Mahagoni-Holz: Deshalb solltest du es nicht kaufen

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Mahagoni-Holz steht seit Jahrhunderten für besonders wertvolles Holz. Doch das Luxusgut hat einen noch viel höheren ökologischen Preis. Deshalb solltest du darauf verzichten.

Mahagoni ist vom Aussterben bedroht

Die Maserung von Mahagoni
Die Maserung von Mahagoni (Foto: CC0 / Pixabay / PublicDomainPictures)

Bei Mahagoni-Holz denken wir sofort an teures Parkett, luxuriöse Möbel und wetterfeste Gartenmöbel. Seit mehr als 450 Jahren ist das Tropenholz nun schon weltweit beliebt. Mahagoni wurde zunächst wegen seiner Langlebigkeit und leichten Verarbeitung als Massivholz für den Schiffsbau genutzt. Die unverwechselbare rotbraune Farbe und besonderen Maserung, die das Holz im richtigen Licht golden schimmert lässt, machten es schließlich zu einem Statussymbol und Edelholz. Ein Jahrhunderte langer Raubbau an den tropischen Regenwäldern war und ist die Folge.

Inzwischen sind viele Mahagoni-Arten vom Aussterben bedroht. Das Tropenholz kommt in den Regenwäldern Mittel- und Südamerikas, Afrikas und Asiens in vielen verschiedenen Arten vor. Für die Möbel- und Holzindustrie sind jedoch besonders die Arten im tropischen Amerika und der Karibik interessant. Für Amerikanisches Mahagoni, welches als „echtes“ Mahagoni gilt, erhalten die Händler zwischen 3800 und 4000 Euro pro Kubikmeter.

Mahagoni ist ein Urwaldriese, der bis zu 60 Meter hoch werden kann und erst nach zwölf Jahren das erste Mal blüht. Seine Ausbreitung erstreckt sich von Mexiko über Zentralamerika bis ins Amazonasgebiet von Brasilien und Bolivien. 2002 wurde der Einschlag und Handel durch das Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) stark reglementiert und Mahagoni in den Katalog geschützter Holzarten aufgenommen. Das Bundesamt für Naturschutz verhängte Importverbote gegen einzelne Staate und verlangt inzwischen CITES Ausfuhrgenehmigungen der Herkunftsländer.

Der Kauf von Mahagoni trägt zur Zerstörung des Regenwaldes bei

Durch Rodungen geht kostbarer Regenwald verloren.
Durch Rodungen geht kostbarer Regenwald verloren. (Foto: CC0 / Pixabay / Picography)

Die Europäische Union versucht seit 2013, gesetzlich gegen das illegal geschlagene Holz mit einer EU-Handelsverordnung vorzugehen. Laut einer WWF Studie stammen zwischen 16 und 19 Prozent der europäischen Holzimporte aus illegalen Rodungen. Auf globaler Ebene wird der Anteil auf bis zu 40 Prozent geschätzt.

Generell ist es aber äußerst schwer genaue Angaben zu treffen, denn der Handel mit Tropenholz ist ein extrem profitables und verwobenes Geschäft. Meist gelangt das Holz über Umwege und einen undurchsichtigen Schwarzmarkt nach Europa in die Möbelgeschäfte und Baumärkte. Außerdem werden viele Möbelprodukte aufgrund von niedrigeren Löhnen inzwischen in den Herkunftsländern produziert. Daher solltest du beim Kauf von Möbeln oder Holz generell auf Tropenhölzer verzichten. Denn für sie wird der Regenwald gerodet. Mit beträchtlichen Folgen für die Flora und Fauna. Der Lebensraum für die einzigartige Artenvielfalt geht unwiderruflich verloren. Die in den Wald geschlagenen Trassen zum Abtransport des Holzes ermöglichen weiteres menschliches Eindringen und die Bewirtschaftung der gerodeten Stellen. Die massive Entwaldung des Amazonas könnte zu einem Zusammenbruch des gesamten Ökosystems führen, welches als wertvoller Kohlenstoffdioxid- und Frischwasser-Speicher dient.

Besonders problematisch bei Mahagoni-Holz ist, dass die Bäume meist weit voneinander entfernt wachsen. Um an das begehrte rotbraune Tropenholz zu gelangen, müssen daher kilometerlange Schneisen durch den Regenwald geschlagen werden. Nicht selten ohne Genehmigung. Eine natürliche Aufforstung, wie sie von manchen Holzunternehmen behauptet wird, ist auf kahl geschlagene Flächen nicht mehr möglich. Da die Bestände inzwischen fast aufgebraucht sind, wird Mahagoni auch in Plantagen angebaut. Diese gelten als „grüne Wüsten“, da durch den monokulturellen Anbau ein funktionierendes Ökosystem unmöglich wird.

Auf Zertifikate ist kein Verlass

Die Holzindustrie versucht mit den verschiedensten Siegeln, ihre Kunden von einer verantwortungsbewussten Abholzung zu überzeugen. Teilweise sind sie von der Industrie initiiert. Ihre Kriterien sind daher nicht unbedingt streng genug.

Auch die wenigen international anerkannten Zertifikate, wie das FSC Siegel, sind keine hundertprozentige Garantie für eine nachhaltige und sozial gerechte Waldbewirtschaftung. Denn die Standards unterliegen stark den Interessen der Industrie. Diese beauftragt und bezahlt die Zertifizierer selbst, weshalb eine unabhängige Überprüfung kaum möglich ist. Besonders tückisch ist, dass neben dem FSC nicht selten auch die Beschriftung „Mixed Sources“ steht, was bedeutet, dass bis zu 50 Prozent aus nicht zertifiziertem Holz stammen kann. Als die Stiftung Warentest Tropenholz aus Raubbau in Grillkohle fand, befand sich auch ein Unternehmen mit FSC Siegel unter den ertappten.

Diese Situation macht es daher umso wichtiger, beim Möbelkauf genau hinzusehen und möglichst auf einheimisches Holz zu setzen. Auch gebrauchte, alte Möbel können eine kostengünstige und umweltverträglichere Alternative sein.

Einheimisches Holz: Eine echte Alternative

Greenpeace empfiehlt Kirschbaum-Holz als heimische Alternative zu Mahagoni.
Greenpeace empfiehlt Kirschbaum-Holz als heimische Alternative zu Mahagoni. (Foto: CC0 / Pixabay / kie-ker)

Greenpeace zufolge sind Kirsch- oder Nussbaumholz eine heimische und umweltverträgliche Alternative zu Mahagoni-Holz. Sie können in nachhaltiger Forstwirtschaft und ohne weite Transportwege bei uns angebaut werden. Der Holzratgeber von Greenpeace kann dir bei der Orientierung helfen.

Eine Auswahl von deutschen Naturmöbel-Manufaktur haben wir dir in diesem Artikel zusammen gestellt. Sie setzten auf einheimisches Holz, was lange Transportwege verhindert.

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