Die Bäume verdursten – so einfach könnt ihr ihnen helfen!

Foto: © Christopher Busch, BUND Naturschutz in Bayern e.V./Pixabay cc0

Die Hitzewelle bei uns hält an ­– und bringt nicht nur Menschen und Tiere an ihre Grenzen: Auch Pflanzen und Bäume leiden extrem unter den hohen Temperaturen. Dabei sorgen gerade sie dafür, dass es in den Städten nicht zu warm wird. Wir zeigen, wie du ihnen helfen kannst.

Ein ausgewachsener Laubbaum verdampft an einem heißen Sommertag bis zu 400 Liter Wasser – und kühlt damit die Luft in seiner Umgebung. Zudem sind Bäume mit ihren ausladenden Baumkronen effektive Schattenspender: Ein einziger Laubbaum mit 15 Metern Kronendurchmesser schafft es, eine Fläche von 160 Quadratmetern zu kühlen. Das ist etwa so groß wie eine 5-Zimmer-Wohnung.

Die Hitze bedroht den Baumbestand in den Städten

Umso dramatischer ist es, dass die Stadtbäume von der Hitze bedroht sind: Wegen der hohen Temperaturen verdunstet zu viel Wasser über die Blätter und weil es nicht regnet, können sie ihre Wasserreserven nicht nachfüllen – und drohen zu verdursten. Um sich davor zu schützen, schließen die Bäume die Öffnungen im Blatt. Die Blätter sterben nach einiger Zeit, Eichen werfen sogar ganze Äste ab, um Nährstoffe zu sparen.

Bäume gießen gegen die Hitze
Bei der Hitze sehen die Bäume bereits im Sommer aus, wie normalerweise im Herbst: Die Blätter welken und hängen kraftlos vom Baum. (Foto: © Christopher Busch, BUND Naturschutz in Bayern e.V.)

Doch ohne Wasser, produzieren die Bäume auch weniger Nährstoffe. Wie im Winter, leben sie dann von ihren Reserven – und drohen zu verhungern. „Die Bäume leiden und lassen in der sengenden Mittagshitze ihre Blätter hängen. Einige werden das wohl nicht überleben“, sagt Richard Mergner, Vorsitzender des BUND Naturschutz in Bayern e.V. (BN). Die Folgen sieht man erst im nächsten Jahr.

Junge Bäume leiden noch stärker unter der Hitze. In Städten stehen sie meist in eng bebauten Gebieten, wo es kaum Platz gibt für große Wurzeln und sie es schwer haben, stabil zu wachsen. Damit sie nicht absterben, brauchen sie gerade in der Anwuchsphase besonders viel Wasser.

So rettest du die Bäume vor der Hitze

Ein Ende der Hitzewelle ist nicht in Sicht – Städte und Umweltorganisationen rufen Bürger deshalb dazu auf, die Bäume eigenständig zu gießen. Einmal die Woche jeweils acht bis zehn Eimer Wasser empfiehlt etwa der BUND Berlin e.V.

Schnapp dir also am besten eine Gießkanne oder einen Eimer und hilf den Bäumen den heißen Sommer zu überstehen. Ein paar Dinge solltest du dabei beachten:

  • Die beste Zeit zum Gießen ist früh morgens oder nach Sonnenuntergang. Tagsüber verdunstet zu viel Wasser – und so hätten die Bäume nichts davon.
  • Trockene Erde wird nach einiger Zeit fast wasserabweisend. Du musst deshalb darauf achten, dass das Wasser auch wirklich einsickert und nicht abläuft. Das Wasser muss bis zur Wurzel und dem Wurzelballen durchdringen. Gieße den Baum also zunächst an und warte ab, ob das Wasser in die Erde gelangt.
  • Einen einzelnen Baum solltest du mit mindestens zehn Litern Wasser gießen und am besten einmal die Woche.

Ist unsere Trinkwasserversorgung gefährdet?

Wegen eventueller Trinkwasserknappheit muss man sich in Deutschland keine Sorgen machen. Das Umweltbundesamt teilte auf Anfrage mit, es sei derzeit nicht bekannt, dass es wegen der Trockenheit zu umfassenden Problemen mit der Trinkwasserversorgung komme.

Gut zwei Drittel des Trinkwassers in Deutschland kommt aus dem Grundwasser. Den Rest holt man aus Talsperren oder Quellwasser. Aus diesem riesigen Vorrat wird insgesamt weniger als drei Prozent als Trinkwasser entnommen. Das Wasser würde also auch nach wochenlanger Trockenheit nicht ausgehen. Lies dazu auch unseren Artikel: Ist Wasser sparen Unsinn?

Gebiete, mit geringem Grundwasservorkommen wie etwa die Schwäbische Alb seien an eine regionale oder überregionale Fernwasserversorgung angeschlossen. Die Wasserverfügbarkeit sei in ganz Deutschland deshalb gesichert.

Sauberes Trinkwasser sollte allen Menschen zur Verfügung stehen - als Allgemeingut.
Die Wasserverfügbarkeit in Deutschland ist gesichert. (Foto: CC0 / Pixabay / 3345408)

Einzig die Stadt Ulrichstein in Hessen hat Probleme. Seit vier Wochen müssen dort jeden Tag fünf Tanklaster mit bis zu 60.000 Litern Wasser herangefahren werden. Das Problem ist tatsächlich, dass das 80 Kilometer entfernte Frankfurt am Main auf den gleichen Trinkwasserspeicehr zugreift. In Ulrichstein fehlen Leitungen, die das ausgleichen, der Bürgermeister des kleinen Ortes kritisiert deshalb das Bäume gießen.

Generell gilt: Trinkwasser ist in Deutschland ausreichen vorhanden. Im Zweifel sollte man die kommunale Wasserversorgung kontaktieren, ob das Bäume gießen lokal sinnvoll ist oder nicht.

Ist das Gießen nicht teuer?

Ein Liter Leitungswasser kostet in Deutschland im Schnitt 0,2 Cent. Zehn Liter Wasser passen etwa in einen Eimer oder eine große Gießkanne – und kosten somit zwei Cent. Deshalb nein, teuer wird es nicht.

In München hat die CSU sogar gerade einen Antrag gestellt, mit der Forderung: Die Stadtwerke sollen prüfen, wie Münchner Haushalten während extremer Hitzewellen monatlich vier Kubikmeter Wasser kostenfrei zur Verfügung gestellt werden könnten.

Auch Tiere leiden unter der Hitzewelle – wir zeigen, wie du helfen kannst.

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Auch Tiere leiden unter der Hitze. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay.de - Alexas_Fotos)

Städte in ganz Deutschland retten die Bäume

In ganz Deutschland bemühen sich die Städte, Freiwillige und lokale Umweltorganisationen die Bäume zu retten. In manchen Städten Bayerns kann man eine Baumpatenschaft übernehmen, um die gefährdeten Straßenbäume zu schützen.

In Kassel und Münster beispielsweise testet die Stadt im Moment Wassersäcke, die die Bäume dauerhaft befeuchten sollen. Unter anderem in Düsseldorf, Wuppertal und Aachen ist sogar die Freiwillige Feuerwehr ausgerückt, um die Bäume vorm Verdursten zu retten.

Mit der Dürre gehen weitere Gefahren einher

Abgesehen vom Bäume gießen, sollte man noch ein paar andere Dinge beachten, um die Bäume zu schützen. In vielen Regionen Deutschlands besteht wegen der Trockenheit Waldbrandgefahr. Im Wald und seiner näheren Umgebung ist rauchen oder grillen deshalb verboten. Autos sollte man nicht im hohen Gras abstellen, da die Abwärme des Motors trockenes Gras entzünden kann. Brennende Zigaretten dürfen nicht einfach in die Natur geworfen werden (was eigentlich selbstverständlich sein sollte) und sogar auf Friedhöfen muss man aufpassen: Wer Kerzen auf Gräbern anzündet läuft ebenfalls Gefahr, einen Brand zu verursachen.

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