Import von Elefantentrophäen: Trump legt Entscheidung auf Eis

Elefant Trophäe Jagd USA
Foto: Twitter (Zimbabwe Today) und "Ivory Crush" von USFWS Mountain-Prairie unter CC-BY 2.0

Vergangene Woche machte eine schockierende Meldung die Runde: Großwildjäger aus den USA dürfen wieder Elefantentrophäen in die USA einführen. Jetzt legte Trump die Entscheidung wieder auf Eis.

Viele Elefantenarten sind vom Aussterben bedroht – um sie besser zu schützen, hatte die Obama-Administration 2014 ein Importverbot von Elefantentrophäen durchgesetzt. Die aktuelle Regierung hatte diese Verordnung vergangene Woche wieder rückgängig gemacht: Jäger sollten Körperteile erlegter Elefanten aus Simbabwe und Sambia wieder legal in die USA bringen können.

Die Genehmigung sollte dabei laut ABC News für Elefanten gelten, die im Zeitraum von Januar 2016 bis Dezember 2018 gejagt wurden. Mitte 2018 soll die die Erlaubnis erneut überprüft und womöglich verlängert werden.

„Legale, gut regulierte Jagd“

Verkündet wurde die neue Regelung vom „United States Fish and Wildlife Service“ (USFWS). Die Behörde untersteht dem Innenministerium der USA und befasst sich eigentlich mit Natur- und Artenschutz. In einem Statement lieferte das USFWS eine mehr als fragwürdige Begründung für die Entscheidung:

„Legale, gut regulierte Jagd als Teil eines gründlichen Managementprogramms kann der Erhaltung bestimmter Tierarten zugutekommen, wenn sie örtlichen Gemeinden Anreize gibt, die Art zu schützen und nötige Einnahmen zurück in den Artenschutz bringt.“

Elefantenjagd nur in bestimmten Ländern

Die Jäger sollen dabei nur in solchen Ländern jagen, die eine „gute Regierung“ und einen „gesunden Wildbestand“ haben – daher wurde das Verbot auch nur für Sambia und Simbabwe aufgehoben. Der Afrikanische Elefant gilt jedoch als bedrohte Tierart – auch das USFWS listet die Tiere als gefährdet auf.

Bei der amerikanischen Waffenlobby sorgte die Aufhebung des Importverbots für Begeisterung – Umwelt- und Tierschützer sind hingegen  entsetzt. So erklärte etwa die US-Tierschutzorganisation Humane Society: „Elefanten sind auf der Liste der bedrohten Tierarten. Die Weltgemeinschaft hat sich zusammengetan, um den Handel von Elfenbein einzudämmen. Und die US-Regierung gibt amerikanischen Trophäenjägern nun grünes Licht, sie [die Elefanten] zu töten.“

Protest gegen die Entscheidung hat gewirkt

Nach weltweitem Protest und wohl auch auf Druck von Naturschützern hat der amerikanische Präsident Donald Trump die Entscheidung am Samstag jedoch vorzeitig gestoppt. Er wolle erst einmal alle Fakten zum Naturschutz studieren. Dafür werde er sich von Innenminister Ryan Zinke auf den aktuelle  Stand bringen lassen.

In einem zweiten Tweet erklärte Trump, dass er die Entscheidung zu den Großwild-Jagdtrophäen nächste Woche verkünden wolle. Es werde allerdings sehr schwierig werden, seine Meinung zu ändern, dass die „Horror Show“ auf irgendeine Weise dazu beitragen kann, Elefanten oder andere Tiere zu schützen.

Es klingt also so, als ob Trump die Erlaubnis zur Einfuhr von Jagdtrophäen womöglich wieder rückgängig machen wird. Das wäre ein großer Erfolg für die vielen Umwelt- und Tierschutzorganisationen, die Kampagnen und Petitionen gegen die Entscheidung gestartet hatten.

Trump-Söhne sind Großwildjäger

Prominente „Trophäenjäger“ in den USA sind unter anderem auch die Söhne von Donald Trump. Sie machten in der Vergangenheit bereits Schlagzeilen mit ihren Jagdreisen, bei denen sie zum Beispiel einen Leoparden und einen Elefanten erlegten. Auf einem Foto posiert Donald Trump Jr. mit einem abgeschnittenen Elefantenschwanz in der einen Hand und einem Messer in der anderen neben einem erlegten Elefanten.

Die Situation in Deutschland ist kaum besser

Laut der Tierschutzorganisation Pro Wildlife gehen alleine in Afrika jedes Jahr über 18.000 Ausländer auf Trophäenjagd und töten dabei mehr als 100.000 Wildtiere. Spitzenreiter sind dabei Jäger aus den USA, gefolgt von Schützen aus Spanien. An dritter Stelle stehen deutsche Jäger.

Im Gegensatz zu den USA gebe es in Deutschland dabei allerdings kein Importverbot von Jagdtrophäen: Pro Wildlife zufolge gilt die Einfuhr solcher Trophäen als „Privatvergnügen“ und als „nicht kommerziell“ – deswegen sei sie mit entsprechender Genehmigung legal. Dutzende Reiseveranstalter würden den Abschuss von Löwe, Elefant, Nashorn und anderen Wildtieren ganz legal auf spezialisierten Jagdreisen anbieten.

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