmel steigt.

Deshalb solltest du Wäsche nur in Räumen trocknen lassen, bei denen du das Fenster zum Lüften ganz öffnen kannst. Am besten mit Durchzug, das heißt über zwei offene Fenster, lüften.

Wo Wäsche getrocknet wird, muss besonders häufig gelüftet werden. (Foto: CC0 / Pixabay / FeeLoona)

Wichtig beim Wäschetrocknen in der Wohnung:

  • Trockne die Wäsche am besten in Räumen mit möglichst hoher Zimmertemperatur. 20 Grad sind perfekt. Unbeheizte Räume sind fürs Wäschetrocknen nicht geeignet.
  • Lass die Türe zu angrenzenden Räumen geschlossen, damit die Feuchtigkeit nicht dorthin abzieht.

Lüften im Schlafzimmer

Im Schlafzimmer ist die Schimmelgefahr besonders groß: Zum einen verdunsten wir in der Nacht viel Feuchtigkeit (bis zu 700 Milliliter), zum anderen sind Schlafzimmer in der Regel kühl bis kalt, die Feuchtigkeit kann hier besonders gut kondensieren.

Das Schlafzimmer solltest du deshalb vor dem Schlafengehen und nach dem Aufstehen gründlich lüften.

Schlafzimmer nach dem Aufstehen doppelt lüften – so geht‘s

Gleich nach dem Aufstehen heißt es: Fenster weit auf und lüften, am besten ist intensives Querlüften. Nach fünf Minuten kannst du die Fenster wieder schließen und die Heizung auf die gewünschte Temperatur stellen.

Ramona Ballod, Referatsleiterin Energie, Bauen, Nachhaltigkeit bei der Verbraucherzentrale Thüringen, empfiehlt fürs Schlafzimmer nicht nur einmaliges, sondern zweimaliges Stoßlüften – kurz hintereinander und nach dem Motto „Doppelt hält besser“. Der Grund für das Doppel-Lüften: Die Bettdecken, Kissen und Matratzen speichern einen Großteil der Feuchtigkeit, die wir nachts beim Atmen und Schwitzen abgeben. Um keine Schimmelbildung zu riskieren, muss die Feuchtigkeit reduziert werden – und zwar durch regelmäßiges und gründliches Lüften. So funktioniert die Doppellüftung im Schlafzimmer:

  1. In der Früh die Heizung ausdrehen und Stoßlüften, bei kalten Außentemperaturen für ungefähr fünf Minuten. Beim ersten Lüften wird die feuchte Schlafzimmerluft durch trockene Luft ersetzt.
  2. Dann das Fenster schließen und die Heizung wieder auf die gewünschte Temperatur einstellen.
  3. Nach ungefähr 20 Minuten macht ein zweites Stoßlüften Sinn (auch hier gilt: Heizung für etwa fünf Minuten ausschalten): Die Luft ist durchs Lüften trocken – und wieder bereit, die Restfeuchtigkeit aus Bettdecken, Kissen etc. aufzunehmen. „Die Luft ist durch die Feuchtigkeit aus den Bettwaren wieder feucht, auch diese Feuchtigkeit sollte durchs geöffnete Fenster nach draußen gelüftet werden“, rät die Energieberaterin der Verbraucherzentrale. Wenn die Heizung an war, ist die Luft schon ein bisschen erwärmt und kann noch mehr Feuchtigkeit binden. Warme Luft bindet mehr Feuchtigkeit als kalte.

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Beim korrekten Doppellüften sparst du in zweifacher Hinsicht: Du sparst durch intensives Stoßlüften – im Unterschied zum Lüften mit gekippten Fenstern – Energie und damit Geld. Und wer die Gefahr für Schimmelbildung reduziert, riskiert keine gesundheitlichen Probleme.

Tipp: Lass Bettdecke und Kopfkissen nicht im Schlafzimmer trocknen, sondern am besten an der frischen Luft.

Wie häufig und wie lange du lüften musst, hängt von verschiedenen Faktoren ab – zum Beispiel, wie oft du duscht oder ob du viele Zimmerpflanzen hast. Unsere Empfehlungen sind deshalb eher grobe Richtwerte. Nutze am besten ein Hygrometer, um die Feuchtigkeit in Innenräumen im Blick zu behalten und zu sehen, wann es Zeit fürs nächste Lüften ist.

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