TV-Tipp: Lieferhelden – Wege aus dem Zustellwahnsinn

Foto: © ZDF / Jörg Adams

In Deutschland werden täglich über zehn Millionen Pakete versendet – Tendenz steigend. Die Innenstädte leiden unter Stau, Lärm und Umweltbelastungen. Dass es auch anders geht, zeigt die ZDF Sendung „plan b“.

Elektrofahrzeuge, Sammelzustellung oder sogenannte Mikro-Depots – das sind die umweltfreundlichen Alternativen zur regulären Paketzustellung. Mancherorts geht man sogar noch einen Schritt weiter: In der belgischen Stadt Gent benutzt man diese Alternativen nicht nur, man verbannt das Auto beinahe komplett aus der Stadt.

Ab 10 Uhr morgens dürfen nur zwei Firmen nach Gent reinfahren: Bubble Post für kleine Lieferungen und City Depot für große. Die Fahrer verteilen die Pakete zum Teil mit elektrischen Fahrzeugen, holen die Pakete bei zentralen Paketdepots ab und vermeiden so Mehrfachlieferungen. „Zu Beginn waren viele Bürger natürlich skeptisch, dass wir den Verkehr so einschränken, mittlerweile sind die allermeisten jedoch positiv überrascht“, berichtet Hannelore Bonami von der Stadt Gent.

plan b Sendung ZDF
Anhänger statt Auto: In Freiburg liefern ‚Carlo Cargo’-Anhänger CO²-frei aus. Bis zu 150 Kilogramm kann ein Fahrrad mit E-Hänger so transportieren. (Foto: © ZDF / Jörg Adams)

Auch in Deutschland experimentiert man mit Ansätzen wie diesen. Das Start-up Carla Cargo aus Freiburg setzt auf Lastenrad-Anhänger. Dank elektrischer Unterstützung können diese bis zu 150 Kilogramm transportieren – und besitzen einen entscheidenden Vorteil gegenüber normalen Lieferwägen: weil sie so kompakt sind, können sie selbst engste Gassen in der historischen Altstadt befahren. „Immer wenn wir einen unserer Anhänger sehen, wissen wir, dass ein Auto weniger unterwegs ist – das ist ein gutes Gefühl“, sagt Markus Bergmann, der Gründer von Carla Cargo.

Hamburg stellt aktuell an mehreren Standorten sogenannte Mikro-Depots auf: Von dort aus werden die Pakete mit Lastenrädern und Sackkarren ausgeliefert. Ein Gemüsehändler in Dortmund hat eine andere pragmatische Lösung für sich gefunden: Anstatt Dutzende Gemüsekisten zu Kunden auszuliefern, die womöglich gar nicht zu Hause sind, beliefert er Schulen und Kindergärten. So können Eltern neben ihren Kindern auch gleich noch ihr Obst und Gemüse mitnehmen.

Die Sendung „plan b: Lieferhelden – Wege aus dem Zustellwahnsinn“ läuft am Samstag, 9. Dezember 2017 um 17:35 Uhr im ZDF und ist danach noch eine Weile in der Mediathek verfügbar. 

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(1) Kommentar

  1. Stimmt, es ist der Wahnsinn, was da passiert.
    Ich beobachte es oft in unserer Wohnsiedlung, da kommen fast um die gleiche Uhrzeit mindestens 4 verschiedene Paketdienste. Und wenn nicht gerade Weihnachten ist, hat jeder Fahrer nur ein oder zwei Pakete für unsere Straße.
    Warum müssen da vier Fahrzeuge unterwegs sein, es muß doch möglich sein, so etwas über ein regionales Logistikcenter effizienter zu lösen.

    Abends zeigt sich übrigens das gleiche Problem beim Lieferdienst. Es gibt in der Gegend mindestens 10 verschiedene Pizza / China / Burger-Bringdienste. Die Fahrer geben sich an manchen Abenden bei großen Wohnhäusern die Klinke in die Hand.
    Einer liefert für die 4. Etage, der nächste in die 7. und noch einer für das EG.
    Wahnsinn ohne Ende…
    Das muss sich ändern lassen –
    Am besten natürlich mit selber lecker kochen ☺.

    Noch blöder finde ich das bei den ganzen Senioren Pflegedienstlern.
    Auch dazu gibt es hier einige. Jeder kommt mit Fahrzeug für eine einzige zu pflegende Person, weil ja die Nachbarin einen anderen Pflegedienst beauftragt hat.
    Von den Fahrtkosten und der Umweltbilanz mal ganz abgesehen – da bleibt dann vor lauter Fahrzeit kaum noch Zeit für die eigentliche Pflegeaufgabe.

    Das muß auch anders gehen.