Dm verkauft CBD-Öl – kaum jemand hat es gemerkt

Fotos: © dm und CC0 Public Domain / Pixabay

Cannabis-Produkte aus der Drogerie: Schon seit einigen Monaten gibt es bei dm Cannabidiol-Öl zu kaufen. Wie das Öl wirkt, darf der Hersteller jedoch nicht verraten – aus rechtlichen Gründen.

Cannabidiol (CBD) wird aus der Hanfpflanze gewonnen, ist aber nicht psychoaktiv, macht also nicht high oder süchtig. Daher darf CBD in Deutschland rezeptfrei als Nahrungsergänzungsmittel oder Kosmetik verkauft werden – nicht aber als Arzneimittel.

Bereits im August hat dm Cannabidiol-Öl der Marke „Limucan“ ins Sortiment aufgenommen. Das Öl gibt es mit fünf Prozent oder zehn Prozent Cannabidiol. Der Preis hat es in sich: Zehn Milliliter des fünfprozentigen Öls kosten knapp 29 Euro. Die Variante mit zehn Prozent CBD sogar knapp 65 Euro – sie ist aber nur im Online-Shop erhältlich.

Positive Bewertungen im Online-Shop von dm

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Die Cannabidiol-Öle von dm (links) und Rossmann (rechts) (Fotos: © dm und Rossmann)

Laut Packungsbeilage soll man zweimal täglich einen bis drei Tropfen des Öls zu sich nehmen und am besten direkt unter die Zunge tropfen. Was das jedoch konkret bringt, verrät der Hersteller nicht. Cannabidiol-Produkte mit Heilversprechen zu verkaufen, ist gesetzlich verboten. Wahrscheinlich gab es auch deswegen keine große Ankündigungen von dm.

Cannabidiol soll entkrampfend, schmerzstillend und entzündungshemmend wirken. Außerdem wird ihm eine beruhigende und angstlösende Wirkung nachgesagt. Im Online-Shop von dm wird das CBD-Öl überwiegend positiv bewertet: „Ich nehme das Öl wegen diverser Problemchen, wie z.B. Magenbeschwerden und Krämpfen in den Beinen. Seither ist es viel besser geworden“, schreibt beispielsweise ein User.

Cannabis-Produkte werden beliebter

Dm ist nicht das einzige Unternehmen, dass Potential in Cannabinoiden sehen. Auch Rossmann hatte zeitweise fünfprozentiges CBD-Öl im Sortiment. Seit April verkauft Lidl in der Schweiz nicht-psychoaktive Hanfblüten zum Rauchen. Coca-Cola will Medienberichten zufolge cannabishaltige Getränke entwickeln. Wahrscheinlich werden wir in nächster Zeit noch mehr Cannabis-Produkte in den Supermärkten und Drogerien finden.

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(19) Kommentare

  1. Schön, wenn der jahrzehntelange Anti-Hanf-Wahn endlich gelockert wird. Ich persönlich wünsche mir allerdings wesentlich mehr Textilien aus Hanf, die halten deutlich länger als Baumwolle.

  2. In Österreich ist mittlerweile das Öl verboten. Kam in Gebäck und auf Pizza, in Tee usw. Es gibt Marktstände mit CBD-Produkten….
    Die schmerzstillende Wirkung bei schweren Erkrankungen ist ja wohl nun erwiesen. Wenn aber die Bevölkerung es einfach so nimmt ohne medizinische Indikation, sehe ich die Gefahr, daß es dann, wenn man es wirklich braucht, nicht mehr wirkt.
    Leider gibt es unzählige Hanfshops, die angeblich legal sind (4 Seiten Werbung regelmäßig in einer Gratiszeitung). Sie verkaufen aber in riesiger Menge Pflanzen….und die kauft natürlich nicht Oma fürs Blumenfenster. Sie geben Blütezeit und -farbe an, obwohl natürlich das Blühenlassen verboten ist!

  3. Du verwechselst offenbar legale Hanfprodukte und Rauschmittel, die aus Hanf gewonnen werden.
    Und es gibt auch noch unterschiedliche Hanfsorten – mit und ohne THC.

    Aber das mag in Österreich anders sein. In Deutschland ist der Anbau und Verkauf von Hanf (medizinisch oder für rausch-freie Herstellungszwecke) reglementiert.

    CBD-Produkte sind nahezu THC-frei.

    Ich empfehle, weit über die eigenen Vorurteile hinaus sehr viel zu lesen.;-)

    Viel Spaß dabei.

  4. Waterlily s Kommentar schließe ich mich an. Und auch die Preise sollten nicht auf dem Stand einer illegalen Droge gehalten werden. Dafür müsste aber der Anbau von Hanf als Nutzpflanze frei gegeben werden. Zur Nutzung als Heil- und Pflegeprodukt, als Material für Stoffe und Kleidung, als Ersatz für KFZ Interieurs aus Kunststoff und nicht zu vergessen als gesunder Ölsame fürs Müsli oder in Broten. Als Bodenverbesserer in der Landwirtschaft und als wunderschöne Zierpflanze. Und wen all diese Argumente nicht überzeugen: Zum Austrocknen eines illegalen Marktes der eine relativ harmlose Droge mit hochtoxischen und schwer Suchtbildenden oft chemisch hergestellten Substanzen in einen Topf wirft und so die wertvolle Hanfpflanze zur Einstiegsdroge in einen Markt macht, der wirklich gefährliche Drogen bietet.

  5. Ich finde es auch sehr schade, dass die vielfältige Nutzung der Hanfpflanzen so völlig in Vergessenheit geraten ist. Vermutlich wurde dieses „Vergessen“ sogar forciert, weil weit und breit entsprechende Kenntnisse rar vorhanden sind.

    Bei Vielen wird Hanf nur auf die eine Sorte reduziert, die THC liefert. Das ist sehr schade. Es lebe das Vorurteil – oder besser: die Vorverurteilung.

  6. Diese ewige Falschaussage, CBD sei „nicht psychoaktiv“. Natürlich ist es psychoaktiv! Und es steht ja auch im Artikel das es eine beruhigende und angstlösende Wirkung hat. Was bitte soll das sein, wenn nicht psychoaktiv? Allerdings wirkt CBD nicht psychedelisch – im Gegensatz zu THC-.

  7. Psychoaktiv bedeutet nicht beruhigend, sondern z.B. Halluzinationen oder Angstzustände erzeugend. Auf einen Nenner gebracht, die Psyche verändernd.
    Das tut es nicht. Es gibt nach meinem Wissen keinen Nachweis eines Suchtpotentials und die Lethargie, die man bei starken Cannabisrauchern feststellen kann, gibt sich nach Absetzen des Präparates auch nach einer geraumen Weile. Zudem ist hier in Mitteleuropa Hanf seit vorgeschichtlichen Zeiten eine einheimische Pflanze gewesen und es gibt keine historischen Berichte einer Cannabis- oder Haschischsucht. Die Mönche hätten so etwas bestimmt aufgeschrieben. Also gab es die auch nicht. Ich würde so weit gehen auch den Bambus, der wahrscheinlich in einer der letzten Eiszeiten in Europa ausgestorben ist als Baumaterial und Rohstoff wieder hier heimisch zu machen. Um so weniger Kunststoff müssen wir in die Meere und in die Kreisläufe unserer Kinder schicken.

  8. Zunächst mal ist Hanf eine Pflanze die unglaublich vielseitig genutzt werden kann und das über Jahrtausende auch wurde, ohne dass sich die Menschen ständig im kompletten Rausch befanden.
    Dann sollte man sich auch Gedanken darüber machen auf wessen Betreiben (ein paar wenige Konzerne) und warum (billige Konkurenz ausschalten – also Profitgier) Hanf verboten wurde.
    Also wenn Hanf wieder ein wenig mehr genutzt werden kann, sehe ich das erstmal positiv und befürworte eine komplette Legalisierung sehr. Und das obwohl ich dem Gebrauch zum Zwecke des Berauschens durch Hanf ganz und gar nichts abgewinnen kann.

  9. Guter Bericht! Nur leider nicht aktuell. Dm verkauft schon seit 3 Wochen zwei CBD Produkte eines amerikanischen Cannabis-Unternehmens. Nennt sich Satisan. (com)
    Die stellen CBD Weichkapseln und andere CBD Produkte her. Satisan ist in den USA auch mit Tinkturen und Salben bekannt, hat dort spezielle Herstellungsarten entwickelt.
    Dm ist also auch in Colorado unterwegs!

  10. Satisan kann man bei dm im Moment nur online kaufen. Es sind nicht 2 Produkte, sondern 2 Packungsgrössen mit dem gleichen Produkt. Die Dosierbarkeit ist natürlich bei Softgel Kapseln anders, als bei einfachem Öl.
    Ich weiss übrigens nicht, wie der Herr im oberen Kommentar auf Haschisch kommt,
    aber mich nervt der ständige Vergleich von CBD und Kiffen. Leute, im Bier ist auch Hopfen. Ein Familienmitglied der Cannabispflanze. Sind jetzt alle Biertrinker gleichzeitig Hasch Konsumenten?

  11. Zeynep1
    Leider bestehen immer noch sehr viele Missverständnisse hinsichtlich der Hanfpflanze. Da hilft vermutlich nur Information in Form einer Aufklärung. Besonders dein letzter Abschnitt gefällt mir sehr. Wobei Bier ja tatsächlich ein „Rauschgetränk“ ist, wenn auch auf Grundlage des Alkohols und nicht der Verwandtschaft des Hopfens mit der Hanfpflanze,

  12. Kann ich nur bestätigen! CBD ist ein Produkt, das aus Hanfblüten gewonnen wird. Das Kürzel steht für „Cannabidiol“. Es ist eine ölige Substanz, deren Wirkung schon einigermaßen gut erforscht ist. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat sich dem CBD besonders intensiv angenommen. Die getroffenen Aussagen zum CBD sind schon einmal sehr beruhigend. Festgestellt wurde:

    CBD macht NICHT abhängig
    Der Konsum von CBD hat KEINE Nebenwirkungen oder Begleiterscheinungen
    Der Konsum von CBD ist sicher und wird in der Regel gut vertragen

  13. @inaktiver nutzer
    ich verwechsele nichts und hab auch keine Vorurteile. Es gibt massenhaft ganz normale Hanfpflanzen mit THC in den Hanfshops zu kaufen. Das ist ein Riesengeschäft. Verboten ist das Blühen lassen….aber niemand kauft sie als Grünpflanzen, zumal doppelmoralisch auch Blütefarben angegeben werden.
    CBD-Produkte allüberall können zu einer Immunisierung führen – wie die Antibiotika im Fleisch. wenn @kahalla sie regelmäßig konsumiert, wirken sie vielleicht nicht mehr, wenn er CBD gegen Schmerzen bei schweren Krankheiten braucht.
    So „relativ harmlos“ ist Cannabis nicht. Latente Psychosen, die normalerweise nicht ausgebrochen wären, können aktiv werden. Ich habe in meiner Bekanntschaft zwei Fälle, einer hat sich gefangen, eine landete in der Psychiatrie, seit Jahren stationär.
    Der Nutzhanf des Mittelalters hatte kein THC, das ist eine andere Pflanze aus der großen Familie. Außerdem wurde der THC-Gehalt auch züchterisch erhöht im Laufe der letzten Jahrzehnte.

  14. CBD ist schwer im kommen, ich selbst nutze es gegen Migräne Anfälle und seitdem ich es Nutze ist die Anzahl an Anfällen um einiges gesunken. DM ist bei langen nicht der einzige Drogeriemarkt der mittlerweile CBD anbietet. Ich persönlich habe die Öle vom DM etc. nie getestet, ich bestelle meine Produkte meist online da die Preise doch sehr unterschiedlich sind. Hier kann ich für alle interessierten das Portal http://www.cbd-preis.de empfehlen. cbd-preis ist ein preisvergleich für cbd produkte bei dem ihr den ein oder anderen Euro sparen könnt.

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