Verunreinigungen und Keime: Stiftung Warentest empfiehlt Leitungswasser statt Mineralwasser

Foto: CC0 Public Domain / Pixabay

Stiftung Warentest hat stilles Mineralwasser getestet. Aber: Nur die Hälfte ist empfehlenswert. Vor allem Discounter-Produkte schnitten gut ab, Volvic und Evian erhielten nur ein „befriedigend“, zwei Bio-Wässer waren sogar „mangelhaft“.

Stiftung Warentest hat 32 stille Mineralwässer genauer unter die Lupe genommen. Darunter befanden sich Markenwässer wie Gerol­steiner (das auch gerade von Öko-Test getestet wurde) und Adel­holzener sowie zahlreiche Discounter- und Supermarktwässer. Sechs der getesteten stillen Mineralwässer waren bio oder als Wasser für Babys ausgewiesen (obwohl spezielles Baby-Mineral­wasser unnötig ist) – gerade hier gab es Enttäuschungen.

Mineralwasser bei Stiftung Warentest 2019

Im aktuellen Test schnitten die stillen Mineralwässer insgesamt schlechter ab als die Classic- und Medium-Wässer, die sich Stiftung Warentest in den letzten Jahren vorgenommen hatte. Nicht einmal die Hälfte konnte überzeugen. Von den sechs Bio-Wässern erwies sich nur eines als gut.

Die Gründe waren unter anderem:

  • In jedem zweiten Wasser fanden die Tester erhöhte Gehalte an kritischen Stoffen, Verunreinigungen oder unerwünschte Keime.
  • Viele Wässer fielen bei der mikrobiologischen Prüfung negativ auf. Das Problem: Stilles Wasser ist besonders anfäl­lig für Keime, weil es weniger oder keine Kohlensäure enthält – gerade diese hemmt aber das Keimwachs­tum. Die von Warentest gefundenen Keimarten sind vor allem für Immun­geschwächte riskant.
  • Fünf weitere Wässer waren mit Spuren aus Land­wirt­schaft und Industrie verunreinigt
  • Bei etlichen Produkten war die Kenn­zeichnung nicht stimmig – die Verbraucherschützer fanden zum Beispiel ein Bio-Mineral­wasser, das mehr Radium enthielt, als es die Bio-Richtlinien für Wasser erlauben (siehe unten).
  • Mehrere stille Mineralwässer wiesen außerdem nur geringe Mengen an Mineralstoffen auf, einige enthielten sogar weniger Mineralien als Trinkwasser.

Mineralwasser-Test 2019: Testsieger & -verlierer

  • Testsieger war das stille Wasser von Edeka: Die Prüfer von Stiftung Warentest vergaben dafür die Note 1,8. Ein besseres Ergebnis erhielt kein anderes stilles Mineralwasser. Das Wasser zählt mit 13 Cent pro Liter zugleich zu den günstigsten Wässern im Test.
  • Auch die stillen Discounter-Wässer von Rewe, Aldi Nord, Kaufland, Netto, Real, Lidl und Norma erhielten die Note „gut“. Alle kosten 13 Cent pro Liter. Wieder zeigt sich: Discounter-Produkte sind okay – bei den Inhaltsstoffen.
  • Aber: Discounter-Produkte sind nicht okay – wegen der Verpackung. Wasser, das in PET-Einwegflaschen abgefüllt wird, ist schlecht für die Umwelt und trägt zur Verschmutzung mit Plastik und Mikroplastik bei.
  • Und: Das stille Aldi-Süd-Wasser Aqua Culinaris bekam nur ein „befriedigend“. Der Grund: Die Tester fanden Stoffe, die in Mineralwasser nicht vorkommen sollten.
  • Das beste Markenwasser war das stille Adelholzener naturell. Es erhielt allerdings insgesamt nur eine 2,1 („gut“), weil der Chromgehalt zu hoch war.
  • Mit einem „mangelhaft“ fielen im Test nur zwei der 32 Wässer durch – ausgerechnet zwei Bio-Wässer. Das Wasser von Bio-Kristall enthielt mehr Radium als die Bio-Richtlinien erlauben; das stille Bio-Wasser von Rheinsberger Preussenquelle war stark mit Keimen belastet.
  • Das Markenwasser Volvic aus Frank­reich enthielt über­raschend viel Vanadium, das als möglicher­weise krebs­er­regend gilt. Es bekam nur ein „befriedigend“, ebenso wie Evian, in dem die Tester Keime fanden.

Alle Testergebnisse findest du in der aktuellen test-Ausgabe 07/2019 oder auf test.de.

Leitungswasser ist oft besser als Mineralwasser

Wie viel Sinn macht Osmosewasser, wenn in Deutschland das Leitungswasser sauber ist?
In Deutschland ist Leitungswasser sauber – und oft besser als Wasser aus dem Handel. (Foto: CC0 / Pixabay / kaboompics)

Vor dem Hintergrund der aktuellen Testergebnisse empfiehlt Stiftung Warentest – wie schon vor drei Jahren – Leitungswasser als Alternative. Es ist in Deutschland nachweislich gesundheitlich unbedenklich.

Leitungs­wasser ist nicht nur deutlich günstiger als konventionelle Wässer, sondern strapaziert auch die Umwelt viel weniger: Das Umweltbundesamt rechnet vor, dass Leitungswasser weniger als ein Prozent der Umwelt­belastungen verursacht, die von Mineral­wasser ausgehen. Mit einem Wasser­sprudler lässt es sich außerdem zu Hause problemlos aufsprudeln.

Weiterlesen auf Utopia.de: 

Gefällt dir dieser Beitrag?

Vielen Dank für deine Stimme!

Schlagwörter:

** Links zu Bezugsquellen sind teilweise Affiliate-Links: Wenn ihr hier kauft, unterstützt ihr aktiv Utopia.de, denn wir erhalten dann einen kleinen Teil vom Verkaufserlös.