Video: Das erste Fleischbällchen aus dem Labor ist da

Bild: Youtube / Memphis Meats

Vor wenigen Tagen wurde das erste künstlich hergestellte Fleischbällchen in Kalifornien vorgestellt. Das Unternehmen Memphis Meats will mit Fleisch, für das kein Tier sterben muss, „die Welt verändern“.

„Das ist die Zukunft des Fleisches“, sagte Memphis Meats-Chef Uma Valeti bei der Produktpräsentation. „Wir wollen mit der Fleischindustrie das machen, was das Auto mit Pferd und Kutsche gemacht hat. Gezüchtetes Fleisch wird den Status Quo vollständig verändern und Tiere zum Essen zu züchten wird undenkbar sein.“

Um das Fleisch im Labor wachsen zu lassen, isolieren die Wissenschaftler von Kühen oder Schweinen Zellen, die sich selbständig nachbilden können und führen diesen Sauerstoff und Nährstoffe wie Zucker und Mineralien zu. Die Zellen entwickeln sich in einem Bioreaktor zu Skelettmuskeln und können nach einer Zeit zwischen neun und 21 Tagen „geerntet“ werden.

So soll nicht nur das Töten von Tieren überflüssig gemacht werden, Fleisch aus dem Labor verursacht laut Memphis Meats auch 90 Prozent weniger Treibhausgasemissionen – die bekanntermaßen eine Hauptursache des Klimawandels sind. Zudem sei das Fleisch frei von Antibiotika, Fäkalien, Krankheitserregern und anderen Verunreinigungen, die in herkömmlichem Fleisch immer wieder gefunden werden.

Memphis Meats konnte bisher nur kleine Mengen Fleisch aus Stammzellen von Rindern, Schweinen und Geflügel gewinnen. Geschmacklich soll es das Retortenfleisch aber mit echtem Fleisch von geschlachteten Tieren bereits aufnehmen können. „We watched how the meatball reacted in the pan, we heard the sizzle, we smelled the meat and it was exactly how you would expect a meatball to smell“, sagt Valeti im Video.

Mit der Präsentation des ersten künstlichen Fleischbällchens will das Unternehmen neue Investoren gewinnen, um sein Produkt so bald wie möglich marktfähig zu machen. Denn noch kostet die Produktion von einem Pfund Laborfleisch umgerechnet 16.000 Euro.

Fleisch ohne Tiere zu töten– perfekt oder pervers? Und würdet ihr Kunstfleisch essen?
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(23) Kommentare

  1. „Fleisch ohne Tiere zu töten– perfekt oder pervers? “

    Zum Essen uninteressant, es wird kein Fleischersatz, ob natürlich oder künstlich, benötigt. Als Gewebezüchtung für medizinische Zwecke sehr interessant.

    „Und würdet ihr Kunstfleisch essen?“

    Nö. Das widerspricht doch komplett der naturnahen Ernährung. Typisch Wissenschafter und menschliche Neugier, die Machbarkeit alleine zählt, wenn wir es nicht machen, macht es ein anderer, wir wollen den Ruhm. War mit der Atombombe dito.

    Retortenfleisch als Stammzellenkultur in der Massenproduktion. Nach dem Chlorhuhn ein schönes Thema um die ethische Diskussionsebene noch tiefer zu legen. Für Alltagsfragen irrelevant, höchstens TTIP zwingt Deutschland zum Import, in ferner Zukunft.

    Was ist ökologisch an Laborfleisch? Wüsste ich gerne. Entweder die herkömmliche Fleischproduktion mit Feder und Fell auf kBA umstellen oder auf Fleisch zugunsten einer ausgewogenen vegetarischen wie veganen Ernährung verzichten. RUNTER vom Fleischkonsum muss die Welt sowieso, davon profitieren Mensch, Tier und Umwelt.

  2. Da hast du wunderbar am Thema vorbei und rein subjektiv geschrieben.
    Das die Welt auf Fleisch einfach verzichten sollten, entspricht einer Ideologie, aber ist in der Realität einfach nicht umsetzbar.
    Und was hat künstlich hergestelltes Fleisch mit einem Chlorhuhn zu tun? Warum sinkt dadurch die ethische Disskusionsebene?
    Rein subjektive, meinungsmachende Aussagen…

  3. @Mar
    „Da hast du wunderbar am Thema vorbei und rein subjektiv geschrieben.“

    Die Fragestellung steht am Ende des Artikels und zielte auf subjektive – meine Person betreffende – Einschätzungen ab. Stand das was von: was ist eure objektive, wissenschaftliche fundierte, nachweisbare bis beweisbare Stellungsnahme dazu? Korrekt?

    „Das die Welt auf Fleisch einfach verzichten sollten, entspricht einer Ideologie, aber ist in der Realität einfach nicht umsetzbar.“

    Lies meine anderen Beiträge zum Thema Fleisch. Ich halte meine Einstellung zu dem Thema für realistisch, für den status quo, für eine erstrebenswerte Utpiope wie auch konform zum wissenschaftlichen Stand über die Situation auf unserem Planeten, interdisziplinär betrachtet. Die Klimaforscher oder Naturschützer sind darunter nur eine Perspektive. Es geht um das Überleben der Menschheit anhand der verfügbaren Ressourcen. Heute, in naher Zukunft wie in den schwierig zu fassenden Fernbetrachtungen in 2-4 Generationen.

    „Und was hat künstlich hergestelltes Fleisch mit einem Chlorhuhn zu tun? “

    Analogie bzgl. der Sachinhalte von TTIP.

    „Warum sinkt dadurch die ethische Disskusionsebene?“

    Sie sinkt nicht, sie wird m.E. tiefer gelegt, so habe ich das geschrieben und gemeint. Wie bei ethischen Diskussionen um Stammzellen: näher dran an den Kernfragen, weiter weg von den oberflächlichen Diskussionen. Könnte das weiter ausführen, aber ich fürchte du willst dich gar nicht darauf einlassen.

    „Rein subjektive, meinungsmachende Aussagen…“

    Erster teil akzeptiert. Meinungsmache? Bin nun schon länger auf Utopia unterwegs, mich interessieren Argumente. Vertrete nur meinen Standpunkt, vertrete keinerlei Öko-Unternehmen, vegane Hersteller oder gar Parteien. Ich bin Verbraucher, Konsument, Ausbeuter in einer Gesellschaft, aus der ich sonst komplett aussteigen müsste. Dazu bin ich zu bequem. Vegetarisch und vegan leben ist möglich, zu 9x (zweistellig, über die Zahl an zweiter Stelle kann man diskutieren) Prozent für die Bevölkerung.

    Die Fleischesser als (!) Konsumenten von Massentierhaltung sind zerstörerisch für Tiere und die Umwelt. Ich gönne jedem sein Biofleisch, dessen Angebot ist selbstregulierend und letzen Endes nachhaltig. Solange die Kriterien für dessen Erzeugung streng bleiben wie bei den deutschen Anbauverbänden. Ich wirke lieber ein auf den aufgeschlossenen Familieneinkäufer, damit diese Person den Fleischkonsum dauerhaft reduziert (verzichtfrei im Übrigen) als den Vegetarier zum Veganer bekehren zu wollen.

  4. Ja, ich würde es probieren 🙂
    Ich habe den Fleischgeschmack und die Konsistenz immer gemocht, kein Ersatzprodukt konnte mich bisher diesbezüglich befriedigen.
    Solange kein Wesen dafür leiden muss, ist es für mich ethisch vertretbar.

  5. Mich haut es immer wieder von den Socken, wenn Leute Fleisch als naturnahes Lebensmittel bezeichnen. Das, was man in konventionellen Supermärkten als Fleisch verkauft bekommt, verhält sich zu Tieren auf der Weide (= in Naturnähe) ungefähr so wie Bonaqa zu Bergquellwasser. Gesundheitsrisiken wie Belastung mit Antibiotika und Co. sind nicht von der Hand zu weisen, dadurch entstehen Resistenzen, die nicht nur irgendwie lästig, sondern ernsthaft gefährlich sind. Dass Biofleisch in vielerlei Hinsicht eine ziemliche Blenderei ist, ist auch bekannt. Man muss außerdem kein Tierrechtler sein, um viele überzeugende Argumente zu finden, weshalb Fleischkonsum weder gesundheitlich noch ethisch der Bringer ist. Aber lasst’s Euch gern schmecken. Ich würde das Laborfleisch jederzeit vorziehen – aber nur dem anderen Fleisch, nicht einer coolen Zucchini oder einer wohlgeformten Paprika.

  6. Im ersten Moment gruselig, aber wenn man einen Augenblick drüber nachdenkt großartig! Es ist besseres und hochwertiges Fleisch, ohne Verunreinigungen. Diejenigen, die Fleisch essen wollen, können dies tun, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben, dass für ihren Fleischkonsum im großen Stil Lebewesen gequält und getötet werden. Und wenn jetzt jemand wirklich der Meinung ist es sei keine Quälerei, dass Lebewesen nebeneinander in engen Käfigen eingepfercht werden, ihrer Lebensqualität und ihrer eigenen Kinder beraubt und als Krönung noch getötet werden, der ist wirklich weltfremd. Wir reden hier nämlich von Tieren die höchst intelligent sind und dessen Sozialwesen äußerst ausgeprägt. Für alle also die perfekte Lösung. Und wen es bisher nicht interessiert hat, wo sein Fleisch herkommt und wer dafür leiden muss, den dürfte es dann auch nicht interessieren, dass das Fleisch anders produziert wurde.

  7. @Tufkar: Okölogisch, weil CO2 dadurch erheblich gesenkt wird. Der Anteil der durch die Massentierhsltung produziert wird ist enorm. Dieser würde dann wegfallen.

  8. Die Forschung spricht über ihre selbsternannten Meilensteine, jedoch nicht unter welchen lebensverachtenden Umständen geforscht wird. Tierversuche, Embryonen die gezüchtet und abgetrieben werden, auf der Suche nach der dem sogenannten perfekten „Fleischersatz“. Es gibt einen Grund warum man diese Forschung besonders auf der Ebene argloser Tiere vorantreiben kann…

  9. Das ich große künstlich erzeugte Fleisch hat den Vorteil, dass keine Tiere bei der Mast gequält und leiden muß. Das Fleisch hat keine Antibiotika, mit welchen die Masttiere voll gepumbt werden.
    Es geht nicht um Embrionen oder Lebensformen sonder um Zellen, also Zellkulturen bestimmter Zellen.
    Das Kunstfleisch wird künftig in Fabriken hergestellt und löst die Fabriken ab, in denen Tiere gemästet werden.
    Es wird nur von Tieren Fleisch geben, die nicht wegen des Fleisches gehalten werden (Schafe, Ziegen…) und von einzelnen bäuerlichen Betrieben, wo einige Tiere gehalten werden.

  10. Natürlich wird bei dieser Forschung nach Fleischersetz auch die In-vitro-Fertilisation angewandt: es werden Tier-Embryonen gezüchtet und unter bestialischen schmerzen abgetrieben, auf der Suche nach idealen Zellen.