„Wer ist hier das echte Schwein?“

Foto: Facebook / Tim Mälzer

Tim Mälzer hat auf seiner Facebook-Seite ein Foto des Küchenchefs seines Restaurants „Bullerei“ veröffentlicht, der mit dem Kopf eines geschlachteten Schweins posiert. Dafür wird der TV-Koch scharf kritisiert – vor allem von seinem veganen „Kollegen“ Attila Hildman. UPDATE: Tim Mälzer veröffentlicht ein neues Foto – diesmal ohne Schweinekopf.

Vermutlich sollte es witzig sein. „Schwein gehabt!“, schreibt Tim Mälzer neben das Bild auf Facebook. „Und die Bullerei hat auch immer noch welches. Küchenchef Michi hat selbst Hand angelegt und das feine Allgäuer Schwein von Markus Ziegler portioniert und wie ihr seht: auch in Szene gesetzt.“

Viele seiner Facebook-Fans finden das aber gar nicht witzig:

  • Das ist absolut geschmacklos und noch geschmackloser sind einige Kommentare!
    Und hiermit entlike ich Tim Mälzer…
  • „Da hat jemand ohne Worte seinen wahren Charakter offenbart . Manche Bilder sprechen mehr als 1000 Worte .“
  • „Ist Tim Mälzer nicht derjenige, der immer vom Respekt vor dem Produkt spricht?!“

Tim Mälzer anwortet darauf:

  • „Das ist Respekt. Der größte! Ein gutes Produkt muss fassbar sein. Ehrlich. Gut. Und alle Köche der Bullerei und ich schätzen das.“
  • Die Schweine würden „direkt aus dem Allgäu“ kommen, „aus der kleinen und feinen Rinder- und Schweinezucht von Markus Ziegler. Viel Fürsorge, viel Platz und eine artgerechte Haltung.“

Wie sich all das das in der Pose seines Kochs mit dem Schweinekopf ausdrückt, wird nur Mälzer selbst wissen.

Die stürmischste Kritik kommt von Attila Hildmann.
Der bekannte Vegan-Koch schreibt in einem Facebook-Post:

  • „… aber was ich erbärmlich finde, ist, wie du vor ein paar Jahren so ganz plötzlich ein vegetarisches Kochbuch rausbringst, um schön auf der Welle mitzusurfen, noch vor ein paar Wochen einen auf betroffen bei „Hart aber fair“ machst, wo es um Tierhaltung geht und dann…sowas absolut respektloses auf deine Facebook Seite stellst. Futter so viel Fleisch wie du willst, ich bin der letzte, der es dir oder deiner Mannschaft vergönnt, womit ich aber ein Problem habe, ist die Art und Weise, wie du dich noch über dieses Lebewesen lustig machst!“
  • Fakt ist, in Deutschland werden pro Jahr 750 Millionen Tiere geschlachtet, jedes verdammte Jahr! Meinst du nicht auch, dass wir damit den Tieren nicht schon genug Leid angetan haben??? Müssen wir uns auch noch über sie lustig machen und ihnen das letzte Fünkchen Ehre nehmen? Ich finde: Nein!
  • „Niemand muss Vegetarier oder Veganer werden, aber Respekt sollte man vor allen Lebewesen haben! Bei diesem Bild stellt sich mir eine wichtige Frage: WER ist hier das echte Schwein?“.

Was haltet ihr von Tim Mälzers Foto und den Reaktionen darauf – gerechtfertigt oder übertrieben? Sagt es uns in einem Kommentar!

UPDATE: Mälzer antwortet mit neuem Bild: „Besser so?!“

Tim Mälzer hat nun reagiert und eine neues Foto auf Facebook gepostet – auf dem ein Koch mit einem Kürbis anstatt mit einem Schweinekopf posiert. Neben das Bild schrieb er lediglich die Worte: „Besser so?!“.

maelzer-kuerbis
Foto: Facebook / Tim Mälzer (Foto: Facebook / Tim Mälzer)

 

Viele seiner Facebook-Fans finden das scheinbar witzig:

  • „Coole Reaktion, großes Kino Tim. Weiter so Tim Mälzer!“
  • „Jetzt werden sich die Veganer und Vegetarier auf den Schlips getreten fühlen. Wie kann man einen toten Kürbis auch noch so zerstümmeln und zur Schau stellen.“

Der zweite Kommentar hat schon fast 1.500 Leuten gefallen.

Andere nicht:

  • „Ja lieber Herr Mälzer. Genau das ist besser! Genau so darf man in der Küche Spaß haben. Noch eine kleine Anmerkung an alle, die sich jetzt hier fast ankotzen vor Freude, weil mit diesem Bild wieder ein Veganer verarscht wird – ich bin ja einiges gewohnt, aber das hier übertrifft alles. Ich spüre regelrecht euren Stolz. Wie froh ihr darüber seid, dass ein Koch noch Tiere tötet – damit ihr nicht blöd dasteht. Ich lese hier Kommentare durch und sehe, wie einzelne Menschen, die sich für Tiere einsetzen, regelrecht angegriffen werden. Sobald bekannt ist, dass jemand Veganer ist, wird er mies behandelt. (…)“

Die Frage geht weiter an euch: Kürbis- statt Schweinekopf – Besser so?
Wir freuen uns auf euere Kommentare.

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(37) Kommentare

  1. „Die Frage geht weiter an euch: Kürbis- statt Schweinekopf – Besser so?
    Wir freuen uns auf euere Kommentare.“

    Sollen wir nun die Fotoaktion oder das Nahrungsmittel kommentieren?

    Die Aussage „Wer ist hier das echte Schwein?“ ist einfach beleidigend. Dafür sollte sich dieser sog. Veganer entschuldigen. Mälzer hat nachvollziehbar reagiert, ich finde es gut, dass das Schweinekopf Bild vom 14.01. auf Mälzers FB Seite stehen blieb und seine Reaktion gesondert kam.

    Veganer sollten Fleischesser respektieren. Sonst verlieren sie ebenjene Glaubwürdigkeit, die ihnen die radikalen Veganer ohnehin schon eingebrockt haben.

    Aber zum Business der öffentlichen Personen – TV bekannte Köche wie Buchautoren – gehören das Klappern mit den Töpfen. Facebook ist ein Kanal zum Klappern.

    Respektlose Bilder zum Tierleid bzw. zum menschlichen Umgang mit Tieren sehen m.E. anders aus als wenn ein Koch, der in seiner Küche ein Schwein zerlegt, davon Bilder zeigt und sich selber auf die Schippe nimmt. Da gibt es feine, kleine Unterschiede, wie man so ein Bild inszenieren kann. Ich spreche jedoch Herrn Mälzer ab, dass er diese Inszenierung im Detail geplant hat.

    Seinen Beitrag bei der TV Sendung „Hart aber fair“ fand ich gut und glaubwürdig. Ein Mälzer erreicht mit seinen Schlussfolgerungen ganz andere Bevölkerungsgruppen als ein sog. Veganer. Das ist chancenreicher für eine Änderung des Kauf- bzw. Konsumverhaltens.

    Würden die Fleischesser jeder für sich weniger davon konsumieren, andere Geschmackserlebnisse entdecken und zum hochwertig erzeugten Fleisch wechseln, es wäre ein Fortschritt, der m.E. schnellere Fortschritt als über die Grabenkämpfe zwischen fleischbetont und fleischfrei.

    Brücken bauen wäre die utopische Alternative. Auf der Brücke stehend hat man u.U. die beste Perspektive. Brücke abreißen ist gut für Grenzkontrolleure. Aber der Planet wird weiterhin von Fleischessern wie Veganern bewohnt, wie macht man das Beste daraus? Kritisieren ja, Beleidigen nein.

    Mit Humor gesellt man sich gemeinsam die Brücke, ohne Humor fängt man an Steine zu werfen.

    Mein Vorschlag: die Steine nehmen und in den Graben werfen, bis man überall ohne umständliche Brücken von einer auf die andere Seite wechseln kann. 😉

  2. Warum schmückt sich Utopia eigentlich mit der Diskussion, die eigentlich auf Facebook stattfindet? Klicks abgreifen?

    Der Hildmann fördert den „Wutveganer“ und dass ist scheiße. Er begreift nichts vom Leben, er hat null Ahnung wie es sich für schwerkranke Menschen anhört, wenn er ständig sagt „jeder kann und sollte vegan“, ich kann es nicht, ich habe es versucht und starb fast. Im Netz werde ich so zur Mörderin, weil ich selber leben möchte. Dass ich demeter oder Bioland Fleisch kaufe interessiert die Wutveganer nicht, die sogar ihre carnivoren Katzen durch vegane Ersatznahrung quälen.

    Tim hat eine tolle und reelle Entwicklung mitgemacht, vom Knorrbrüheverwender zum Biofleisch, finde ich toll und ich wünsche ihm alles gute im Leben.

    Bio bewegt auf dem Markt viel mehr, als der Verzicht aller Tierprodukte, Veganer schnallen oft nicht wie wichtig der Aspekt bio für die Umwelt ist und dass z.B. konventionell vegan immer schlechter ist als demeter mit Fleisch. Demeter ist das beste bio und da muss auch jemand das Fleisch kaufen, so weit kann man aber scheinbar im Netz nicht denken.

  3. „…Veganer schnallen oft nicht wie wichtig der Aspekt bio für die Umwelt ist und dass z.B. konventionell vegan immer schlechter ist als demeter mit Fleisch.“

    Der Aspekt Bio … ich sehe die biologische Erzeugung nach kbA weniger als einen Aspekt oder Feature, sondern als ursprüngliche Anbaumethode, die sehr wohl auf eine nachhaltige Fruchtbarkeit sowie Vermeidung von Giften/Schadstoffen gründet, auf diese Weise den nachfolgenden Generationen nutzbare Ackerflächen hinterlässt.

    Bio als Aspekt für „mehr“ gesunde Ernährung, tja, das ist (für mich) ein Scheinargument in der Diskussion, gesund sollte die Ernährung in jedem Falle sein, egal ob konventionell oder biologisch erzeugt.

    „… wenn er ständig sagt „jeder kann und sollte vegan“, ich kann es nicht, ich habe es versucht und starb fast.“

    Will das gar nicht im Detail hinterfragen, aber der Mensch an sich kann biologisch betrachtet sehr wohl zu 9x Prozent vegan leben. Und sollte es auch meiner Meinung (1) häufiger in der Woche bis (2) so selten Fleisch/Milchprodukte essen wie nötig, um gesund zu bleiben wie den persönlichen Öko Rucksack zu verkleinern.

    Mit deiner Aussage, dir hätte der Tod durch vegane Ernährung gedroht, kann man sich wunderbar eine Rechtfertigung schaffen für MEHR Fleisch als nötig. Sicherheitsdenken ist in unserer so arg verwöhnten Zivilisation m.M. zu stark ausgeprägt. Obwohl ich jeden, der bei Ernährungsumstellungen Probleme bekommt, lieber zweimal zum Arzt schicken würde. Es braucht sicher Durchhaltevermögen, rationale Argumente und den emotionalen Wunsch, es wirklich zu wollen, den einen fällt das leicher als Anderen, grundsätzlich würde ich das Können und Sollen entschärfen in Richtung: so oft fleischlos wie nur möglich. Die kritischen Mengen an Vitamin B12 etc. werden im Körper lange genug gespeichert, dass eine einzige „Sünde“ bei einer Gelegenheit kaum zum Mörder machen sollte. Ersatzpräparate gibt es obendrein.

    Bei den Wutveganer kann ich eher spekulieren, zum Glück sind wir in unserem Bekanntenkreis die ältesten Vegetarier und gleichzeitig die jüngsten Veganer. Für mich sind extreme Meinungen, die man im Internet bzw. den sozialen Plattformen findet, völlig belanglos für meine/unsere Selbstwahrnehmung. Ausser man hat diesen Anspruch, sich über das Essen bzw. die eigenen Ernährung zu definieren.

    Mich interessiert die Weiterentwicklung hin zu mehr Nachhaltigkeit in den Lebensstilen. Da bleibt vegane wie vegetarischer Ernährung ein Schlüssel, Bio Fleisch oblilgatorisch.

  4. Ich finde das erste Foto sollte für jeden der Fleisch ist vollkommen ok sein und für Vegetarier vielleicht nicht der schönste Anblick, aber wir müssen uns doch sowieso Tag für Tag damit abfinden, dass nicht jeder Vegetarier ist oder Veganer. Letzendlich unterstützt das Bild unsere Haltung doch, die meisten Leute vergessen doch dass jemand für dieses Fleischprodukt jemand sterben musste. Also in der Hinsicht danke Tim Mälzer, dass du alle Nicht-Vegetarier daran mal wieder erinnert hast.

  5. „… für Vegetarier vielleicht nicht der schönste Anblick“

    Womit du ein Bild von Vegetariern zeichnest, die alle kein Fleisch sehen können, Ekel empfinden, die Ursache für den Vegetarismus gar ästhetisch begründet sein müsse.

    „… die meisten Leute vergessen doch dass jemand für dieses Fleischprodukt jemand sterben musste.“

    Nicht nur das abgebildete Tier. Sondern womöglich viele Tiere, die dort keinen Lebensraum mehr haben, wo das Tierfutter für das hierzulande aufgezogene/produzierte Schwein hergestellt wurde. (Um auf die globalen Auswirkungen einzugehen, abseits der Bezugsquelle von Mälzer wie im Bericht nachzulesen).

  6. Klar, war das erste Foto nicht toll, wahrscheinlich auch geschmacklos, aber:

    Wenn Fleischesser nicht akzeptieren können, dass ihr Schweinekotelett mal einen Kopf hatte, sollten sie besser Vegetarier werden.?

  7. Das Schweinekopfbild ist entwürdigend, ohne Frage. Und wer so etwas macht, hat offenbar in seiner Kindheit einiges durchlebt – mit der Folge, dass dieser Mensch Respekt und Mitgefühl nur noch auserwählten Lebewesen schenkt. Das ist krank, aber so entwickelt sich unsere Gesellschaft leider nunmal. Und da hilft auch das ganze gebashe auf facebook herzlich wenig.

    Deshalb mach‘ ich’s Ghandi-style und versuche so gut es geht nach dem Motto zu leben „Sei Du selbst der Wandel, den Du in der Welt sehen willst.“ Und ich merke, dass diese Lebensweise den größten Impact hat: Als ich – noch zutiefst erschüttert von den unzähligen Videos von Peta und Co. – versucht habe, die ganze Welt zum Veganismus zu missionieren, habe ich nur Spott, Mitleid und Aggression geerntet. Seit ich nicht mehr darüber spreche, welchen Irrsinn Fleischesser mitfinanzieren und ich einfach nur meiner Linie treu bleibe, entwickeln sich die Leute in meinem Freundeskreis von ganz allein zu Flexitariern, die kaum noch Fleisch essen. Das schöne daran ist, dass sie es nicht tun, weil sie mir einen Gefallen tun wollen oder weil es gerade hip ist oder weil sie an ihre Gesundheit denken müssen, sondern aus Mitleid mit den Kreaturen und aus politischem Verantwortungsbewusstsein gegenüber den hungernden Menschen in der Welt.

  8. Ein Koch posiert mit dem Kopf eines toten Schweins.
    Ein Tierarzt posiert mit dem Kopf eines Hundes, den er gerade eingeschläfert hat.
    Ein Medizinstudent posiert mit dem Kopf eines Menschen, den er gerade seziert hat.

    Es wird sicher immer Menschen geben, die das witzig finden.
    Menschen können ja auch foltern und das witzig finden.

    Bloß: Welche Grenzen will ich überschreiten? Und wofür?

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