Gebärstreik: Miley Cyrus will keine Kinder – dem Klima zuliebe

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In einem Interview verriet Sängerin Miley Cyrus, dass sie nicht plant, Kinder in die Welt zu setzen. Ihr Grund: Der Klimawandel.

„Bis ich nicht merke, dass mein Kind auf einer Erde mit Fischen im Wasser leben kann, werde ich niemanden in die Welt setzen, der damit kämpfen muss“, erklärte die Sängerin Miley Cyrus in einem Interview mit der Elle. „Wir werden uns nicht vermehren, weil wir wissen, dass die Welt nicht damit umgehen kann.“

Miley Cyrus: „Wir bekommen einen Scheiß-Planeten“

„Wir nehmen und nehmen und erwarten, dass produziert wird“, so Cyrus weiter. „Und die Erde ist erschöpft. Sie kann nicht produzieren. Wir bekommen einen Scheiß-Planeten [vererbt], und ich weigere mich, den an mein Kind weiterzugeben.“

Cyrus nahm auch Anstoß daran, wie die Gesellschaft mit Frauen ohne Kinderwunsch umgeht: „Wenn du keine Kinder möchtest, bemitleiden dich die Leute wie bei einer Erkältung. Oder du bist eine herzlose Schlampe, die nicht fähig ist zu lieben.“

„Wir erwarten, dass der Planet immer bevölkert ist“, erklärte die Sängerin. „Und wenn das nicht Teil unseres Plans oder unserer Absichten ist, dann sind wir oft einer Verurteilung und Wut ausgesetzt. Dann werden Gesetze geändert, die dich dazu zwingen – selbst, wenn du aus einer Gewaltsituation heraus schwanger wirst.“ Mit ihrer Aussage spielt die Sängerin auf Verschärfungen des Abtreibungsrechts in einigen US-Bundesstaaten an.

Gebärstreik: Frauen verzichten fürs Klima auf Kinder

Versicherung für Kinder
Viele Frauen verzichten auf Nachwuchs oder bekommen weniger Kinder, weil sie sich wegen dem Klimawandel sorgen. (Foto: CC0/pixabay/ID 3643825)

Auch die Regensburger Lehrerin Verena Brunschweiger erklärt in ihrem Buch „Kinderfrei statt kinderlos – ein Manifest“, wieso sie auf Nachwuchs verzichtet. Sie führt unter anderem ihr Recht auf  Selbstbestimmung und persönliche Gründe an. Ihr Hauptgrund ist aber, dass Kinder rund 50 Tonnen CO2 im Jahr verursachen. Damit würden sie den Planeten immens belasten.

Mehr Informationen: Kinderlos-Debatte: Jetzt schaltet sich das Schulministerium ein

Auch die britische Sängerin Blythe Pepino gab in einem Auftritt beim Sender BBC bekannt: »Ich mache mir solche Sorgen, dass ich beschlossen habe, keine Kinder in die Welt zu setzen.« Daraufhin gründete sie die Birthstrike-Bewegung, zu deutsch „Gebärstreik“.

Zwei Gründe gegen das Kinderkriegen

Mitgliederinnen und Mitglieder der Birthstrike-Bewegung führen vor allem zwei Gründe dagegen an, Kinder zu kriegen:

Einerseits wollen sie keine Kinder in eine Welt setzen, die wegen des Klimawandels viele Gefahren wie Dürren, Wasser- und Lebensmittelknappheit bergen kann. (Mehr dazu: Klimawandel in Deutschland – mögliche Folgen 2040) Andererseits fürchten sie, dass sie den Klimawandel weiter vorantreiben, wenn sie zum Bevölkerungswachstum beitragen.

Wie sehr der Klimawandel viele Menschen in ihrem Kinderwunsch beeinflusst, zeigt eine Umfrage der New York Times: Hier gaben beispielsweise 11 Prozent der Befragten an, sie wollen wegen des Klimawandels keine Kinder oder wären sich „nicht sicher“. 33 Prozent haben weniger Kinder, als sie wollten, weil sie sich um den Klimawandel sorgen machen.

Utopia meint: Kinder sind mehr als ihr CO2-Ausstoß

Die Bedenken von Miley Cyrus und der Birthstrike-Bewegung sind natürlich berechtigt. Einer Studie der schwedischen Universität Lund zufolge stoßen Kinder im Jahr 58 Tonnen CO2 aus – fast zehnmal so viel wie ein Flug nach Thailand. Und was die Zukunft für kommende Generationen bereithält, wissen wir nicht.

Doch kann man Kinder nicht auf ihren ökologischen Fußabdruck reduzieren. Ein Menschenleben ist mehr wert als die Summe seiner Atemzüge – dessen sollten wir uns auch in Zeiten des Klimawandels bewusst sein. Natürlich steht es Männern und Frauen frei, auf Kinder zu verzichten. Doch Resignation ist kein guter Grund, denn: Noch können wir handeln, um die Zukunft für unsere Kinder möglichst lebenswert zu gestalten.

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(2) Kommentare

  1. Hallo zusammen,

    ich stimme utopia zu, dass Kinder eindeutig mehr sind als nur ihre CO2-Emissionen. Allerdings möchte ich einen Absatz aus der Studie zitieren, die WICHTIGE HINTERGRUNDINFOS liefert, anstatt nur die ca. 50t CO2 in den Raum zu werfen:

    „For the action ‚have one fewer child,‘ we relied on a study which quantified future emissions of descendants based on historical rates, based on heredity (Murtaugh and Schlax 2009). In this approach, half of a child’s emissions are assigned to each parent, as well as one quarter of that child’s offspring (the grandchildren) and so forth. This is consistent with our use of research employing the fullest possible life cycle approach in order to capture the magnitude of emissions decisions.“ (https://iopscience.iop.org/article/10.1088/1748-9326/aa7541)
    Daraus folgt, dass die WissenschaftlerInnen:
    1) von „einem Kind weniger“, statt „kinderfrei“ reden
    2) Zahlen von 2009 für ihre Berechnungen nutzen (10 Jahre alte Daten)
    3) deshalb zu so horrend hohen CO2-Emissionen der Kinder kommen, weil deren ELTERN und Großeltern diese produzieren!!!! Nicht weil das Kind selbst diese Konsumansprüche hätte…

    Aber vielleicht überdenkt bei diesem Thema Kinder dann auch eine Miley Cyrus und Co. ihre unglaublichen CO2-Emissionen, die sie durch ihr Berufs- und Konsumleben produziert…

    –> Meine Suche nach „Wieviel CO2 produziert man im Laufe des Lebens“ bin ich auf folgenden Artikel gestoßen, der meines Erachtens und Fachwissens die Situation besser darstellt (leider auch von 2011): https://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article13705430/Rentner-sind-mit-Abstand-die-groessten-Klima-Killer.html

  2. Ich finde den Begriff Gebärstreik unpassend. Auch wenn die Entscheidung nicht nur private Gründe hat, ist sie nicht mit Forderungen verbunden, es wird also nicht für etwas gestreikt.
    Und auch insgesamt ist Kinder kriegen nicht wirklich Streiktauglich. Es ist etwas sehr persönliches, man macht es für niemand anderen (außer den Partner oder Familie, nur die könnten also bestreikt werden). Ein Streik würde voraussetzen, dass es eine feste Aufgabe aller Frauen ist, die jetzt verweigert wird. Miley Cyrus verweigert nicht das Kinderkriegen, sie hat sich persönlich entschieden, dass sie keine Kinder möchte. Zwar aus politischen Gründen aber nicht mit politischen Zielen.

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