10 Dinge, die du aus deinem Garten verbannen solltest

Garten-Fehler: 10 Dinge, die du aus dem Garten verbannen solltest
Fotos: © Pixavril - Fotolia.com; CC0 Public Domain / Pixabay.com

Es gibt Dinge und Gewohnheiten, die deinem Garten die Schönheit nehmen – weil sie der Natur oder deiner Gesundheit schaden. Weg damit!

1. Unkrautvernichter & Schneckenkorn: umweltschädlich, ungesund, unnötig

Synthetische Pflanzenschutzmittel – zum Beispiel gegen Unkraut, Insekten oder Schnecken – sollten im Garten absolut tabu sein. Viele Spritzmittel – auch solche, die es in jedem Baumarkt gibt – sind hochproblematisch für die Natur, die Tierwelt und auch für unsere eigene Gesundheit.

Garten-Fehler: Pestizide = Unkrautvernichter, Schneckenkorn,...
Bitte nicht: synthetische Pestizide im Garten (Foto: © Pixavril - Fotolia.com)

Sie schädigen die Böden, gefährden Bienen und andere Insekten und Rückstände bleiben mitunter auch in den Früchten der Pflanzen zurück. Das Monsanto-Pestizid Roundup zum Beispiel ist nach wie vor in vielen Baumärkten erhältlich – dabei gilt der Wirkstoff Glyphosat als krebserregend.

Alternative: Natürlicher Pflanzenschutz für Garten & Balkon

2. Billig-Pflanzen: Gift für die Artenvielfalt

Garten-Fehler: Billig-Blumen, Baumarkt-Blumen
Baumarkt-Blumen sind oft voller giftiger Pestizide. (Foto: Foto: CC0 Public Domain / Pixabay.de)

Die billigen Setzlinge und Blumen aus dem Baumarkt, Gartencenter oder Supermarkt machen meist gleich mehrere Probleme. Insbesondere günstige Zierpflanzen sind oft fremde Arten – ihre Ausbreitung gefährdet die regionale Artenvielfalt. Für Insekten und Bienen sind sie oft nutzlos.

Zudem enthalten solche Pflanzen oft bedenkliche Pestizide. Greenpeace fand in einer Untersuchung 2014 in rund 80 Prozent der Baumarkt-Zierpflanzen Pestizide, die für Bienen gefährlich sein können, 2016 fand Greenpeace Austria in vielen Lavendelpflanzen aus Baumärkten und Gartencentern giftige Pflanzenschutzmittel.

Weil sie so stark mit synthetischen Pestiziden und Düngern behandelt sind, überleben viele Billig-Pflanzen außerdem im Garten oder auf dem Balkon nicht lange.

Alternative: Heimische Pflanzen und Saatgut, im Idealfall aus Bio-Aufzucht, bekommt man am einfachsten in lokalen Gärtnereien, auf guten (Wochen-)Märkten oder auch online. Frag einfach beim Händler nach, wie die Pflanzen gezüchtet werden. Infos, Tipps und Listen mit empfehlenswerten und bienenfreundlichen Pflanzen gibt es zum Beispiel bei der Initiative Deutschland summt.

3. Sauberkeit & Ordnung: keine Chance für Bienen

Garten Fehler: zu sauber, Rasen
Zu „ordentliche“ Gärten bieten keinen Lebensraum. (Foto: © Mariusz Blach / Fotolia.com)

Sauber gemähte Rasenflächen, akkurat gestutzte Hecken und ordentliche Rosenbeete bieten Tieren keinen Lebensraum. In Gärten, in denen keine Wildpflanzen wachsen dürfen, finden Insekten wie Bienen keine Nahrung und keinen Unterschlupf. Solche Gärten schaden der Artenvielfalt und tragen zum Bienensterben bei.

Alternative: Mut zur Unordnung! Wildblumenwiesen, heimische Stauden und Sträucher bieten Bienen, anderen Insekten und Vögeln Nahrung. Laubreste, Asthaufen und verblühte Blumen können im Winter für Wildtiere wie etwa Igel Unterschlupf und Futter sein.

4. Torfhaltige Erde: Klimakiller im Blumenbeet

Garten: torfhaltige Blumenerde vs. toffreie Blumenerde
Achtung, genau hinsehen: Blumenerde enthält meistens Torf. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay.de)

Noch immer enthalten viele Blumenerden Torf. Darauf solltest du unbedingt verzichten: Für Blumenerde mit Torfanteil werden immer noch Moore trockengelegt und zerstört. Das vernichtet den Lebensraum vieler Pflanzen und Tiere und schädigt gleichzeitig das Klima, denn beim Torfabbau wird viel gespeichertes CO2 freigesetzt.

Alternative: Torffreie Erde gibt es in fast jedem Baumarkt oder Gartencenter und in manchen Städten auch beim lokalen Wertstoffhof. Allerdings solltest du immer genau hinsehen: Auch Bio-Erde enthält oft Torf. Noch besser für den Boden ist natürlich ein eigener Kompost. Mehr dazu: Torffreie Erde für deine Pflanzen

5. Kunstdünger: schädlich für Böden und Pflanzen

Garten-Fehler: Kunstdünger = Stickstoffdünger, Mineraldünger
Schadet mehr als er nutzt: Kunstdünger. (Foto: © weerapat1003 - Fotolia.com)

Kunstdünger (Mineraldünger, Stickstoffdünger) bringen im eigenen Garten dieselben Probleme mit sich wie in der konventionellen Landwirtschaft: Die Herstellung verbraucht enorm viel Energie, die Dünger schädigen langfristig die Böden und bei Obst und Gemüse können sie sogar die Qualität der Ernte verschlechtern.

Die Kunstdünger versorgen die Pflanzen zwar kurzfristig mit Nährstoffen, aber sie tragen nicht zum Humusaufbau bei, d.h. sie verbessern den Boden nicht. Zudem werden sie schnell ausgewaschen und gelangen so auch ins Grundwasser. Die behandelten Pflanzen sind außerdem oft anfällig für Krankheiten und Schädlinge.

Alternative: Natürliche bzw. organische Düngemittel gibt es viele – zum Beispiel Kompost, Gesteinsmehl, Mist, Regenwurmhumus oder Kräuterextrakte. Wer richtig viel Platz hat kann auch gezielt bestimmte Pflanzen zur genannten Gründüngung nutzen.

6. Supermarkt-Saatgut: Einheitsbrei im Gemüsegarten

Garten-Fehler: billiges Saatgut
Von wegen bunt: Saatgut sollte samenfest sein. (Foto: seeds von derya unter CC-BY-SA 2.0)

Zehn Konzerne kontrollieren heute etwa drei Viertel des weltweiten Saatgutmarkts. Monsanto, Syngenta & Co. ist viel daran gelegen, dass alte Gemüsesorten aussterben. Doch den Gefallen sollten wir ihnen nicht tun.

Im Baumarkt oder Supermarkt bekommt man meist nur dieselben, hochgezüchteten Sorten, meist sind das sogenannte Hybrid- oder F1-Saaten. Diese können sich nicht bzw. nicht mit gleicher Qualität wieder vermehren – so bist du darauf angewiesen jedes Jahr neue Samen zu kaufen, verpasst völlig, wie viele tolle „alte“ Gemüsesorten es gibt und die Artenvielfalt schwindet.

Alternative: samenfestes Bio-Saatgut. Solch hochwertiges Saatgut bekommt man zum Beispiel bei der Bingenheimer Saatgut AG und bei Dreschflegel Saatgut – oder direkt in Bioland- oder Demeter-Gärtnereien. Tipp: Bingenheimer-Saatgut gibt es bei Alnatura. Im Avocado Store** gibt es ebenfalls empfehelenswerte Samen.

7. Fehler am Grill

Grill-Fehler
Grillen ist gesünder mit dem richtigen Zubehör. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay.de)

Giftige Grillanzünder, Kohle aus Regenwald-Abholzung, Billig-Fleisch: Beim Grillen kann man sich und der Umwelt einigen Schaden zufügen. Insbesondere für alle, die den Sommer oft zum Grillen nutzen und die vielleicht sogar in einen hochwertigen Grill investiert haben, lohnt es sich, auf umwelt- und gesundheitsverträgliches Zubehör zu achten.

Alternative: Schon mit ein paar einfachen Dingen werden deine Grillabende nachhaltiger und gesünder: Achte zum Beispiel auf nachhaltige Grillkohle, natürliche Anzünder, gutes Bio-Fleisch und -Gemüse – und darauf, nicht so viel Müll zu produzieren. Mehr Tipps: Grillen, aber nachhaltig: 10 Tipps

8. Laubsauger: überflüssiger Lärm

Garten-Fehler: Laubsauger & Laubbläser
Nervtötend laut & unnötig: Laubbläser (Foto: © Kathrin39 - Fotolia.com)

Laubsauger und Laubbläser sind nicht nur nervtötend laut, sie verbrauchen auch unnötig Energie und Modelle mit Verbrennungsmotor stoßen schädliche Abgase aus. Außerdem werden nützliche Kleintiere wie Insekten, Regenwürmer, Spinnen oder Frösche oft mit aufgesaugt und sterben in Laubsaugern mit Häckselfunktion.

Alternative: Laub einfach zusammen rechen oder kehren – das ist deutlich umwelt- und tierfreundlicher. Laubhaufen bieten außerdem Tieren wie Igeln und Insekten Unterschlupf.

9. Sonnencreme: Chemie auf der Haut

Sonnencreme
Viele Sonnencremes enthalten bedenkliche Inhaltsstoffe.

Vor dem nächsten Sonnenbad im Garten solltest du wissen: Herkömmliche Sonnencremes schützen die Haut mittels chemischer Filter. Doch chemische UV-Filter sind bedenklich für die Gesundheit: Einige können Allergien auslösen, andere wirken im Körper ähnlich wie Hormone – das kann besonders für Kinder, Schwangere und stillende Mütter riskant sein.

Alternative: Erstens: mineralische Sonnencreme. Mineralische UV-Filter wie Titanoxid und Zinkoxid bilden eine Schutzschicht auf der Haut und reflektieren die UV-Strahlen. Sie ist gesundheitlich unbedenklich, zumindest wenn die Mineralien nicht in Nanoform enthalten sind. Zweitens: Bessere konventionelle Sonnencreme. Die drei Produkte aus unserem Sonnencreme-Test enthalten außer den chemischen Filtern keine weiteren bedenklichen Inhaltsstoffe. Mehr Infos & Tipps: Bio-Sonnencreme: wirksamer Schutz ohne Risiko

10. Vögel falsch füttern: Gut gemeint ist nicht gut gemacht

Garten: Vögel füttern
Vögel füttern: Bitte nur im Winter! (Foto: © Michael Fritzen - Fotolia.com)

Wer in seinem Garten die Vögel füttert will ihnen meist etwas Gutes tun. Doch oft schadet man ihnen und der Umwelt eher – wenn man nicht auf einige Dinge achtet. Billige Meisenknödel oder schlecht konzipierte Vogelhäuschen beispielsweise solltest du eher vermeiden.

Alternative: Ob man Vögel nur im Winter oder das ganze Jahr über füttern sollte, ist auch unter Experten stark umstritten. Wichtig ist in jedem Fall, auf das richtige Futter und eine sinnvolle Futterstelle zu achten. Bei Meisenknödeln unbedingt darauf achten, dass sie frei von Ambrosia sind – die Pflanze gilt als Allergieauslöser. Vogelhäuser sollten so konzipiert sind, dass die Vögel nicht im Futter herumlaufen und dieses mit Kot verunreinigen, außerdem sollte das Futter nicht nass werden, sonst vergammelt es. Vogelhäuschen so aufstellen, dass die Vögel möglichen Angriffen ausweichen können und nicht Gefahr laufen, gegen Fensterscheiben zu fliegen. Mehr dazu: Vögel füttern: 9 wichtige Tipps

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(18) Kommentare

  1. Ich wollte mal fragen, was ihr dazu meint: Ich habe einen Garten, direkt an einem Feld. Macht es dort überhaupt Sinn, den Bienen/Blumen etc. einladend zu machen? Wenn der Bauer mal wieder sprüht, habe ich die kleinen Insekten doch sozusagen in den sicheren Tod geschickt, oder?
    Habt ihr Tipps?

  2. Ich würde auf jeden fall darauf achten den Garten zum Feld hin dicht zu machen mit Hecke oder Holz. Das vermindert zumindest das Spritzmittel welches durch Wind rüber kommt. Auch in deinem Interesse wenn du Gemüse anbaust oder Kinder spielen lässt. Was die Bienen betrifft ist das schwer zu sagen. Evl. Mal den Bauer fragen was er so spritzt? Ein Kumpel von uns ist Landwirt, nicht Bio spritzt aber trotzdem keine Sachen die Bienen töten. Er arbeitet mit anderen Landwirten zusammen mit 3 Länder Wirtschaft und Gründüngung. Sie tauschen die Felder jedes Jahr da das günstiger ist wie künstlich düngen und Wildkrautfrei halten.

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