Wohnen bei Aldi: Discounter-Riese vermietet bald Apartments

Foto: © Aldi Nord

Aldi ist bald nicht nur Supermarkt, sondern auch Vermieter: Aldi Nord will mehr als 2000 Wohnungen bauen und günstig vermieten. Für Aldi bringt das gleich mehrere Vorteile.

Bezahlbare Wohnungen werden vor allem in unseren Großstädten immer knapper. Jetzt bekommt der Immobilienmarkt einen neuen Mitspieler: Aldi Nord. Der Lebensmittelhändler kündigte am Donnerstag überraschend an, künftig Wohnungen vermieten zu wollen.

Die Pläne sind auch schon ziemlich konkret, beschränken sich aber auf Berlin: Insgesamt will der Discounter dort mehr als 2.000 Wohnungen bauen. An mindestens 30 Standorten sollen sogenannte „gemischt genutzte Immobilien“ entstehen.

Wohnungen über Aldi-Filialen

Das bedeutet: Die Wohnungen werden in Kombination mit neuen Aldi-Nord-Märkten gebaut. Die Filialen sind einstöckig, darüber ist also noch jede Menge Platz für Apartments.

30 Prozent der Wohnungen sollen laut Zeit online Sozialwohnungen werden, die für höchstens 6,50 Euro pro Quadratmeter vermietet werden. Der Mietpreis für die restlichen Wohnungen solle bei höchstens zehn Euro pro Quadratmeter liegen – also deutlich unter den Berliner Durchschnittspreisen. Die ersten 200 Wohnungen sind in Neukölln und Lichtenberg geplant.

Was bringt das für Aldi?

Aldi Wohnungen vermieten
So könnten Aldi-Wohnhäuser aussehen. (Foto: © Aldi Nord)

Für Aldi gibt es dabei neben der zusätzlichen Einnahmequelle durch Mieten einen weiteren Vorteil: „Und natürlich möchten wir an möglichst hochfrequentierten Lagen für unsere Kunden da sein. Die Kombination von Aldi-Märkten und angeschlossenem Wohnraum ist deshalb eine konsequente und vor allem zukunftsorientierte Lösung“, sagt Jörg Michalek, Geschäftsführer der Aldi-Immobilienverwaltung. Aldi stellt so also sicher, dass die neuen Filialen auch gleich ausreichend Stammkunden haben.

Was sind die Vor- und Nachteile?

Dass Aldi dabei neuen und vor allem bezahlbaren Wohnraum in der Hauptstadt schafft, ist natürlich vielversprechend. Gerade in Berlin ist der Wohnungsmarkt angespannt, günstige Wohnungen sind knapp. Aldi ist auch nicht der erste Supermarkt, der in das Immobiliengeschäft einsteigt: Der Süddeutschen Zeitung zufolge vermieten auch Edeka, Rewe und Lidl Wohnungen.

Andererseits muss man es kritisch sehen, wenn große Unternehmen ihre Märkte ausweiten. Lebensmittelkonzerne verkaufen heute nicht mehr einfach nur Nahrungsmittel, sondern bieten auch Versicherungen, Dienstleistungen, Reisen oder eben Wohnungen an. Sie vergrößern so ihren Einfluss und damit auch unsere Abhängigkeit von ihnen. Große Konzerne zu meiden und nicht bei Aldi und Co. „einzukaufen“ wird also immer schwieriger, sollte sich dieser Trend fortsetzen.

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