Robin-Hood-Restaurant: Hier zahlen Reiche für die Armen

Foto © Deborah Fisher

Selten funktionierte das Robin-Hood-Prinzip so charmant wie in den gleichnamigen Restaurants in Spanien: Die Reichen essen tagsüber, damit bekommen bedürftige Menschen am Abend kostenlos eine warme Mahlzeit.

Ángel García Rodríguez ist ein moderner Robin Hood, nur noch besser. Der 80-Jährige nimmt den Reichen und gibt den Armen – und alle sind zufrieden damit. Dabei kommt auch ganz ohne grüne Strumpfhosen, Bogenschießen oder fiese Sheriffs aus. Alles, was der Priester braucht, sind Restaurants … Robin-Hood-Restaurants.

Deren Prinzip ist schnell erklärt: Früh und mittags sind sie ganz normale Gaststätten, wie es sie in Madrid zuhauf gibt. Wer es sich leisten kann – die Reichen – frühstückt hier oder geht zum Mittagessen. Die Einnahmen, die das Restaurant daraus generiert, nutzt es, um abends Obdachlosen und anderen Bedürftigen – den Armen – eine warme Mahlzeit zu ermöglichen.

Wer sich selbst von dem Projekt überzeugen will oder zufällig in Madrid ist: Das zuerst eröffnete Robin-Hood-Restaurant steht in der Calle Eguilaz, 7, 28010 Madrid und hat täglich ab 8 Uhr geöffnet. Alle, die nicht in Madrid sind, empfehlen wir das obige Video.

Punkt, aus, mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen. Weil die Initiative aber so erfolgreich ist, machen wir es trotzdem: Vor über 50 Jahren gründete Vater Ángel, wie ihn alle nur nennen, die Wohltätigkeitsorganisation Mensajeros de la Paz, was so viel heißt wie Boten des Friedens. Aus einer lokalen Initiative ist inzwischen eine ausgewachsene NGO mit tausenden Mitarbeitern in ganz Spanien geworden. Diese kümmern sich um Alte, Waisenkinder oder Drogenabhängige. Hinzu kommen noch einmal tausende freiwillige Helfer in dutzenden Entwicklungsländern.

Und auch die Robin-Hood-Restaurants haben ein beachtliches Wachstum hingelegt: Innerhalb weniger Monate hat mittlerweile bereits das dritte dieser Art eröffnet. Zwei der wohltätigen Gaststätten stehen in Madrid, das andere in Toledo.

Zudem deutet alles darauf hin, dass es nicht bei diesen drei Restaurants bleibt: Immer mehr Köche, viele von ihnen mit einem oder mehreren Sternen ausgezeichnet, wollen das Projekt unterstützen. Im originalen „Robin Hood“ sind die Mittagstische auf Wochen hin ausgebucht. Vater Ángel und seinen Mensajeros de la Paz soll es recht sein: Sie können so jeden Abend bis zu 200 Obdachlose mit Essen versorgen.

GASTBEITRAG aus enorm.
TEXT: Vincent Halang

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(3) Kommentare

  1. In Göttingen, Südniedersachsen gibt es das Inti. Das Café bietet nur Bioprodukte an, die oft fairtrade gesegelt sind. Dort kann man einen zusätzlichen Kaffee für einen Geflüchteten bezahlen. Mittwochs ist immer der Aktionstag an dem die Geflüchteten ihren Kaffee dort kostenlos bekommen.
    So etwas könnten sicherlich viele Cafés einrichten.

  2. für einen „Geflüchteten“…
    Wieso nicht z.B. für einen Rentner, der sein ganzes Leben lang gebuckelt und brav Steuern gezahlt hat – und dank unserem Staat eine mehr als mickrige Rente bekommt?

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