So funktionieren die Ackerhelden

Foto: Ackerhelden.de

Null Ahnung von Landwirtschaft? Gurken wachsen im Supermarkt und Sonne ist das Ding aus der Wetter-App? Das geht auch anders: Beim bio-zertifizierten Gemüse-Startup Ackerhelden.de kann jeder ein riesiges biozertifiziertes Gemüsebeet im wahrsten Sinne des Wortes selbst beackern.

Die Ackerhelden bereiten den Acker vor und bepflanzen ihn mit über 20 Gemüsesorten, von Buschbohnen und Möhren bis Fenchel und Zucchini. Für die Bereitstellung der Äcker kooperieren die Ackerhelden mit ökologischen Höfen der Öko-Anbauverbände. Die Äcker an 18 Standorten – und damit alles, was darauf wächst – sind streng nach den Richtlinien von Bioland, Biokreis, Demeter oder Naturland bewirtschaftet und somit Natur pur.

„Mein Mitgründer Birger Brock und ich möchten mit Ackerhelden die Menschen wieder näher an das heranführen, was sie alltäglich essen und Bewusstsein für Bio-Lebensmittel sowie regionale und saisonale Ernährung schaffen“, sagt Mitbegründer Tobias Paulert. „Wir möchten der Entfremdung der Menschen von der Landwirtschaft und vor allem von der ursprünglichen, der ökologischen Landwirtschaft entgegen wirken und Berührungspunkte schaffen.“

Ab Mitte Mai bis Ende November sind die Nutzer dann Helden auf ihren Äckern und werden damit zu Biogärtnern. Die Ackerhelden stehen beratend zur Seite, damit die Ackersaison erfolgreich wird. Sie stellen Geräte und Gießwasser zur Verfügung, bieten Jungpflanzen und Saatgut zum Nachpflanzen und -säen an. Am Ende kann jeder um die 30 Sorten Biogemüse vom eigenen Acker ernten, sofern das Wetter mitspielt.

Ackerhelden: Bio-Gemüse sozusagen selber machen

„Keine Ahnung vom Ackern zu haben ist bei uns für Endverbraucher gar kein Problem“, verspricht Paulert. „Wir begleiten, beraten und befähigen unsere Kunden mit jeder Menge Tipps und Tricks aus dem Bio-Gemüsebau.“ Der Acker ist vorbereitet und vorbepflanzt, kann aber erweitert werden. Jeder kann auf diese Weise viel über Gemüse und biologischen Landbau lernen und hat im Freien auch einen prima Ausgleich zum Brotberuf in sonnenlosen Bürogebäuden.

2014 waren knapp 2500 Ackerhelden aus 61 Städten auf 11 Anlagen aktiv und lernten so einiges über Selbstversorgung, Bio-Gemüse, Bio-Standards und nachhaltigen Konsum. Mitmachen kann jeder, oder sagen wir: viele. Die Ackerhelden haben Äcker unter anderem bei Berlin, Braunschweig, Bremerhaven, Mönchengladbach, Düsseldorf, Dorsten, am Niederrhein (Kamp-Lintfort), Nürnberg/ Fürth, in der Ohligser Heide (Solingen), Recklinghausen und Wolfsburg. Seit diesem Jahr auch in Goch, zweimal in Freiburg und in München. Für 2016 stehen schon Fulda, Rosenheim und Stuttgart als neue Standorte fest. Weitere Standorte sollen in den kommenden Wochen folgen.

Teuer ist es nicht: Jeder Acker von 40 qm kostet einen Helden oder eine Heldin 248 Euro pro Jahr, etwas über 20 Euro pro Monat. Das geben viele Menschen heutzutage locker für Leihvideofilme aus. Doch nur beim Ackern hat man was davon. Die Ackerhelden versprechen neben Bewegung an der frischen Luft eine eigene Gemüseernte – garantiert regional, saisonal und bio – im Wert von mehreren Hundert Euro und rechnen vor, dass man dafür nur 1 bis 2 Stunden pro Woche ackern muss.

Anmelden auf: www.ackerhelden.de

Lesen Sie dazu auch: Ernten ohne Säen: Gemüse für alle

Hier das Video, in dem die Ackerhelden zeigen, wie sie funktionieren:

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(1) Kommentar

  1. Eine „menschenfreundliche“ Idee!
    Aber – es sollte die Normalität sein – wie es schon einmal war.
    Helden sind es nur im Bezug auf die heutige „App-Gesellschaft“.
    Eigentlich sind es ganz „normale Menschen“, die etwas für sich und ihre Zukunft tun.
    Auch für die Zukunft der Kinder, enkel, Urenkel …

    Der Mensch sollte zur „regionalen“ Versorgung zurückkehren, nicht nur beim Essen.

    Danke Herr Winterer!
    Wir sollten ALLE etwas „Sinnvolles“ in unserem Leben tun …. früher oder später …

    Der Eisesser!

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