Oatly, dm, Alnatura: Stiftung Warentest hat Hafermilch getestet

Fotos: © Oatly, dm, Alnatura

Hafermilch ist nicht nur für Veganer*innen eine beliebte Alternative zu Kuhmilch. Aber wie gut sind Haferdrinks aus dem Handel? Stiftung Warentest hat 18 Produkte getestet.

Hafermilch schmeckt gut im Kaffee, Müsli oder Milkshake – wobei streng genommen gar nicht von „Hafermilch“ die Rede sein darf: Die Bezeichnung „Milch“ ist nämlich laut EU-Gesetzgebung für tierische Produkte reserviert. Stiftung Warentest spricht deswegen von „Haferdrink“ oder „Hafergetränk“.

Die Verbraucherschutzorganisation hat sich für die Mai-Ausgabe ihres „test-Magazins“ 18 Produkte genauer angesehen. Mit dabei waren Haferdrinks von Supermärkten und Drogerien sowie Marken wie Alpro oder Oatly. 14 der 18 Drinks waren bio-zertifiziert. Stiftung Warentest unterschied außerdem zwischen Hafermilch mit und ohne zugesetztem Kalzium.

Hafermilch im Test: Die Testkriterien

Das wichtigste Kriterium im Test war das sogenannte „sensorische Urteil“, das Geschmack, Geruch, Mundgefühl und Nachgeschmack der Hafermilch betraf. Außerdem hatte Stiftung Warentest ein Labor beauftragt, die Nährstoffe zu analysieren und die Produkte auf Schadstoffe sowie Keime zu prüfen. Auch die Nutzerfreundlichkeit der Verpackung floss in die Bewertung mit ein.

Insgesamt fielen die Ergebnisse positiv aus. „Bei der Verkostung waren alle fehlerfrei – das gibt es selten“, schreibt Stiftung Warentest. Keine getestete Hafermilch enthielt außerdem Keime, Hefen oder Schimmelpilze. Die schlechteste Note im Test war „befriedigend“.

Die Ergebnisse im Überblick:

  • Keine Hafermilch wurde mit „sehr gut“ bewertet.
  • Testsieger ist die Bio-Hafermilch „Smellk Hafer Liebe Klassik Bio“ von Smöllk (ohne Kalziumanreicherung). Bei den Pflanzendrinks mit Kalzium gewinnt eine konventionelle Hafermilch: die Hafer Barista Edition“ von Oatly.
  • Ebenfalls „gut“ sind unter anderem Drinks von Provamel, Aldi, Alnatura und dm.
  • Vier Produkte sind nur „befriedigend“, darunter Hafermilch von Netto und Kaufland. In der Milch von Kaufland fand Stiftung Warentest Nickel.

Schade ist, dass Stiftung Warentest ausgerechnet bei der beliebten Marke Oatly nur die konventionellen Varianten getestet und die Bio-Drinks außer Acht gelassen hat.

Nährstoffe im Hafermilch-Test

Hafermilch hafer milch
Hafermilch hat einen ähnlichen Kaloriengehalt wie fettarme Milch. (Fotos: © baibaz - Fotolia.com, Hans - pixabay)

Stiftung Warentest stellte außerdem Interessantes zu den Nährstoffen von Hafermilch fest:

  • Bei Haferdrinks mit angereichertem Kalzium deckt ein Glas etwa ein Drittel des täglichen Kalziumbedarfes von Erwachsenen. Das entspricht in etwa dem Gehalt von Milch.
  • Der durchschnittliche Kaloriengehalt von Hafermilch ist vergleichbar mit dem von fettarmer Milch.
  • Allerdings enthält Hafermilch deutlich weniger Eiweiß als Milch – höchstens ein Drittel so viel.
  • In den Drinks von Oatly steckt Rapsöl statt Sonnenblumenöl, weshalb sie zusätzlich Omega-3-Fettsäuren enthalten.
  • Nur eine Hafermilch im Test ist zuckerfrei: „Alpro Hafer ungesüßt, milder Geschmack ohne Zucker“. Der Zucker in den anderen Haferdrinks wurde aber nicht extra hinzugefügt – er entsteht bei der Herstellung von Hafermilch: Enzyme bauen die Stärke im Hafer zu Zucker ab.

Stiftung Warentest: Hafermilch ist nachhaltiger

Stiftung Warentest hat außerdem geprüft, woher der Hafer für die jeweiligen Drinks stammt. Sieben Hersteller nutzen Hafer aus Deutschland, darunter Alnatura, Kölln, Rewe und Berief. Die Anbaugebiete der restlichen Drinks liegen immerhin innerhalb Europas.

Außerdem bestätigt Stiftung Warentest erneut: Hafermilch ist nachhaltiger als tierische Kuhmilch. Ein Liter Hafermilch produziert demnach 0,6 Kilogramm CO2-Äquivalente, bei Kuhmilch sind es 2,2 Kilogramm.

Beim Wasserverbrauch ist der Unterschied noch deutlicher: Ein Liter Hafermilch verbraucht in der Herstellung 3,4 Liter Wasser, Kuhmilch ernome 248 Liter. Außerdem werden die Gewässer durch Hafermilch deutlich weniger mit Phosphat belastet. Für die Umwelt ist Hafermilch also eindeutig die bessere Wahl – hinzu kommt, dass für Pflanzendrinks auch keine Tiere ausgebeutet werden.

Eine Übersicht über alle getesteten Haferdrinks und die Ergebnisse im Detail gibt es bei Stiftung Warentest.

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