Volksbegehren Artenvielfalt: Nur noch 50.000 Stimmen fehlen – jetzt nicht locker lassen!

Volksbegehren gegen das Bienensterben
Foto: © stefano - Fotolia.com

Ein aktuelles Volksbegehren in Bayern will die Bienen und Insekten retten. Um Erfolg zu haben, brauchen die Initiatoren bis zum 13.02. eine Million Unterschriften. Schon 900.000 Stimmen sind beisammen – doch noch sind es nicht genug.

Mit dem Volksbegehren „Artenvielfalt und Naturschönheit in Bayern – Rettet die Bienen!“ will die Kleinpartei ÖDP nicht nur die Bienen vor dem Aussterben bewahren, sondern gegen das Insektensterben insgesamt vorgehen. Wird das Volksbegehren ein Erfolg, könnte Bayern zum Vorbild werden – denn das Insektensterben betrifft uns alle.

Volksbegehren braucht eine Million Unterschriften

Damit die Initiative ein Erfolg wird, müssen zehn Prozent der Wahlberechtigten in Bayern für das Volksbegehren unterschreiben – das sind fast eine Million Stimmen. Nach Hochrechnungen der Initiatoren haben sich kurz vor Ende der Eintragungsfrist bereits 900.000 Bayern unterschrieben. Es fehlen also nur noch 50.000 Unterschriften, damit das Volksbegehren ein Erfolg wird.

Noch bis zum 13. Februar 2019 kann sich in den Rathäusern eintragen, wer mindestens 18 Jahre alt, seit mindestens drei Monaten in Bayern gemeldet und nicht anderweitig vom Wahlrecht ausgeschlossen ist.

Solltest du nicht in Bayern wohnen, kannst du helfen, indem du diesen Beitrag mit Freunden, Verwandten und Bekannten (in Bayern) teilst und sie über das Volksbegehren informierst!

Eintragungsstellen in deiner Nähe findest du hier. Alle weiteren Informationen gibt es auf der Internetseite der Initiative.

Schlehenblüten bieten Bienen reichlich Nektar.
Das Bienensterben hat Folgen für uns alle. (Foto: CC0 / Pixabay / esiul)

Erster Volksbegehren in Bayern für Naturschutz

Das Volksbegehren Artenvielfalt ist das erste Volksbegehren in Bayern, bei dem es um klassischen Naturschutz geht – dabei ist es eines der erfolgreichsten: Fast 95.000 Unterschriften hatte die ÖDP bis Anfang Oktober gesammelt, damit die Bayern jetzt über das Volksbegehren abstimmen können. Nur 25.000 wären für den Zulassungsantrag im Innenministerium mindestens nötig gewesen.

Politische Unterstützung bekommt die Kleinpartei von der SPD und den Grünen.

Das Insektensterben hat Folgen für uns alle

Das Insektensterben ist kein unbekanntes Phänomen, und die Bienen als Teil der Insekten sind für den Artenschwund exemplarisch: In Bayern sind 506 Wildbienen-Arten heimisch, davon gelten 40 als ausgestorben oder verschollen. Von den übrigen Arten ist fast die Hälfte vom Aussterben bedroht oder gefährdet. Bei den Honigbienen ist die Situation ähnlich dramatisch (sz.de).

Dabei ist natürlich nicht nur Bayern betroffen, das Insektensterben lässt sich in ganz Deutschland beobachten. Vergangenen Sommer wurde immer wieder darüber berichtet, wie drastisch der Rückgang der Insektenbestände ist: In den vergangenen 27 Jahren ist die Biomasse an fliegenden Insekten um 76 Prozent geschrumpft, so eine Studie.

Die Folgen sind dramatisch: Vom Insektensterben sind Vögel, Frösche und andere kleinere Wildtiere betroffen, denen ohne Insekten die Nahrung fehlt. Ihr Aussterben hätte das Aussterben größerer Tiere zur Folge. Hinzukommt: Etwa 80 Prozent aller Wildpflanzen werden von Insekten bestäubt und etwa ein Drittel unserer Nahrungsmittel – frisches Obst und Gemüse könnte ohne Insekten zu seltenen und teuren Luxusgütern werden. Aber auch viele Kosmetikartikel und sogar ein Teil unserer Kleidung würde ohne Insekten verschwinden.

Mehr dazu:

Penny Bienen
Die Supermarktregale bleiben größtenteils leer, wenn die Bienen sterben. (Foto © utopia )

Rettet die Bienen: Initiative fordert mehr Biolandwirtschaft

Um das Insektensterben und die damit einhergehenden Folgen aufzuhalten, fordern die Initiatoren des Volksbegehrens, den Anteil der Bio-Landwirtschaft in Bayern bis 2030 von derzeit zehn auf 30 Prozent zu steigern. Im Gegensatz zur konventionellen Landwirtschaft kommt die Bio-Landwirtschaft ohne chemische Pestizide und Dünger aus, die mitverantwortlich gemacht werden für den Insektenrückgang.

Zudem will die Initiative Bauern dazu verpflichten, Hecken, Büsche, Feldraine und Bauminseln anzulegen und so zerstörte Lebensräume für Pflanzen und Tiere wiederherzustellen. An Bächen, Flüssen und Seen sollen fünf Meter breite Randstreifen frei von Landwirtschaft bleiben, damit Fische und andere Wassertiere nicht unter landwirtschaftlichen Maßnahmen leiden (sz.de).

Bayern als Vorbild beim Naturschutz – auch du kannst etwas tun

Wenn die Initiative erfolgreich ist, wird es in Bayern eine ganze Reihe Verbesserungen für den Naturschutz geben. Doch fast noch wichtiger ist: Wenn die Initiative ein Erfolg wird, wäre das ein deutliches Zeichen für den Artenschutz und ein starkes Signal an die Politik. Denn das Insektensterben betrifft nicht nur die Menschen in Bayern – sondern uns alle.

Verschwindet die ökologische Vielfalt, hätte das verheerende Folgen für die gesamte Menschheit. Nahrungsmittel und Gebrauchsgüter würden knapp, die daraus resultierende Mangelernährung könnte weltweit zu Millionen zusätzlichen Todesfällen pro Jahr führen. Mehr Infos: Bienensterben – Was kann ich dafür?

Mit einem erfolgreichen „Volksbegehren Artenvielfalt“ könnte Bayern eine Vorbildfunktion einnehmen, was den Natur- und Artenschutz betrifft und andere Bundesländer dazu inspirieren, nachzuziehen.

Eintragungsstellen in deiner Nähe findest du hier. Alle weiteren Informationen gibt es auf der Internetseite der Initiative.

Was du sonst noch gegen das Bienen- und Insektensterben tun kannst:

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(8) Kommentare

  1. Hey ihr Bayern, super!
    Aber ganz so spannend hättet ihr es ja nicht machen müssen, das wäre sicher auch schneller gegangen 😉

    Danke Werner, dass du uns auf dem Laufenden hältst! 🙂

  2. Ganz so spannend war es auch nicht 🙂
    Ich denke mal, dass der Sack spätestens am Wochenende zu war, aber viele Kommunen haben ihre aktuellen Daten halt noch nicht weitergegeben gehabt. Und ohne offizielle Zahlen sollte man seinen Sieg nicht verkünden.
    Hier das Beispiel München, an dem man sieht, wie das Thema eingeschlagen ist (dritte Seite):
    https://www.muenchen.de/rathaus/dam/jcr:9c6e2439-7eea-45eb-ad72-bc1ec8bc88bd/2019_02_12_Rettet%20die%20Bienen!_Statistik_Stand_20%20Uhr.pdf

  3. Hey Hans,
    war ein Scheherz mit der Spannung 🙂
    Aber danke für die Statistik, ist ja eine tolle Kurve in München.
    Dabei hatte ich vor einigen Tagen noch gelesen, dass gerade auch in München noch jede Menge Stimmen fehlen.
    Da dachte ich schon, jemand muss die aus der Schickeria in die Rathäuser treiben (auch ein Scherz! 😉 )

  4. Ja, Ironie in der Schrift… da bin ich dran gescheitert 🙂

    Knapp 1,5 Mio Unterschriften bisher gezählt, 18 %, und paar Landkreise fehlen noch. Jetzt ham se der CSU auch noch ihren Beteiligungsrekord an einem Volksbegehren von 1967 kaputt gemacht. Diese Frevler… 🙂

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