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Wasserstoffheizung: So funktioniert sie

Wasserstoffheizung
Foto: Colourbox.de / Angel Cortijo Nieto

Eine Wasserstoffheizung kann Räume heizen, ohne dass dabei Emissionen entstehen. Wie das genau funktioniert und welche Vor- und Nachteile das Heizsystem mit sich bringt, erfährst du hier.

In Zeiten hoher Energiepreise und wachsendem Bewusstsein für den Klimawandel sind umweltfreundliche und effiziente Heizsysteme wichtig. Eine vielversprechende Technologie ist die Wasserstoffheizung. Aktuell sind mit diesem Heizungstyp noch einige Hürden verbunden.

Wie funktioniert eine Wasserstoffheizung?

Eine Wasserstoffheizung nutzt Wasserstoff (H2) als Brennstoff, um Wärme zu erzeugen. Der Prozess basiert auf der chemischen Reaktion von Wasserstoff mit Sauerstoff. Diese Reaktion lässt sich auf verschiedene Arten nutzen:

Eine Brennstoffzelle wandelt die chemische Energie von Wasserstoff direkt in elektrische Energie und Wärme um. Die gewonnene Elektrizität kannst du für den Betrieb elektrischer Geräte nutzen, während die Wärme zur Beheizung von Räumen und zur Warmwasserbereitung dient. Brennstoffzellenheizungen sind im Vergleich zu herkömmlichen Gasheizungen effizienter. Allerdings werden sie häufig mit Erdgas betrieben und sind damit abhängig von fossilen Brennstoffen.

Reine Wasserstoffheizung

Bei einer Wasserstoffheizung kommt ausschließlich Wasserstoff zum Einsatz. Dieser wird jedoch nicht wie Gas oder Öl verbrannt, sondern reagiert mit Sauerstoff und erzeugt dadurch Strom und Wärme.

H2-Ready-Gasheizung

Bei diesem Heizungstyp handelt es sich um eine gewöhnliche Gasheizung, die jedoch zukünftig auch mit Wasserstoff betrieben werden könnte. Sie kann also sowohl mithilfe von Erdgas als auch Wasserstoff Wärme erzeugen.

Wasserstoffheizung: Wirklich klimaneutral?

Eine Wasserstoffheizung ist nur dann klimaneutral, wenn sie mit grünem Wasserstoff aus erneuerbaren Energiequellen betrieben wird.
Eine Wasserstoffheizung ist nur dann klimaneutral, wenn sie mit grünem Wasserstoff aus erneuerbaren Energiequellen betrieben wird.
(Foto: CC0 / Pixabay / Pexels)

Das aktuell größte Problem rund um die Wasserstoffheizung: Sie ist nur dann klimaneutral, wenn sie grünen Wasserstoff verwendet. Grüner Wasserstoff entsteht bei der Elektrolyse von Wasser. Der Strom, der dabei zum Einsatz kommt, stammt zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen. Neben grünem Wasserstoff gibt es zudem blauen, grauen, türkis- und orangefarbenen Wasserstoff. Nur die grüne Variante ist jedoch klimaneutral und kommt ohne fossile Brennstoffe aus.

Gerade grüner Wasserstoff ist allerdings ein knappes und teures Gut. Dadurch würde das nachhaltige Heizen mit Wasserstoff für die einzelnen Verbraucher:innen sehr viel teurer werden. Zudem gibt es bislang noch keine Infrastruktur für Wasserstoff, wie dies etwa bei Erdgas der Fall ist. Bislang kommt Wasserstoff deshalb nur in der Industrie zum Einsatz.

Ein weiteres Problem für Privathaushalte: Für das Heizen mit Wasserstoff sind besondere Sicherheitsvorkehrungen notwendig, denn Wasserstoff ist hochentzündlich. Nicht zuletzt würde es zudem hohe Kosten verursachen, alle bestehenden Heizungssystem auf Wasserstofftechnologie umzurüsten.

Fazit: Lohnt sich die Wasserstoffheizung?

Forschungen zum Heizen mit Wasserstoff stecken aktuell noch in der Anfangsphase. Besonders die Übergangsphase von der Nutzung fossiler Brennstoffe zur Wasserstofftechnologie ist dabei noch mit zahlreichen Hürden und Risiken verbunden. Aktuell würde es sich deshalb noch nicht lohnen, mit einer Wasserstoffheizung zu heizen. Dies liegt insbesondere an den hohen Kosten und der geringen Verfügbarkeit von Wasserstoff.

Mit zunehmender technologischer Entwicklung und wachsender Verfügbarkeit von Wasserstoff könnte die Wasserstoffheizung jedoch zu einer wichtigen Säule der zukünftigen klimaneutralen Energieversorgung werden.

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