Kinder-Fahrradanhänger im Test: Schadstoffe gefunden, Schrauben lösen sich

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Kinder-Fahrradanhänger versprechen Sicherheit im Straßenverkehr. Doch im Dauertest von Öko-Test offenbarten fast alle Modelle Schwächen: Bei einigen Modellen lösen sich Schrauben, bei anderen bricht ein Teil der Sitzfläche. „Gut“ ist keiner.

Fahrrad statt Auto – das geht auch mit Kindern: Eltern haben die Wahl zwischen vielen verschiedenen Kinder-Fahrradanhängern, die sich oft auch als Buggy zum Joggen umrüsten lassen. Doch wie sicher sind die Modelle?

Das Verbrauchermagazin Öko-Test hat acht Kinder-Fahrradanhänger von einem unabhängigen Prüfinstitut testen lassen. Besonders viel Wert haben die Prüfer auf umstrittene Inhaltsstoffe und auf die Sicherheit des Anhängers. Dafür haben sie die Kinder-Fahrradanhänger einem Dauertest unterzogen und die Modelle vorher und nachher auf Mängel untersucht.

Eigentlich sollte man annehmen, dass es bei Produkten für Kinder kaum Mängel gibt, doch das Ergebnis fällt überraschend negativ aus: Jeder Kinder-Fahrradanhänger ist mit Schadstoffen belastet und kein einziges Modell ist frei von Sicherheitsmängeln.

Kinder-Fahrradanhänger: Test deckt Sicherheitsmängel auf

Die getesteten Kinder-Fahrradanhänger kosten zwischen 230 Euro und 1.000 Euro. Doch selbst die teuersten Modelle sind nicht frei von Mängeln. Vor allem dem Dauertest hielten die meisten Modelle nicht stand.

  • In mehr als der Hälfte der geprüften Kinder-Fahrradanhänger haben die Kids zu wenig Platz am Kopf. So auch im blauen „Croozer Kid Plus for 2“ (2019). Die Gefahr: Bei einem Unfall kann sich das Kind am Kopf verletzen.
  • Besonders kritisch ist bei dem Croozer-Modell, dass beim Belastungstest ein Riss entstanden ist. Er führt laut Experten früher oder später zu einem Bruch. Auch die Federung war nach der Dauerprüfung beschädigt.
  • Sicherheitsmängel hat Öko-Test auch bei einem sehr günstigen Modell entdeckt. Hier haben sich schon bei der Anlieferung Risse an den Schweißnähten Ein zweiter Kinder-Fahrradanhänger desselben Modells enthielt sogar noch mehr Risse, schreibt Öko-Test. Im Belastungstest ist der Anhänger zwar nicht auseinander gebrochen, aber die Risse vergrößerten sich.

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Kein Kinder-Fahrradanhänger ist „gut“

Trotz vieler Sicherheitsmängel konnte Öko-Test drei Kinder-Fahrradanhängern am Ende zumindest die Note „befriedigend“ geben.

Bei anderen Modellen haben sich Schrauben gelöst oder die Federung war beschädigt. Auch scharfe Kanten im Innenraum sind ein häufiger Kritikpunkt. Unter den drei besten Kinder-Fahrradanhängern befindet sich zum Beispiel der blaue Burley D‘Lite (2019). Er schnitt im Schadstoff-Test am besten ab, hielt aber der Dauerbelastung nicht stand. Im Test ist ein Teil der Sitzfläche gebrochen. Zu erhalten ist er online bei Bergfreunde**.

Ebenfalls unter den Besten: der Hamax Outback 2019. Ihn kannst du beispielsweise bei Amazon** oder bei Fahrrad XXL** kaufen. Mit etwa 500,- Euro ist der Queridoo Kidgoo 2 der günstigste unter den „befriedigenden“ – ihn gibt es online u.a. bei Babymarkt**.

Alle Kinder-Fahrradanhänger mit Schadstoffen belastet

Öko-Test hat alle Kinder-Fahrradanhänger auch auf Schadstoffe geprüft und ist bei allen fündig geworden. In den Schiebegriffen befindet sich bei allen Modellen das krebsverdächtige Naphthalin. Es gehört zu den polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) und ist in Kosmetik bereits verboten (BfR).

Außerdem hat das Labor in einem Modell krebsverdächtiges TDCP nachgewiesen, in einem anderen den bedenklichen Weichmacher DPHP. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat im Hinblick auf Spielzeug bereits festgestellt, es bestehe „Handlungsbedarf, (…) DPHP aus Spielzeug zu reduzieren“.

Alle Details findest du in der Ausgabe 07/2019 von Öko-Test sowie online auf www.ökotest.de.

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