12 praktische Minimalismus-Tipps, die dein Leben leichter machen

Minimalismus kann jeder
Foto: © Fritz Donath - photocase.com

Minimalistisch leben heißt: sich auf das Wesentliche beschränken. Dafür muss man aber nicht gleich in eine Blockhütte im Wald ziehen. Jeder kann ein bisschen mehr Minimalismus in sein Leben bringen – jeden Tag und auch jetzt sofort.

Ein einfaches Leben, Freiheit, Unbeschwertheit – irgendwie wünschen wir uns das alle. Doch in unserer modernen Welt bleibt diese Einfachheit oft auf der Strecke: Konsum, Besitz und Leistung scheinen zumindest vordergründig die wichtigeren Werte zu sein.

Konsequenter Minimalismus hört sich nach Verzicht und Aussteiger-Leben an. Wir haben da eine gute Nachricht: Selbstverständlich kann man an der modernen Gesellschaft teilhaben und sich dennoch durch Minimalismus-Strategien Freiräume schaffen. Unsere Tipps sollen helfen, ab und zu Entscheidungen zu treffen, die das Leben ein klein wenig einfacher und uns ein klein wenig freier machen – und ein bisschen glücklicher.

Wie man sich ein Stück weit unabhängig von der Konsumwelt machen und einfacher leben kann, zeigen wir in unserer Bilderstrecke „Stoppt den Konsumwahn – 15 Wege zu mehr Unabhängigkeit“.

Geh einfach mal zu Fuß

So bequem es auch sein mag – lass dein Auto einfach mal stehen und steig nicht in die U-Bahn. Nimm dir vor, an mindestens einem festen Tag pro Woche zu Fuß zur Arbeit, zum Einkaufen oder zur Verabredung zu gehen. Warum? Wer zu Fuß unterwegs ist braucht sich nicht über den Verkehr oder die überfüllte Bahn zu ärgern, muss sich nur auf sich selbst konzentrieren und benötigt keinen Sprit und keinen Strom. Minimalistischer geht nicht.

Frag dich: brauche ich das wirklich?

Das ist nicht so banal, wie es sich anhören mag. Denn wir alle kaufen ständig Dinge, die wir nicht wirklich brauchen nur weil sie gerade billig, verfügbar oder in sind. Doch (frei nach dem Fight Club-Charakter Tyler Durden): Die Dinge, die wir besitzen, besitzen eines Tages uns – weil wir uns um sie sorgen, uns mit ihnen beschäftigen, sich um sie kümmern müssen. Wer einfacher leben möchte, kauft auch einfach mal nichts.

Koch selber mit frischen Zutaten

Fertig- und Halbfertiggerichte sind alles andere als minimalistisch: Sie stecken voller Zusatzstoffe. „Echtes“ Essen braucht das nicht. Darum koch lieber selber: mit frischen, einfachen Zutaten aus der Region, mit Zeit, Muße und Ruhe. Das ist besser für dich und den Planeten – und gutes Essen macht bekanntlich glücklich. Genau wie ein minimalistisches Leben.

Minimalistischer leben: Koche selber mit frischen Zutaten
Tipp: Selber kochen für ein einfaches Leben (Foto: © VICUSCHKA - photocase.com)

Iss weniger Fleisch

Die Billigpreise in den Discountern  lassen es uns vergessen, aber Fleisch ist eigentlich Luxus. Auch hier heißt es: lieber weniger, dafür bessere Qualität. Wer so handelt, spart Geld, Aufwand und kann sich ganz neue Perspektiven eröffnen. Und macht der Gedanke, dass für dich kein Tier sterben muss nicht auch irgendwie glücklich? Nicht umsonst sind viele bekannte Minimalisten Vegetarier oder Veganer…

Bau dein eigenes Essen an

Selbst auf dem kleinsten Balkon oder Fensterbrett kann man ein wenig Gemüse oder Kräuter anbauen. Die so entstehenden Lebensmittel sind auf jeden Fall frei von Zusatzstoffen, Verpackungen und benötigen keine langen Transportwege – und du isst, was eben gerade wächst. Und auch wenn es nur Sprossen oder ein paar Tomaten sind – eigenes Essen macht Freude und ziemlich stolz.

Raus aus der Stadt

Entflieh ab und zu der Stadt und dem Alltag und verbringe ein Wochenende draußen – und zwar nicht im Überfluss eines Luxushotels: Am See, in den Bergen, in einer Hütte oder im Zelt, weit weg von allem. Die Ruhe, Einfachheit und Nähe zur Natur tut nicht nur dir selbst gut, sondern ist auch (wenn man nicht gerade im SUV hinbraust) nachhaltiger als Shopping und Clubbing in der Stadt. Und gibt dir einen kleinen Eindruck, wie ein wirklich minimalistisches Leben aussehen könnte.

Minimalistisch leben: Fahr einfach mal raus aus der Stadt!
Minimalistisch leben: Fahr einfach mal raus aus der Stadt! (Foto: © Jenny Sturm - Fotolia.com)

Trink mehr Leitungswasser

Wer noch Flaschen schleppt, obwohl das einzig wirklich überlebenswichtige Getränk zuhause aus dem Wasserhahn kommt, ist selbst schuld. Mach doch einfach mal Schluss mit teuren Getränken in Plastikflaschen und nutze, was sowieso da ist – das spart Geld und macht dein Leben ein kleines bisschen einfacher.

Schalt einfach mal ab

Der Fernseher ist auf Stand-by, der Wäschetrockner läuft, das Smartphone lädt und alle Lichter brennen – schalt doch einfach mal ab. Bewusst seinen Stromverbrauch zu reduzieren, macht einen automatisch minimalistischer. Und glücklicher – wenn nicht sofort, dann spätestens, wenn die Stromrechnung kommt.

Repariere selbst

Minimalistisch leben heißt nicht nur mit wenigen Dingen auszukommen, sondern auch, die Dinge möglichst lange zu nutzen. Versuch doch selbst zu reparieren, wenn das nächste Mal etwas kaputt geht. Oft ist das viel einfacher als man denkt, gibt uns aber eine ganz neue Wertschätzung für alltägliche Gegenstände und Fähigkeiten. Hilfe findest du zum Beispiel in Repair Cafés.

Minimalismus leben: Lerne, selber zu reparieren!
Du willst einfacher leben? Lerne, wieder selber zu reparieren! (Foto: © omphoto - photocase.com)

Miste deinen Kleiderschrank aus

Wetten, du findest dabei Teile, die du ewig nicht getragen hast und wahrscheinlich auch nicht mehr tragen wirst? Du musst deinen Schrankinhalt ja nicht gleich wie manche Minimalismus-„Profis“ auf eine Handvoll Teile reduzieren. Aber einfach mal radikal auszumisten (ohne den Schrank hinterher gleich wieder aufzufüllen!) ist sehr befreiend. Und ein Schritt auf dem Weg zum einfacher Leben: Je weniger in deinem Kleiderschrank hängt, desto weniger lange musst du dich am Morgen mit der Frage quälen, was du wohl anziehen willst – und desto mehr Zeit hast du für wichtigere Dinge.

Mehr lesen: Das Capsule Wardrobe Experiment: nur 37 Teile im Kleiderschrank

Kauf verpackungsfrei

Weniger Verpackung bedeutet weniger Müll – also weniger überflüssiger Kram. Und zudem weniger Zeitverschwendung fürs Entpacken, Entsorgen usw. Das geht natürlich nicht immer und überall, aber zum Beispiel auf Wochenmärkten oder in plastikfreien Läden klappt das Einkaufen auch ohne Plastikmüll.

Informier dich über Minimalismus

Im Internet findet man hunderte von Blogs zum Thema Minimalismus leben, es gibt inspirierende Bücher, Filme und Projekte. Unser Lieblings-Minimalismus-Blog ist einfachbewusst.de, dort gibt es viele hilfreiche Infos, Tipps und Inspirationen.

Yogamatte und Yogakleidung: darauf solltest du achten

Nimm dir Zeit für dich selbst

Minimalistisch leben heißt auch: Nicht immer nach Unterhaltung und Gesellschaft streben zu müssen. Nimm dir mehr Zeit für dich ganz alleine und für Dinge, die dir gut tun. Mach Yoga, geh spazieren oder tu einfach mal absolut gar nichts. Entspannung und Ruhe findet jeder auf seine Weise – wichtig ist nicht wie, sondern dass man hin und wieder zur Ruhe kommt Wenn du es nicht anders schaffst, plane feste Zeiten dafür ein. Ein, zwei Stunden pro Woche für dich ganz alleine sind ganz bestimmt drin.

Hier erfährst du mehr darüber, wie du mehr Achtsamkeit in deinen Alltag bringen kannst:

Weiterlesen auf Utopia.de:

Schlagwörter:

(29) Kommentare

  1. Den Punkt „Leitungswasser trinken“ streichen!
    Vielleicht wenn ihr einen eigenen Brunnen habt, aber sowohl die städtischen Leitungen als auch das Wasser, was in ihnen fließt, sollte kein Mensch konsumieren!

** Links zu Bezugsquellen sind teilweise Affiliate-Links: Wenn ihr hier kauft, unterstützt ihr aktiv Utopia.de, denn wir erhalten dann einen kleinen Teil vom Verkaufserlös.