Nach Shitstorm wegen Kinderpulli im Neonazi-Look: C&A entschuldigt sich

Cradle to Cradle T-Shirt C&A
Foto: Pixabay/Hans – veröffentlicht unter CC0-Lizenz

Im Online-Shop von C&A gab es vor kurzem einen Pulli zu kaufen, der in Design und Farbe beliebter Neonazi-Mode erschreckend ähnlich sieht. Nachdem sich User in sozialen Netzwerken bei C&A beschwert hatten, hat die Modekette das Kleidungsstück aus dem Sortiment genommen.

Bei diesem Pulli hat C&A ziemlich daneben gegriffen: Auf dem schwarzen Kleidungsstück steht in weißen Buchstaben das Wort „Division“ – an den Armen sind rote Verzierungen zu erkennen. Das Problem: Der Pulli sieht aus wie Kleidung, die Neonazis gerne bei Konzerten oder Veranstaltungen tragen.

Der Begriff „Division“ ist generell unter Neonazis beliebt, berichtet taz online. Das Portal nennt die Rechtsrockband „Division Germania“ oder eine rechtsextreme Jugendorganisation namens „Division Franken“ als Beispiele. Shirts und Pullover von solchen Gruppen haben ebenfalls einen „Division“-Schriftzug – und die schwarz-rot-weiße Farbgestaltung, die an die Reichsflagge angelehnt ist.

Verblüffende Ähnlichkeit der C&A-Pullis

Wie sehr die Kinderpullis von C&A der Neonazi-Mode ähneln, zeigt ein Bild von einer Twitter-Userin. „Könnt Ihr uns vielleicht erklären, wieso ihr euch für eure Kinderbekleidung von einem Neonazi-Label habt inspirieren lassen habt“, fragt die Userin an C&A gerichtet.

C&A Pullover Nazi Neonazi
Der C&A-Pulli (links) und die Neonazi-Designs im Vergleich (Foto: Screenshot Twitter @problematash)

Das sagt C&A

Die Modekette reagierte in einem Kommentar auf den Tweet: „C&A steht in keiner Beziehung zu dieser Gruppe. Die Ähnlichkeit des Schriftzugs war uns nicht bewusst und keinesfalls beabsichtigt. C&A positioniert sich klar gegen Rassismus. Wir werden das Sweatshirt umgehend aus unserem Sortiment nehmen. Bitte entschuldige diesen Fehler.“

Auch wenn die Ähnlichkeit zum Neonazi-Design keine Absicht war – man fragt sich, wie einem großen Konzern wie C&A so ein Fehler passieren konnte. Bevor ein Kleidungsstück im Online-Shop ausgestellt wird wird, haben ihn zahlreiche Personen gesehen: Designer, Fotografen oder Kampagnen-Verantwortliche beispielsweise.

C&A gelobt Besserung

Es ist nicht das erste Mal, dass eine Modekette wegen einem misslungen Design Schlagzeilen macht: So schockierte Zara vor einigen Jahren mit einem gestreiften Kinderhemd, das an die Häftlingskleidung in NS-Konzentrationslagern erinnerte. Bei Zara gab es außerdem zeitweise „Sklavensandalen“ zu kaufen. Anfang dieses Jahres sorgte außerdem H&M mit einer rassistischen Botschaft auf einem Kinderpulli für einen Shitstorm.

Diese Beispiele zeigen wie wichtig es ist, dass Modeunternehmen bei ihren Kleidungsstücken und Kampagnen historische, kulturelle und gesellschaftliche Besonderheiten beachten. Das hat auch C&A vor: „Wir nehmen diesen Vorfall zum Anlass, unsere Design-, Schulungs- und Freigabeprozesse nochmal zu überprüfen“, erklärte C&A der taz.

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(9) Kommentare

  1. Leutz, Leutz , Leutz……so langsam werdet ihr wirklich ein bisserl albern.
    Irgendwie scheint mir dass es eine Art Nazi Phobie gibt.
    Es werden mittlerweile Dinge gesehen, die es gar nicht gibt.
    Es gibt genügend Schriftzüge die an Antifa Parolen erinnern, es gibt massenweise Camp David und Military Hemden und was weiss ich nicht noch alles…….auch Totenköpfe sind ein super Modehighligt der letzten Saison gewesen…..da regt sich niemand auf, wenn ein Totenkopf der Skull and Bones Gesellschaft auf Kinder Tshirts prangt.
    Nun gibt es halt ein Sweat Shirt mit alter deutscher Schrift darauf…..
    Manchmal hab ich das Gefühl das mehr Nazi’smus im Denken der Kritiker vorhanden ist, eine Spiegelung sozusagen, wie Innen so Aussen.

    Also, kommt mal runter von eurem Naziwahn……ist ja kaum noch zum Aushalten !

  2. Die sind irre geworden!
    Alle (eher wenige) die mit ihren nervigen Shitstorms ständig auf der Suche nach solchen Lächerlichkeiten sind .nehmen den Wind aus den Segeln für Shitstorms die es wert sind.

    Woher kommt dieses latente Misstrauen am „Volk“ , am Bürger ? Sind doch alle aufgeklärt?! Kann Mensch nicht mehr selber entscheiden ob er etwas anstößig ,albern oder hübsch findet? Braucht es diese ZENSUR der äußerlichkeiten ? Nach innen ändert diese Art der Zensur nichts. Das merkt man ja an den regelmäsigen Umfragen . Noch vor 2015 gab es alle paar Jahre Umfragen welche Huch!!! belegten ,dass es antisemitismus in den Köpfen der Menschen noch gibt und dies obwohl der Zentralrat der Juden wirklich jede noch so kleine Verfehlung anprangert und die Politik sich sofort unterwirft.
    Lernt den Menschen Medienkompetenz, dann lernen sie da sDenken wieder und dann bemerkt Mama beim Einkauf auch ob ihr die Mode zusagt oder nicht.

    Ich habe wirklich ein problem mit diesen Konzernen welche steuersparend die Menschen ausbeuten an allen enden der P>roduktionskette, aber mit solchen Kinderreien um solche Themen ,machen wirs denen einfach zu leicht. Ein Pressemitteilung des Bedauerns reicht aus und das Greenwashing ist geglückt.
    Gäbe es nicht wichtigeres anzuprangern?
    Was ist mit diesen nationalistischen Hoheitszeichen welche bei jeder Weltmeisterschaft in Massen getragen werden ? Oder gilt das Tabu nur für schwarz, rot, weiß und die Schriftmuster unserer Urgroßeltern? Wußtet ihr ,dass die weimarer Verfassung auch in diesem Schriftmuster geschreiben wurde? Ist das gelb des Judensterns noch erlaubt oder….???

    Wirklich kümmert euch um die vielen wichtigen Themen und gebt solchen 3.Wave Feministinen keinen Platz für ihren Schwachsinn.Sie tun der Sache ohnehin keinen guten Dienst.

  3. Danke, WernerMax. Ich seh es genauso. Verharmlosung, mindestens. „Kaum noch zum Aushalten“ finde ich die Vorstellung, dass hier Menschen ernsthaft dafür eintreten, dass Kinder-T-Shirts, die in Schrift und Inhalt Neonazi-Symbole aufgreifen, doch eigentlich total normal seien. Muss man Frakturschriften automatisch einem Nazikontext zuordnen? Nein, nicht zwangsläufig, gibt es auch gern in der Gothicszene. Aber ein Wort wie „Division“, in Fraktur geschrieben? Da sieht meines Erachtens die Sachlage ganz anders aus. Die Zusammenhänge sind ja im Artikel klar dargelegt. Und Statements wie oben riechen ganz stark nach „auf dem Weg in die Mitte der Gesellschaft…“. Neben der eigentlichen Kritik beiläufig noch ein paar weitere Reizwörter einbauen (Zentralrat der Juden, Feminismus), bei denen man dann hofft, dass sie weitere Ablehnung triggern bei solchen Menschen, die eh schon offen sind für rechte Positionen. Bäh.

  4. Ich schließe mich WenerMax und Rhabarbara in vollem Umfang an. Entsetzlich, dass die immer und überall aus ihren Hölen gekrochen kommen und wie Pilze aus dem Boden sprießen.

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