Ist das Europa? Joko und Klaas zeigen aufrüttelnde Aufnahmen aus Moria

Foto: Screenshot Youtube Joko & Klaas

Diese Woche haben Joko und Klaas wieder einmal Sendezeit bei ProSieben gewonnen. Die 15 Minuten nutzten sie, um auf die unmenschlichen Bedingungen in Moria aufmerksam zu machen. Bilder, die jede*r sehen sollte.

„A Short Story of Moria” – so heißt der kurze Film, den Joko und Klaas am Mittwoch auf ProSieben gezeigt haben. Schon vor einem Monat hatten die beiden entschieden, sich in dieser Sendezeit den Geflüchteten im Lager Moria zu widmen. Damals ging es ihnen darum, die „zu diesem Zeitpunkt vergessenen Schicksale“ im Lager zu thematisieren.

Aktuell bekommen ihre Schicksale mehr Aufmerksamkeit – wegen des Feuers, das am 8. September dort ausgebrochen ist. „Seit dem Feuer haben sich für die dort untergebrachten 13.000 Menschen, die ohnehin schon schrecklichen unwürdigen Lebensumstände dramatisch verschlechtert“, sagt Joko am Anfang der gewonnenen Sendezeit.

Moria – „der größte Fehler meines Lebens“

Wie schlecht die Lebensumstände dort waren und sind, zeigen die beiden Moderatoren an der Geschichte von Milad Ebrahimi. Ebrahimi ist 21 Jahre alt und aus Afghanistan geflüchtet – er kam im Januar nach Moria. Seine Geschichte ist stellvertretend für die vieler Geflüchteter: „Die Dinge, die er uns erzählt hat, erleben alle Menschen, die auf der Suche nach einem besseren Leben nach Europa fliehen und in Lagern wie Moria […] landen“, sagt Klaas.

Joko und Klaas, Moria, ProSieben
Milad Ebrahimi teilt seine Eindrücke aus Moria. (Foto: Screenshot Youtube Joko & Klaas)

Ebrahimi erklärt gleich zu Beginn des Videos: „Es war der größte Fehler meines Lebens, dass ich auf diese Insel gekommen bin.“ Als er in Griechenland ankam, war er zunächst hoffnungsvoll. Das änderte sich, als er das heruntergekommene, überfüllte und verdreckte Camp sah.

 Im Video werden die unwürdigen Zustände deutlich: Notdürftig zusammengebastelte Zelte aus Plastikplanen, haufenweise Müllsäcke, matschiger Boden. Strom gibt es keinen, auch keine funktionierenden Sanitäranlagen. Man sieht Mütter, die ihre Kinder mit Wasser aus Plastikflaschen waschen. „Wir waren gebrochen“, sagt Ebrahimi. „Warum? Ist das wirklich…Ist das Europa?

Hier das Video auf Youtube:

Joko und Klaas: Jeder soll wissen, welche Zustände herrschen

Noch schlimmer werden die Videoaufnahmen, als das Feuer ausbricht und das Camp verschlingt. Männer, Frauen und Kinder fliehen in Panik vor den Flammen, manche haben ihre Habseligkeiten in Müllsäcke gepackt. Aufnahmen des Journalisten Jan Theurich zeigen, wie die Polizei Tränengas in die Menschenmengen schießt – und auch jede Menge Kinder verletzt. Die Bilder der schmerzerfüllten Kinder und verzweifelten Eltern sind kaum zu ertragen. „Ist das Europa?“, lautet Frage im Abspann des Videos.

Den beiden Moderatoren sei bewusst, dass die Lage kompliziert sei und eine Lösung sich nicht so einfach finden lasse. „Aber egal wen man wählt oder wie man über die Flüchtlingskrise denkt: Wir wollen, dass zukünftig jeder weiß, welche Zustände mitten in Europa existieren“, sagt Joko. „Nur zwei Flugstunden entfernt, wo Deutsche Urlaub machen.“

Utopia meint: „A Short Story of Moria” ist nicht einfach anzusehen. Joko und Klaas weisen zurecht darauf hin, das Video nicht mit Kindern anzuschauen. Zugleich sollte jede*r über die Zustände Bescheid wissen: Immerhin ist es europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik, die Lager wie das in Moria möglich macht. Gut, dass Joko und Klaas ihre Bekanntheit dazu nutzen, die menschlichen Schicksale der sonst so anonymen „Flüchtlinge“ sichtbar zu machen. Was in Moria und anderen Geflüchtetenlagern passiert, darf uns nicht egal sein.

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(1) Kommentar

  1. Ja, gut dass Joko und Klaas ihren Einfluss geltend machen!
    Aber ist es nicht, ähnlich wie Pro7’s „red nose day“ oder RTL’s selbstgefälliges „Bessermenschentum“, nur ein Alibi um danach weiter die Spirale der Ausbeutung der Ärmsten auf der Welt durch Vorgaukeln einer ach so tollen Wohlstandsgesellschaft und Manipulation der Menschen durch gezielte Produktplatzierungen zwischen den informationsfreien Unterhaltungsshows fortzuführen?