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Ostermarsch 2025: So kannst du mitmachen

Ostermarsch
Foto: CC0 / Pixabay / Engin_Akyurt

Dieses Jahr finden die Ostermärsche vom 17. bis zum 21. April statt. Deutschlandweit werden dann Menschen für Frieden und Demokratie auf die Straße gehen. Alles, was du zu den Ostermärschen wissen solltest, erfährst du hier.

Am Karfreitag 1960 nahm eine neue Friedensbewegung in Deutschland ihren Anfang. Atomkriegsgegner:innen versammelten sich und brachen zum ersten sogenannten Ostermarsch auf. Ihr Ziel: gegen nukleare Aufrüstung protestieren. Schon ein paar Jahre später richtete sich der Protest auch gegen den Krieg.

Angesichts von Konflikten, Krisen und Kriegen weltweit, die nukleare Abschreckungsstrategien zurück auf die politische Agenda bringen, ist der Protest gegen Atomwaffen erneut dringlich geworden. Dieses Jahr finden die Ostermärsche deutschlandweit vom 17. bis zum 21. April statt.

Eine Geschichte des Ostermarschs

Dieses Jahr sind die Forderungen beim Ostermarsch wegen aktueller Aufrüstungstendenzen besonders dringlich.
Dieses Jahr sind die Forderungen beim Ostermarsch wegen aktueller Aufrüstungstendenzen besonders dringlich. (Foto: CC0 / Pixabay / wal_172619)

Der erste Ostermarsch in Deutschland war 1960 eine Reaktion auf die Stationierung von nuklearwaffenfähigen Kurzstreckenraketen im Landkreis Celle unweit des ehemaligen Konzentrationslagers Bergen-Belsen. Aus mehreren norddeutschen Städten brachen kleine Gruppen von Protestierenden auf und zogen bis zum NATO-Truppenübungsplatz Bergen-Hohne. Dem Marsch schlossen sich immer mehr Menschen an, sodass bei der Abschlussbekundung am Ostermontag um die 1.000 Demonstrierende zusammenkamen.

Im weiteren Verlauf der 1960er-Jahre wuchs der Ostermarsch zu einer deutschlandweiten Massenbewegung heran, denn Kubakrise und Ost-West-Konflikt schürten die Angst vor einem atomaren Weltkrieg. 1963 bekam die Bewegung den Namen “Kampagne für Abrüstung”, fünf Jahre später wurde sie umbenannt in “Kampagne für Demokratie und Abrüstung”. Inzwischen richtete sich der Protest nicht mehr nur gegen Atomwaffen. Die Friedensbewegung vereinte Protestierende verschiedener politischer Lager, die sich gemeinsam für Frieden, Waffenverzicht und gute Länderbeziehungen bemerkbar machten. 

Ende der 60er-Jahre zersplitterte die Bewegung. Zu viele Weltanschauungen trafen darin aufeinander, die zu polarisieren begannen. So entwickelte sich aus der Teilnahme studentischer Protestierender die Studentenbewegung, die breitere soziale und politische Forderungen stellte.

In Krisenzeiten erfahren die Ostermärsche jedoch regelmäßig verstärkten Zulauf, beispielsweise während des Irakkriegs 2003. Seit einigen Jahren übernimmt das Netzwerk Friedenskooperative in Bonn die Koordinierung der Ostermärsche.

Kritik an den Ostermärschen

In den letzten zwei Jahren wurde kritisiert, dass sich die Ostermärsche nicht klar genug gegen den russischen Angriffskrieg in der Ukraine bekannten. So distanzierten sich einige Parteiverbände der Linken gegen die Demonstrationen oder organisierten Gegenveranstaltungen – andere Teile der Partei sprachen sich trotzdem für die Teilnahme an den Märschen als Friedenssignal aus.

Ostermarsch 2025: So kannst du mitmachen

Es gibt viele Wege, wie du die Ostermärsche 2025 unterstützen kannst.
Es gibt viele Wege, wie du die Ostermärsche 2025 unterstützen kannst. (Foto: CC0 / Pixabay / Joa70)

Die Ostermärsche 2025 finden unter dem Eindruck der Aufrüstung in Deutschland und Europa statt, so das Netzwerk Friedenskooperative. Daher stehen neben den traditionellen Forderungen nach einer atomwaffenfreien Welt bei den diesjährigen Ostermärschen auch Forderungen nach diplomatischen Initiativen zur Beendigung der Kriege – insbesondere in der Ukraine und Gaza – im Zentrum. 

Wenn du mitlaufen möchtest, findest du auf der Website des Netzwerks Friedenskooperative eine Übersicht über die geplanten Ostermärsche. Im Terminkalender sind alle Ostermärsche eingetragen. Du kannst auch gezielt nachschauen, welche Ostermärsche es in deinem Bundesland gibt.

Als Alternative zum klassischen Ostermarsch könntest du auch eine Oster-Friedensfahrradtour organisieren. Wie das geht, erklärt das Netzwerk in diesem Handout.

Solltest du nicht auf der Straße dabei sein können, kannst du dich am virtuellen Ostermarsch beteiligen und so in den sozialen Medien zu Frieden aufrufen.

Weitere Möglichkeiten, um das Netzwerk Friedenskooperative zu unterstützen:

  • Unterschreibe die Ostermarsch-Anzeige: Das Netzwerk Friedenskooperative wird eine Anzeige in der Tageseitung taz sowie in weiteren Zeitungen schalten. So will es kurz vor den Ostermärschen deutlich machen, warum es so wichtig ist, sich für Frieden und Abrüstung einzusetzen. Das Netzwerk unterstützt dadurch die lokalen Veranstalter:innen bei der Mobilisierung von Protestteilnehmenden. Die Anzeige kannst du bis zum 6. April 2025 unterschreiben, wenn du dich mit 25 Euro an den Bemühungen beteiligst.
  • Spenden und Patenschaften: Du kannst die Arbeit des Netzwerks, die auch über die Koordinierung des Ostermarsches hinausgeht, finanziell unterstützen, indem du spendest, Friedenspat:in oder Fördermitglied wirst.

Für die Organisation der Ostermärsche sind Veranstalter:innen in den jeweiligen Städten verantwortlich. Das Rahmenprogramm der Ostermärsche kann daher von Stadt zu Stadt unterschiedlich sein.

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