16.000 Wissenschaftler unterstützen Schülerproteste – das sind ihre Forderungen

Screenshot: Instagram/@gretathunberg

Greta Thunberg hat den Schulstreik fürs Klima ins Leben gerufen – inzwischen machen Schüler in vielen deutschen Städten mit. Jetzt bekommen sie Unterstützung von tausenden Wissenschaftlern, den „Scientists for Future“

Einige Politiker stört es, dass die Schüler während der Unterrichtszeit protestieren. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer sagte am politischen Aschermittwoch beispielsweise: „Wir brauchen keine Schulschwänzer“. FDP-Chef Christian erklärte sinngemäß, dass Klimaschutz „eine Sache für Profis“. sei – und nicht für Schüler.

Die „Profis“ unterstützen die Schulstreiks jedoch: Eine Gruppe aus Wissenschaftlern namens „Scientists for Future“ (Wissenschaftler für die Zukunft) hat eine Stellungnahme veröffentlicht, in der sie sich mit den Schülern solidarisiert. Bislang haben 16.000 Wissenschaftler die Stellungnahme unterzeichnet (Stand 13.03.).

Scientists for Future: Das steht in ihrer Stellungnahme

Die Wissenschaftler loben die Schüler für ihr Engagement: „Die enorme Mobilisierung der neuen Bewegungen („Fridays for Future“ in Deutschland und Österreich, „Klimastreik“ in der Schweiz) zeigt, dass die jungen Menschen die Situation verstanden haben. Ihre Forderung nach schnellem und konsequentem Handeln können wir als Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nur nachdrücklich unterstreichen“, heißt es in der Stellungnahme.

Außerdem fordern die Wissenschaftler mehr Anerkennung für die Schüler: „Nur wenn wir rasch und konsequent handeln, können wir die Erderwärmung begrenzen, das Massenaussterben von Tier- und Pflanzenarten aufhalten, die natürlichen Lebensgrundlagen bewahren und eine lebenswerte Zukunft für derzeit lebende und kommende Generationen gewinnen. Genau das möchten die jungen Menschen von „Fridays for Future/Klimastreik“ erreichen. Ihnen gebührt unsere Achtung und unsere volle Unterstützung.

Prominente Unterstützer

Noch bis Donnerstag läuft die Unterschriftensammlung. Unter den bislang 16.000 Unterzeichnern sind auch einige Prominente dabei, etwa der Mediziner und Moderator Eckart von Hirschhausen. „Wir haben diese Initiative gegründet, um das unsägliche Versagen in der Klimapolitik aus wissenschaftlicher Perspektive zu kommentieren“, sagte Volker Quaschning, Professor für regenerative Energiesysteme, der taz. Er ist einer der Wissenschaftler, die sich in der „Scientists for Future“-Initiative engagieren.

Fridays for Future: Globaler Klimastreik Mitte März

Greta Thunberg

Am 15. März wollen die „Scientists for Future“ ihre Unterschriftensammlung an Demonstranten in Berlin übergeben. Für den 15. März haben Schüler weltweit Klimaproteste angekündigt. Wie Greta Thunberg auf Twitter mitteilte, soll es in 98 Ländern Demonstrationen geben, darunter auch China, Pakistan und Tanzania.

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(2) Kommentare

  1. Dass Politiker wie Herr Scheuer und Frau Gebauer (Schulministerin NRW) das ganze als Schwänzen bezeichnen, ist töricht und eine Begriffspanscherei, als wolle man einen Streik, den eine Gewerkschaft organisiert, als eigenmächtige Urlaubsverlängerung diskreditieren. Von einer Schulministerin sollte man erwarten, dass sie die Begriffe korrekt verwendet.
    Also bitte:
    Schwänzen bezeichnet ein Fernbleiben von einer Mitarbeitspflicht zum Zwecke des rein persönlichen Freizeitgewinns und somit ein unberechtigtes Fernbleiben.
    Streik ist eine Arbeitsniederlegung zur Verfolgung eines gesellschaftlich relevanten Zwecks in einer öffentlich wirksamen Auseinandersetzung zur Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen.
    Diese Begriffsklärung könnte einer juristischen Klärung zugrundegelegt werden, vorausgesetzt, es urteilen keine Betonjuristen, die stur „Schulpflicht!“ und „Gesetz!“ rufen und unbedingten Gehorsam gegenüber dem administrativen Räderwerk fordern und alle sachlichen Belange vom Tisch fegen. Aber gerade in NRW habe ich schon vor über 30 Jahren erfahren, dass im Schuldienst eine regierungsamtliche obrigkeitsstaatliche Befehlstyrannei herrscht, z.B. als Eltern aus Protest gegen chronischen Unterrichtsausfall an ihrer Grundschule (wegen rabiater Nichteinstellungspolitik) ihre Kinder einen Tag zu Hause behielten und dafür vom Regierungspräsidenten einen Strafbefehl in vierstelliger Höhe erhielten.
    Anderes Beispiel: In jüngerer Zeit hörte ich von Gymnasien, denen schwer gestörte Förderschüler aufgedrückt wurden: Inklusion par Ordre de Mufti, im „Los Lehrer mach“-Stil mancher Regierungsdezernenten, ohne dass dafür irgendwelche Arbeitsbedingungen geschaffen wurden. Ok, ist anderes Thema, aber zur Demonstration des Rechtsverständnisses über der Schullandschaft trotzdem erwähnt.

  2. Es geht um die Zukunft der Menschheit; Nicht nur- aber vor allem für die Zukunft der Kinder.
    Das Proteste von Schülern kommen, ist doch sehr verständlich.
    Begrüße es sehr, dass Gerta damit angefangen hat. Ich finde es so wichtig, dass wir Menschen die Verantwortung für unser Leben selbst übernehmen. Ganz großes Lob an Greta und ihren Mut, den ersten Schritt gemacht zu haben.
    Wenn nun Unterstützung von anderen Schülern kommt, sollten das die Schulen und auch die Politiker anerkennen und begrüßen. Die alten Zöpfe (nicht die von Greta) gehören abgeschnitten. Wenn sich ein wahres Demokratieverständnis durchsetzten soll, gehört dazu auch der zivile Ungehorsam. Vor allem, wen auf parlamentarischer Ebene hauptsächlich das herrschende System (Wachstum Wachstum über alles) unterstützt wird.
    Sollte auf politischer Ebene dagegen, in großem Styl angegangen werden währe es die Einleitung des größten Eigentores, für die Wirtschaftslobbyisten und ihren Vasallen die Politiker.
    Vermutlich werden sie eher so tun, als ob sie die Demokratiebewegung anerkennen würden und das alte Spiel der Ablenkung fortsetzen.
    Ich hoffe, dass sich die Menschen keinen Sand in die Augen streuen lassen und dass die Porteste nur der Anfang von einer neuen Demokratiebewegung sind. Ich denke da gibt es keine Altersbegrenzung nach unten (und auch nicht nach oben).
    Noch mal: „Super Greta, meinen Respekt hast du. Könnte sich wohl manch einer der älteren Herrschaften ein Beispiel an dir nehmen“.
    Demokratie fängt ganz klein an, dazu hatten vermutlich einige der älteren Herrschaften keine Möglichkeit. Es ist an der Zeit, dass begriffen wird, dass sie zur Unfreiheit erzogen wurden und dass Befreiung möglich ist. Sie kann allerdings nur in jedem Einzelnen stattfinden. Da hilft kein Gesetzt und keine Verordnung!

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