Jagdtouristin erlegt einen der größten Leoparden überhaupt – damit muss endlich Schluss sein!

Foto: Screenshot Instagram @davidbonnouvrier

In den sozialen Netzwerken kursiert zurzeit ein Foto, das für Empörung sorgt: Es zeigt eine Frau, die stolz einen riesigen toten Leoparden in den Armen hält. Das Tier ist wahrscheinlich einer der größten erlegten Leoparde überhaupt. Auch einige Prominente teilten das Foto.

Elefanten, Giraffen, Löwen oder andere Wildkatzen – für Großwildjäger zählt vor allem eines: Ihre Beute soll möglichst groß sein. Kein Wunder also, dass Britany L. stolz in die Kamera lächelt, als sie mit dem riesigen erlegten Leoparden für ein Foto posiert.

Das Foto wurde der britischen „Newsweek“ zufolge als erstes auf der Webseite des „Safari Club International“ (SCI) veröffentlicht. Die Organisation setzt sich für Jagdfreiheit ein und hat mehr als 50.000 Mitglieder. Das Bild mit dem Jaguar war laut Newsweek Teil eines Online-Rekordbuches, in dem die SCI-Mitglieder ihren „Jagdstolz“ teilen.

Naomi Campbell teilte das Bild vom Leopard

Leopard Shitstorm Großwildjagd

Nachdem Tierschützer das Foto auf Facebook und Instagram posteten, nahm der Safari Club das Foto wieder von der Webseite. Trotzdem verbreitete sich Bild – auch dank Unterstützung von Prominenten wie dem Supermodel Naomi Campell. Sie teilten das Foto auf ihren Accounts und riefen dazu auf, sich telefonisch beim Safari Club International zu beschweren.

Der Safari Club schätzt, dass das Tier der neuntgrößte Leopard ist, der jemals erlegt wurde, ist auf dem Faktencheck-Portal „snopes.com“ zu lesen. Das große Tier leblos und mit hängenden Pfoten in den Armen der Frau zu sehen, ist kaum zu ertragen.

Großwildjagd ist nicht verboten

Solche Bilder tauchen allerdings immer wieder im Netz auf – denn die Großwildjagd ist legal. Für viel Geld können Trophäenjäger wilde Tiere zum Beispiel in Südafrika, Namibia oder Simbabwe jagen.  Laut der Tierschutzorganisation Pro Wildlife gehen alleine in Afrika jedes Jahr über 18.000 Ausländer auf Trophäenjagd und töten dabei mehr als 100.000 Wildtiere.

Hier einige Bilder auf Twitter:

Spitzenreiter sind Jäger aus den USA, gefolgt von Schützen aus Spanien. An dritter Stelle stehen deutsche Jäger. Organisiert werden die Großwildjagden von spezialisierten Reiseveranstaltern – die Nachfrage ist trotz aller Kritik offenbar groß. Dabei gehört diese Praxis verboten: Viele Elefanten- oder Wildkatzen-Arten sind vom Aussterben bedroht. Unabhängig davon: Es ist unmenschlich, Tiere zum Spaß zu töten oder die Jagd als „Sportart“ zu sehen – damit muss endlich Schluss sein.

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(5) Kommentare

  1. Hallo Nadja Ayoub, du hast den Bericht über den erlegden Leoparden getextet. Schade, steht nirgends eine Anschrift, wo man sich diesbezüglich wirksam beschweren kann. Als Leser bleibt man einmal mehr mit einer unfassbaren Wut darüber zurück. So hat es was von Sensationsmache und verfehlt das Ziel. Mache es das nächste Mal besser, danke…

  2. Grüße Dich Eden!

    Ich habe gerade Dein Kommentar gelesen und dachte mir ich antworte mal darauf, denn ich habe mir die gleiche Frage gestellt. Aber ich denke, man darf der Autorin hier keinen Strick drehen, denn es ist nicht Ihre Aufgabe für uns Leser noch zusätzlich eine Unterschriftenaktion zu starten oder sonst irgend etwas. Sie hat uns einfach darauf hingewiesen, dass so etwas passiert ist und wie es sich verbreitet hat und dafür bin ich Ihr sehr dankbar, denn ich selbst bin noch nicht auf dieses Bild gestoßen, außer eben jetzt hier durch Utopia. Natürlich löst dieser Bericht Wut und Entsetzen aus, das ist gar keine Frage und dann fühlt man sich erst einmal hilflos, weil man nichts angeboten bekommt um etwas zu tun, aber wenn es Dir hilft hätte ich da eine Idee! Im Text steht ja, welche Organisation dieses Bild als aller erstes veröffentlicht hatte. Und es steht im Text, dass sich zig Menschen telefonisch bei diesem Verein beschwert haben. Du könntest es diesenMenschen gleich tun und auch dort anrufen. Oder, wenn Du uns empörten Lesern wirklich unter die Arme greifen willst einfach selbst eine Petition auf change.org oder ähnlichem starten, anstatt die Autorin zu belehren. Aber ja, ich teile den Schmerz und würde am liebsten selbst auf die Jagd nach Jägern gehen!

  3. Ich hab die beiden verlinkten Petitionen, und ich weiss gar nicht mehr wie viele noch bei zig Organisationen, unterschrieben – in der Hoffnung, dass sich damit etwas ändert lässt. Ich kann jede Lust darauf die Jäger zu jagen nur zu gut nachvollziehen und bin mittlerweilen an einem Punkt angelangt der mir gern als menschenverachtend vorgeworfen wird:
    Ich finde eine Spezies, die Individuen hervorbringt, die aus Mordlust feige töten, die schwächere und alles um sich herum aus Gier ausbeuten und zerstören, gehört restlos von diesem Planeten getilgt und genau daran arbeiten diese Individuen mit aller Kraft.
    Mir tun dabei nur all die unschuldigen Arten leid, die vermutlich noch einige Zeit darunter leiden müssen und leider vor und mit uns von diesem Planeten verschwinden werden. Aber die Erde hat sich noch von jedem großen Artensterben erholt und wird auch nach der Krankheit Mensch wieder gesunden.

  4. Liebe Roanna, ich kann deine Wut und Verzweiflung so gut nachempfinden. Manchmal glaubt man gegen Windmühlen anzukämpfen. Der Mensch, der sich selbst nur allzu gerne fälschlicherweise als die Krone der Schöpfung bezeichnet, ist im Grunde der größte und gefährlichste Parasit, den die Evolution je hervorgebracht hat. Kein Lebewesen hat wohl der Erde je mehr Schaden zugefügt. Damit sich die in deinem letzten Satz geäußerte Hoffnung erfüllen könnte, müsste man sich eigentlich wünschen, dass sich der Mensch noch rechtzeitig selbst ausrottet, bevor es ihm gelungen ist, den gesamten Planeten unwiederbringlich zu zerstören.