So verändert der 6-Stunden-Tag die Arbeitskultur

Arbeiten im 6-Stunden-Tag
Foto: © granata68 - Fotolia.com

Der Sechs-Stunden-Tag kann Mitarbeiter motivieren und dafür sorgen, dass Arbeit mehr Spaß macht – sagt die Unternehmerin Maria Bråth im Interview mit enorm. Wie geht das?

In Schweden macht sich ein Trend breit: immer mehr Unternehmen setzen auf einen Sechs-Stunden-Tag. Die verkürzte Arbeitszeit soll für motiviertere Mitarbeiter, weniger Krankenausfälle und besseres Arbeitsklima sorgen, aber: Macht der Sechs-statt-acht-Stunden-Tag auch wirtschaftlich für ein Unternehmen Sinn?

Maria Bråth
Maria Bråth (Maria Bråth)

Das Magazin enorm hat bei Maria Bråth, der Geschäftsführerin des schwedischen Start-ups Brath nachgefragt, wie der Sechs-Stunden-Tag bei ihnen funktioniert.

enorm: Man würde denken, kürzere Arbeitszeiten hemmen die Produktivität. In acht statt sechs Stunden ist doch einfach mehr herauszuholen. Wie steht denn Ihr Unternehmen da?
Maria Bråth: Wir haben einen gesunden Gewinn und ein ausgeglichenes Wachstum. Auf unserer Website haben wir das auch grafisch veranschaulicht. Wir haben dort auch erklärt, warum wir den Sechs-Stunden-Tag eingeführt haben und warum wir denken, dass er gut für das Unternehmen und für unsere Mitarbeiter ist.

In erwähntem Unternehmensblog schreibt Ihr Gründer, die Arbeitstage in Ihrer Firma kürzer zu machen, war eine richtig intelligente Entscheidung. Was meint er damit?
Wir merken einfach, dass unsere Mitarbeiter Sechs-Stunden-Tage schätzen und glücklich sind. Das Team weiß, dass wir uns um sie kümmern, und bemühen sich so um das Unternehmen. Unsere Mitarbeiter sind das Wichtigste in unserer Firma. Wenn sie glücklich sind, geht es dem Unternehmen gut.

6-Stunden-Tag
„Wenn die Mitarbeiter glücklich sind, geht es dem Unternehmen gut.“ (Foto: Bråth)

Wie schaffen es ihre Mitarbeiter, einen einen Vollzeitjob in sechs Stunden zu machen?
Unsere Arbeit ist kreativ und wir arbeiten viel an Problemlösungen. Wenn die Mitarbeiter gut ausgeruht sind und morgens startklar ins Büro kommen, leisten sie mehr während des Tages. Wir glauben nicht, dass es möglich ist, mehr als sechs Stunden lang effektiv und kreativ zu arbeiten.

Und nach 18 Uhr ist bei Ihnen dann wirklich niemand mehr im Büro?
Natürlich gibt es wie in jedem anderen Unternehmen auch Zeiten, in denen wir eine Menge zu tun haben, was zusätzliche Stunden Arbeit für uns bedeutet. Aber es kommt selten vor, dass man nach 18 Uhr Menschen im Büro antrifft.

Was waren die unmittelbaren Auswirkungen nach Umstellung auf den Sechs-Stunden-Tag?
Wir haben seit Gründung des Unternehmens mit dem Sechs-Stunden-Tag gearbeitet, so dass wir keinen Vergleich haben. Allerdings haben wir zuvor alle in Jobs mit normaler Stundenanzahl gearbeitet, so dass wir die Unterschiede deutlich merken. Wir fühlen uns besser, wir haben mehr Zeit für die Dinge, die wir im Leben zu schätzen wissen: Zeit mit unseren Kindern zu verbringen, Freunde zu treffen und gutes Abendessen zu kochen anstatt einfach schnell etwas zu essen.

Statt Weiterbildung: gleich jetzt mit Good Jobs nach Jobs mit Sinn suchen
Statt Weiterbildung: gleich jetzt mit Good Jobs nach Jobs mit Sinn suchen (Good Impact)

Wie verändert das die Arbeitskultur?
Im Vergleich zu früheren Arbeitsplätzen sehe ich einen Unterschied in der Atmosphäre. Die Menschen sind glücklich. Ich höre oft Mitarbeiter sagen, dass sie sich glücklich schätzen, für Brath AB arbeiten zu dürfen. Anstatt sich über die Zustände im Büro auszulassen, höre ich sie über die Dinge sprechen, die gut sind.

Und für Sie persönlich als Führungskraft? Merken Sie auch eine positivere Einstellung?
Ich selbst habe zuvor halbtags gearbeitet, eine Entscheidung, die ich getroffen habe, um auch Zeit mit meinen Kindern verbringen zu können. Als ich bei Brath anfing zu arbeiten, hatte ich dieselbe Arbeitszeit wie in meinem vorherigen Job, werde aber als Vollzeit eingestuft und bekomme  somit auch ein volles Gehalt. Ich glaube nicht, dass ich die Position als Geschäftsführerin angetreten hätte, wenn es nicht den verkürzten Arbeitstag gegeben hätte. Als CEO will ich ganztags im Büro sein, solange die Kinder aber zur Schule gehen, würde ich meine Karriere niemals über die Zeit mit ihnen stellen.

Sie erwähnen dort auch, dass Sie durch die ungewöhnlichen Arbeitszeiten der Konkurrenz voraus sind, wenn es darum geht, qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Warum denken Sie, ist das so entscheidend für Bewerber? Sind denen nicht Gehalt und Prestige wichtiger?
Natürlich ist das Gehalt ein wichtiger Faktor, um Mitarbeiter zu finden. Aber der verkürzte Arbeitstag hat uns als Unternehmen immens geholfen, Hochqualifizierte für uns zu gewinnen. Wir müssen nie Stellen öffentlich ausschreiben, weil so viele Bewerber uns initiativ anschreiben. Ich weiß von einigen unserer Mitarbeiter, die Jobs mit höherem Gehalt abgelehnt haben, weil sie für unser Unternehmen arbeiten möchten. Sobald man sich einmal an einen kürzeren Arbeitstag gewöhnt hat, müsste viel passieren, damit man diesen wieder aufgibt.

GASTBEITRAG aus enorm.
TEXT: Shila Meyer-Behjat FOTOS: Brath

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(15) Kommentare

  1. Rückblickend auf mein Berufsleben kann ich mir das schwer vorstellen, so sehr ich mir das gewünscht hätte. Allein die Aufnahme an Informationen, die einen in Stand setzen, die eigentliche Arbeit auszuführen, erfordert schon ein Sechstel bis ein Fünftel der zur Verfügung stehenden Zeit. Aber das mag natürlich von Branche zu Branche und Art der Arbeit sehr verschieden sein. Es spielen ja weit mehr Faktoren hinein, als hier erwähnt werden. An einem Versuch hätte ich selbstverständlich gern teilgenommen…

  2. Es hängt sicher von der Branche ab und natürlich auch davon, wie das in einer Firma gehandelt wird und ob der/die CheffIn das unterstützt- wie im o.g. Beispiel.

    Ich persönlich hätte damals in Festanstellung gerne in 3-Tagewoche gearbeitet.
    Wegen Fahrzeit wären 6 Stunden nicht sinnvoll gewesen.
    Das wurde aber nicht genehmigt.

    Die Praxis ist in vielen Fällen in meiner Branche (IT) heute so, daß Projektbezogen gearbeitet wird und dann steht bei besser dotierten Jobs im Vertrag „Überstunden sind mit dem Gehalt vergolten“.

    D.h. in der Praxis arbeiten die Leute nicht 8 Stunden, sondern 10 und mehr.
    Wenn auf dem Papier 6 Stunden stehen (und vergütet werden) besteht dann immer noch die Gefahr, daß mehr gearbeitet werde…unvergütet.

    Nach meiner Erfahrung in der IT-Branche ist das eher gang und gäbe und die Mitarbeiter setzen sich gegenseitig unter Druck und keiner will der erste sein, der nach 6 Stunden geht.
    Es braucht also tatsächlich die klare Regelung von oben.

    Für mich hat sich das Problem vor 9 Jahren mit Selbständig machen erledigt .
    Natürlich arbeite ich heute in der Regel vieeeeeel mehr, als 6 Stunden.
    Aber ich kann mir auch mal einen ganzen Tag frei nehmen, wenn Bergwetter ist und brauche das nur mit meinen Kunden regeln, aber nicht mit Kollegen oder Chefs.

    Grundsätzlich begrüße ich das natürlich sehr.
    Nur wenn ein paar Firmen den Anfang machen, kann sich was ändern.
    Sogar Amazon bietet jetzt teilweise solche Arbeitsmodelle an, um das schlechte Image etwas zu relativieren.

  3. „… ausgeruht sind und morgens startklar ins Büro kommen, leisten sie mehr während des Tages.“

    Wer kommt nicht ausgeruht ins Büro?
    Sollen 8 Stunden Arbeitsanfall in 6 Stunden erledigt sein? Quoten? Akkord?

    Ich arbeite 5,5 Sunden und täglich versuche ich 7-Stunden Arbeitsanfall in einen 5,5-Stunden Tag reinzupacken. Das funktioniert nicht und ich bin dann doch häufig 6,5 bis 7 Stunden da, unbezahlt. Oder es fallen irgendwelche schwierige und somit zeitaufwendige Aufgaben an, technische Ausfälle, zusätzlich einberufene Meetings ….

    Als schlichte Sachbearbeiterin, nicht gehoben positioniert, nicht studiert und mit unter-durchschnittlichem Gehalt.

  4. Da wollen wir doch mal realistisch bleiben: In vielen Jobs ist es heute schon nur schwer möglich mit einem 8-Stunden-Tag seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Immer mehr Menschen beziehen ergänzend Arbeitslosengeld 2 oder haben Nebenjobs, um irgendwie über die Runden zu kommen. 6 Stunden arbeiten, aber ein volles Gehalt dafür bekommen, das wäre hierzulande komplett gegen den Trend und wohl kaum durchzusetzen. Damit kann man leider nicht mehr konkurrenzfähig bleiben. Das mag allenfalls in einigen wenigen „Exotenfirmen“ funktionieren, aber für die breite Masse bleibt so etwas nur ein Traum! Nein, dieses Sparen am gerechten Lohn muss man nicht gut finden (ich finde das auch nicht fair gegenüber den Arbeitnehmern und den Steuerzahlern), aber so sieht nunmal derzeit die Realität aus. Solange unsere Gesetze eine derartige Ausbeutung von Personal und Sozialkassen zulassen, werden es die Arbeitgeber auch (aus)nutzen und Firmen wie die hier genannte wird man bestenfalls als ein wenig „spinnert“ belächeln.

  5. Es ist fast halb vier nachts und ich sollte vielleicht schlafen, aber wie absurd ist eigentlich die Diskussion, ob man alles in „8 Stunden schafft“?
    Was denn schaffen?

    Ich bin froh, dass ich auf dem Papier eine 40 Stunden Woche stehen habe, aber wenn ich nach 6 Stunden „alles geschafft“ habe, kann ich auch nach 6 Stunden gehen.

  6. Das 6 Stunden Modell darf sich natürlich nicht daran orientieren, ob „Alles geschafft“ wurde.
    Der Zustand ist ja sowieso in den meisten Jobs Fiktion.

    Richard Branson von Virgin hat 2014 die „Urlaubs-Flat“ eingeführt.
    Aber was sich erst mal gut anhört, hat einen Haken.

    „Voraussetzung sei, dass sich Arbeitnehmer nur dann freinehmen, „wenn sie 100 Prozent sicher sind, dass sie und ihr Team bei jedem Projekt im Zeitplan liegen und dass ihre Abwesenheit das Unternehmen in keinster Weise schädigt…“
    http://www.sueddeutsche.de/karriere/unternehmer-richard-branson-urlaubt-wie-es-euch-gefaellt-1.2146835
    und die Bilanz dazu ein Jahr später:
    http://www.spiegel.de/karriere/unbegrenzter-urlaub-us-unternehmer-zieht-bilanz-a-1065245.html

    Bei solchen Modellen verschenken viele Mitarbeiter einen Teil des Urlaubs, weil sie Angst vor Karriere-Nachteilen haben.
    Auch in Deutschland werden im Schnitt pro Mitarbeiter 3 Tage Urlaub / Jahr verschenkt.

    So eine Einschränkung von wegen „Alles schaffen müssen“ darf natürlich in dem 6-Stunden-Modell nicht vorkommen. So wenig wie bei 8 Stunden – in der Theorie.

    Diese Diskussionen bezüglich „Du kannst doch jetzt nicht gehen, wenn noch sov viel Arbeit übrig ist“ werden bei dem Modell nicht mehr und nicht weniger statt finden, als bei 8 Stunden (in vielen Branchen).

    Die Angst davor sollte kein Hinderungsgrund sein, sich solche Modelle zu wünschen, wenn sie ins eigene Lebenskonzept passen.

    Recht auf Teilzeit hat ja heute schon jeder Arbeitnehmer – Ausnahmen abgesehen.
    Und natürlich auch nur in der Theorie, wenn das Gehalt dazu reicht.

  7. In meiner ehemaligen Branche ist es üblich einen kleinen Stamm an festen Mitarbeitern zu haben. Die arbeiten dann mindestens 40 Stunden, aber meisstens eher 45 und mehr. Bei grossen Aufträgen werden dann Leiharbeiter, Selbstständige ect. dazugekauft. Klingt für einen Schlipsträger super, funktioniert aber nicht wirklich. Die guten Fachkräfte gehen nämlich in andere Branchen wo sie menschlicher behandelt werden und durchgehend beschäftigt sind. Die mögen nämlich kein Hire and Fire.

    Eine Regelarbeitszeit von 30 Stunden wäre ideal. Bei Flaute muss man Niemand entlassen und bei Auftragsspitzen kann die Arbeitszeit und damit der Output sofort um 33% erhöht werden. In vielen gutbezahlten Branchen ist eine Reduzierung der Grundvergütung von Fachkräften um 25% und dafür bezahlte Überstunden auch problemlos machbar. Wenn das im Arbeitsvertrag von vorneherein festgelegt ist, gibt es auch keine finanziellen oder organisatorische Probleme weil es jedem Mitarbeiter bekannt ist.

    Jeder ungelernte Bauarbeiter kriegt das auf die Kette. Nur Entscheider mit den Hauptskills Krawatte binden und Schuhe mit Ledersohle tragen nicht.

    Mit Industrie 4.0 verschärft sich das Problem nochmal stark. Die Gesamtarbeitszeit wird sich durch Rationalisierung weiter reduzieren aber der Druck auf den einzelnen Mitarbeiter wächst durch höhere Verantwortung. Entweder wir verändern Arbeitsrythmus und -zeit oder Arbeitslosigkeit und Burnout werden stark steigen.

  8. „Mit Industrie 4.0 verschärft sich das Problem nochmal stark. Die Gesamtarbeitszeit wird sich durch Rationalisierung weiter reduzieren aber der Druck auf den einzelnen Mitarbeiter wächst durch höhere Verantwortung. “
    Der Druck wächst schon alleine deshalb, weil es einfach bei Industrie 4.0 nicht mehr genug Arbeit für alle gibt.
    D.h. es wäre sowieso dringend notwendig, über neue Arbeits(-zeit)-Modelle nachzudenken.

    Das Thema muß man als Gesellschaft komplett durchdenken und daraus verbindliche Gesetzesregelungen definieren, sonst wird es sowieso im Hauen und Stechen enden.

    Grundgehalt wäre ein guter Anfang.

    Arbeit wird dann vermutlich ein so rares Gut, daß es schlichtweg als assozial gelten wird, wenn einige wenige 45 Stunden arbeiten (dürfen). 😉

  9. „Utopia“: wie der Name schon sagt… Wie weit fährt man denn zu diesem Verpackungs-freien Laden. Leider kann ich nur im Ort bei den Märkten und einmal pro Woche am Biomarkt einkaufen. Da kriegst Du kein Mehl, Zucker oder Kaffee in Dein Einmachglas rein. Nichtmal eine einzelne Bio Zitrone kann ich kaufen, nur ein Plastiknetzt voll. Müllfrei.. nichtmal plastikfrei ist realistisch beim Einkaufen. Ich würde aber gerne lernen.

  10. Ich begrüße diesen Artikel sehr. Zu den hier gemachten Kommentaren möchte ich sagen: wir dürfen das Pferd nicht von hinten aufzäumen, das Problem ist doch, dass Löhne zu schlecht sind, dass Mieten zu teuer sind etc, dass Menschen oft viel mehr machen müssen, als ihnen gut tut. Das Problem ist, dass Leistung und die Wirtschaft wichtiger ist, das der Mensch. Wenn wir vom Menschen ausgehen und was ihm gut tut, dann ist das wohl alles möglich. Wenn Unternehmen wirklich angemessen zahlen, auch für eine 30h-Woche. Wenn es den Mitarbeitern wirklich gut tut, ist nichts wirtchaftlich nachhaltiger als das. Eigene Erfahrung.
    Ich habe bisher noch nie 8h arbeiten können und bin vor Schuldgefühlen krankgeworden. Schluss mit dem Leistungsfetisch in Deutschland!!! Die Frage ist gesamtgesellschaftlich, die Frage ist: „in was für einer Gesellschaft wollen wir leben“? In einer, in der die Leistung und die Produktivität und „die Wirtschaft“ wichtiger ist als der Mensch? Also ich nicht!!!! DIe Wirtschaft muss wieder uns dienen und nicht umgekehrt. Lasst uns aufwachen.

  11. @Alexandra
    Ich gebe dir grundsätzlich Recht, aber die Wirtschaft hat noch nie den Menschen gedient. Es war leider schon immer umgekehrt. Dass in den 60ern und 70ern bessere Arbeitsbedingungen herrschten als heutzutage, sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass in diesem Land noch nie die Wirtschaft den Menschen gedient hat.

  12. „dass in diesem Land noch nie die Wirtschaft den Menschen gedient hat“
    Das hört sich so an, als sei „Die Wirtschaft“ ein Tier oder sonstiges lebendes Ding, völlig abgespaltet von uns Menschen.
    Die Wirtschaft ist aber menschengemacht und ohne Wirtschaft würden wir recht alt aussehen.
    Manchen Menschen dient „die Wirtschaft“ sogar so sehr, daß sie Multimilliardär geworden sind.

    Wenn wir nicht erkennen, daß die Wirtschaft in ihrer jeweiligen Ausformung ein Produkt unserer Gesellschaft – letztendlich jeden Einzelnen – ist, dann sind wir auch nicht in der Lage, etwas gegen ungerechte Verteilung von (Wirtschafts-)Ressourcen zu unternehmen.
    Die Wirtschaft kann nur Menschen ausnehmen, die sich das gefallen lassen.
    Offensichtlich profitieren noch viel zu viele Menschen von unserem derzeitigen Wirtschaftssystem – Rauptierkapitalismus inklusive – daß sich einfach nicht genug Widerstand regt.

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