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Trotz Shitstorm nach „Höhle der Löwen“: Veganes Start-up meldet Erfolge

Foto: MG RTL D / Bernd-Michael Maurer

In der vergangenen Staffel von „Die Höhle der Löwen“ hat sich „Vegdog“ vorgestellt – ein Unternehmen, das veganes Hundefutter herstellt. Im Netz gab es damals viel Kritik für die Idee, inzwischen ist die Firma jedoch erfolgreich.

Kann man Hunde vegan ernähren? Die meisten Menschen würden sagen: Nein. Entsprechend groß war der Shitstorm, nachdem die Gründerinnen von „Vegdog“ in der fünften Staffel „Höhle der Löwen“ ihr veganes Hundefutter bewarben. „Das geht einfach gegen die Natur des Hundes“, „Ganz schlimm…soll man selbst vegan essen, ist jedem selbst überlassen, aber ein Hund kann nicht wählen“: So oder ähnlich lauteten die Kommentare auf den sozialen Kanälen des Unternehmens.

Auch die „Löwen“ waren nicht überzeugt von der Idee – mit Ausnahme von Dagmar Wöhrl, die 120.000 Euro in Vegdog investierte. Die Investition hat sich gelohnt, wie die Sendung nun bekannt gab. Vor der Höhle der Löwen habe die Firma 120.000 Euro Umsatz verbucht. Nach einem Jahr seien es über 700.000 Euro gewesen.

Höhle-der-Löwen-Jurorin Dagmar Wöhrl ist zufrieden

Dagmar Wöhrl sagte zur Entwicklung: „Wir hatten ein langsames Wachstum, weil die Aufklärungsarbeit sehr im Vordergrund gestanden hat. … Aber inzwischen läuft es gut.“ Was Wöhrl mit Aufklärungsarbeit meint: Das vegane Hundefutter ist gar nicht für Veganer gedacht, die ihre Hunde vegan ernähren wollen – sondern für Tiere mit einer bestimmten Futtermittel-Unverträglichkeit. Das hatten viele Zuschauer der Sendung falsch verstanden.

Für die nächsten Jahre hat das Unternehmen große Pläne: Die Gründerinnen arbeiten gerade an einer neuen Kampagne mit verändertem Design und wollen das Futter-Sortiment erweitern. Außerdem wollen sie das vegane Hundefutter bald auch im Ausland verkaufen.

Vegdog: Ausgewogenes Hundefutter aus regionalen Zutaten

Die Idee zum veganen Hundefutter kam Gründerin Tessa Zaune-Figlar aus einer Notwendigkeit heraus. Ihr Hund Nelson hatte jahrelang mit einer Futtermittel-Unverträglichkeit gekämpft und unter Magen-Darm-Problemen und Hautjucken gelitten. Eine Tierärztin hatte deshalb empfohlen, auf tierisches Eiweiß im Hundefutter zu verzichten. Die vegane Ernährung von Nelson erwies sich als voller Erfolg: Bereits nach vier Wochen war der Hund geheilt, erzählte die Hundebesitzerin vergangenes Jahr bei „Die Höhle der Löwen“.

Während Zaune-Figlar ihren Hund vegan ernährte, merkte sie: Das Angebot an veganem Fertigfutter ist gering und die Zubereitung von frischem, vollwertigem Futter aufwändig. Weil sie der Meinung war, dass das auch einfacher gehen muss, begann sie selbst mit der Entwicklung eines veganen Alleinfutters für Hunde.

Vegdog ist laut Zaune-Figlar das erste vegane und getreidefreie Alleinfutter für Hunde. Es besteht zudem aus regionalen Zutaten, kommt ohne Lock-, Farb-, und Konservierungsstoffe aus.

Wie sinnvoll ist eine vegane Ernährung für Hunde?

Theoretisch ist es möglich, Hunde vegan zu ernähren. Ellen Kienzle, Fachtierärztin für Tierernährung an der Universität München, empfiehlt das allerdings nur unter fachtierärztlicher Aufsicht zu tun – und auch nur, wenn es unbedingt sein müsse. Gegenüber spiegel.de sagte sie aber auch, dass es generell immer wieder zu Problemen käme, wenn Hundehalter das Tierfutter selbst zusammenstellen, ob mit tierischen Produkten oder ohne. Viele unterschätzen den Nährstoffbedarf der Tiere, vor allem Kalzium bräuchten Hunde in hohen Mengen. Ein von Tierärzten mitentwickeltes Futter, das die komplette Ernährung des Tiers abdeckt, könnte also die Lösung sein. Man sollte allerdings nicht auf die Rücksprache mit dem Tierarzt verzichten.

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