Sonnencremes & Sonnensprays im Test: Die Testsieger bei Stiftung Warentest

Sonnencreme
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Stiftung Warentest untersucht regelmäßig Sonnencremes. 2021 waren die Verbraucherschützer:innen mit dem Ergebnis einigermaßen zufrieden. Drei von 17 Mitteln fielen allerdings durch, weil sie nicht genug UV-Schutz bieten. Wir verraten die Testsieger – und auch, warum Utopia eigentlich andere Sonnenschutz-Produkte empfiehlt als die Warentester:innen.

Jeder Sonnenbrand erhöht das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken – guter Sonnenschutz ist also essenziell. Aber welche Sonnencreme schützt am besten? Um das herauszufinden, hat Stiftung Warentest zahlreiche Sonnencremes, -lotionen und -sprays aus dem Handel untersucht.

Für den Sonnencreme-Test wurden Markenprodukte, Eigenmarken von Drogerien und Supermärkten, Sonnenmittel aus der Apotheke sowie Naturkosmetik-Artikel geprüft. Alle getesteten Sonnenschutzmittel hatten mindestens Lichtschutzfaktor (LSF) 30.

Sonnencreme-Test von Stiftung Warentest: Die Ergebnisse

Das wichtigste Testkriterium: Schützt das Mittel die Haut ausreichend vor UV-Strahlung? Außerdem bewertete Stiftung Warentest, wie gut sich das Produkt auftragen lässt, wie schnell es einzieht und wie es sich auf der Haut anfühlt. Die Verbraucherschützer:innen prüften außerdem die Feuchtigkeitsanreicherung der Haut und, ob sich die Creme bzw. das Spray bei verschiedenen Temperaturen verändert.

Die wichtigsten Ergebnisse des Sonnencreme-Tests im Überblick:

  • Vier Sonnenschutzmittel erhielten 2021 die Note „sehr gut“, die meisten sind Eigenmarken von Drogerien oder Supermärkten:
    • Sundance Sensitiv Sonnenbal­sam LSF 30 (dm)
    • Sun D’Or Sonnenmilch LSF 50 (Budni, auch bei Edeka und Netto)
    • Lavozon Sonnenmilch LSF 30 (beide Müller)
    • Sunozon Sonnen­spray LSF 30 (Rossmann).
  • Zwei Eigenmarken-Produkte, die von Stiftung Warentest 2019 mit „sehr gut“ getestet wurden, findest du ebenfalls noch mit unveränderter Rezeptur im Handel, nämlich:
  • Damit erhöht sich die Zahl der „sehr guten“ Eigenmarken-Produkte, die du zurzeit im Laden findest, auf sieben. Am günstigsten davon: die Lavozon Sonnenmilch LSF 30 (Müller) sowie die Sundance Sonnenmilch LSF 30 (dm), die jeweils ca. 1,30 Euro/100 ml kosten.

Sonnencreme-Test: 7 Produkte sind „sehr gut“, davon 6 Eigenmarken

  • Das beste Markenprodukt bleibt das vegane Jean & Len Sonnenspray Sensitiv LSF 50: Es wurde schon 2019 mit „sehr gut“ bewertet, ist aber auch 2021 noch unverändert erhältlich. Du findest es für ca. 13 Euro direkt bei Jean & Len, Amazon oder windeln.de.
  • Das beste Produkt mit Naturkosmetik-Zertifikat ist die „gute“ Alverde Sensitiv Sonnenmilch LSF 30 (dm).
  • Gut zu wissen: Das ebenfalls „gute“ Annemarie Börlind Sun Care Sonnen-Fluid LSF 30 wird zwar vom Hersteller als Naturkosmetik beworben, trägt aber kein entsprechendes Siegel.

Praxistest: Die Sonnenmilch von Annemarie Börlind haben wir bei Utopia selbst ausprobiert: Sie ist eher dünnflüssig, lässt sich gut auf der Haut verteilen und ist nach kurzem Verreiben eingezogen. Zurück bleibt ein leichter, nicht unangenehmer Geruch nach Zitronengras. Die Finger fühlen sich nach dem Auftragen nicht übermäßig fettig an.

Auch das Verbrauchermagazin Öko-Test prüft regelmäßig Sonnencreme, gerade wurden Kinder-Sonnencremes genau unter die Lupe genommen: Sonnencreme für Kinder im Test: Das ist der beste Sonnenschutz 2022

Sonnencreme-Test: Durchgefallen wegen mangelhaftem UV-Schutz

Drei verhältnismäßig teure Produkte fallen bei Stiftung Warentest 2021 mit „mangelhaft“ durch: zwei Sonnensprays der Naturkosmetik-Firmen Biosolis sowie Lavera und das „Apotheken­produkt“ Vichy Capital Soleil Sonnenspray mit Hyaluron.

Sonnencreme Sommer
Sonnencreme-Test: Welche Creme schützt die Haut am besten? (© creativefamily - stock.adobe.de)

Allen drei Produkten wurde zum Verhängnis, dass sie den angegebenen UV-Schutz nicht einhielten, wie Stiftung Warentest bei einer Laboruntersuchung nachwies – für Sonnencreme natürlich ein No-go. Denn bevor sich Verbraucher:innen über bedenkliche Inhaltsstoffe in ihrer Sonnencreme Gedanken machen sollten, müssen sie sichergehen können, dass das Produkt vor zu viel UV-Licht – und damit vor Hautkrebs – schützt.

Das funktioniert im Übrigen nur, wenn die Produkte auch korrekt angewendet werden – du dich also reichlich, an allen empfindlichen Stellen und regelmäßig eincremst. „Die Schlagzeilen zu ‚krebserregenden Stoffen in Sonnencremes‘ dürfen nicht dazu führen, dass das Eincremen reduziert oder gar darauf verzichtet wird. Das wäre fatal“, so Professor Dr. Julia Welzel von der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG).

Stiftung Warentest hält nichts von wasserfester Sonnencreme

Sonnencreme chemische UV-Filter
Ist Sonnencreme wirklich so „wasserfest“, wie man als Verbraucher:in glauben könnte? (Foto: CCO / Pixabay )

2019 hatten alle Mittel im Sonnencreme-Test von Stiftung Warentest eines gemeinsam: Sie versprachen, wasserfest zu sein. Die Warentester:innen kritisierten dieses Versprechen mit dem Argument, dass es dem:r Anwender:in ein falsches Gefühl von Sicherheit gebe.

Eine Creme oder ein Spray gelte schon als „wasserfest“, wenn das Produkt nach zweimal 20 Minuten im Wasser noch die Hälfte des ursprünglichen Schutzes biete. Damit sei man jedoch kaum ausreichend geschützt, so Stiftung Warentest – abgesehen davon, dass viele Mittel, die in der Vergangenheit getestet wurden, schon diese Vorgabe nicht erfüllten. Wichtig deshalb: Wenn du gebadet, dich abgetrocknet oder viel geschwitzt hast, auf jeden Fall ausreichend nachcremen.

Lieber Sonnencreme mit mineralischen Filtern verwenden

Aus unserer Sicht zu bemängeln: Stiftung Warentest hätte 2021 auch bewerten sollen, wie umweltschädlich die verschiedenen Sonnenschutzmittel sind.

Herkömmliche Sonnencremes vs. mineralischer Sonnenschutz

Es gibt zwei Arten von Sonnenschutz:

  • Herkömmliche Sonnencremes mit chemischen UV-Filtern gelten als Standard, die bekannte Sundance-Linie von dm zählt beispielsweise dazu. Diese Cremes enthalten oft Inhaltsstoffe, die dafür sorgen, dass sie besonders schnell einziehen.
  • Daneben gibt es Sonnenschutz mit mineralischen UV-Filtern. Diese Mineral-Cremes ziehen langsamer ein, manchmal auch nicht vollständig und erzeugen einen weißen Film auf der Haut. Auch färben mineralische Sonnencremes leichter ab. Doch der Vorteil: Die Cremes verzichten auf unerwünschte Chemie und eignen sich auch für Schwangere, Mütter, Kleinkinder und Babys.

Die Konkurrenz von Öko-Test hat 2021 beispielsweise in ihrem fast gleichzeitig erschienenen Sonnenschutz-Test nicht nur die Inhaltsstoffe von Sonnencremes untersucht, sondern auch Kunststoffverbindungen abgewertet, die sich in vielen Cremes fanden: Diese Kunststoffe gelangen von der Haut als Mikroplastik in die Umwelt und belasten dort Tiere und Pflanzen. Hier liest du mehr dazu: Sonnencremes LSF 30 bei Öko-Test: Naturkosmetik top, Piz Buin Flop

Bei Öko-Test haben vor allem zertifizierte Naturkosmetik-Produkte überzeugt. Der beste Naturkosmetik-Artikel war die Alverde Sensitiv Sonnenmilch LSF 30, die ein „sehr gut“ von Öko-Test bekam – das gleiche Produkt übrigens, das von Stiftung Warentest ein „gut“ erhalten hat (siehe oben).

Wir von Utopia empfehlen vor allem Sonnencreme, die mit mineralischen UV-Filtern wirkt. Dazu gehören Titandioxid und Zinkoxid. Sie sind vor allem in Naturkosmetik zu finden. Mehr Informationen dazu und empfehlenswerte Produkte findest du in:

Übrigens: Alle aktuellen Testsieger unter den Sonnencremes speziell für Kinder gibt es gleich hier: Sonnencreme für Kinder im Test: Das ist der beste Sonnenschutz.

Genau so wichtig wie die richtige Sonnencreme: das korrekte Eincremen

Egal, welche Sonnencreme du verwendest: Wenn du dich nicht richtig eincremst, kann auch das beste Produkt dich nicht schützen. Denk deshalb bitte immer an Folgendes:

  • Unbedingt vor dem Sonnenbaden eincremen – hat die Haut erst einmal Schaden genommen, lässt sich dieser nicht mehr durch Einschmieren reparieren.
  • Auf den ganzen Körper gerechnet sollten etwa sechs Teelöffel Sonnencreme verteilt werden. Also lieber großzügig verteilen – wer zu wenig Sonnencreme verwendet, ist nicht richtig geschützt.
  • Auch Nase, Ohren und Fußrücken nicht vergessen; dafür den Kontakt mit Augen und Textilien vermeiden.
  • Achte darauf, dass die Sonnencreme (wenn es sich nicht um mineralische Creme handelt) immer vollständig eingezogen ist, vor allem, bevor du ins Wasser gehst.
  • Um den Lichtschutz beizubehalten, musst du dich in regelmäßigen Abständen erneut eincremen, besonders nach dem Baden und Abtrocknen, oder wenn du stark geschwitzt hast.
  • Gut zu wissen: Wiederholtes Eincremen kann den angegebenen Lichtschutzfaktor nicht erhöhen, sondern sorgt nur dafür, dass er beibehalten wird.
  • Vermeide intensive Mittagssonne und zu langes Sonnenbaden generell. Zieh dich lieber eine Weile in den Schatten zurück – auch dort wird man braun.

Text: N. Ayoub, L. Wirag

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