Plastikfrei leben: Brotdosen aus Edelstahl, Glas und Holz

Plastikfrei: Brotdosen aus Edelstahl, Glas, Holz
Foto: © ECO Brotbox

Wer sein Mittagessen in Brotdosen mitnimmt, spart Verpackungsmüll und macht schon vieles besser. Aber es gibt längst plastikfreie Alternativen zur klassischen „Tupperdose“: Brotboxen aus Edelstahl, Glas und sogar Holz sind langlebig und schadstofffrei.

Brotdosen, Brotboxen und andere Behälter aus Kunststoff sind bereits deutlich ökologischer als Einwegverpackungen: Sie sind wiederverwendbar, halten meist jahrelang und produzieren so kaum Müll. Doch neben seinen Vorteilen – leicht, vielseitig, billig – hat Plastik auch deutliche Nachteile. Es wird in der Regel auf Basis von Erdöl hergestellt und ist es nicht biologisch abbaubar. Im Lebensmittelbereich problematisch: Plastik enthält oft ungesunde Schadstoffe, etwa das hormonell wirksame BPA, die sich aus dem Material lösen und in unser Essen übergehen können.

Dennoch empfehlen wir: Wirf deine Vorratsdosen und Brotdosen aus Kunststoff jetzt nicht einfach weg, damit würdest du nur unnötigen Müll erzeugen. Aber wenn du neue Behälter kaufen willst, sieh dir mal die folgenden nachhaltigen Modelle an.

Brotdosen aus Edelstahl, Glas oder sogar Holz sind zwar in der Produktion teils etwas aufwändiger als Plastikdosen. Doch ihre Stärken überwiegen: Brotboxen aus Alternativmaterialien sind bei sorgfältiger Behandlung nicht nur deutlich langlebiger, sondern gesundheitlich unbedenklicher, und eignen sich für Büro wie Kindergarten. Utopia stellt dir hier einige plastikfreie Alternativen zur „Tupperdose“ vor.

Brotdosen aus Edelstahl

Eco Brotbox

Brotdose aus Edelstahl: Eco Brotbox
„Tiffin“ Lunchbox (Foto: © ECO Brotbox)

Seit 2014 produziert Eco Brotbox Dosen und Trinkflaschen aus schadstofffreiem und langlebigem Edelstahl. Die Brotdosen gibt es in vielen verschiedenen Größen, in rund, quadratisch und in rechteckig – und in mehrlagig. Insbesondere mit den „Tiffin“ Lunchboxen lassen sich Mahlzeiten praktisch transportieren. Die Inspiration hierfür waren die in Indien längst üblichen Mittagessen im Edelstahlbehälter.

Eco Brotbox verzichtet komplett auf Kunststoff – deshalb ist auch keine Dichtung in den Dosen und sie sind nicht ganz auslaufsicher. Für Snacks, Salate, Obst und halbtrockene Gerichte eignen sie sich aber sehr gut.

Die Produkte von Eco-Brotbox werden unter fairen Bedingungen in einem Familienbetrieb in Indien gefertigt. Die Arbeiter dort bekommen faire Löhne, Kinderarbeit ist ausgeschlossen. Im Video erfahrt ihr mehr über die Produktion von Eco Brotbox:

Preise: ca. 8 bis ca. 35 Euro – je nach Größe der Brotdosen.
Kaufen**: In vielen plastikfreien Läden und online z.B. bei Avocado Store oder Amazon

LunchBots mit Trennwand

Aus Edelstahl: Brotdosen und Brotboxen von LunchBots
Brotdose von LunchBots aus Edelstahl (Foto: © LunchBots)

Ebenfalls beliebt und in einigen deutschen Onlineshops erhältlich sind die Edelstahl-Dosen von LunchBots. Das US-amerikanische Familienunternehmen bietet eine große Auswahl an verschiedenen Edelstahldosen und -Boxen. Nicht alle davon sind ganz plastikfrei: Einige Modelle haben einen Deckel aus BPA-freiem Kunststoff. Besonderheit: Edelstahldosen, die innen durch eine Trennwand in mehrere Fächer unterteilt sind – praktisch fürs Mitnehmen von Snacks und Mahlzeiten.

LunchBots lässt die Lunchboxen mit Trennwand unter fairen Arbeitsbedingungen in China produzieren.

Preis: ca. 25 bis 45 Euro.
Kaufen**: Online z.B. bei eBay oder Amazon

Übrigens: Auch der Online-Shop Kivanta selbst hat eine Brotdose aus Edelstahl entwickelt.

Eco Lunchbox

Brotbox: Edelstahl Brotdose von Eco Lunchbox
Edelstahl-Dosen von Eco Lunchbox (Foto: © ECOlunchbox)

Ebenfalls aus den USA kommen die Edelstahldosen von Eco Lunchbox. Auch hier gibt es viele – auch mehrlagige –Brotdosen in unterschiedlichen Größen aus reinem Edelstahl plus einige (auslaufsichere) Modelle mit Deckeln aus Silikon.

Die faire Produktion findet in ausgewählten Fabriken in Indien, Thailand und China statt. Neben den Metall-Brotboxen bietet Eco Lunchbox übrigens auch „Lunchbags“ aus GOTS-zertifizierter Bio-Baumwolle an.

Preise: ca. 10 bis 45 Euro, je nach Größe
Kaufen**: Online z.B. im ECOlunchbox Online-Shop oder bei Amazon

Memolife

Brotdose / Brotbox aus Edelstahl von memolife
„Proviantdose“ von memolife (Foto: © memolife)

Auch der Online-Shop memolife hat eine Edelstahl-„Proviantdose“ im Sortiment. Klammerverschlüsse halten den Inhalt sicher, die Brotdose ist sehr robust, gut auch für Schule und Kindergarten. Produziert werden diese Brotboxen in China bei einem Lieferanten, der Mitglied in der BSCI-Initiative ist und Wert legt auf sozialverträgliche Arbeitsbedingungen.

Preise: ca. 13 bis 14 Euro
Kaufen**: Online bei memolife

Brotdosen aus Glas

Trendglas Jena

Glasdosen von Trendglas Jena
Für Aufbewahrung und Transport: Glasdosen mit Holzdeckel (Foto: © Avocado Store)

Das deutsche Unternehmen Trendglas Jena bietet schöne Dosen und Schüsseln aus Glas – Made in Germany. Gefertigt werden die Brotboxen aus Borosilikatglas (ausschließlich aus Deutschland und der EU); dieses ist frei von Schwermetallen und anderen Schadstoffen.

Die Dosen, Boxen und Schüsseln gibt es in unterschiedlichen Größen; einige haben Deckel aus BPA-freiem Kunststoff, doch es gibt auch Modelle mit Deckeln aus Holz oder Glas.

Preis: ca. 10 bis 25 Euro pro Brotbox
Kaufen**: Online z.B. bei Avocado Store oder Amazon

Onyx Containers

Brotdosen aus Glas und Edelstahl: Onyx Containers
Auslaufsichere Dose aus Glas und Edelstahl (Foto: © Onyx Containers)

Neben einer Reihe von Edelstahl-Dosen bietet Onyx Containers (USA) auch Boxen aus Borosilikatglas mit einem Deckel aus Edelstahl und einer Dichtung aus Silikon. Die Behälter gibt es in verschiedenen Größen (400 bis 1600 ml). Durch die Silikondichtung sind die Brotdosen luftdicht verschließbar und eignen sich gut zum Transportieren von Mahlzeiten, dürfen aber auch in die Mikrowelle und den Backofen. Allerdings sind sie etwas schwerer als reine Edelstahlbehälter.

Diese Brotboxen werden in Korea hergestellt. „Kinderarbeit u.ä. ist natürlich ausgeschlossen, wie bei allen Marken, die wir führen“, so Natalie Rau vom Shop KivantaÜbrigens: Onyx Containers bietet noch viele andere plastikfreies Küchenzubehör, z.B. Eiswürfel- und Eisformen und Strohhalme aus Edelstahl.

Preis: ca. 30 bis 45 Euro
Kaufen: Online bei Kivanta

Manufactum

Brotdosen aus Glas von manufactum
Glasdose mit Edelstahldeckel: ab 12 Euro (Foto: © Manufactum)

Manufactum hat verschiedene Glasbehälter im Sortiment, darunter einige Dosen aus Borosilikatglas, die sich bestens als Brot- bzw. Lunchbox eignen. Es gibt ein Modell mit Edelstahl-Deckel und Silikondichtung und ein Set, bei dem die Glasdosen jeweils mit Glas- und Kunststoffdeckel geliefert werden. Gefertigt werden die Produkte in Tschechien.

Preise: Dosen mit Edelstahldeckel: 12 bis 20 Euro, Set: 34 Euro
Kaufen: bei Manufactum (im Laden oder Online)

Brotdosen aus Holz

Green Box

Brotdose aus Holz: Green Box
„Green Box“ (Foto: © Di Amanti)

Plastikfreie Brotdosen und Lunchboxen gibt es nicht nur aus Edelstahl und Glas, sondern sogar aus Holz. Zum Beispiel die Green Box: Sie besteht aus reinem Kiefernholz, dem eine antibakterielle Wirkung nachgesagt wird, und hat einen Schiebe-Deckel aus Edelstahl. Durch den Verzicht auf Silikon oder Kunststoff ist sie allerdings nicht auslaufsicher. Die Green Box ist so konzipiert, dass sie sehr langlebig ist.

Preis: 16,99 Euro
Kaufen: Im Online-Shop

Eshly Deli Box

Holz-Lunchbox "Eshly" - Brotdose und Brotbox
„Eshly“ (Foto: © Atelier Britta Knüppel)

Die Eshly Deli Boxen bestehen aus reinem Eschenholz. Sie kommen mit einem Verschlussband aus Bio-Baumwolle und nachhaltig produziertem Naturkautschuk. Die runden Holz-Brotdosen werden aus einem Stück gefertigt und von Hand in Berlin hergestellt. Sie sind dünnwandig und dadurch leicht, aber dennoch robust und eignen sich daher gut, um Lebensmittel zu transportieren. Auslaufsicher ist diese Brotbox allerdings nicht. Es gibt „Eshly“ in verschiedenen Größen (450 bis 110 ml) und mit Verschlussbändern in verschiedenen Farben.

Preis: Brotdosen: ca. 40 – 55 Euro, Verschlussbänder ca. 6 Euro
Kaufen**: Online z.B. bei DaWanda

Plastikfrei verpacken: Noch mehr Ideen

Brotdosen aus Biokunststoff stellen wir hier bewusst nicht vor, denn Bioplastik ist keine Lösung für das globale Plastikproblem. Für die Gewinnung von Biokunststoffen aus Pflanzen wie zum Beispiel Mais oder Zuckerrohr werden oft Flächen verbraucht, die dann für den Nahrungsmittelanbau fehlen. Zudem sind längst nicht alle Bio-Kunststoffe auch wirklich biologisch abbaubar. Langlebige plastikfreie Boxen aus Metall wie Edelstahl oder aus Glas halten wir für sinnvoller.

Keine echte Alternative zur Tupperdose, aber zumindest fürs Pausenbrot durchaus eine bedenkenswerte Option: Nachhaltige „Folie“ aus Bio-Baumwolle, Bienenwachs, Jojobaöl und Baumharz von Bee’s Wrap oder Jaus’n Wrap. Von Zuperzozial gibt es außerdem eine „Lunchbag“ aus robustem, abwaschbarem Papier in drei verschiedenen Größen.

Jaus'n Wrap: Wachstuch statt Plastik
Wachstuch als Alternative zu Alu- und Frischhaltefolie (Foto: © Benedikt Wurth / Jaus'nwrap)

Die Upcycling-Alternative: Oft bieten sich zum Aufbewahren oder Transportieren von Lebensmittel ganz einfach leere Schraubgläser an, die du sowieso zuhause hast. Zum Beispiel Reste vom Abendessen, Suppen, Salate, Müslis oder Obst kannst du in einem Schraubglas gut in den Kühlschrank stellen oder mit zur Arbeit nehmen. Vorteil: Die meisten Schraubgläser sind auslaufsicher. Und: Wenn du zum Beispiel leere Marmeladen- oder Senfgläser musst du kein Geld für das Glas ausgeben.

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(20) Kommentare

  1. Liebe Rosa, Tupperware ist nicht billiges Plastik, denn Du hast es ja teuer bezahlt, ich früher übrigens auch. Tupperware ist Plastik, ein Abfallprodukt der Petroindustrie.
    Jedes andere Material ob Blech, Holz, Porzellan, Tongefässe, Leinentuch und vieles mehr ist angenehmer, gesünder, umweltfreundlicher, konservierender, preiswerter…als Plastik. Naiv/Wirklichkeitsfremd sind wir wenn wir uns nicht nach unserem heutigen Wissen richten.

  2. Danke Ambrosia für deine Antwort.

    zum anderen Thema der Händlerwahl: ich wollte hier keinen Streit vom Zaun brechen…. sorry.
    hab nur bestätigt, wovon ich auch überzeugt bin.

  3. Ich erkenne den Sinn, Alternativen zu Kunststoff zu suchen. Bei der Betrachtung der eventuellen Schadstoffe sollte nicht übersehen werden, dass bei Edelstahl von Legierungselementen wie Chrom und Nickel auszugehen ist. Auch diese sind nicht auf Ewig im Material gebunden. Eine ökologische Totalbilanz der Herstellung, Nutzung und Rückführung der Produkte wäre interessant.
    Ich möchte die aufgeführten Artikel nicht madig machen, es ist gut, Alternativen gezeigt zu bekommen. Wenn man sich die genannten Preise ansieht, … oh je! Aufwand und Nutzen!
    Aber … Wie wäre es denn mit der ganz normalen „Butter“Brottüte. Für die meisten Fälle würde sie genügen. Gut, für Suppe nicht. Aber für eine Schnitte Brot?

  4. De facto SIND Legierungselemente wie Chrom und Nickel im Material gebunden. Auf ewig. Die verflüchtigen sich nicht
    Ein ökologische Totalbillanz wär allerdings interessant.
    Bei nutzung eines derartigen Produktes über die gesamte mögliche Nutzungsdauer bräuchten sich unsere Enkerl dann für ihre Kinder keine Jausendosen mehr zu kaufen.
    😀
    Stahl, angemessen verwendet, ist für diesen Zweck, meiner Meinung nach, die beste Wahl.
    Gruß

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