Supermarkt-Fleisch: Fernsehwerbung zeigt, was wir nicht sehen wollen

Foto: Screenshot Youtube / Vegan Friendly

Im Supermarkt liegen Koteletts, Schnitzel und Co. sauber verpackt in der Kühltruhe. Da kann man leicht vergessen, wo das Fleisch eigentlich herkommt. Eine NGO hat einen starken Werbefilm veröffentlicht, der das ändert.

Ein Pärchen läuft durch den Supermarkt und macht seine Einkäufe. Der Mann holt Lammfleisch aus der Gefriertruhe, die Frau ist damit aber nicht einverstanden: „Schatz, ich will es extra frisch.“ Also gehen die beiden zur Frischetheke und fragen nach frischem Lamm. „Aber es muss besonders frisch sein“, sagt die Frau.

Der Metzger will den Wunsch erfüllen und gibt den beiden deswegen kein Fleisch aus der Kühlvitrine. Stattdessen kommt sein Kollege – und drückt den beiden ein lebendes Lamm in die Hände. „Extra frisch“, sagt er dabei freudestrahlend. „Hättet ihr es gerne gehackt oder verpackt?“, fragt der Metzger.

Hier das Video auf Youtube:

Schön billig: Fleisch ist nur noch eine Ware

Ein lebendiges Lamm im Supermarkt kaufen – eine absurde Vorstellung. Aber noch absurder ist eigentlich, dass der Zusammenhang von Tier und Fleisch vollkommen aus dem Bewusstsein der durchschnittlichen Konsument*innen verschwunden ist. Wer denkt schon beim Einkaufen über das Tier nach, das für das Kotelett gestorben ist?

Heute werden Lämmer, Hühner, Rinder und Schweine weit weg von den späteren Fleischkäufer*innen gezüchtet, aufgezogen und geschlachtet. Vor allem in den Städten bekommen die Menschen kaum etwas davon mit. Das Ergebnis: Fleisch ist nur noch eine Ware von vielen, die Wertschätzung für das Leben dahinter ist verloren gegangen.

Das erklärt auch, wieso die Mehrheit der Fleischesser*innen billiges Fleisch aus Massentierhaltung kauft – und damit katastrophale Lebensbedingungen für die Tiere in Kauf nimmt. Wenn man z.B. nicht sehen muss, wie die Tiere auf engstem Raum in ihren Fäkalien stehen und sich Verletzungen zuziehen, dann muss man sich auch nicht mit ihrem Leid auseinandersetzen. Das Stück Fleisch im Supermarkt ist dann nur ein Stück Fleisch – und nicht mehr.

Millionenpublikum für den Werbespot

Der Werbespot ist eine gute Erinnerung daran, wo der Ursprung eines Fleischgerichtes liegt. Die Botschaft hat viele Menschen erreicht: Der einminütige Clip wurde während der Werbepause des Staffelfinales der Sendung „Survivors“ gesendet. Laut dem Nachrichtenportal „Euro News“ ist das eine der Serien mit den höchsten Zuschauerzahlen in Israel, bis zu drei Millionen Menschen können den Spot gesehen haben. Das Konzept des Videos stamme von der NGO „Vegan Friendly“.

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(2) Kommentare

  1. Mmmh – eigentlich ist es nicht wirklich Anti-Werbung. Anti-Werbung wäre, wenn man sehen würde wie Hühner und Schweine automatisch geschlachtet werden. Oder wie das Schwein aus Massentierhaltung vorher aussieht, bevor es unters Messer kommt.