Wikkelhouse: das Tiny House aus Pappe

Screenshot: © Wikkelhaus

Tiny Houses gibt es inzwischen in allen möglichen Formen und Materialien – das Wikkelhouse ist dennoch außergewöhnlich: Das kleine Häuschen besteht aus Pappe. Es ist robust, nachhaltig, leicht und kann praktisch überall aufgestellt werden.

Das Tiny House mit dem schönen Namen Wikkelhouse besteht aus einzelnen Modulen und kann daher in verschiedenen Größen gebaut werden. So ist das Häuschen flexibel nutzbar: als Wohnraum, Büro oder Ausstellungsfläche zum Beispiel. Die einzelnen Module sind jeweils 1,20 Meter breit und werden kaum sichtbar miteinander verbunden. Der Hersteller verspricht individuelle Anfertigungen aller Art.

Das Wikkelhouse ist eine Erfindung des niederländischen Unternehmens Fiction Factory – eine kreative Werkstatt in Amsterdam, die unter anderem Theaterkulissen, Innenausstattungen für Ausstellungsräume, Geschäfte und Büros sowie Messestände designt und fertigt.

Und nun eben auch Tiny Houses. Im Video erklären die Macher: „Wir wollten selbst ein Wikkelhaus und dachten uns: Wenn wir ein Wikkelhouse wollen, dann werden viele andere Menschen auch eines haben wollen.“

Das gewickelte Tiny House

Boden, Wände und Decke des Hauses bestehen aus Wellpappe. Diese wird auf Basis skandinavischer Bäume aus nachhaltiger Forstwirtschaft gefertigt.

„Wikkelen“ bedeutet auf niederländisch „wickeln“ – und genau so entsteht das Wikkelhouse auch: Die Wellpappe wird um eine Konstruktion gewickelt, welche die Form des Hauses hat. Aus 24 Lagen Pappe entsteht so sein Rahmen. Die einzelnen Lagen werden nach Herstellerangaben mit umweltfreundlichem Kleber verklebt und bilden so eine gut isolierende und stabile Sandwich-Struktur. Jedes Modul wird außen mit einer wasserdichten Alumium-Schicht überzogen und mit Holz verkleidet.

Wikkelhaus: Tiny House aus Pappe - Herstellung
Das Tiny House wird aus Pappe „gewickelt“. (Screenshot: © Wikkelhaus)

Die einzelnen Module werden anschließend zusammengefügt – ganz nach Wunsch des Kunden entsteht so ein individuelles Wikkelhouse. Das Häuschen kann man entweder geschlossen oder mit Glasfronten erwerben.

Auch Decke, Boden und die Wände des Hauses gestalten die Niederländer ganz so, wie es sich der zukünftige Hausbesitzer vorstellt. „Anything goes“, was Materialien, Farben und Ausstattung angeht, heißt es im Video.

Um das Haus als Wohnraum zu nutzen, kann man dem Entwurf einfach die passend designte Innenausstattung hinzufügen:

„Simply add a smart ‘Home’-segment to your Wikkelhouse design. This segment holds all domestic installations and offers you a kitchen, shower and bathroom.“

Wikkelhaus: Tiny House aus Pappe - Innenraum
Den Innenraum kann man ganz individuell gestalten lassen. (Screenshot: © Wikkelhaus)

Das fertige Haus soll nach Firmenangaben mindestens 100 Jahre überstehen. Die Module können aber auch einfach immer wieder neu angeordnet werden, so dass man sich sein Wikkelhouse immer wieder neu gestalten kann. Sie sind zudem vollständig recycelbar.

Flexibel, leicht, überall nutzbar

Die einzelne Module sind 1,20 Meter tief, 4,60 Meter breit und 3,50 Meter hoch; sie wiegen nur 500 Kilogramm. Bei einem Haus aus sieben Segmenten – wie im Video gezeigt – käme man also auf etwa 8,40 Meter Länge und eine Grundfläche von circa 38 Quadratmetern. So „tiny“ ist das gar nicht.

Weil das Wikkelhouse so leicht ist , braucht es kein Fundament und kann praktisch überall aufgestellt werden. Das fertige Haus wird in Amsterdam auf einen Lastwagen geladen und an seinen neuen Bestimmungsort gebracht – innerhalb eines Tages kann es dann aufgestellt und bezogen werden.

Wikkelhaus: Das Tiny House aus Pappe kann praktisch überall aufgestellt werden
Das Tiny House aus Pappe kann praktisch überall aufgestellt werden (Screenshot: © Wikkelhaus)

Da es sich beim Wikkelhouse um ein modulares Konzept handelt, ist auch der Preis von der Anzahl der Module, der Ausstattung usw. abhängig. Ein Häuschen aus drei Segmenten bekommt man ab etwa 25.000 Euro plus Transport und Aufstellung.

Die Häuser können derzeit innerhalb der Niederlande sowie nach Belgien, Luxemburg, Deutschland, Frankreich, Dänemark und ins Vereinigte Königreich geliefert werden. Da Fiction Factory derzeit nur etwa zwölf Häuser pro Jahr baut, muss man sich als Interessent unter Umständen gedulden: es gibt eine Warteliste für neue Wikkelhouses.

Mehr Informationen findest du unter www.wikkelhouse.com.

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(4) Kommentare

  1. 25.000€ für ein haus mit 3,60 Meter tief, 4,60 Meter breit ?
    ohne innenausstattung oder Wärme/Kältedämmung ,
    ohne elektro und sanitäre inst. ?
    viel zu teuer… aus OSB und richtig versiegelt kommt man da auf
    1/10 vom preis bei gleicher oder längerer haltbarkeit und hat ev.
    sogar eine minimale Dämmung und schon mal grundversorung
    an elektrik. klar ist die idee gut , aber einfach zu teuer

  2. 24 Lagen Wellpappe bieten ganz sicher eine wesentlich bessere Dämmung als OSB.
    Beim Preis gebe ich Dir allerdings recht. Mind. 500 €/m³ sind schon satt. Transport und Aufstellung kommen schließlich noch dazu. Und dass kein Fundament benötigt wird halte ich, sehr diplomatisch ausgedrückt, für ein Gerücht.
    Nett anzusehen sind die Dinger allerdings schon.

    P.S.: „vollständig recycelbar“ klingt ja ganz gut, aber wer recycelt so etwas?

  3. Das wird nicht mehr brennen, als ein Holzgebäude, ist hier aber auch kein Thema. Baurechtlich reicht bei dieser Gebäudeklasse „normalentflammbar“ für die Baustoffe aus, Feuerwiderstandsdauer ist für die Bauteile keine gefordert.

  4. Komplett mit Aluminium überzogen? Wer schonmal etwas über die ökologischen und sozialen Faktoren beim Aluminiumabbau etwas gelesen hat, den/die wird das bedenklich stimmen. Klar, dass das Material hier immer noch besser verwendet ist, als als Dönerverpackung. Und auch klar, dass konventionelle Häuser nicht besser sind. Aber Holz-, Stoh- oder Lehmhäuser sollten doch eine bessere – und vermutlich auch bezahlbarere Option darstellen.