Tropenholz: Woran du es erkennst und weshalb du es meiden solltest

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Tropenholz ist besonders fest und widerstandsfähig und daher sehr beliebt für Möbel. Dafür wird allerdings Regenwald gerodet – mit fatalen Folgen für Mensch und Umwelt.

Was ist Tropenholz?

Tropenholz bezeichnet alle Hölzer, die aus tropischen und subtropischen Wäldern in Afrika, Asien sowie Mittel- und Südamerika stammen. Unter den Sammelbegriff fallen viele verschiedene Holzarten, darunter:

Tropenholz wird für verschiedene Produkte verwendet – am liebsten für Baumaterialien oder Möbel. Aber auch Spielzeug, Dekoartikel und sogar Papier und Zellulose werden aus wertvollem Tropenholz hergestellt.

Eigenschaften von Tropenholz

Bis die Tropenholz-Bäume das Licht erreichen, wachsen sie astrein.
Bis die Tropenholz-Bäume das Licht erreichen, wachsen sie astrein. (Foto: CC0 / Pixabay / stokpic)

Tropenhölzer sind beliebt, da sie robust und widerstandsfähig sind. Die speziellen Wachstumsbedingungen im Regenwald machen das Holz zu etwas Besonderem: Die Bäume wachsen vom dunklen Waldboden zunächst gradlinig nach oben, bis sie das Licht erreicht haben. Bis dahin bilden sie keine Äste aus – der Stamm wächst astrein und stabil.

Tropische Bäume lagern zudem besondere Abwehrstoffe ein, da es in dem feuchten Klima viele Schädlinge und Krankheiten gibt. Um sich vor der Feuchtigkeit zu schützen, wächst das Holz besonders dicht, damit keine Nässe eindringen kann.

Diese Besonderheiten verleihen Tropenholz eine besondere Farbe und Härte. Dadurch wird es interessant für die energetische und industrielle Holznutzung.

Tropenholz: Problematik Regenwald

Der Regenwald zählt zu den wichtigsten Ökosystemen unseres Planeten. Für Tropenholz wird Regenwald gerodet. Das hat fatale Folgen für die Umwelt:

  • Die Biodiversität im Regenwald geht verloren, da immer mehr Lebensräume gerodet werden.
  • Das Ökosystem gerät aus dem Gleichgewicht: Bäume dienen als Wasserspeicher, durch die Rodung trocknen Gebiete aus und sind anfälliger für Waldbrände.
  • CO2 gelangt in die Atmosphäre: Der Regenwald ist ein riesiger CO2-Speicher. Werden die Bäume gerodet, gelangt das CO2 in die Atmosphäre. Zusätzlich legt das Holz danach lange Transportwege zurück, auf denen weitere Emissionen entstehen.

Zusätzlich wird auf den gerodeten Flächen meist die gesamte Vegetation entfernt und verbrannt. Dadurch wird besonders viel CO2 ausgestoßen und ein Großteil der Biodiversität vernichtet. Auf den Flächen werden häufig Plantagen für Soja oder Ölpalmen angelegt, die oft in Monokultur wachsen.

Illegale Rodung von Tropenholz

Mensch und Umwelt leiden unter der Zerstörung des Regenwalds.
Mensch und Umwelt leiden unter der Zerstörung des Regenwalds. (Foto: CC0 / Pixabay / pixundfertig)

Tropenholz wird in großen Mengen illegal gerodet – Schätzungen zufolge bis zur Hälfte der Tropenhölzer im Handel. Die illegale Rodung führt zu sozialen Konflikten in den betroffenen Regionen, denn der Lebensunterhalt vieler Menschen hängt vom Wald ab. Um den Wald zu roden werden diese Menschen entmachtet und vertrieben.

Vor einigen Jahren haben Interpol und die EU daher gemeinsam eine Studie zur illegalen Rodung erstellt und Konsequenzen in Gesetzesform gezogen. Importeure und Händler von Tropenholz müssen seitdem dokumentieren, woher das Holz stammt (EU-Holzschutzverordnung). Zudem schließt die EU Partnerschaftsabkommen mit Exportländern. Dort soll sichergestellt werden, dass Tropenholz nicht illegal gerodet wird.

Diese Maßnahmen sind ein Anfang, beinhalten jedoch auch große Lücken. So fallen bestimmte Möbel beispielsweise nicht unter die Verordnung und können weiterhin aus illegal gerodetem Holz gebaut werden. Zudem ist die Etikettierung der Hölzer oft nicht korrekt. Der NDR fand heraus, dass die Angaben für die Hälfte der Tropenholz-Artikel falsch sind – sprich: illegal gerodetes Tropenholz wird als legaler Bestand ausgegeben.

Nachhaltiger Umgang mit Tropenholz

Trotz der EU-Maßnahmen können Verbraucher kaum ausschließen, dass Tropenholzprodukte aus illegal gerodetem Holz hergestellt wurden. Doch auch die legale Rodung ist nicht unproblematisch: Für die Hölzer werden wertvolle CO2-Speicher gefällt, durch den Abtransport Lebensräume vernichtet und weitere Emissionen ausgestoßen.

Daher solltest du bei Holzprodukten auf heimische Arten zurückgreifen – hier gibt es genügend Alternativen. Achte dabei darauf, dass das Holz mit dem FSC-Siegel ausgezeichnet ist. Es garantiert eine ökologisch und sozial nachhaltige Holzwirtschaft und ist von vielen Umweltverbänden weltweit anerkannt.

Alternativ kannst du nach gebrauchten Möbeln aus Tropenholz Ausschau halten. Da das Holz sehr widerstandsfähig ist, bleiben die Möbel oft viele Jahre lang in einem guten Zustand. Deine alten Produkte aus Tropenholz kannst du wiederverwerten, verschenken oder verkaufen.

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