Richtig heizen: 12 Tipps zum Energiesparen

Richtig heizen: 10 Tipps zum Energiesparen
Foto: © Gudellaphoto – Fotolia.com

Heizen gehört zu den größten Energiefressern im Haushalt. Utopia zeigt, wie du im Winter richtig heizen kannst und dabei nicht nur Energie, sondern auch Geld sparst. Fenster abdichten, Heizkörper isolieren, Stoßlüften: Schon einfache Mittel reichen, um beim Heizen viel Energie zu sparen und gleichzeitig ein gesundes Raumklima zu erhalten.

1. Bewusster heizen und jedes Grad sparen

Es muss in deiner Wohnung im Winter nicht 25 Grad warm sein – jedes Grad weniger spart Heizenergie, angeblich pro Grad bis zu sechs Prozent. Die optimale Raumtemperatur liegt bei etwa 20 Grad, in manchen Räumen genügen aber oft schon weniger: In der Küche heizen Herd und Kühlschrank mit, im Schlafzimmer reichen etwa 17 Grad für einen guten Schlaf.

2. Nachts die Schotten dicht machen

Richtig heizen bedeutet vor allem, so wenig Wärme wie möglich entweichen zu lassen. Fenster haben natürlich nicht die Isolationswirkung einer Wand. Deshalb ist es sinnvoll, Rollläden nach Einbruch der Dunkelheit herunterzulassen – so lässt sich der Wärmeverlust weiter reduzieren und somit mehr Energie sparen.

3. Stoßlüften statt Dauerkippen

Zum richtigen Heizen gehört auch richtiges Lüften: Dauerhaft gekippte Fenster sorgen kaum für Luftaustausch, sie kühlen nur die Wände aus. Richtiges Stoßlüften dagegen spart viel Energie und ist zudem gut für die Gesundheit: Denn zu wenig Feuchtigkeit im Raum trocknet die Schleimhäute aus, zu viel begünstigt gerade an kalten Wänden Schimmelpilze. Die Fenster also mehrmals am Tag für ein paar Minuten ganz öffnen, damit ein kompletter Luftaustausch stattfindet – zuvor aber das Thermostatventil herunterdrehen.

Mehr in unserem Ratgeber Richtig lüften: 10 Tipps gegen Schimmel.

Richtig lüften: Tipps gegen Schimmel
Richtig lüften: Besser kurz Stoßlüften als Fenster kippen. (Foto: © Marquis de Valmont / photocase.de)

4. Wand hinter der Heizung dämmen

Richtig heizen heißt, die Wärme möglichst in der Wohnung zu halten. Eine Isolationsschicht direkt hinter dem Heizkörper senkt den direkten Wärmeverlust über die Außenwand. Im Baumarkt findest du Dämmmatten in verschiedenen Stärken und mit oder ohne Aluminiumbeschichtung (Aluminium reflektiert die Wärmestrahlung), lass dich am besten beraten. So lässt sich der Wärmebedarf deutlich reduzieren und du kannst Energie sparen.

5. Fenster und Türen dicht halten

Richtig heizen hilft wenig, wenn ein Teil der Wärme durch undichte Fenster und Türen entweicht. Dichtungen in Fenster- und Türrahmen werden im Lauf der Zeit porös und damit undicht. Im Winter kann das richtig teuer werden. Du kannst die Spalten ganz einfach mit Schaumstoff- oder Gummidichtungsband (Profildichtungsband) auffüllen. Die bekommst du in jedem Baumarkt in unterschiedlichen Ausführungen. Du kannst so unter Umständen 15 bis 20 Prozent Heizenergie sparen – und damit bares Geld. Wichtig: Richtig lüften!

6. Heizkörper nicht verdecken

Achte darauf, dass deine Heizkörper nicht verdeckt sind, etwa von Möbeln oder Gardinen. Auch Thermostate sollten nicht verdeckt sein. Die Heizwärme kann sich sonst nicht gut im Raum verteilen und deine Heizung arbeitet stärker als eigentlich nötig – eine Energieverschwendung.

7. Nachtabsenkung der Heizung am Tag

Wie bei der Nachtabsenkung der Heizung kann man auch während des Tages die Heiztemperatur senken, wenn tagsüber niemand zu Hause ist – und damit bei Gebäuden mit hohem Verbrauch bis zu 15 Prozent an Heizenergie sparen. Die verringerten Zimmertemperaturen sollten aber 15 Grad nicht unterschreiten, da sonst viel Energie für das Wiederaufheizen nötig ist.

8. Möglichst keinen Strom verheizen

Mit Strom zu heizen ist sehr ineffektiv und richtig teuer. Heizlüfter also, wenn überhaupt, nur sehr sparsam verwenden. Aus dem selben Grund haben auch die verschwenderischen Nachtstromspeicherheizungen eigentlich nichts mehr in modernen Wohnungen verloren. Im Idealfall sollten sie von den Hauseigentümern ausgetauscht werden. In Mietwohnungen hat man aber natürlich oft wenig Möglichkeiten, etwas an der Heizungsart zu ändern. Wenn du noch eine Nachtspeicherheizung hast und damit richtig heizen willst, findest du hier Tipps zum Energiesparen: Nachtspeicherheizung: so sparst du Heizkosten.

Nachtspeicherheizung: Kosten sparen, Energie sparen
Richtig heizen: Auch bei ineffizienten Nachtspeicherheizungen kann man Energie sparen. (Foto: Utopia.de)

9. Den eigenen Energieverbrauch kontrollieren

Die Kosten für Strom und Heizung werden monatlich direkt vom Konto abgebucht – Mieter zahlen in der Regel eine mit dem Vermieter bzw. dem Stromversorger vereinbarte Abschlagszahlung, die Jahresabrechnung folgt oft erst irgendwann im nächsten Jahr. Das ist zwar bequem, führt aber leider auch dazu, dass man schnell den Überblick über die verbrauchte Energiemenge verliert. Deshalb solltest du genau auf deinen Verbrauch achten. Für die Heizkosten findest du ungefähre Vergleichswerte im „Heizspiegel“ (PDF). Für den Stromverbrauch bieten einige Stadtwerke Apps an, mit denen sich der eigene Verbrauch im Blick behalten lässt. Stromverbrauchsmesser gibt es schon ab 20 Euro – sie zeigen den Strom an, den ein Gerät verbraucht.

10. Richtig heizen mit automatischer Heizkörpersteuerung

Mit programmierbaren Thermostaten an den Heizkörpern kannst du den Heizzyklus in jedem Raum optimal einstellen und so viel Energie sparen. Komfortabel geht es auch per Funk von einem Raumregler gesteuert. So werden die Räume nur zu den Zeiten beheizt, zu denen sie auch tatsächlich genutzt werden. Du hast jederzeit eine angenehme Raumtemperatur und sparst gleichzeitig Energiekosten. Der Einbau ist einfach: Lediglich der Thermostatkopf wird ausgetauscht. Beispiele bei gruenspar.de, viele Informationen bei co2online.de.

11. Heizung nachts ausschalten, Heizung früher abdrehen

Es versteht sich von selbst, dass die Heizung nachts ausschalten wesentlich die Temperatur senkt. Aber: Wer die Wohnung nachts völlig auskühlen läßt, muss sie am nächsten Tag wieder komplett neu aufwärmen. Besser ist also, die Heizung nicht komplett auszuschalten, sondern einfach nachts auf geringer Einstellung zu heizen (und parallel zum Beispiel Rollläden und Jalousien herunter zu lassen). Wieviel man nachts heizen muss, damit das Energie spart, ist abhängig von der real vorhandenen Dämmung und dem Wärmeverlust von Haus oder Wohnung.

Übrigens: Wer ins Bett geht, schaltet natürlich vorher die Heizung aus. Nun heizt diese aber noch eine Zeitlang nach, und diese Wärme nutzt dem Bewohner eigentlich gar nicht mehr. Schlauer also: Eine halbe oder ganze Stunde vor dem Zubettgehen schon mal die Heizung herunter drehen. Auch das spart Energie.

12. Besser wärmer kleiden als mehr heizen

Klingt so richtig banal, aber es ist eben auch wahr: Wer es richtig warm haben will, der heizt besser weniger – und zieht sich dafür wärmer an! Vor allem die Füße warm zu halten bringt viel: Wollsocken und warme Pullis helfen. Auch ein einfaches Halstuch sorgt dafür, dass man subjektiv weniger friert, ein Schal natürlich mehr. Auf Dauer bleibt gesünder, wer sich nicht ständig in überheizten Räumen aufhält.

Extra-Tipp: Schimmel richtig entfernen

Richtig heizen und richtig lüften hilft, Schimmel zu vermeiden, aber solltest du trotzdem schwarze oder grüne Punkte in deiner Wohnung entdecken, ist es besonders wichtig, sofort zu handeln. In unserem Ratgeber Schimmel entfernen, aber richtig zeigen wir, welche Schimmelentferner effektiv und gesundheitsverträglich sind und wann du besser einen Experten zurate ziehen solltest.

Tipps aus der Utopia-Community:

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(125) Kommentare

  1. Hallo,

    Ist es sinnvoller die Heizung am Tag über bei gleicher Temperatur anzulassen oder nur zeitweise anzulassen. Wir haben Heizungsregler. Nachts stellen wir sie 10grad.

    Dann haben wir ein Problem mit Schimmel. In der Schlafstube, die Außenwand und im Bad über dem Fenster. Ich Lüfte stoßweise und das Badfenster wird nach dem Duschen oder Baden geöffnet.

    Woran kann es noch liegen???

  2. Es geht ja nicht darum, dass die Wohnung warm ist, sondern einem selbst! Ich bekomme bei Heizungsluft immer kalte Hände und Füße, selbst wenn die Raumtemperatur schon 25°C sind. Dann hilft nur:
    – dicken Pullover und warem Hausschuhe anziehen
    – den Kreislauf in Schwung zu bringen, mit Bewegung (z.B. durch Treppenhaus laufen oder ein paar Kniebeuge machen)
    – vorbeugend abhärten, z.B. Kalt-Warm-Dusche (wenigstens an den Füßen).

  3. Auch wenn die Beiträge hier generell sehr gut sind. Hier steht doch einiges an Murks drin!

    Gerade die AluStyropordämmung hinter der Heizung. Mit einer punktuellen Innendämmung in (kalten) Altbauwänden erzeuge ich kalte Stellen an der Wand, die zu Tauwasser führen und somit zu Schimmel!
    Es ist auch keine Isolationsschicht, sondern eine schlechte Dämmungsschicht und eine nicht richtig ausgeführte Innendämmung führt in Extremfällen zu Bauschäden. Gerade bei Styropor sollten ausgerechnet hier die Leute hellhörig werden!

    Wie hier schon richtig angemerkt gibts einen Unterschied zwischen tatsächlicher Temperatur und gefühlter Temperatur.
    Diese hat deutlich mehr Einflussgrößen wie zB. Luftfeuchtigkeit, Temperatur, Materialien und deren Oberflächentemperaturen, Farben, Konvektion (Luftstrom).

    Bitte informiert euch RICHTIG!, bevor ihr an euren eigenen Häusern/Wohnungen oder Mietwohnung rumbastelt.

  4. Ich möchte nur kurz ergänzen: Stromverbrauchsmesser kann man auch bei der lokalen Verbraucherzentrale ausleihen. Ich glaube, sogar kostenlos. Man muss ja nicht alles immer gleich besitzen, nicht wahr? Zumal, wenn man es im Grunde nur braucht, um einmal alle seine Geräte durchzumessen … 😉

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