Wilder Wein: Pflanzen, beschneiden und pflegen

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Wilder Wein ist eine beliebte Kletterpflanze, die mit ihren glutrot leuchtenden Blättern den Herbst in Farbe taucht. Wir zeigen dir, was du beim Anpflanzen, Beschneiden und Pflegen beachten musst.

Wilden Wein (botanischer Name: Parthenocissus) findest du auch unter den Bezeichnungen Jungfernrebe oder Zaunrebe. Er gehört zur Gattung der Weinrebengewächse und zählt rund 13 verschiedene Arten. Ursprünglich stammt die Pflanze aus den gemäßigten Regionen Asiens und Nordamerikas.

  • Wilder Wein ist eine schnell wachsende Kletterpflanze. Jedes Jahr kann sie gut zwei Meter an Wuchs zulegen. Du solltest ihr zur vollen Entfaltung daher in jedem Fall ausreichend Rankfläche zur Verfügung stellen.
  • Wilder Wein eignet sich hervorragend als Zierpflanze zur Begrünung von Hauswänden, Zäunen, Pfählen und Mauern. Auch deinen Balkon kannst du mit ihr schmücken.
  • Besonders prachtvoll erscheint Wilder Wein zur Herbstzeit, wenn seine tief roten Blätterteppiche ganze Hauswände zum leuchten bringen.

Wilder Wein: Eine fünfblättrige oder dreiblättrige Sorte?

Dreiblättriger Wilder Wein an Holzfassade
Dreiblättriger Wilder Wein an Holzfassade (Foto: CC0 / Pixabay / silviarita)

Bevor du dich für einen Wilden Wein entscheidest, solltest du dir deine zu begrünende Fläche genauer ansehen. Denn je nach Bepflanzungsfläche eignet sich der drei bzw. fünfblättrige Wein besser.

Breite Wände: Möchtest du eine in die Breite gehende, nicht besonders hohe Fläche begrünen, solltest du dir den dreiblättrigen Wilden Wein „Parthenocissus tricuspidata“ ansehen. Dieser wächst im Gegensatz zu seinen verwandten Arten häufig stärker in die Breite als in die Höhe. Auf großen Flächen wächst er mitunter doppelt so breit wie hoch. Du kannst ihn daher gut entlang von Mauern oder flachen Hauswänden pflanzen. Die Kletterpflanze kommt meist ohne Rankhilfe aus.

Hohe Wände: Verfügst du über eine hohe Fläche, etwa eine klassische Hauswand, sind die fünfblättrigen Arten Wilder Wein die bessere Wahl. So ist beispielsweise die „Parthenocissus quinquejolia ‚Engelmannii'“ eine weit verbreitete Sorte. Im Vergleich zu seinen dreiblättrigen Verwandten wächst dieser Wein besonders in die Höhe und weniger in die Breite. „Parthenocissus quinquefolia“ benötigt zum Anpflanzen eine Rankhilfe, da sie weniger stark am Mauerwerk haftet.

Beide Arten sind robust und anpassungsfähig. Je sonniger sein Standort ist, desto schöner leuchtet sein rotes Laub im Herbst.

Wilder Wein pflanzen: Der beste Standort für Jungfernreben

Wilder Wein an alter Hauswand
Wilder Wein an alter Hauswand (Foto: CC0 / Pixabay / suju)

Wenn du dich für eine Sorte entschieden hast, kann es nun ans Anpflanzen gehen. Deinen Wilden Wein kannst du rund ums Jahr kultivieren. Im Frühjahr wächst er allerdings besonders schnell. Wähle für deinen Wein einen humusreichen, lockeren und nährstoffreichen Boden. Achte außerdem darauf, dass der Boden niemals austrocknet.

Tipp: Kaufe jungen Wilden Wein möglichst immer im ausreichend geräumigen Pflanzcontainer. Nur so kannst du sicher gehen, dass seine Wurzeln nicht gekappt wurden und das Anpflanzen auch wirklich gelingt.

Los geht’s:

  1. Grabe an einer geeigneten, ausreichend sonnigen Stelle deiner zu begrünenden Fläche ein Pflanzloch aus. Dieses sollte gut doppelt so groß wie der Pflanzcontainer deiner Jungpflanze sein.
  2. Vermenge deine Pflanzerde mit ausreichend selbstgemachtem Kompost und zwei großzügigen Portionen Bio-Volldünger. Gebe etwas von der Pflanzerde in das Pflanzloch.
  3. Hebe deine Jungpflanze mit der vorher angegossenen Erde vorsichtig aus dem Container und setze sie in das Pflanzloch. Ideal ist es, wenn du sie leicht schräg zur Wand hin einsetzt, so erleichterst du ihr später das Ranken.
  4. Fülle das Loch mit dem restlichen Pflanzerde auf und trete es vorsichtig an. Ein kleiner Gießrand eignet sich gut, um die Jungpflanze mit ausreichend Wasser zu versorgen. Gieße anschließend ordentlich nach.
  5. Abhängig von der Weinsorte, solltest du die jungen Triebe nach dem Pflanzen behutsam an ihre Rankhilfe führen und gegebenenfalls befestigen.

Tipp: Achte darauf, dass du mehrere Jungpflanzen nicht zu dicht aneinander pflanzt. Dies mag in den ersten Monaten zwar einen dichteren Wuchs erzeugen, schadet deinem Wein auf Dauer jedoch.Die Pflanzen nehmen sich gegenseitig Platz weg und finden mit ihren Haltescheiben nicht mehr ausreichend Halt an der Wand. Ab einer gewissen Größe kann die mühsam gewachsene Blätterwand dann sogar komplett von der Fläche abreißen.

Parthenocissus schneiden: Der Spätsommer eignet sich am besten

Rückschnitt von Weinreben.
Rückschnitt von Weinreben. (Foto: CC0 / Pixabay / jackmac34)

Wilder Wein sollte nicht ohne regelmäßigen Rückschnitt wachsen. Ein unkontrolliert wachsender Wein kann sich enorm ausbreiten und zu Schäden am Mauerwerk führen. Vor jeder Pflanzung solltest du daher auch auf eventuelle Risse an der Mauerfläche achten und diese gegebenenfalls vorab ausbessern.

Spätestens wenn dein Wein die Größe erreicht hat, um Dachziegeln, Regenrinnen oder Rollläden zu erreichen, solltest du zur Schere greifen.

Rückschnitt zum Spätsommer

Du kannst bei Bedarf deinen Wein zu jeder Jahreszeit zurückschneiden. Lediglich bei Frost schädigst du der Pflanze.

  • Ideal für einen größeren Rückschnitt eignet sich jedoch der Spätsommer.
  • Du brauchst beim Rückschnitt nicht sparsam sein und kannst ruhig großzügig ausdünnen. Wilder Wein verträgt einen Rückschnitt sehr gut und treibt im Folgejahr umso üppiger neu aus.
  • Dünne deinen Wein bis maximal zu den verholzten, dickeren Ästen zurück. Diese solltest du nicht weiter beschneiden, denn sie bilden den Stamm deiner Pflanze.

Bei guter Pflege und einem idealen Standort kann dein Wilder Wein 50 Jahre und älter werden.

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