„Einmal ohne, bitte!“: Dieser Aufkleber soll müllfreies Einkaufen erleichtern

Foto: © Zsofia Mia Molnar

Mittlerweile gibt es immer mehr verpackungsfreie Supermärkte. Aber wie lässt sich der Abfall in anderen Läden reduzieren? Eine Initiative möchte genau für dieses Problem eine Lösung liefern – in Form eines Aufklebers.

Darf’s ein bisschen weniger sein? Wenn wir einkaufen, nehmen wir oft jede Menge unnötigen Müll mit nach Hause: die Verpackung, mit der das Stück Emmentaler an der Käsetheke im Supermarkt eingeschlagen wird oder die Portion Antipasti im kleinen Laden um die Ecke.

Nicht jeder kann in verpackungsfreien Supermärkten einkaufen

In einem verpackungsfreien Supermarkt ist diese Problematik natürlich kein Thema. Zwar ist das Konzept zunehmend erfolgreich, doch nicht jeder hat einen davon in seiner Nähe und kann ihn für seine täglichen Besorgungen nutzen.

Hier findest du eine Übersicht über vepackungsfreie Supermärkte im deutschsprachigen Raum.

Statt jedoch eine „Ganz-oder-gar-nicht“-Mentalität zu vertreten, könnte man dem bestehenden Manko auch pragmatisch begegnen. Genau das haben die Mitglieder des gemeinnützigen Vereins „rehab republic“ getan – und die Kampagne „Einmal ohne, bitte!“ entwickelt, die am 14. Februar in München startete. Unterstützung bekamen sie vom Referat für Gesundheit und Umwelt der Landeshauptstadt München.

"Einmal ohne, bitte!" – eine Kampagne des gemeinnützigen Vereins rehab republic.
„Einmal ohne, bitte!“ – eine Kampagne des gemeinnützigen Vereins rehab republic. (Foto: © Zsofia Mia Molnar)

Ein Aufkleber zeigt, dass hier verpackungsfreier Einkauf möglich ist

Das Konzept des Vereins, der sich als „Kreativ-Kollektiv“ versteht und für eine nachhaltigere Gesellschaft einsetzt, zielt darauf ab, verpackungsfreies Einkaufen zur Normalität zu machen. Der Gedanke soll auch in traditionellen Geschäften verankert und bestehende Hemmschwellen sollen abgebaut werden – sowohl bei Verkäufern, als auch bei den Kunden. Denn wie viele Menschen packen schon ihre Brotzeitbox aus und bitten darum, die Ware direkt ins eigene Gefäß zu füllen?

Für das Projekt haben die Macher einen Aufkleber entwickelt, auf dem der Slogan „Einmal ohne, bitte“ zu lesen ist. Betreiber verschiedener Geschäfte wie Metzger und Bäcker, Supermärkte, Stände und auch Take-away-Restaurants sollen damit gut sichtbar signalisieren können, dass man bei ihnen verpackungsfrei einkaufen kann. Zusätzlich können Aufsteller auf den Frischetheken darüber informieren, worauf dabei zu achten ist.

Für die Verkäufer gibt es Informationsmaterial

Rehab republic versorgt die Geschäfte, die mitmachen möchten, mit einem Merkblatt für die Mitarbeiter. Dabei geht es vor allem um Hygiene und eine reibungslose Abwicklung: „Bei mitgebrachten Behältnissen mit erkennbaren Verschmutzungen oder bei zweifelhafter Eignung darf die Befüllung abgelehnt werden“, ist darauf zum Beispiel zu lesen. Der Verein empfiehlt entweder einen festgelegten Bereich oder ein „Hygiene-Tablett“, auf dem die Boxen abgelegt werden können und das regelmäßig zusätzlich gereinigt werden muss.

Die Orientierungshilfe mit dem Aufkleber soll die Kunden dabei unterstützen, die Möglichkeiten, um Müll zu vermeiden, leicht zu erkennen und daher auch häufiger zu nutzen. Verkäufer und Gastronomen versucht man auf der Webseite mit einem „Wettbewerbsvorteil“ zu locken, da sie eine neue Zielgruppe von bewussten Konsumenten erschließen können. Auf der Homepage gibt es auch eine Übersicht – als Liste und als Karte – über alle Geschäfte, die sich an der Initiative beteiligen.

"Einmal ohne, bitte!" – eine Kampagne des gemeinnützigen Vereins rehab republic.
Immer mehr solcher Aufkleber könnten künftig in Geschäften zu finden sein. (Foto: © Zsofia Mia Molnar)

Eine Ausweitung der Kampagne ist „denkbar und gewünscht“

Bis jetzt sind 48 Läden in München mit von der Partie (Stand: 19.2.) – darunter zum Beispiel einige Bio- und Feinkostläden. Wie das Team von rehab republic gegenüber Utopia bestätigte, werden die Sticker bereits knapp – man habe aber schon nachbestellt und warte aktuell auf die neue Charge. Wenn das Konzept Erfolg hat, ist es, dem Verein zufolge, „denkbar und gewünscht“, die Kampagne auch auf andere Kommunen auszuweiten.

In Augsburg gibt es bereits eine ähnliche Initiative: Dort hat das „Forum Plastikfreies Augsburg“ die Aktion „Bring’s mit“ ins Leben gerufen, an der sich seit Januar lokale Geschäftsleute aus Einzelhandel und Gastronomie beteiligen können. Auch hier gibt es einen entsprechenden Aufkleber, der zum Einkaufen mit eigener Verpackung ermutigen soll. Wer mitmachen möchte, kann den Organisatoren eine Mail schreiben und erhält dann den Sticker und Informationsmaterial.

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