Dm bringt CBD-Öl wieder in die Regale

Foto: © dm

Das Hin- und Her um CBD-Öl geht weiter: Mitte April haben die Drogerieketten dm und Rossman das Öl aus dem Sortiment genommen – wegen rechtlicher Bedenken. Nun ist es zumindest bei dm wieder erhältlich.

Dm und Rossmann hatten Cannabidiol-Öl (CBD-Öl) erst vergangenes Jahr ohne große Ankündigung ins Sortiment aufgenommen: bei dm das Öl der Marke „Limucan“, bei Rossman das von „nutree“. Genauso leise waren die Produkte jedoch Mitte April wieder aus den Regalen verschwunden. Inzwischen kann man jedoch zumindest die Limucan-Öle wieder bei dm kaufen, teilte uns der Gründer des Unternehmens mit.

Laut Packungsbeilage soll man soll man zweimal täglich einen bis drei Tropfen des Öls zu sich nehmen und am besten direkt unter die Zunge tropfen. Was das jedoch konkret bringt, verrät der Hersteller nicht. Cannabidiol-Produkte mit Heilversprechen zu verkaufen, ist gesetzlich verboten. 100 Milliliter des fünfprozentigen CBD-Öls kosten bei dm knapp 29 Euro.

Wieso CBD-Öl aus dem Sortiment genommen wurde

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Das CBD-Öl von Limucan (dm) und nutree (Rossmann). (Fotos: © dm und Rossmann)

Grund für den Verkaufsstopp im April waren Unsicherheiten über den rechtlichen Status der Öle. Cannabidiol wird aus der Hanfpflanze gewonnen, im Gegensatz zu medizinischem Cannabis enthält Nutzhanf jedoch kaum psychoaktives THC. Cannabidiol macht also nicht high oder süchtig. Damit ein CBD-Produkt verkauft werden kann, muss es aber einen Grenzwert für THC einhalten: Es darf höchstens 0,2 Prozent THC enthalten, um nicht unter das Betäubungsmittelgesetz zu fallen.

Bei Lebensmitteln mit CBD gelten darüber hinaus noch einmal gesonderte Richtwerte. Diese Richtwerte sind Empfehlungen der Behörden, wieviel THC ein Mensch pro Tag gefahrlos zu sich nehmen kann.

Die Grenz- und Richtwerte hatten Lebensmittelbehörden Anfang des Jahres überprüft: In der gesamten CBD-Branche hatten die Behörden Stichproben und teilweise sogar Razzien bei Unternehmen durchgeführt, sagt Limucan-Gründer Murad Salameh Utopia.de. Die Proben hatten die Behörden im Labor analysieren lassen.

CBD-Öl und der Katalog für „neuartige Lebensmittel“

Von den vier Ölen von Limucan sei der THC-Gehalt bei einem Produkt leicht erhöht gewesen (dem Öl mit zehn Prozent CBD). Es gehe hier aber um eine Zahl im Mikrogrammbereich – also ein Tausendstel Milligramm. Ohnehin seien die Richtwerte extrem niedrig angesetzt und unter Experten umstritten.

Aber auch unabhängig von dem THC-Grenzwert findet der Verkauf von CBD-Öl als Lebensmittel in einer rechtlichen Grauzone statt – wegen der sogenannten „Novel Food“-Verordnung“: Laut Salameh wurden Hanfextrakte im Februar in den sogenannten „Katalog für neuartige Lebensmittel“ (Novel Food Catalogue) der EU aufgenommen. Für „Novel Foods“ gelten bestimmte Kennzeichnungspflichten, außerdem sind sie als „nicht verkehrsfähig“ eingestuft. Um von der Liste zu verschwinden, ist ein Zulassungsverfahren nötig.

Cannabidiol nur noch als Arzneimittel

Murad Salameh von Limucan sieht in der THC-Debatte und dem Eintrag in den Katalog für neuartige Lebensmittel einen Vorwand: „Unterm Strich geht es darum, Cannabidiol vom Markt zu nehmen, damit es nur noch als pharmazeutischer Stoff verkauft werden kann.“ An CBD als pharmakolgischen Stoff würde dann nur noch die Pharmaindustrie verdienen.

Der kurze dm-Verkaufstopp von CBD-Öl hat bei Limucan bereits zu „massiven Umsatzverlusten“ geführt, sagt uns Salameh. Dass es das Öl bei dm nun wieder zu kaufen gibt, ist jedoch ein gutes Zeichen. Rossmann hat die CBD-Öle weiterhin ausgelistet. „Wir bitten um Nachsicht, dass wir darüber hinaus keine weiteren Aussage tätigen, da es sich hierbei um wettbewerbsrelevante Informationen handelt“, heißt es in einer offiziellen Stellungnahme von Rossmann.

Cannabidiol soll entkrampfend, schmerzstillend und entzündungshemmend wirken. Außerdem wird ihm eine beruhigende und angstlösende Wirkung nachgesagt. Bei dm und Rossmann waren die CBD-Öle oft ausverkauft, in den Online-Shops erhielten sie überwiegend positive Bewertungen.

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(20) Kommentare

  1. Schön, wenn der jahrzehntelange Anti-Hanf-Wahn endlich gelockert wird. Ich persönlich wünsche mir allerdings wesentlich mehr Textilien aus Hanf, die halten deutlich länger als Baumwolle.

  2. In Österreich ist mittlerweile das Öl verboten. Kam in Gebäck und auf Pizza, in Tee usw. Es gibt Marktstände mit CBD-Produkten….
    Die schmerzstillende Wirkung bei schweren Erkrankungen ist ja wohl nun erwiesen. Wenn aber die Bevölkerung es einfach so nimmt ohne medizinische Indikation, sehe ich die Gefahr, daß es dann, wenn man es wirklich braucht, nicht mehr wirkt.
    Leider gibt es unzählige Hanfshops, die angeblich legal sind (4 Seiten Werbung regelmäßig in einer Gratiszeitung). Sie verkaufen aber in riesiger Menge Pflanzen….und die kauft natürlich nicht Oma fürs Blumenfenster. Sie geben Blütezeit und -farbe an, obwohl natürlich das Blühenlassen verboten ist!

  3. Du verwechselst offenbar legale Hanfprodukte und Rauschmittel, die aus Hanf gewonnen werden.
    Und es gibt auch noch unterschiedliche Hanfsorten – mit und ohne THC.

    Aber das mag in Österreich anders sein. In Deutschland ist der Anbau und Verkauf von Hanf (medizinisch oder für rausch-freie Herstellungszwecke) reglementiert.

    CBD-Produkte sind nahezu THC-frei.

    Ich empfehle, weit über die eigenen Vorurteile hinaus sehr viel zu lesen.;-)

    Viel Spaß dabei.

  4. Waterlily s Kommentar schließe ich mich an. Und auch die Preise sollten nicht auf dem Stand einer illegalen Droge gehalten werden. Dafür müsste aber der Anbau von Hanf als Nutzpflanze frei gegeben werden. Zur Nutzung als Heil- und Pflegeprodukt, als Material für Stoffe und Kleidung, als Ersatz für KFZ Interieurs aus Kunststoff und nicht zu vergessen als gesunder Ölsame fürs Müsli oder in Broten. Als Bodenverbesserer in der Landwirtschaft und als wunderschöne Zierpflanze. Und wen all diese Argumente nicht überzeugen: Zum Austrocknen eines illegalen Marktes der eine relativ harmlose Droge mit hochtoxischen und schwer Suchtbildenden oft chemisch hergestellten Substanzen in einen Topf wirft und so die wertvolle Hanfpflanze zur Einstiegsdroge in einen Markt macht, der wirklich gefährliche Drogen bietet.

  5. Ich finde es auch sehr schade, dass die vielfältige Nutzung der Hanfpflanzen so völlig in Vergessenheit geraten ist. Vermutlich wurde dieses „Vergessen“ sogar forciert, weil weit und breit entsprechende Kenntnisse rar vorhanden sind.

    Bei Vielen wird Hanf nur auf die eine Sorte reduziert, die THC liefert. Das ist sehr schade. Es lebe das Vorurteil – oder besser: die Vorverurteilung.

  6. Diese ewige Falschaussage, CBD sei „nicht psychoaktiv“. Natürlich ist es psychoaktiv! Und es steht ja auch im Artikel das es eine beruhigende und angstlösende Wirkung hat. Was bitte soll das sein, wenn nicht psychoaktiv? Allerdings wirkt CBD nicht psychedelisch – im Gegensatz zu THC-.

  7. Psychoaktiv bedeutet nicht beruhigend, sondern z.B. Halluzinationen oder Angstzustände erzeugend. Auf einen Nenner gebracht, die Psyche verändernd.
    Das tut es nicht. Es gibt nach meinem Wissen keinen Nachweis eines Suchtpotentials und die Lethargie, die man bei starken Cannabisrauchern feststellen kann, gibt sich nach Absetzen des Präparates auch nach einer geraumen Weile. Zudem ist hier in Mitteleuropa Hanf seit vorgeschichtlichen Zeiten eine einheimische Pflanze gewesen und es gibt keine historischen Berichte einer Cannabis- oder Haschischsucht. Die Mönche hätten so etwas bestimmt aufgeschrieben. Also gab es die auch nicht. Ich würde so weit gehen auch den Bambus, der wahrscheinlich in einer der letzten Eiszeiten in Europa ausgestorben ist als Baumaterial und Rohstoff wieder hier heimisch zu machen. Um so weniger Kunststoff müssen wir in die Meere und in die Kreisläufe unserer Kinder schicken.

  8. Zunächst mal ist Hanf eine Pflanze die unglaublich vielseitig genutzt werden kann und das über Jahrtausende auch wurde, ohne dass sich die Menschen ständig im kompletten Rausch befanden.
    Dann sollte man sich auch Gedanken darüber machen auf wessen Betreiben (ein paar wenige Konzerne) und warum (billige Konkurenz ausschalten – also Profitgier) Hanf verboten wurde.
    Also wenn Hanf wieder ein wenig mehr genutzt werden kann, sehe ich das erstmal positiv und befürworte eine komplette Legalisierung sehr. Und das obwohl ich dem Gebrauch zum Zwecke des Berauschens durch Hanf ganz und gar nichts abgewinnen kann.

  9. Guter Bericht! Nur leider nicht aktuell. Dm verkauft schon seit 3 Wochen zwei CBD Produkte eines amerikanischen Cannabis-Unternehmens. Nennt sich Satisan. (com)
    Die stellen CBD Weichkapseln und andere CBD Produkte her. Satisan ist in den USA auch mit Tinkturen und Salben bekannt, hat dort spezielle Herstellungsarten entwickelt.
    Dm ist also auch in Colorado unterwegs!

  10. Satisan kann man bei dm im Moment nur online kaufen. Es sind nicht 2 Produkte, sondern 2 Packungsgrössen mit dem gleichen Produkt. Die Dosierbarkeit ist natürlich bei Softgel Kapseln anders, als bei einfachem Öl.
    Ich weiss übrigens nicht, wie der Herr im oberen Kommentar auf Haschisch kommt,
    aber mich nervt der ständige Vergleich von CBD und Kiffen. Leute, im Bier ist auch Hopfen. Ein Familienmitglied der Cannabispflanze. Sind jetzt alle Biertrinker gleichzeitig Hasch Konsumenten?

  11. Zeynep1
    Leider bestehen immer noch sehr viele Missverständnisse hinsichtlich der Hanfpflanze. Da hilft vermutlich nur Information in Form einer Aufklärung. Besonders dein letzter Abschnitt gefällt mir sehr. Wobei Bier ja tatsächlich ein „Rauschgetränk“ ist, wenn auch auf Grundlage des Alkohols und nicht der Verwandtschaft des Hopfens mit der Hanfpflanze,

  12. Kann ich nur bestätigen! CBD ist ein Produkt, das aus Hanfblüten gewonnen wird. Das Kürzel steht für „Cannabidiol“. Es ist eine ölige Substanz, deren Wirkung schon einigermaßen gut erforscht ist. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat sich dem CBD besonders intensiv angenommen. Die getroffenen Aussagen zum CBD sind schon einmal sehr beruhigend. Festgestellt wurde:

    CBD macht NICHT abhängig
    Der Konsum von CBD hat KEINE Nebenwirkungen oder Begleiterscheinungen
    Der Konsum von CBD ist sicher und wird in der Regel gut vertragen

  13. @inaktiver nutzer
    ich verwechsele nichts und hab auch keine Vorurteile. Es gibt massenhaft ganz normale Hanfpflanzen mit THC in den Hanfshops zu kaufen. Das ist ein Riesengeschäft. Verboten ist das Blühen lassen….aber niemand kauft sie als Grünpflanzen, zumal doppelmoralisch auch Blütefarben angegeben werden.
    CBD-Produkte allüberall können zu einer Immunisierung führen – wie die Antibiotika im Fleisch. wenn @kahalla sie regelmäßig konsumiert, wirken sie vielleicht nicht mehr, wenn er CBD gegen Schmerzen bei schweren Krankheiten braucht.
    So „relativ harmlos“ ist Cannabis nicht. Latente Psychosen, die normalerweise nicht ausgebrochen wären, können aktiv werden. Ich habe in meiner Bekanntschaft zwei Fälle, einer hat sich gefangen, eine landete in der Psychiatrie, seit Jahren stationär.
    Der Nutzhanf des Mittelalters hatte kein THC, das ist eine andere Pflanze aus der großen Familie. Außerdem wurde der THC-Gehalt auch züchterisch erhöht im Laufe der letzten Jahrzehnte.

  14. CBD ist schwer im kommen, ich selbst nutze es gegen Migräne Anfälle und seitdem ich es Nutze ist die Anzahl an Anfällen um einiges gesunken. DM ist bei langen nicht der einzige Drogeriemarkt der mittlerweile CBD anbietet. Ich persönlich habe die Öle vom DM etc. nie getestet, ich bestelle meine Produkte meist online da die Preise doch sehr unterschiedlich sind. Hier kann ich für alle interessierten das Portal http://www.cbd-preis.de empfehlen. cbd-preis ist ein preisvergleich für cbd produkte bei dem ihr den ein oder anderen Euro sparen könnt.

  15. Oh, so wie es aussieht kennen sich aber hier schon viele Leute gut aus 🤗 Sehr gut!
    Ja, und ich kann auch bestätigen dass es hilft. Wobei die Kombination der vielen verschiedenen Canabinoide noch besser bei einer Vielzahl von Krankheiten hilft.
    Der einzelne Wirkstoff Cannabidiol lässt sich ja mittlerweile auch synthetisch herstellen kommt aber in Sachen Wirksamkeit bei weitem nicht an das breite Spektrum von CBDs und THCs in den natürlichen Hanfblüten heran. Die Wissenschaft ist noch ziemlich am Anfang. Klar ist aber dass in dieser unscheinbaren Pflanze noch riesiges Potential steckt! Hochkonzentrierte THCs sollen wohl aktiv Krebszellen bekämpfen…. sowie in der richtigen Kombination richtig eingesetzt auch als Psychopharmaka, Entzündungshemmer, …usw.
    Ja, und nachweislich ist noch niemand an Hanfkonsum gestorben und etwaige Nebenwirkungen sind vergleichsweise gering. Wohingegen Tabak und Alkohol sehr gefählich sind und süchtig machen.
    Richtig, und wie schon erwähnt wurde, als Nahrungsmittel ist Hanföl bzw die Hanfnuss eines der besten Lebensmittel! Denn die Zusammensetzung der verschiedenen Fettsäuren entspricht genau dem menschlichen Bedarf.
    Ich kaufe auch seit längerer Zeit Textilien aus Hanf und bin auch von der Qualität mehr als überzeugt! Hatte mal irgendwo gelesen, dass Hanffasern im Vergleich zu Baumwolle 3x reißfester, 3x saugfähiger sind, nur halb soviel Wasser fürs Wachstum brauchen und keine Spritzmittel, da natürlich resistent. Hanf verbessert zudem den Boden auf dem er wächst und ist eine der am schnellsten wachenden Pflanzen – kann demzufolge wunderbar CO2 umwandeln und binden… Und wenn man überlegt, dass in der Baumwollproduktion die Hälfte aller Spritzmittel in der Landwirtschaft weltweit versprüht wird, denke ich das ist doch eine wunderbare Alternative, oder nicht?

    Ich kann mir nur denken, dass die Lobby der Hanfgegner immernoch so mächtig ist, weil diese Pflanze so viel Potenzial besitzt dass sie die Konkurenz fürchten. Früher eine der wichtigsten Rohstofflieferanten und eine der am meisten verwendeten Arzeneikräuter… aber schön zu sehen dass die Leute langsam den großen Nutzen wieder entdecken und den vielen künstlichen Mittelchen und Werbeversprechen zunehmend skeptisch begegnen….zumindest hier bei Utopia 👍

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