„Fridays for Future“ stellt jetzt sechs konkrete Forderungen an die deutsche Politik

Foto: Instagram @luisa.loveslife

Tausende Schüler demonstrieren jeden Freitag für den Klimaschutz. Jetzt haben die jungen Aktivisten erstmals ein Papier mit sechs Forderungen veröffentlicht, das die Politik zum Handeln drängen soll.

Die Schüler- und Studentenbewegung „Fridays for Future“ wird immer größer: Weltweit gehen Jugendliche seit Wochen auf die Straße, um für besseren Klimaschutz zu kämpfen. Jetzt nutzen Vertreter der Streikenden die Aufmerksamkeit und richten sich direkt an die Politik – mit einem Forderungskatalog.

Das sind die sechs Forderungen der Klimaaktivisten

Grundsätzlich vertreten die Aktivisten, dass die Ziele des Pariser Abkommens und des 1,5°C-Ziels verbindlich eingehalten werden müssen. Explizit für Deutschland stellen sie folgende Forderungen:

  • Der Kohleausstieg soll bis 2030 vollzogen sein.
  • Bis 2035 soll Deutschland vollständig auf erneuerbare Energien umsteigen.
  • Bis 2035 soll die Nettonull erreicht sein – was bedeutet, dass nur die Menge Treibhausgase ausgestoßen wird, die durch natürliche Prozesse wieder aufgenommen wird.

Da die Treibhausgasemissionen so schnell wie möglich stark reduziert werden müssten, um 1,5°C-Ziel einzuhalten, fordern sie außerdem schon bis Ende 2019:

  • dass fossile Energieträger wie Kohle, Öl und Gas nicht mehr subventioniert werden.
  • dass ein Viertel der Kohlekraftwerke abgeschaltet wird.
  • dass eine Steuer auf alle Treibhausgasemissionen erhoben wird – eine CO2-Steuer. Der Preis für den CO2-Ausstoß müsse schnell so hoch werden wie die Kosten, die dadurch für zukünftige Generationen entstehen – laut Umweltbundesamt seien das 180 Euro pro Tonne CO2.

Das Grundsatzpapier enthalte bewusst nur Ziele, keine Maßnahmen

Für die Ausarbeitung ihrer Forderung hat „Fridays for Future“ nach eigenen Angaben in den letzten Wochen und Monaten intensiv mit Wissenschaftlern zusammengearbeitet. Klimaaktivist Linus Steinmetz betonte, dass das Grundsatzpapier bewusst nur Ziele enthalte, während die Maßnahmen zur Umsetzung der Ziele eine Aufgabe für die Politik seien.

„Fridays for Future Deutschland“ fordert nun die Regierungen auf Kommunal-, Landes- und Bundesebene auf, sofortige Handlungsinitiativen auf allen Ebenen zu ergreifen, um die Klimakrise zu lösen. Vor allem in den Sektoren Energieerzeugung, Wohnen und Bauen, Industrie, Transport und Verkehr sowie Landwirtschaft sehe man die Notwendigkeit für enorme Anstrengungen. Zudem solle die Umsetzung der Maßnahmen sozialverträglich sein.

Die Forderungen sind ambitioniert

Auf der Website der Klimaaktivisten heißt es: „Uns ist bewusst, dass diese Forderungen ambitioniert sind, doch wenn wir jetzt nicht entschlossen handeln, werden wir das 1,5°C-Ziel verfehlen. Die dadurch entstehenden Schäden werden nicht reparabel sein.“

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(5) Kommentare

  1. Den weiter unten gelisteten Beitrag über den Anfang beim Schulgetränk wollte ich kommentieren, aber dann sah ich, dass es eine Anzeige war, die aufgemacht ist wie ein redaktioneller Beitrag.
    Daher hier mein Kommentar:
    Was die demonstrierenden Schüler in ihrer Schule tun können und sollen, den Antrag der Schulleitung, dem Lehrerrat und der SV stellen, in die Schulordnung ein Verbot von Plastikflaschen und Coffee-to-go-Bechern aufzunehmen.
    Ich kenne Schulen, da sieht es in Klassen und Fluren aus wie Sau, und jeder Lehrer soll es schön alleine (als einsamer Gladiator zur Gaudi aller) richten, was die Wirtschaft versaut. Dabei wird der Müll dann fallengelassen, wenn der Lehrer auf dem Weg ist, herausfinden soll, wer für den Müll auf dem Boden verantwortlich ist und ihm hämisches Ichwaarsabaniiieech, keinawaaas entgegenschallt. Fakt ist: Was Schüler in die Finger bekommen, das nutzen sie auch.
    Schlägt man als Lehrer, besonders als Tuttischwein (Musikerjargon!) ohne beförderungswirksame Verwaltungsfunktion eine Verbannung von Plastik, Plastikflaschen und Einwegbechern aus der Schule vor, wird man ausgebremst mit blöden Killersprüchen seitens funktionstragender Kollegen und Schulleitung: Dasgehtabaniech, wier ham mitti Fierma sowwieso nen Fertrach. (Gemeint ist der Mensabetreiber.) Leider auch an Schulen, die mit dem Prädikat „Gesunde Schule“ hastewaskannste hausieren gehen und entsprechende Presseartikel lancieren.
    Also,liebe Schülerinnen und Schüler, ich bin mit euch, aber guckt mal genau hin, an was für einer Mogelpackung ihr gebildet werdet.

  2. Nicht als Selbstantwort, sondern als Ergänzung bzw. Verstärkung:
    Der vorstehend zitierte Killerspruch (…mitti Fierma sowwieso nen Fertrach) wird von den gleichen funktionstragenden Sprüchemachern noch meilenweit unterboten mit: „Nö, dasmachnwirnich, denn da hält sich eh‘ keiner dran“.
    Eltern und Schüler, ihr habt alles in der Hand, diese Bremser in eurer Schule Lügen zu strafen.

  3. Im Prinzip richtige Forderungen. Nur Vorsicht bei der Forderung von 180 Euro pro Tonne CO2. Hier muss z. B. sicher gestellt werden, dass eine Co-Verbrennung von Holz in Kohlekraftwerken nicht mehr erlaubt ist, weil sich das nämlich im Gegensatz zu heute lohnen würde und ratz fatz die Wälder weg wären…

  4. Das ist ja das Problem: Laut Studie der Deutschen Energie Agentur (Dena) lohnt sich der Mehraufwand der Co-Verbrennung bei einigen Kraftwerken schon ab 30 €/t. Und wohlgemerkt, ich rede von der CO-VERBRENNUNG, also den Austausch von einigen Prozent der Kohle gegen Holz. Das ist technisch nämlich nicht so aufwändig. Und bei den ungeheuren Mengen, die ein Kohlekraftwerk verfeuert, sind auch das relevante Mengen!

    Ich finde 180 €/t eine sehr gute Förderung! Nur müssen Gesellschaft und Politik bei den dann wirtschaftlichen Lösungen aufpassen, dass keine unerwünschten Nebenwirkungen auftreten. Denn auch CCS sollte sich beispielsweise bei derart hohen CO2 Preisen „lohnen“.

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