Bio-Fleisch essen, aber richtig, aus artgerechter Tierhaltung

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Bewusst und verantwortungsvoll Fleisch konsumieren, aus artgerechter Tierhaltung und nicht aus Massentierhaltung, ist leichter gesagt als getan. Denn ob Hühnchen, Schwein oder Rind: Bio-Fleisch ist nicht gleich Bio-Fleisch. Wir zeigen dir, welche Siegel besser sind als das „normale“ Bio.

Entscheiden wir uns eigentlich bewusst genug für oder gegen den Fleischkonsum? Im Artikel „Hallo glückliches Schwein, dich will ich essen“ gehen wir dieser Frage und dem generellen Konflikt rund um das Thema auf den Grund. Eine bewusste Entscheidung für den Fleischkonsum, die alle Konsequenzen mit einbezieht, ist sicher nichts, was man mal so eben nebenbei beschließt. Doch auch damit sichert man sich nicht vor ethischen Fallstricken ab. Das beliebte Motto „Fleisch ja, aber korrekt!“ ist ziemlich unnütz, wenn man die Kriterien nicht kennt, an denen sich „korrekt“ oder „unkorrekt“ entscheidet.

Bio ist nicht gleich Bio – Die wichtigsten Bio-Siegel bei Bio-Fleisch

Ohne nun im Widerspruch zum vorherigen Absatz stehen zu wollen, so muss man doch sagen: Auf die Siegel ist Verlass! Zwar gibt es hin und wieder Negativbeispiele aber im großen und ganzen werden die Reglementierungen doch sehr streng überwacht. Die Bio-Siegel halten also, was sie versprechen. Und genau hier liegt die Crux: Was versprechen sie eigentlich?

  • Bio-Fleisch – Das „normale“ Bio-Siegel

    Das EU-Bio-Siegel ist im Wesentlichen ein guter Anfang. Die Tierhaltung ist um Längen besser als Massentierhaltung in konventionellen Betrieben, doch Bio-Fleisch von „glücklichen Tieren“ aus artgerechter Tierhaltung und wirklich ökologische Methoden sind damit nicht gesichert. So ist es nach EU-Richtlinien etwa möglich, konventionelle und biologische Tierhaltung auf ein und demselben Hof zu betreiben.

  • Bio-Fleisch – Bio-Verbände wie Bioland, Demeter & Naturland

    Den nötigen Schritt nach vorne gehen Verbände wie Bioland, Demeter und Naturland.  Ihre Vorgaben für Bio-Fleisch bei Tierhaltung und Fütterung sind strenger. Die Kombination mit konventioneller Tierhaltung ist verboten, Tierrechte werden stärker berücksichtigt und Preiskampf a la Discounter-Bio ist mit ihnen nicht zu machen. Dennoch können auch diese Verbände keine Rundum-Sorglos-Garantie bieten. Manche Verbandsbauern werden ihre Hühner, Schweine oder Rinder weniger liebevoll behandeln, andere mehr. Die schlichte Größenordnung der Zusammenschlüsse macht eine ständige Detailkontrolle unmöglich.

  • Bio-Fleisch – Vorzeigebetriebe wie Herrmannsdorfer & Co.

    Wer es ganz genau wissen möchte, der muss sich von der Supermarkttheke verabschieden und aktiv nach den (oft kleinen) Vorzeigebetrieben im lokalen Umfeld suchen, die nur Bio-Fleisch aus artgerechter Tierhaltung und nicht aus Massentierhaltung anbieten. In Süddeutschland sind einer davon die Herrmannsdorfer Landwerkstätten, die erst vor kurzem in einer ARD-Doku den Ritterschlag als das „Bio-Paradies“ erhielten. Auch die im anfangs erwähnten Artikel diskutierten Betriebe Pick a Pig und Meine kleine Farm dürfen als Musterhöfe gelten. Ethisch und ökologisch korrekter als solches Bio-Fleisch könnte nur noch die eigene Aufzucht und Schlachtung sein.

Bio-Fleisch – Tipps und Warnungen

„Bio“ und „Öko“ sind für Fleisch zwar EU-weit geschützte Begriffe, sind aber nicht in allen Fällen die beste Wahl. Dein Metzger um die Ecke, der seine Bauern persönlich kennt und dir Rede und Antwort steht, kann dir eventuell ein wesentlich korrekteres Schnitzel, das eher aus artgerechter Tierhaltung und nicht aus Massentierhaltung stammt, bieten als die Plastikverpackung mit Siegel im Supermarktregal.

Auch das korrekteste Bio-Fleisch sollte man nicht täglich in rauhen Mengen verzehren. Und wer nur noch selten und mit großer Wertschätzung Fleisch isst, der zahlt am Ende für weniger auch nicht mehr.

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(43) Kommentare


  1. Bitte schaut mal auf peta.de nach. Da geht es um Naturland. Diesr Club hat keine Scheu, Hühnerbarone mit seinem Siegel zu versehen, die zur Deutschen Frühstücksei gehören. Das waren die, die Hühner ewig in Käfigen halten wollten. Nun dürfen sie das nicht mehr und wollen auf Bio machen. Was dabei herauskommt, zeigt ein Bericht auf peta.de. Naturland hat laut eigener Presseverlautbarung den hier gezeigen Skandal-Hühnerstall gekündigt. Aber: den Stall schon, nicht jedoch den Konzern, für den dieser Stall nur einer von vielen Ställen ist. Naturland schreibt in einer Pressemitteilung, dass der Verband extra Personal einstellen will, um die großen Bio-Hühner-Ställe besser überwachen bzw. beraten zu können. Das sagt doch alles: den ehemals großen Hühner-Konzernen traut der Verband nicht. Naturland geht es wohl vor allem um Kohle – denn der Verband kassiert eine Menge Geld von denen, die das Naturlandzeichen nutzen wollen. Und da sind große Hühnerbarone wohl recht zahlungskräftig und zahlungsbereit, um sich ein gutes Image zu erkaufen.
    Hier werden Verbraucher und auch Biolandwirte für dumm verkauft. Gut, dass sich Bioland von Naturland indirekt distanziert hat. Siehe http://www.bioland.de .Da wird klar, dass Bio und Großkonzerne, die Bauern dirigieren und bei denen Bauern mit Investmentkapital und Lieferverträgen mundtod gemacht werden, nicht zusammen passen. Gut, dass Bioland und hoffentlich Demeter da anders aufgestellt sind. Von Demeter war allerdings zu dem aktuellen Bio-Skandal nichts zu lesen.

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