Luftverschmutzung in Deutschland: Darum ist die Luft so schlecht

Fotos: © Soloviova Liudmyla, Thaut Images - Fotolia.com

Feinstaubalarm, Diesel-Fahrverbot und EU-Vertragsverletzungsverfahren – die Debatte um die Luftverschmutzung in Deutschland ist in den vergangenen Monaten neu aufgeflammt. Doch warum ist unsere Luft eigentlich so schlecht?

Die wichtigsten Faktoren, die zur Luftverschmutzung beitragen und die im Zentrum der aktuellen Debatte stehen, sind Feinstaub und Stickoxide. Beide werden unter anderem von Fahrzeug-Abgasen erzeugt und beide sind sehr gesundheitsschädlich.

Wo die Luftverschmutzung in Deutschland besonders schlimm ist liest du hier: Feinstaub und Stickstoffdioxid: In diesen Städten ist die Luft besonders schlecht.

Luftverschmutzung: Was ist Feinstaub?

Seit einigen Monaten hört und liest man vermehrt von der Feinstaubbelastung, Feinstaubalarm und davon, wie gefährlich das ist. Aber was genau ist Feinstaub?

Das Umweltbundesamt (UBA) definiert ihn als „Teilchen in der Luft, die nicht sofort zu Boden sinken, sondern eine gewisse Zeit in der Atmosphäre verweilen.“ Feinstaub besteht aus einem Gemisch verschiedener Partikel. Unterschieden wird dabei zwischen PM10, Feinstaubpartikeln mit einem maximalen Durchmesser von 10 Mikrometern, PM2,5 mit maximal 2,5 Mikrometern Durchmesser, und ultrafeinen Partikeln mit einem Durchmesser von unter 0,1 Mikrometer. Wenn von hohen Feinstaubwerten die Rede ist, ist damit in der Regel PM10 gemeint. Für die kleineren Partikel gibt es keinen tagesbezogenen Grenzwert und der Jahresgrenzwert wird in der Regel in Deutschland nicht überschritten.

Luftverschmutzung: Schadstoffe stammen auch aus Stromgewinnung & Industrie
Luftverschmutzung: Schadstoffe stammen auch aus Heizkraftwerken, Abfallverbrennungsanlagen und anderen Industrieanlagen. (Foto: CC0 Public Domain / Unsplash)

Wie entsteht Feinstaub?

„Wichtige vom Menschen geschaffene Feinstaubquellen sind Kraftfahrzeuge, Heizwerke, Abfallverbrennungsanlagen, Öfen und Heizungen in Wohnhäusern, der Schüttgutumschlag, die Tierhaltung sowie bestimmte Industrieprozesse. In Ballungsgebieten ist vor allem der Straßenverkehr eine bedeutende Feinstaubquelle, wobei der Feinstaub nicht nur aus Motoren – vorrangig aus Dieselmotoren – in die Luft gelangt, sondern auch durch Bremsen- und Reifenabrieb sowie durch die Aufwirbelung des Staubes auf der Straßenoberfläche.“

(UBA)

Einer Studie aus dem Jahr 2015 zufolge wird etwa 20 Prozent des Feinstaubs in der Luft durch den Verkehr verursacht. Je etwa 13 Prozent stammen demnach aus der Industrie und der Stromerzeugung – und ganze 45 Prozent aus der Landwirtschaft.

Zwar variieren diese Zahlen je nach Studie, doch Fakt bleibt: Die Landwirtschaft trägt wesentlich zur Luftverschmutzung durch Feinstaub bei – durch landwirtschaftliche Maschinen und Geräte, die Ernte und das Umfüllen von Getreide und anderen Gütern, aber auch Vorläuferstoffe von Feinstaub wie beispielsweise Ammoniak und Schwefeldioxid, die aus der Tierhaltung und dem Einsatz von Gülle stammen können.

Das heißt: Weniger Fleisch und tierische Produkte zu essen könnte – neben den bekannten Klima-, Umwelt- und Tierschutzaspekten – wesentlich zur Verbesserung der Luftqualität beitragen.

Die Luftverschmutzung könnte man also unter anderem durch sauberere Energieerzeugung, weniger Verkehr und weniger Tierhaltung verringern.

Luftverschmutzung: Feinstaub kommt auch aus der Landwirtschaft
Die Landwirtschaft trägt wesentlich zur Feinstaubbelastung bei. (Foto: © ValentinValkov - Fotolia.com)

Allerdings gibt es noch einen weiteren Faktor: „Die Feinstaubkonzentration in der Luft ist stark wetterabhängig“, sagt Ute Dauert, Luftschadstoff-Expertin beim UBA. Bestimmte Wetterlagen („Inversionswetterlagen“) könnten vor allem im Winter dafür sorgen, dass der Staub sich nicht verteilen kann und geradezu feststeckt in den Städten. Gleichzeitig sorgen Luftströmungen dafür, dass Feinstaub über weite Strecken geweht wird, so dass beispielsweise erhöhte Konzentrationen in Ostdeutschland mitunter auf polnische Kohlekraftwerke zurückgehen können.

In der öffentlichen Debatte um Luftverschmutzung stehen dennoch vor allem der Verkehr und insbesondere (ältere) Diesel-Fahrzeuge als Verursacher im Mittelpunkt. Das liegt vermutlich daran, dass besonders hohe Feinstaubwerte meist in Ballungsräumen und Städten gemessen werden, also dort, wo viel Verkehr herrscht. Diesel-Motoren sind zudem auch für andere Luftschadstoffe verantwortlich.

Und vielleicht diskutieren wir auch deshalb über (Diesel-)Fahrzeuge, weil hier deutlich kurzfristiger Änderungen möglich sind als in anderen Bereichen (Stichwort: Fahrverbote) – und ein Verzicht für viele Stadtbewohner eigentlich machbar wäre.

Wie ungesund ist Feinstaub?

PM10, die gröbsten Feinstaubpartikel, können laut Umweltbundesamt in die Nasenhöhle eindringen, PM2,5 bis in die Bronchien und Lungenbläschen und ultrafeine Partikel bis in das Lungengewebe und sogar in den Blutkreislauf.

Die gesundheitlichen Auswirkungen können dabei von Schleimhautreizungen und Entzündungen bis hin zu Herzproblemen reichen. Einer Studie aus dem Jahr 2015 zufolge sterben rund drei Viertel der Menschen, welche in Folge von Luftverschmutzung sterben, an Schlaganfällen oder Herzinfarkten.

Klar ist: Luftverschmutzung im Allgemeinen und hohe Feinstaubbelastungen im Besonderen können zu vermeidbaren Todesfällen führen. Verschiedene Modellrechnungen und Studien gehen für Deutschland von 35.000 bis 45.000 Todesfällen pro Jahr aus, die durch den Staub begünstigt werden. Allerdings sind diese Zahlen schwer zu erheben und in erster Linie als Warnung zu verstehen: Wir müssen unsere Luftqualität verbessern.

Luftverschmutzung: Was sind Stickstoffoxide?

Ebenfalls im Fokus der Debatte um Luftverschmutzung stehen Stickstoffoxide. In der aktuellen Debatte um Luftverschmutzung sind damit meist Stickstoffdioxid (NO2) und Stickstoffmonoxid (NO) gemeint. Während die Belastung der Luft mit Stickoxiden insgesamt zwar in den vergangenen zwei Jahrzehnten zurückgegangen ist, steigt der Anteil an Stickstoffdioxid kontinuierlich.

2016 lagen an über der Hälfte der städtischen, verkehrsnahen Messstationen die NO2-Jahresmittelwerte über dem EU-Grenzwert. 2017 ging die Belastung mit Stickstoffdioxid zwar etwas zurück, noch immer überschritten laut UBA aber 46 Prozent der verkehrsnahen Messstationen den Jahresmittel-Grenzwert.

Gleichzeitig gilt Stickstoffdioxid als der schädlichere Stoff – auch deshalb sieht das Umweltbundesamt hier besonderen Handlungsbedarf.

„Stickstoffdioxid ist in Bezug auf anhaltende Grenzwertüberschreitungen aktuell das größte Problem“,

bestätigt Ute Dauert vom UBA.

Der Verkehr trägt zur Luftverschmutzung bei
Hohe Stickstoffdioxidwerte in Innenstädten sind vor allem durch den Verkehr verursacht. (Foto: © Thaut Images - Fotolia.com)

Aufgrund der häufigen Überschreitungen des EU-Grenzwertes für Stickstoffoxide hat die EU-Kommission bereits 2015 ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland eingeleitet und im Februar 2017 verschärft. Denn nach Ansicht der EU-Kommission tun die besonders betroffenen Städte und Regionen noch nicht genug gegen Luftverschmutzung.

Wie entstehen Stickstoffoxide?

Die Schadstoffe entstehen unter anderem bei der Verbrennung von Kohle, Öl, Gas, Abfall und in Verbrennungsmotoren. Das Bundesumweltministerium schreibt:

„Hohe NO2–Konzentrationen in Innenstädten sind vor allem bedingt durch die Emissionen des Straßenverkehrs, im Wesentlichen von Dieselfahrzeugen.“

Wie ungesund sind Stickoxide?

Stickoxide – insbesondere Stickstoffdioxid – gelten als noch gefährlicher für die Gesundheit als Feinstaub. Stickstoffdioxid führt zu Reizungen der Atemwege und der Augen. Zudem verstärkt es laut Umweltbundesamt die Reizwirkung anderer Schadstoffe in der Atemluft. „In der Folge können Atemnot, Husten, Bronchitis, Lungenödem, steigende Anfälligkeit für Atemwegsinfekte sowie Lungenfunktionsminderung auftreten. Auf der Grundlage dieser Effekte werden die Atemwege auch empfindlicher für Allergien.“ Insbesondere für Asthmatiker sind hohe Konzentrationen gefährlich.

Das Bundesumweltministerium schreibt:

„Langandauernde Exposition kann zu Beeinträchtigung der Lungenfunktion und zu chronischen Herz-Kreislauferkrankungen führen.“

Sprich: Das Risiko für Schlaganfälle beispielweise steigt.

Über diese unmittelbaren gesundheitlichen Gefahren hinaus tragen Stickstoffoxide zur Entstehung von Feinstaub und Ozon bei, die ebenfalls gesundheitsschädigend sind.

„Nur wenn wir unsere Stickoxidemissionen in den Griff bekommen, können wir erhöhte Ozonbelastungen auch bei fortschreitendem Klimawandel vermeiden“,

sagt die Präsidentin des UBA, Maria Krautzberger.

Neben Feinstaub und Stickstoffdioxid haben noch weitere Schadstoffe Einfluss auf die Luftqualität, etwa Ozon, Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid, Benzol, Ammoniak und Blei. (Mehr dazu beim UBA).

Fazit: Unsere Luft ist vor allem deshalb so schlecht, weil Verkehr, Industrie und Landwirtschaft diverse Schadstoffe an die Luft abgeben, allen voran Feinstaub und Stickstoffdioxid. Insbesondere die Stickstoffdioxidbelastung muss deutlich verringert werden, damit die Luft in den Städten besser wird. Stellschrauben hierfür sind der Straßenverkehr im Allgemeinen und Dieselfahrzeuge im Besonderen, doch auch die Energieerzeugung und Landwirtschaft müssen sauberer werden, um die Luftverschmutzung zu verringern.

Weiterlesen auf Utopia.de:

Gefällt dir dieser Beitrag?

Vielen Dank für deine Stimme!

Schlagwörter:

(22) Kommentare

  1. Zu den Studien, die von Zehntausenden von Toten sprechen, sollte erwähnt werden, dass sie allesamt reine Modellstudien ohne empirisch überprüfbares Datenmaterial sind. Also es sind Computermodelle, nicht mehr und nicht weniger. Es handelt sich also nicht um echte Tote sondern um reine Modellzahlen.

  2. Verständnisprobleme?
    Ich möchte keinen Beleg, dafür, dass etwas nicht existiert, sondern für deine Behauptung, dass die Studien „ohne empirisch überprüfbares Datenmaterial“ entstanden seien. Stell dich nicht so an, Du wirst doch nicht behaupten wollen, das überfordert dich?
    Aber wenn Du meinst, können wir ja tatsächlich „scherzen“. Einfach als Gedankenmodell:
    Nehmen wir einfach mal an, ich behaupte, Du hättest keinen Verstand (Worauf ich in der Realität natürlich nie nicht käme.).
    Da würdest Du natürlich zu Recht einen Beleg fordern.
    Wenn ich jetzt antworte „Ich soll etwas belegen, was nicht existiert?“, müsste das dich deiner eigenen Logik nach völlig zufrieden stellen und überzeugen.

  3. Auch wenn es sich um Modellzahlen handelt, darf das ja nicht darüber hinweg täuschen, daß es diese Toten bzw, Schwerkranken gibt.
    Nur die Anzahl kann nicht genau bestimmt werden.

  4. Auch das ist lediglich eine Glaubensaussage. Wo sind die Belege für diese Behauptungen? Wo sind die medizinischen Untersuchungen oder gar Obduktionsergebnisse, die diese Behauptung belegen? Wo? Wie viele belegte Tote sind es?

    Auf diese Frage konnte mir noch niemand eine Antwort geben, weil es schlicht und ergreifend keinerlei Belege gibt. Es gibt in der ganzen Diskussion lediglich die immer wieder in den Raum geworfenen Zahlen aus Computermodellen. Sonst nichts außer „könnte“ und „vielleicht“. Das hat mit seriöser Argumentation oder gar Wissenschaft nichts zu tun.

  5. „Das hat mit … Wissenschaft nichts zu tun.“
    Äh, kleine Zwischenfrage: Was genau hast Du mit Wissenschaft zu tun, dass Du das beurteilen kannst?

  6. Ich habe einen simplen Fakt genannt. Und Computermodelle ersetzen nun mal – jedenfalls nicht in der Wissenschaft – Belege und Beweise bzw. Gegenbeweise, die eine Theorie widerlegen.

  7. Man kann nun mal Menschen nicht Feinstaub und Stickoxid-Belastung aussetzen und untersuchen, ab welcher Dosis sie daran krepieren.
    Da ist z.G. die Ethik dagegen.
    Man kann aber sehr wohl Statistiken untersuchen und (tödliche) Atemwegs-Erkrankungen mit Feinstaub-Belastung in Korrelation bringen.
    Und das ist sehr wohl Wissenschaft.
    Und es mag durchaus Glaubenssache sein, daß wir solche Wissenschaftlichen Modelle brauchen.

  8. Korrelation bedeutet nicht Kausalität. Schließlich sank die Geburtenrate auch analog zur Abnahme der Storchpopulation. Korrelationen können aber einen Hinweis geben, dem nachgegangen werden kann.

    Jedoch gibt es keine Korrelation zwischen der Feinstaubbelastung der Luft und Todesraten. Diese Korrelation gibt es nicht mal für die extrem belasteten chinesischen Großstädte, wobei man da vorsichtig mit den offiziellen Fallmeldungen aus den Krankenhäusern sein muss. Es gibt auch keine Studie, die eine solche Korrelation – die wie gesagt keine Kausalität bedeutet – nachweisen konnte.

    Allerdings ist die Lebenserwartung in deutschen Großstädten geringfügig höher als außerhalb. Das bedeutet – Korrelation bedeutet nicht Kausalität – natürlich nicht, dass Feinstaub dadurch lebensverlängernd wirkt.

  9. „Ich habe einen simplen Fakt genannt.“
    So, welchen denn? Und nein! Du hast lediglich eine Falschbehauptung aufgestellt über einen Zusammenhang zu „seriöser Argumentation oder gar Wissenschaft“ ohne auch nur den geringsten Anhaltspunkt zu geben, dass Du wenigstens im Entferntesten befähigt wärst, dies zu beurteilen.
    Wenn es dir zu kompliziert ist, dann nimm es halt einfach zur Kenntnis: Selbstverständlich ist es legitim, seriös und wissenschaftlich begründet, aus vorhandenen Erkenntnissen unterschiedlicher Disziplinen Schlussfolgerungen zu ziehen und valide Risikoeinschätzungen etc. vorzunehmen.

    „Und Computermodelle ersetzen nun mal – jedenfalls nicht in der Wissenschaft – Belege und Beweise bzw. Gegenbeweise, die eine Theorie widerlegen.“
    Dann bring doch einfach mal einen Gegenbeweis, wenn Du wissenschaftlich schon so beschlagen bist, wie Du tust.

    Aber wir können aus der Tatsache, dass Du dich um die Beantwortung meiner Frage drückst, wohl schließen, dass Du mit Wissenschaft nicht das Geringste am Hut hast.

    Was Du hier treibst, ist doch reine Spiegelfechterei mit immer wieder neuen Kombinationen der meist gleichen unbelegten Behauptungen, für den Zusammenhang irrelevanten Fakten, Halbwahrheiten und vermeintlich imponierenden Floskeln.

    Schade eigentlich um die schöne Zeit.

  10. Man kann nicht beweisen, dass es keinen zweiköpfigen Oktopus gibt, der uns erschaffen hat. Man kann allenfalls aus Beobachtungen schließen, dass die Wahrscheinlichkeit dafür gering ist. Beweisen kann man aber nichts, was nicht existiert. Man könnte aber natürlich beweisen, DASS dieser Oktopus existiert.

    Nun zu deiner eigentlichen Frage. Beweise mir, dass Blinddarmentzündungen nicht durch das Magnetfeld der Sonne verursacht werden. Meine Computerberechnungen und -modelle deuten nämlich darauf hin. Was würdest du tun?

    Wahrscheinlich würdest du nach erkennbaren Korrelationen zwischen bestimmten Eigenschaften des messbaren Magnetfeldes der Sonne und der Häufigkeit des Auftretens von Blinddarmentzündungen suchen. Du würdest keine finden. Dennoch sagen meine Computermodelle noch immer einen Zusammenhang voraus. Ich verlange also von dir empört ob deines Unglaubens noch immer einen Beweis für deinen Behauptung, es gäbe keinen Zusammenhang. Also, wo ist dein Beweis?

    Wie die genannten ca. 45.000 angeblichen Tote durch Feinstaub zustandekommen, ist kein Geheimnis. Du kannst es nachlesen. Link u. a. hier in den Kommentaren. Es sind reine Computermodelle. Es gibt bis heute keine Belege, nicht einmal erkennbare Korrelationen (was allein noch kein Beleg wäre, wie du sicher weißt) zwischen der Feinstaubbelastung der Luft und Sterbezahlen. Medizinische Belege durch wissenschaftlichen Nachweis fehlen ebenfalls. Aber wie gesagt, nicht einmal eine positive Korrelation ist bis heute gefunden worden. Wenn überhaupt wäre eine sehr geringe negative Korrelation erkennbar, da die Lebenserwartung in Großstädten geringfügig höher als in den sauberen ländlichen Gegenden ist.

    Du kannst hier rumschimpfen und beleidigen, wie du möchtest. Auf persönliche Angriffe gehe ich nicht ein. Die sprechen nur für dich. Das sind die bekannten Fakten. Suche nach wissenschaftlichen Belegen und veröffentliche sie, dann können wir uns gerne wieder darüber unterhalten. Bis dahin ist das der Stand der Wissenschaft.

  11. Glaubst Du, das lesen auch Leute, die nur wiederkäuen, was die Briefkastenfirma und „privat“ finanzierte Lobbyorganisation EIKE und Konsorten so auswürgen, und die Produkte des Kopp-Verlags für wissenschaftliche Publikationen halten? 😉

  12. Nein, das glaube ich nicht.
    Aber ich schreibe es in der Hoffnung, daß es auch noch andere Menschen gibt, die das ebenso interessant finden, wie ich.
    Und selbst, die, die es nicht lesen, bekommen vielleicht auf irgendeiner feinstofflichen Ebene mit, daß die Behauptungen von Steffen zu kurz greifen. 😉

  13. „Nein, das glaube ich nicht.
    Aber ich schreibe es in der Hoffnung, daß es auch noch andere Menschen gibt, die das ebenso interessant finden, wie ich.“
    Ehrlich gesagt, etwas anderes hatte ich auch nicht erwartet.
    „… daß die Behauptungen von Steffen zu kurz greifen“
    Das hast Du aber schön diplomatisch formuliert.
    😉 😉 😉

  14. Ich weiß, wie die immer wieder in den Raum gestellten Zahlen zusammenkommen. Und gerade der von dir verlinkte Artikel bestätigt meine Aussagen im Abschnitt „Schätzung der Krankheitslast“ und „Ermittlung der gesundheitlichen Folgen durch Feinstaubbelastung“ sogar.

    Es gibt keine Todesursachen Feinstaub. Es gibt mit Feinstaub assoziierte Krankheitsbild (die allerdings unterstellt werden, man muss also von einer festgelegten Anfangshypothese ausgehen). Kein Arzt wird aber jemals sagen können, wie viel Patienten mit COPD diese Krankheit aufgrund von langjähriger Feinstaubeexposition bekommen hat. Das ist medizinisch schlicht unmöglich. Also muss man sich wieder Unterstellungen bedienen und dann hochrechnen. Dann erhält man die gewünschten Zahlen.

    Übrigens sind die auf entsprechend vergleichbare Kohorten angepassten Fallzahlen von mit Feinstaub in Verbindung gebrachten Erkrankungen in den Großstädten wiederum geringer als im Umland.

  15. „Kein Arzt wird aber jemals sagen können, wie viel Patienten mit COPD diese Krankheit aufgrund von langjähriger Feinstaubeexposition bekommen hat. “
    Natürlich nicht.
    Ebenso wenig konnte jemals ein Arzt nachweisen, daß ein Mensch seine Atemwegserkrankung durch Rauchen bekommen hat.

    Es gibt aber Zahlen, die zeigen, daß gewisse Herz-Kreislauf- oder Atemwegserkrankungen stark zurück gegangen sind, seit in DE / IT großflächige Rauchverbote bestehen.

    Es wäre also dumm od. zynisch oder beides, auf Basis bestehender Zahlen k e i n e Maßnahmen zur Verminderung von Feinstaubbelastung zu fordern.

    Wir reden übrigens nicht nur von Lungenerkrankungen, sondern z.B. auch von Schlaganfall:
    http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/herzkreislauf/schlaganfall/article/882965/wegen-smog-schlaganfaelle-tagen-dicker-luft.html

  16. Dein Hinweis zum Rauchen wird immer wieder gerne genannt, wird dadurch aber nicht richtiger. Die Auswirkungen von Tabakrauch (und beispielsweise Asbest) auf den Menschen sind nicht durch Computermodelle berechnet, sondern medizinisch am lebenden und danach meist toten Objekt über Jahrzehnte nachgewiesen. Auch ist hier zusätzlich die Korrelation zwischen Tabakrauch bzw. Asbestbelastung zu den Erkrankungs- und Sterbezahlen extrem hoch.

    Wo du recht hast, man kennt nicht die genaue Zahl von Toten durch das Rauchen. Werden Zahlen genannt, sind dies ebenfalls nur Computerhochrechnungen. Anders sieht das bei Asbest aus. Die Asbestose ist eine eigenständig diagnostizierbare Krankheit und u. a. als Berufskrankheit anerkannt, was einen eindeutigen medizinischen Nachweis erforderlich macht.

    Ich kenne niemanden, der behauptet, dass Feinstaub ein lebensverlängerndes Wellnessprodukt sei. Aber das war auch nie mein Punkt. Wenn wir über die Freiheit einschränkende und den Wohlstand verminderne Maßnahmen sprechen, muss es eine klare und nachvollziehbare wissenschaftliche Begründung dafür geben. Diese fehlt. Wenn dann Protagonisten solcher Maßnahmen mit Zahlen um sich werfen und so tun, als seien es reale Zahlen, dann ist das unredlich und zeigt nur, worum es diesen Leuten wirklich geht.

    Bleibt man bei dem, was man nachgewiesenermaßen weiß, so ist das leider sehr, sehr wenig und würde niemals reichen, irgendwelche weiterreichende Forderungen zu stellen. Und das wissen leider auch das entsprechenden Protagonisten.

    Im übrigen danke ich dir für deinen sachlichen Diskussionsstil.

  17. „Wenn wir über die Freiheit einschränkende und den Wohlstand verminderne Maßnahmen sprechen, muss es eine klare und nachvollziehbare wissenschaftliche Begründung dafür geben. “

    Das bedeutet dann im Klartext, daß sich an der Zunahme der Belastung nichts ändern wird, weil es das, was Du an Beweisen forderst, nicht geben kann und wird.

    Es ist aber angesichts der Tatsache, daß Feinstaub nur eine Seite der Problematik zunehmenden Verkehrs ist, nicht ratsam, einfach so weiter zu machen.
    Es gibt ja auch noch andere Stichworte, wie Flächen-Verbrauch und -Versiegelung, Lärmbelastung, Ressourcenknappheit, CO2-Ausstoß.

    Kürzlich hatte ich bei der Internet World Messe in München Gelegenheit, einer Podiumsdiskussion mehrerer Akteure zu lauschen. Da ging es um das Thema Fresh-Versand. Das ist ein riesiger Zukunftsmarkt, den Amazon sich zu 80% einverleiben möchte. Da bleiben die anderen Akteure wie DHL natürlich nicht tatenlos.
    Um möglichst viele Kunden zu binden, überschlagen sich die Firmen mit Versprechungen, wie z.B. bis Mitternacht bestellt, am nächsten Tag vom Zentrallager in alle Regionen DE’s geliefert.

    Was das für die Straßen bedeutet, kann man sich ja leicht ausrechnen.
    Kritische Rückfragen gab’s natürlich auch und sie wurden sehr ähnlich weg gebügelt, wie hier durch Steffen.

    Heute morgen einen Artikel gelesen, wie Dobrind in den letzten Monaten die Gigaliner auf die Straße gebracht hat. Damit steigt dann der Anreiz wieder, noch mehr Güter von der Schiene auf die Straße zu bringen.

    Fakt ist, daß (Individual-)Verkehr schon lange nichts mehr mit Freiheit zu tun hat und die momentane Entwicklung weniger das Ziel hat, Wohlstand für alle zu schaffen.
    Da sind ganz andere Interessen am Werke.

  18. Ich bin viel mit dem Motorrad unterwegs und denk mir oft, hinter was für einen Stinker ich wieder hinter her fahre. Egal ob jetzt Benziner oder Diesel. Es kann nicht sein das ein Euro5 Auto, die immer noch als neu verkauft werden, aussperre und ein 20 Jahre alter Benziner mit blauer Fahne darf in die Stadt. Mein Vorschlag wäre alle KFZ die älter als 10 Jahre sind auszusperren und das für immer. Finde es auch gerechter gegenüber die sich erst vor kurzen ein solches Auto kauften.
    Ja! Und wie war das mit dem Batterie Autos?
    Batterien sind in der Herstellung und Entsorgung eine total grüne Sache und den Strom dafür machen wir auch total grün. 😉
    Nein! Im Moment ist dies nur eine Verlagerung der Abgase in unserem Fossil betriebenen Kraftwerke. Warum werden keinen großen leistungsfähige Sonnenkraftwerke entwickelt und diese in Südspanien oder Griechenland gebaut.
    Würde der Wirtschaft dieser Länder auch gut tun.
    Oder warum führen wir keine progressive Besteuerung für KFZ ein mit mehr als 150 PS.
    Was hat ein Auto mit einen 5,0 l V8 500 PS Motor in der Stadt zu suchen.
    Haben diese Elitemenschen in ihren Premiumautos SUV mehr Rechte die Umwelt zu belasten. Nur weil ihr Status es ihnen es erlaubt und ihre akademische Bildung ihnen es nicht ausredet.
    Aber auch das Leasen und finanzieren muss erschwert werden.
    Es geht das Gerücht um das 12% der Leasingrückläufer verschrotte werden weil sie nicht mehr in der Zeit verkauft werden können und den Preise kaputt machen. Sehr ökologisch eine Auto für zwei bis drei Jahre zu bauen. Aber egal wir sind ein Autoindustriestaat mit den ganzen negativen und positiven Auswirkungen und ein Kompromiss wird immer schwieriger. Von Rendite, Vollbeschäftigung, gerechte Entlohnung, Umwelt und einen längeren Siechtum im Alter.
    Es lebe die EU mit ihren ganzen Regelwerken und Strafen. Macht diese Vereinigung mein/unser Leben wirklich besser und einfacher? Aber jetzt komme ich komplett in den Wald……

  19. Ich bin seit vielen Jahrzehnten sehr aktiver Umweltschützer, aber die Medien berichten nach meinem Empfinden seit 2-3 Jahren deutlich zu übertrieben und einseitig (nur Dieselautos) über das Thema „Luftverschmutzung“.
    „Luftverschmutzung in Deutschland: Darum ist die Luft so schlecht!“ ist hier die Überschrift. Historisch und im internationalen Vergleich betrachtet ist die Luft in Deutschland heute sehr gut. Bei wesentlichen Paramentern (z.B. Blei & andere Schwermetalle, Schwefel, Staub&Feinstaub, Kohlenwasserstoffe) wurden seit den 70er Jahren Verringerungen zwischen ca, 70 und 95 Prozent erreicht. Von den NOx & Feinstaub-EU-Grenzwertüberschreitungen sind welttweit hunderte Mal mehr Menschen betroffen, als in den wenigen Stadtteilen bzw. Straßen in einigen deutschen Städten.
    Durch das Dieselthema wird jedoch alles andere wichtige in den Hintergrund verdrängt. So gab es z.B. dieses Jahr eine kaum beachtete Umweltbundesamtstudie, dessen dramatisches Ergebnis der Ex-Leiter wie folgt zusammen faßte:
    „Im Normalbetrieb stellen wir fest, dass die …… zehn- bis fünfzigmal mehr Emissionen haben als bei der Zulassungsmessung.“
    Wohlgemerkt: 10 bis 50 Mal mehr Emissionen!!!
    Übrigens ging es nicht um Dieselautos, sondern um Holzöfen, siehe https://goo.gl/xEUdM2

** Links zu Bezugsquellen sind teilweise Affiliate-Links: Wenn ihr hier kauft, unterstützt ihr aktiv Utopia.de, denn wir erhalten dann einen kleinen Teil vom Verkaufserlös.