Facebook-Hit: Bilder aus einem Parallel-Universum

Video Verhältnis Tiere Menschen ausbeutung
Screenshot: Facebook / Spirit of Unbounded / Barbara Daniels

„Man stelle sich eine moderne Gesellschaft vor, in der die Rollen von Mensch und Tier vertauscht sind. Wie würde sie aussehen? Wie würde es sich anfühlen, von einer anderen Spezies beherrscht zu werden?“ Diese Fragen stellt ein Facebook-Video, das schon über 37 Millionen mal aufgerufen wurde.

Das Video trägt den Namen „Art Of Parallel Universe“. Die Bilder gemacht hat die Irin Barbara Daniels, die mit ihrer Kunst unser teils fragwürdiges Verhältnis zu Tieren aufzuzeigt. Zu sehen sind alltägliche Situationen. Irritierend und mitunter schockierend sind sie, weil hier der sprichwörtliche Spieß umgedreht wird: Frauen, die in kleinen Boxen stehen, schwanger gehalten werden und deren Brüste an Melkmaschinen angeschlossen sind. Menschen, die von Hummern gefesselt und bei lebendigem Leibe gekocht werden. Schafe, die Menschen scheren. Und Löwen, die mit einem erlegten Menschen auf einem Foto posieren.

Wisst ihr was verstörend ist? Das, was der Mensch den Tieren antut!“

Die Kommentare unter dem Video zeigen: Die teils überspitzte Darstellung polarisiert.

„Das Problem an der Darstellung ist, dass die Situationen, die gezeigt werden, nicht einfach auf Tiere übertragen werden können, weil die nicht die gleiche Bewusstseinsebene haben wie der Mensch. Auch ohne den Menschen würde in der Natur immer die überlegenere Spezies die Unterlegenen beherrschen.“

„Es geht um das natürliche Gleichgewicht. Und wir Menschen haben dieses natürliche Gleichgewicht gestört […]“

„Ich finde es lustig, dass so viele Menschen sich über dieses verstörende Video ärgern. Wisst ihr was verstörend ist? Das, was der Mensch den Tieren antut! […]“

Die Künstlerin selbst lässt die Interpretation ihrer Bilder offen. Wir finden: Die Darstellung mag teilweise übertrieben oder weit hergeholt sein. Doch sie verdeutlicht, was bei unserem Umgang mit Tieren schiefläuft: in unserer Gesellschaft geht es darum, Gewinne zu erwirtschaften. Dass das meist auf Kosten anderer Lebewesen oder auch Menschen geht, ist zweitrangig. Ob gegenüber Tieren, Menschen oder der Umwelt – wenn wir diese Brutalität und Grausamkeit nicht weiter zulassen wollen, sollten wir unseren Umgang mit anderen Lebewesen und der Natur überdenken – und  handeln.

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(7) Kommentare

  1. Es wird zwar gerne behauptet, dass Tiere nur töten um zu überleben ohne zu quälen und grausam zu sein. Ganz so ist es aber nicht.
    Katzen z.B. töten auch ohne zu fressen, weil sie aus Spaß jagen. Dabei wird die Beute vorher verletzt als Spielzeug/Trainingsobjekt genutzt, bevor sie sterben darf.
    Pepsis-Wespen nutzen gelähmte Taranteln als Nahrung ihres Nachwuchses, der sie bei lebendigem Leib auffrisst.
    Brackwespen nutzen lebende Marienkäfer als Wirt für ihre Larven und nachdem er gelähmt ist als Wächter des Nachwuchses.

    Das sind nur ein paar Beispiele, dass auch Tiere grausam quälen und andere Tiere „halten“ und ausnutzen können.

    Das Verhalten des Menschen ist damit natürlich nicht zu entschuldigen.

  2. Dass bestimmte unschöne Verhaltensweisen auch in der Tierwelt vorkommen, ist unbestritten, aber da besteht dennoch ein gewaltiger Unterschied. Die Katze, z.B. tut es nicht in dem Bewusstsein, dass sie der Maus oder dem Vogel Schmerzen zufügt, für sie ist es eben nichts weiter als ein bewegliches Spielzeug. Der Mensch hingegen, der mit Verstand und Bewusstsein gesegnet ist, handelt ganz einfach wider die Vernunft, wenn er andere Lebewesen misshandelt und moralische Grenzen überschreitet. Diesen Vorwurf kann man den Tieren wohl kaum machen, die von Natur aus nun mal allein auf instinktives Handeln ausgerichtet sind.

  3. Schockierende Kunst? – Warum nicht, wenn sie uns zum Nachdenken zwingt und die Gesellschaft wachrütteln kann.
    Ich finde, für diesen Zweck ist beinahe jedes Mittel erlaubt. Je mehr Leute sich dieses Video anschauen, um so besser. Vielleicht geht ja auch nach dem ersten Schock so manchem ein Licht auf und er muss auf diese Weise erkennen, wie absurd es doch ist, was wir den Tieren tagtäglich antun und es für völlig normal und selbstverständlich halten…!!!

  4. Und noch einmal meinen vollsten Respekt vor der mutigen Künstlerin. Ihre Zeichnungen lassen keinen Spielraum für Interpretationen. Es ist vielleicht ein ungewöhnlicher Appell, aber die Message ist eindeutig. Hier sagen uns die Tiere: Das alles macht ihr mit uns! Das Gezeichnete als Rollentausch ist absurd? Aber umgekeht geht es völlig in Ordnung? Das ist nicht lustig? Nein, ist es wahrlich nicht und das soll es auch nicht sein, denn unsere Tiere finden das auch nicht lustig, aber leider ist es für sie bittere Realität…

    Hätte man, wie üblicherweise, Worte anstelle von Bildern benutzt, um an unsere Vernunft zu appellieren, so hätte man diese erst einmal in hunderte Sprachen übersetzen müssen und selbst dann wären diese wohl kaum von zig Millionen Menschen so nachwirkend zur Kenntnis genommen worden…

  5. Sorry, ich finde das weder verstörend noch krass oder schockierend sondern schlicht platt und infantil. Und wozu braucht es dafür Mut? Null Differenzierung oder gar Erkenntnisgewinn. Überflüssig halt.

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