USA erlauben Import von Elefantentrophäen – die Begründung macht sprachlos

Elefant Trophäe Jagd USA
Foto: Twitter (Zimbabwe Today) und "Ivory Crush" von USFWS Mountain-Prairie unter CC-BY 2.0

Großwildjäger aus den USA dürfen künftig wieder Elfenbein, Elefantenschädel oder andere „Trophäen“ ihrer Großwildjagd in die USA einführen. Die Trump-Regierung hat ein entsprechendes Verbot nun endgültig aufgehoben.

Viele Elefantenarten sind vom Aussterben bedroht – um sie besser zu schützen, hatte die Obama-Administration 2014 ein Importverbot von Elefantentrophäen durchgesetzt. Die aktuelle Regierung hat diese Verordnung nun wieder rückgängig gemacht: Jäger sollten Körperteile erlegter Elefanten wieder legal in die USA bringen können.

Diskussionen um Importverbot

Schon vergangenen November hatte der U.S. Fish and Wildlife Service angekündigt, das Importverbot aufzuheben – mit einer  fragwürdigen Begründung:

„Legale, gut regulierte Jagd als Teil eines gründlichen Managementprogramms kann der Erhaltung bestimmter Tierarten zugutekommen, wenn sie örtlichen Gemeinden Anreize gibt, die Art zu schützen und nötige Einnahmen zurück in den Artenschutz bringt.“Nach weltweitem Protest und auf Druck von Naturschützern hatte Präsident Trump die Entscheidung jedoch zunächst gestoppt. Auf Twitter schrieb er: „Es wird schwer sein mich davon zu überzeugen, dass diese „Horror Show“ hilft, Elefanten oder andere Tiere zu schützen.“

Trump scheint seine Meinung nun jedoch wieder geändert zu haben. Anfang März teilte die Naturschutzbehörde des Innenministeriums mit, dass das generelle Importverbot aufgehoben wird. Über die Einfuhr von Elefantentrophäen wird künftig von Fall zu Fall entschieden.

Elefantenjagd nur in bestimmten Ländern

Bei der amerikanischen Waffenlobby sorgte die Aufhebung des Importverbots für Begeisterung – Umwelt- und Tierschützer sind hingegen entsetzt. So erklärte etwa die US-Tierschutzorganisation Humane Society bereits im November: „Elefanten sind auf der Liste der bedrohten Tierarten. Die Weltgemeinschaft hat sich zusammengetan, um den Handel von Elfenbein einzudämmen. Und die US-Regierung gibt amerikanischen Trophäenjägern nun grünes Licht, sie [die Elefanten] zu töten.“

 

Trump-Söhne sind Großwildjäger

Prominente „Trophäenjäger“ in den USA sind unter anderem auch die Söhne von Donald Trump. Sie machten in der Vergangenheit bereits Schlagzeilen mit ihren Jagdreisen, bei denen sie zum Beispiel einen Leoparden und einen Elefanten erlegten. Auf einem Foto posiert Donald Trump Jr. mit einem abgeschnittenen Elefantenschwanz in der einen Hand und einem Messer in der anderen neben einem erlegten Elefanten.

Die Situation in Deutschland ist kaum besser

Laut der Tierschutzorganisation Pro Wildlife gehen alleine in Afrika jedes Jahr über 18.000 Ausländer auf Trophäenjagd und töten dabei mehr als 100.000 Wildtiere. Spitzenreiter sind dabei Jäger aus den USA, gefolgt von Schützen aus Spanien. An dritter Stelle stehen deutsche Jäger.

Im Gegensatz zu den USA gebe es in Deutschland dabei allerdings kein Importverbot von Jagdtrophäen: Pro Wildlife zufolge gilt die Einfuhr solcher Trophäen als „Privatvergnügen“ und als „nicht kommerziell“ – deswegen sei sie mit entsprechender Genehmigung erlaubt. Dutzende Reiseveranstalter würden den Abschuss von Löwe, Elefant, Nashorn und anderen Wildtieren ganz legal auf spezialisierten Jagdreisen anbieten.

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