„Kollektives Vollversagen“: Starker Kommentar zu Corona-Demos geht viral

Foto: CC0 Public Domain / Unsplash - Markus Spiske

Ein Facebook-User schreibt einen Kommentar zur Corona-Demo Anfang August in Berlin. Der Facebook-Post stimmt nachdenklich – im Kontext der Demo vergangenes Wochenende ist er erneut viral gegangen.

„In Berlin haben die Leute nicht gegen Corona Regulierungen demonstriert. In Berlin haben Menschen für Ihr Recht demonstriert, von der Komplexität der Welt überfordert zu sein.“ Mit diesen Worten beginnt Joey Hoffmanns Post auf seiner Facebook-Seite vapers.guru. Den Post veröffentlichte Hoffmann bereits am 2. August, also einen Tag nach der ersten großen Corona-Demo in Berlin. Vor einigen Tagen gingen seine Aussagen erneut viral.

In seinem Post bezeichnet Hoffmann die Bewegung gegen die Corona-Maßnahmen als „kollektive[s] kognitive[s] Vollversagen“. Die Bewegung werde scheitern, weil sie keine Alternativen und Lösungen vorschlage und damit die gesellschaftlichen Regeln einer Demokratie missachte.

„Dabei haben die meisten nicht einmal das Grundgesetz verstanden“

Außerdem werde die Bewegung an ihrem Dunning-Kruger-Effekt scheitern, so Hoffmann. Dieser Effekt besagt, dass sich Halbwissende selbst überschätzen, weil sie ihre eigene Inkompetenz nicht erkennen. Die Fähigkeiten kompetenterer Personen unterschätzen sie im Gegenzug.

„Plötzlich ist jeder Epidemiologe, Virologe, Klimaforscher, Migrationsanalyst, Religionswissenschaftler und Jurist. Dabei haben die meisten nicht einmal das Grundgesetz verstanden“, schreibt Hoffmann. Was er damit meint, wird an einer anderen Stelle seines Posts deutlich: „Sie demonstrieren für Freiheit und merken nicht einmal, dass sie dabei eine der größten Freiheiten bereits in Anspruch nehmen. Sie kommentieren auf Social Media über den Verlust von Meinungsfreiheit und bemerken den Widerspruch nicht einmal.“

Obwohl er glaubt, dass die Bewegung scheitert, ist Hoffmann offensichtlich besorgt. Es bestehe die Gefahr, dass die Menschen, welche lautstark gegen die angebliche „Meinungsdiktatur“ demonstrieren, eine tatsächliche Diktatur heraufbeschwören. Der „Verlust eines demokratischen Miteinanders“ ist ein Aspekt, den Hoffmann an der Bewegung kritisiert.

Anstatt sich an den demokratischen Konsens des Maskentragens zu halten, würden die Demonstrierenden mangelnde Freiheit beklagen. Dabei würden viele die Flagge eines diktatorischen Regimes schwingen, in dem sie weit weniger Freiheit gehabt hätten. „Sie glauben tatsächlich die demokratische Mehrheit seien die Diktatoren, weil sie vor lauter Freiheit vergessen haben, was Unfreiheit tatsächlich bedeutet.“

Der Post geht viral

Hoffmanns Kommentar ging viral, er wurde auf Facebook über viertausend Mal geteilt (Stand 1.9.). Außerdem kopierte eine unbekannte Person den Kommentar unter einen Artikel von Zeit online. Dort entdeckten ihn der Kabarettist Christoph Sieber und – knapp einen Monat später – die Twitter-Userin Karla Knows. Sie teilten ihn auf Facebook beziehungsweise Twitter und erzielten weitere 27.000 Shares beziehungsweise knapp 7.000 Retweets.

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