Sonnencreme-Test: Ladival, dm Sundance, Elkos

Sonnencreme-Test: Ladival, dm Sundance, Elkos
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Sonnencreme ist auch 2017 ein schwieriges Thema – wir stellen dir drei Produkte vor, die im Sonnencreme-Test bei Öko-Test und Stiftung Warentest immer wieder gut abschneiden und die wir selbst ausprobiert haben.

Vorweg: Alle drei sind „herkömmliche Sonnencremes“ – denn es gibt zwei verschiedene Arten:

  • Sonnencremes mit mineralischem UV-Filter: Sie enthalten weniger bedenkliche Stoffe, vor allem keine hormonell wirksamen Substanzen. Mineralische UV-Filter wirken als Schutzschicht auf der Haut und reflektieren die UV-Strahlen wie winzige Spiegel. Für Schwangere, stillende Mütter und Kleinkinder sind sie erste Wahl. Infos im Beitrag mineralische Sonnencreme, Produkte dazu zeigt die Utopia-Bestenliste mineralische Bio-Sonnencremes.
  • Sonnencremes mit chemischem UV-Filter: Wer je eine mineralische Sonnencreme ausprobiert hat, weiß, dass sie oft nicht so richtig in die Haut einzieht; das soll sie ja auch gar nicht. Dennoch fühlen sich viele im Sommer damit nicht wohl und greifen lieber zu herkömmlichen, also chemischen Sonnencremes. Sie enthalten allerdings oft bedenkliche Inhaltsstoffe – eben deswegen ziehen sie ja gut ein.

Was also tun? Utopia hat sich umgesehen und stellt in diesem Sonnencreme-Test den Kompromiss vor: herkömmliche (chemische) Sonnencreme, die zwar gut einzieht, aber dennoch vergleichsweise unbedenklich ist. Wir haben uns Ladival Sonnenschutz, Elkos Sun Sonnenmilch (Edeka) oder Sundance Sonnenmilch (dm) näher angesehen und die Tests bis 2017 gecheckt.

Sonnencreme-Test: „gut“ für chemische Sonnencremes

Ladival Sonnenschutz, Elkos Sun Sonnenmilch und Sundance Sonnenmilch von dm enthalten UV-Filter, sind also chemische Sonnencremes. Die chemischen UV-Filter gelten als gesundheitlich bedenklich; zudem enthalten alle drei Produkte Mikroplastik – davon raten wir normalerweise strikt ab.

Die drei Sonnencremes verzichten aber auf eine Vielzahl bedenklicher Inhaltsstoffe wie Paraffine, PEGs oder Silikone. Das hat Öko-Test im bis dato letzten Sonnencreme-Test 2012 herausgefunden.

Im Juni 2016 schnitten zwar im Sonnencreme-Test der Stiftung Warentest mehrere Produkte mit Sonnenschutzfaktor 20 bzw. 15 „sehr gut“ ab; darunter zum Beispiel die „Nivea Sun Schutz und Pflege Sonnenmilch“, die „Today Sun Sonnenmilch“ (Rewe, Penny) und die „Sun Ozon Sonnenmilch Med“ (Rossmann). Allerdings hat der Test der Stiftung Warentest lediglich die Wirksamkeit des Sonnenschutzes, die Feuchtigkeitsanreicherung in der Haut, die Anwendung und Handhabung des Produktes sowie Anwendungshinweise, Beschriftungen und Verpackung bewertet – die Inhaltsstoffe blieben unberücksichtigt.

Die Sonnenschutzmittel der Marken Ladival, Sundance und Elkos, die wir in der Utopia-Redaktion getestet haben, schnitten bei Stiftung Warentest in der LSF 20 bzw. LSF 15 Variante mit „gut“ (dm Sundance, Ladival) bzw. „sehr gut“ (Elkos) ab. Und Ausgabe Juli 2017 bewertete LSF-starke Sonnensprays und Lotionen dieser Marken ebenfalls erneut mit „gut“ (Sundance: 1,5, Elkos 1,8, Ladival: 1,9). Wir bleiben also auch 2017 dabei, diese zu empfehlen.

Sundance: dm Sonnencreme im Test

Sundance Sonnenmilch 20 von dm schneidet in Sonnencreme-Test gut ab
Sundance Sonnenmilch 20 von dm schneidet in Sonnencreme-Test gut ab (Foto: © dm)

Sundance ist die Eigenmarke von dm für konventionellen Sonnenschutz. Die Drogeriemarktkette dm ist beliebt und für viele Leute gut erreichbar, das macht die Sundance Sonnencreme besonders interessant. Wie die meisten herkömmlichen Sonnencremes aber enthält die Sonnenmilch von dm flüssigen Kunststoff (Mikroplastik) und Nanopartikel – und wer auf Nummer sicher gehen will, sollte diese besser meiden. Erste Wahl sind die mineralischen Bio-Sonnencremes in der Utopia-Bestenliste. Mit chemischem Filter, aber (meist) ohne Nanopartikel ist der Sonnenschutz von Ladival (s.u.).

Ansonsten schneidet Sundance in Sonnencreme-Tests meist gut ab. Öko-Test hat im letzten Test 2012 neben dem chemischen UV-Filter und Nanopartikeln in der „Sonnenmilch 20“ keine weiteren bedenklichen Inhaltsstoffe festgestellt. Stiftung Warentest attestierte der „Sundance Sonnenmilch 20“ 2013 eine „gute Einhaltung des Sonnenschutzfaktors“, im Test 2015 schnitt das „Sundance Transparentes Sonnenspray“ (LSF 30) mit „gut“ ab, im Sonnencreme-Test 2016 wurde das „Sundance Sonnenspray 20“ mit „gut“ bewertet. Stiftung Warentest vergab im Juli 2017 ein „sehr gut“ (1,5) an „Sundance Med Ultra Sensitive Sonnencreme-Gel (LSF 30)“

Anwendung: Die dm-Sonnencreme lässt sich gut verschmieren und zieht schnell in die Haut ein. Klebrige Haut konnten wir bei uns nicht feststellen. Die Sundance Sonnenmilch hat einen typischen Sonnencreme-Geruch, bleibt dabei aber angenehm dezent. Den Sundance Sonnenschutz gibt es außerdem in einer Sensitiv-Variante ohne Duftstoffe.

Sundance kaufen: bei dm

Preis: ab 1,95 Euro (100 ml) – je nach Variante und Lichtschutzfaktor

Ladival Sonnenschutz im Sonnencreme-Test

Ladival Sonnencreme: im Sonnencreme-Test gut
Ladival Sonnencreme: im Sonnencreme-Test gut (Foto: © Stada Arzneimittel AG)

Ladival wird vom Arzneimittelhersteller Stada produziert. Derzeit gibt es die Sonnencremes nur in der Apotheke zu kaufen. Der Ladival Sonnenschutz ist der einzige der drei in unserem Test, der überwiegend ohne Nanopartikel auskommt.

Noch ist nicht ausreichend erforscht, wie Nanoteilchen im Körper wirken. Sicher ist, dass Stoffe in Nanogröße ihre chemischen und physikalischen Eigenschaften verändern und im Körper mit anderen Molekülen reagieren können. Ob sie sich dabei gesundheitsschädlich auswirken, ist genauso umstritten wie die Frage, ob in Sonnencreme enthaltene Nanopartikel überhaupt durch eine gesunde Haut dringen können.

Wer vorsorglich auf Nanoteilchen in der Sonnencreme verzichten und dennoch keine mineralische Sonnencreme verwenden möchte, findet mit Ladival Sonnenschutz eine gute Alternative. Allerdings sind die Sonnencremes vergleichsweise teuer. (Achtung: Nicht alle Ladival-Produkte sind frei von Nanopartikeln. Zur Sicherheit am besten die Inhaltsstoffliste checken, in der Apotheke oder online informieren.)

Die Produkte für allergische Haut enthalten leider flüssige Kunststoffe (Mikroplastik), weshalb wir vor allem die für  „normale bis empfindliche Haut“ empfehlen.

Die Stiftung Warentest bescheinigte im Sonnencreme-Test der Ausgabe 7/2016 der Ladival Sonnenschutz Lotion „normale bis empfindliche Haut“ (LSF 20) eine „gute Einhaltung des Sonnenschutzfaktors“. Auch Öko-Test hat diese Ladival Sonnencreme im Test 2012 mit „gut“ bewertet. Der Sonnencreme-Test der Stiftung Warentest attestierte der „Ladival Trockene Haut Sonnenschutz Milch (LSF30)“ im Juli 2017 ein „gut“ (1,9), dabei ein „sehr gut“ für die Einhaltung des Sonnenschutzfaktors.

Anwendung: Die Sonnenschutz Lotion finden wir beim Auftragen, Einziehen und im Geruch sehr angenehm. Die Varianten „für allergische Haut“ ziehen noch etwas schneller ein, enthalten aber Mikroplastik.

Ladival kaufen**: in Apotheken, online z. B. bei Amazon

Preis: je nach Lichtschutzfaktor zwischen ca. 13 und 21 Euro (200 ml).

Elkos Sun Sonnenmilch im Test

Sonnencreme-Test: Elkos Sonnenmilch
Elkos Sonnenmilch (Foto: © EDEKA)

Die dritte empfehlenswerte Sonnencreme mit chemischem Filter neben den Produkten von Ladival und Sundance kommt von der Edeka-Eigenmarke Elkos. Auch für diese gilt: Laut Öko-Test sind neben den chemischen UV-Filtern und Nanopartikeln keine weiteren bedenklichen Inhaltsstoffe enthalten. Allerdings zeigt die Inhaltsstoffliste flüssige Kunststoffe (Mikroplastik).

Die Stiftung Warentest bescheinigte der „Elkos Sun Sonnenmilch 20“ im Test 2013 eine „gute Einhaltung des Sonnenschutzfaktors“, 2015 bewertete sie die „Elkos Sun Schutz & Bräune Sonnenmilch 30“ mit „gut“, das Sonnenspray mit LSF 15 schnitt im Sonnencreme-Test 2016 mit „sehr gut“ ab. Stiftung Warentest bewertete das „Elkos Sund Transparentes Sonnenspray (LSF 30)“ mit „gut“ (1,8).

Anwendung: Die Sonnenmilch zieht gut und schnell in die Haut ein und hinterlässt keine klebrigen Spuren. Elkos Sun Sonnenmilch ist eine gute Alternative für alle Nivea-Fans, ihr Geruch erinnert stark an den Sonnenschutz in der blauen Verpackung. Diese übrigens („Nivea Sun Pflegende Sonnenmilch 20“) schnitt im Sonnencreme-Test von Öko-Test nur mit „mangelhaft“ ab: Das Magazin stellte allergieauslösende Duftstoffe und bedenkliche Parabene fest.

Elkos Sun kaufen**: bei Edeka

Preis: ab 3,59 Euro (250 ml) – je nach Variante und Lichtschutzfaktor

Wie hoch sollte der Lichtschutzfaktor sein?

Hohe Lichtschutzfaktoren von 30 oder 50 lassen sich gut verkaufen – doch sie verleiten zu sorglosem Umgang mit Sonnenstrahlung. Dabei müssen solch hohe Lichtschutzfaktoren gar nicht sein.

Dr. med. Gerrit Schlippe erklärt im Utopia-Interview, dass auch Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 20 bis 25 effektiv gegen Sonnenbrand schützt, wenn man sich vernünftig verhält.

Der Utopia Sonnencreme-Test: Fazit

Ladival Sonnenschutz, dm Sundance und Elkos Sun Sonnenmilch sind aktuell die drei empfehlenswertesten herkömmlichen Sonnencremes. Im Vergleich mit anderen Sonnenschutzmitteln mit chemischem UV-Filter enthalten sie weniger bedenkliche Inhaltsstoffe.

Wie fast alle konventionellen Sonnencremes enthalten sie aber leider Kunststoff in flüssiger Form (Mikroplastik). Ebenso umstritten sind Nanopartikel: Wer auch auf die vorsorglich verzichten will, sollte den Sonnenschutz von Ladival kaufen, der ist allerdings etwas teurer.

Sundance von DM zeigt sich im Sonnencreme-Test als solider, preiswerter Sonnenschutz, Minuspunkt sind die enthaltenen Nanoteilchen. Dasselbe gilt für Elkos Sun von Edeka – die riecht sogar wie die beliebte Nivea-Sonnencreme.

Wer auf bedenkliche chemische UV-Filter verzichten will, sollte eine Bio-Sonnencreme aus der Utopia-Bestenliste Mineralische Bio-Sonnencreme verwenden.

Bestenliste: mineralische Bio-Sonnencreme

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(22) Kommentare

  1. Nachtrag: Ok, die Eco ist u.a. verlinkt bei der Liste mineralischer Cremes. Trotzdem liest sich der Artikel für mich sie eine Empfehlung für Nanopartikel-Cremes (wenn auch nur die „halbschlimmen“). Das passt für mich nicht zum angeblichen Anspruch dieser Seite.

  2. für mich liest sich der Artikel auch so… („halbschlimm“). Wenn noch „nicht ausreichend erforscht [ist], wie Nanoteilchen im Körper wirken“, dann sollten gemäß dem Vorsorgeprinzip doch einfach darauf verzichtet werden. Für mich ein absolutes Versagen des Verbraucherschutzes, dass Nano ohne diese ausreichende Erforschung überhaupt zugelassen ist.

  3. Das kannst Du nur von Fall zu Fall prüfen.
    Hier war schon mal ein Artikel über Bio-Sonnencreme:
    https://utopia.de/ratgeber/was-taugen-bio-sonnencremes-wirklich-mineralisch-uv-filter-nano-lichtschutzfaktor/
    Hier gibt es auch gute Tipps:
    http://www.nachhaltigleben.ch/themen/gesundheit/natuerliche-heilmittel/natuerlicher-sonnenschutz-welche-mittel-gesund-sind-und-schuetzen-1521/2
    Und der dort verlinkte Codechecker bietet Informationen über die Inhaltsstoffe bestimmter Kosmetik-Produkte.

  4. Es ist mir absolut unbegreiflich, wie Sie Cremes mit Octocrylenen empfehlen können. Dieser UV-Filter ist in Fachkreisen mittlerweile deutlich umstrittener als Nano-Partikel. Diesbezüglich können Sie z. B. bei Avène nachfragen.
    Weiterhin enthalten ihre empfohlenen Cremes Stoffe wie Phenoxyethanol, Aminomethyl Propanol, Disodium EDTA, diverse Duftstoffe mit C26 Allergenen usw.

    Alles in allem treffen Sie hier eine sehr bedenkliche Auswahl…

  5. Die sonst sehr gut ausgewählten Kriterien haben hier leider anderweitige Ambitionen gehabt…schade. Denn das veranlasst wieder viele Menschen, die nicht selbst in der Tiefe nach Zusammenhängen suchen dazu, zu sagen…“geht doch-halbsoschlimm“. Ich schließe mich den Vorrednern an – die Auswahl ist nicht halb so schlimm, schon gar nicht, wenn hier ökologische & ethische Parameter zu Grunde gelegt werden. Ganz davon abgesehen, sollte auch erwähnt werden, was die Tonnen Sonnenmilch mit dem Meer machen & der vernünftige /gesunde Umgang mit Sonne erwähnt werden. Nicht umsonst gab es früher eine Heliotherapie. Der beeindruckende Eigenschutz der Haut durch Melaninbildung funktioniert allerdings nur, wenn dieser geschult & unterstützt wird, z. B. duch hochwertige, reine Pflanzenöle (z. B. Bio & Kaltgepresst: Cocosöl, Jojobaöl, Sesamöl) mit einen LSF Schutz von immerhin bis zu 7. Das beudeutet immerhin 7 x länger in der Sonne verbleiben zu können, als ohne. Verbingen wir die 2 Wochen des Jahresurlaubes nach wochenlangem Büroalltag in der prallen Sonne, um nur ja beeindruckend braun nach Hause zu kehren, wird das schwierig für Haut & Umwelt. Es gibt auch nicht nanopartikuläres & nicht gecoatetes Zink, welches aber die Haut gerne zusetzt, daher ist die regelmäßige Reinigung hier sehr wichtig, damit die Haut in der Nacht atmen kann. Zudem braucht es eine gute After-Sun um den Hautschutz zu aktivieren. Dieser kann auch leicht selbst zubereitet werden. (Dazu gibt es schöne Kurse u.a.auch bei Naowa.)

  6. Guter Sonnenschutz ist der, der sicher funktioniert, denn dass zuviel UV-Strahlung die Haut kurz- und langfristig schwer schädigt, steht außer Frage. Das Gegeneinander von „gut“ und „böse“ macht in diesem Fall überhaupt keinen Sinn.
    Die mineralischen UV-Filter, die hier so gut wegkommen heißen: Titandioxid und Zinkoxid. Die beiden wichtigsten UV-Filter in Nanogröße heißen: Titandioxid und Zinkoxid. Das Verbraucherministerium Baden-Württemberg erklärt den Unterschied auf http://www.nanoportal-bw.de.

  7. Zwei der hier gezeigten Sonnencremes enthalten Mikroplastik! Dass Utopia solche empfiehlt, kann ich nicht nachvollziehen. Vielleicht sollte man nicht irgendwelche 4 Jahre alten Tests als Grundlage heranziehen, denn in der Zwischenzeit können sich Inhaltsstoffe verändert haben, bzw. die Bewertung dieser (wie bei Mikroplastik geschehen). Besser mal selbst auf die Inhaltsstoffe schauen.

    LG Michaela

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