Vaseline: Ihre Inhaltsstoffe, Anwendung und Alternativen

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Vaseline ist eine altbewährte Creme, die sich vielfältig einsetzen lässt. Wir verraten dir, welche Inhaltsstoffe drin stecken und warum du lieber über Alternativen nachdenken solltest.

Altbewährte Vaseline

Vaseline befand sich schon zu Zeiten unserer Großeltern im Standard-Sortiment der Drogerien und Apotheken. Und die Fettcreme hat es geschafft, bis heute zu den Kassenschlagern unter den Pflegeprodukten zu zählen. Doch auch wenn über Jahrzehnte auf die fettige Creme geschworen wurde – die Inhaltsstoffe von herkömmlicher Vaseline sind mehr als bedenklich.

Anwendungsgebiete von Vaseline

Vaseline als Grundlage vieler Cremes
Vaseline als Grundlage vieler Cremes (Foto: CC0 / Pixabay / andreas160578)

Vaseline ist die Basis für zahlreiche Kosmetikprodukte und Cremes und gilt in ihrer reinen Form als bewährte Pflege bei spröder und rissiger Haut. Und es stimmt: Vaseline ist wunderbar weich und hinterlässt eine angenehme Geschmeidigkeit auf der Haut. Da sie die Haut effektiv gegen äußere Einflüsse abschirmt, hat sich Vaseline besonders vor allem hier bewährt:

  • zur Gesichtspflege bei Kälte, zum Beispiel beim Wintersport
  • als Pflege spröder Lippen
  • als Handcreme
  • als Hautschutz für Gesäß und Beine beim Radfahren
  • als Wundschutz bei Babies und Kleinkindern
  • zur Pfotenpflege bei Hunden

Herstellung von Vaseline

Vaseline wird aus Rückständen der Erdölgewinnung hergestellt
Vaseline wird aus Rückständen der Erdölgewinnung hergestellt (Foto: CC0 / Pixabay / skeeze)

Vaseline wird aus den Rückständen der Erdöldestillation gewonnen. Unter Zugabe von Schwefelsäure, Aktivkohle und Bleicherde wird die Rohvaseline anschließend gereinigt und gebleicht, bis sie in unseren Läden als geschmeidige Creme zu finden ist.

Vaseline besteht also zu großen Teilen aus Bestandteilen von Erd- bzw. Mineralölen, sogenannten Paraffinen. Der gleiche Stoff kommt unter zahlreichen Bezeichnungen auch bei industriellen Prozessen zum Einsatz, etwa bei der Herstellung von Kerzen, Süßigkeiten oder Putzmitteln.

Paraffine sind ölige, leicht wachsartige und wasserabweisende Stoffe und eignen sich als solche für Kosmetikprodukte. Der größte Vorteil ist aus Sicht der Hersteller jedoch, dass der hautfremde Stoff extrem preisgünstig ist und sich einfach verarbeiten lässt. Paraffine sind als Inhaltsstoff aber umstritten. Zahlreiche Studien deuten darauf hin, dass Paraffine gesundheitsschädigend sein können

Inhaltsstoffe klassischer Vaseline

Vaseline trocknet Haut aus
Vaseline trocknet Haut aus (Foto: CC0 / Pixabay / kropekk_pl)

Vaseline legt dank ihrer Paraffinbestandteile zwar zunächst einen angenehmen Film auf die Haut und macht trockene Stellen schnell geschmeidig – dieser Effekt ist jedoch mehr Schein als Sein:

  • Paraffine sind nahezu unlöslich in Wasser und dadurch gleichzeitig auch undurchlässig dafür. Auf die Haut aufgetragen, schließt Vaseline Wasser, Wind und Kälte von außen wirksam aus und schirmt die Haut dagegen ab.
  • Das mag sich zunächst angenehm anfühlen – hat langfristig gesehen aber genau den gegenteiligen Effekt. Dadurch, dass von außen nichts mehr an die Haut gelangen kann, kann genau so wenig von innen heraus. Haut und Poren werden durch Vaseline regelrecht verschlossen.
  • Langfristig kann die vermeintlich pflegende Creme so deine Haut austrocknen und die körpereigene Schutzfunktion zerstören.
  • Lukrativer Nebeneffekt für Kosmetik-Hersteller: Je mehr vaselinehaltige Cremes du verwendest, desto stärker verlangt deine Haut danach. Als Folge kaufen Verbraucher immer neue Produkte mit Vaseline.

Schädigende MOAH-Verbindungen in Vaseline besonders hoch

Doch nicht nur der Effekt der Paraffine selbst, auch sogenannten MOSH- oder MOAH-Verbindungen in Vaseline können der Gesundheit schaden. MOAH- oder MOSH-Verbindungen sind Kohlenwasserstoffe, die bei der Paraffingewinnung durch Verunreinigungen entstehen können. Sie stehen im Verdacht, sich durch die Verwendung entsprechender Kosmetika in Lymphdrüsen, Leber, Herz und Fettzellen anzureichern sowie die Entstehung von Krebs zu begünstigen und das Erbgut anzugreifen.

In Stichproben konnten in Vaseline hohe Mengen dieser kritischen Stoffe nachgewiesen werden: Stiftung Warentest bescheinigte mit einem Anteil von über neun Prozent Vaseline-Produkten eine besonders hohe Belastung durch MOAH-Verbindungen.

Alternativen zu Vaseline

Gut für die Lippen: Produkte mit Bienenwachs
Gut für die Lippen: Produkte mit Bienenwachs (Foto: CC0 / Pixabay / silviarita)

Besonders Lippenpflegeprodukte auf erdölbasierter Vaseline-Grundlage solltest du sicherheitshalber vermeiden, da diese durch Ablecken leicht in den Körper gelangen können.

Als Alternative zu erdölbasierter Vaseline kannst du auf eine große Auswahl an pflanzlichen Produkten zurückgreifen, die keine Paraffine beinhalten:

  • Paraffinfreie Vaseline: Auch wenn der Name in die Irre leitet: Paraffinfreie Vaseline enthält statt Erdölbestandteilen rein natürliche Inhaltsstoffe auf der Basis von Pflanzenfett. Paraffinfreie Vaseline gibt es in der Apotheke oder im Reformhaus.
  • Bio-Melkfett: enthält statt Vaseline Bio-Bienenwachs und Sheabutter und ist dabei der Vaseline in Konsistenz und Aussehen sehr ähnlich (z.B. bei** Avocadostore). Bedenken solltest du, dass auch Melkfett auf Dauer deine Haut verschließt und austrocknet. Zur Akutpflege bei rissiger Haut oder als Wetterschutz kannst du sie jedoch problemlos verwenden.
  • Cremes auf Basis von Bienenwachs:  Gerade zur Pflege spröder Lippen eignen sich auch reichhaltige Cremes auf der Basis von Bienenwachs (z.B. bei** Amazon).

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