Smog Free Bike: Dieses Fahrrad reinigt die Luft beim Fahren

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Foto: © Studio Roosegaarde

Was tun gegen die zunehmende Luftverschmutzung? Ein niederländischer Designer hat eine Idee: Ein Fahrrad, das die Luft beim Fahrradfahren von Smog und Feinstaub befreit.

Das „Smog Free Bike“ sieht eigentlich aus wie ein ganz gewöhnliches Fahrrad – außer dass am Lenker ein rechteckiger Kasten hängt. Der Kasten ist das jedoch das eigentlich Wichtige an diesem Rad, denn er soll die Luft von Smog und Feinstaub befreien.

Das funktioniert über Kupferspulen im Inneren der Vorrichtung. Der Kasten saugt beim Fahrradfahren die verschmutzte Stadtluft ein. Die Kupferspulen laden Feinstaub aus der Luft elektrisch auf, anschließend wird der Staub mithilfe von Filtern gebunden. Am Schluss stoßt der „Smog-Staubsauger“ die gereinigte Luft wieder aus.

Smog Free Bike und Smog Free Tower

Hinter dem Konzept steckt der Designer Daan Roosegaarde. Mit Luftreinigern kennt sich der Niederländer aus: Vor drei Jahren hat Roosegaarde in Rotterdam den „Smog Free Tower“ erbaut – den größten Luftreiniger der Welt.

Designer Roosegaarde vor dem Smog Free Tower in Tianjin (Foto: © Studio Roosegaarde/Hasy)

Der sieben Meter hohe Turm funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie das „Smog Free Bike“: Im Inneren des Turms befinden sich ebenfalls Kupferspulen, die Feinstaub aus der Luft elektrisch aufladen. Laut Studio Roosegaarde reinigt der Turm 30.000 Kubikmeter Luft pro Stunde. Dabei verbrauche er nur etwa so viel Energie wie ein Wasserkocher.

Schmuck aus Feinstaub

Der Turm nutze dabei Strom aus Windenergie. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen die Effizienz des Turms: Er bindet bis zu 50 Prozent der ultrafeinen Feinstaubpartikel (PM2,5) und bis zu 70 Prozent der Partikel mit maximalem Durchmesser von zehn Mikrometern (PM10).

Inzwischen befindet sich der Smog Free Tower nicht mehr in Rotterdam, sondern in Tianjin, einer Hafenstadt in China. Zuvor stand der Turm für einige Zeit in Peking.

Den gesammelten Feinstaub aus der Luft verwertet Roosegaarde übrigens weiter: Er und sein Team stellen daraus „Smog Free Jewellery“ – Schmuckstücke aus komprimiertem Feinstaub – her.

Der Smog Free Ring mit Schmuckstein aus komprimierten Feinstaub.
Der Smog Free Ring mit Schmuckstein aus komprimierten Feinstaub. (Foto: © Studio Roosegaarde)

Smog Free Bike im chinesischen Bike-Sharing

Das Smog Free Bike ist gemeinsam mit dem Turm und den Schmuckstücken Teil des Smog Free Projects, mit dem Roosegaarde die Luftverschmutzung in Großstädten bekämpfen will. Das Fahrrad befindet sich derzeit noch in der ersten Entwicklungsphase, es wurde erst im Mai offiziell vorgestellt.

Roosegaarde konzipiert die Fahrräder vor allem für den chinesischen Markt, wo die Luftverschmutzung besonders hoch ist. Der Designer hofft, dass China die Smog Free Bikes in die immer beliebteren Fahrrad-Sharing-Programme aufnimmt. So will er die fahrenden Luftreiniger möglichst flächendeckend über die chinesischen Städte verteilen.

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(2) Kommentare

  1. Sinnvoller wäre immer noch, die Feinstäube erst gar nicht in die Luft gelangen zu lassen – also erneuerbare Energien zu fördern, Feinstaubquellen zu verbieten, etc. -, anstatt in solche Geräte zu investieren. Das ist wieder nur Herumdoktern an Symptomen, anstatt die Ursachen des Problems zu beseitigen, und ändert nichts daran, dass Radfahrer die Abgase vorbeifahrender Autos einatmen.

  2. Da haben sie Recht, liebe Rhein-Main-Bewohnerin, dass ist momentan wieder nur Symptombehandlung. Es gibt Linien, die die Natur uns auferlegt hat, die, wenn wir sie überschreiten, extrem negative Konsequenzen auf uns haben, und ein paar multinationale Konzerne verdienen sich eine goldene Nase damit ,regelmäßig diese Linien zu überschreiten (die Vermüllung der Erde, der Klimawandel als Folge des Verbrennens von Öl und Kohle, die Einleitung radioaktiver Abwässer ins Meer durch Anlagen wie La Hague oder Sellafield). Ökonomische Macht wächst mit der Ausbeutung der Natur. Doch die Natur hat uns auch Grenzen auferlegt, die wir nicht überschreiten können, weil es nicht möglich ist (Wenn Öl und Kohle verbraucht sind, ist Schluss), und die Märkte stoßen jetzt an diese Grenzen.

    Ich denke , man muss den Konzernen diese Ökonomische Macht entreißen, man muss sie enteignen, an diesem Schritt kommt niemand vorbei, alles andere ist nur Symptombehandlung. Wir müssen uns auch zum Teil deindustrialisieren, wer braucht all diese Plastikbecher, Plastiktüten, all diesen Ein-Mal Müll. Darüberhinaus ist doch blödsinnig, mit Absicht Dinge zu produzieren, die schnell kaputt sind, wie Fernseher, Kühlschränke, Waschmaschinen,usw. die vorsätzlich so gebaut werden, dass sie nach der Garantie kaputt gehen. Rein von der natürlichen Logik betrachtet ergibt das keinen Sinn, aber im Finanzmarktkapitalistischen Denken ergibt es Sinn, denn wer z.b. Fernseher baut ,die 20 Jahre halten , der sättigt schnell den Markt und verkauft bald keine mehr, also setzt er an einer Stelle einen billigen Kondensator ein und das Gerät geht schnell kaputt und landet auf dem Müll, dann muss sich der Kunde wieder einen neuen Fernseher kaufen und hinterlässt Müll, der Unternehmer macht aber so mehr Geld, auch wenn es die Natur zerstört so zu produzieren. Das lässt also keinen anderen Schluss zu, als dass wir unser Wirtschaftssystem, den Kapitalismus überwinden müssen, es ist 5 vor 12 damit anzufangen.

    Jetzt zu den Türmen:
    Ich finde, dass es unsere Aufgabe als Menschheit ist, diesen Saustall Erde, an dem wir Schuld sind, wieder aufzuräumen, und dazu tragen diese Türme bei. Wenn wir also nicht daran Festhalten: Es rentiert sich nicht, wir machen es nicht: sondern uns sagen, wir müssen das tun , um zu überleben, dann können wir das zumindest in Teilen glattbügeln, was wir angerichtet haben. Die Technologie für den „Frühjahrsputz“ ist größtenteils vorhanden, also fangen wir endlich an! Kapitalismus stürzen!

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