Test: Mit teurem Mineralwasser stimmt etwas nicht

Mineralwasser Test Stiftung Warentest
Foto: CC0/pixabay

Stiftung Warentest holte auch in diesem Jahr Mineralwasser ins Testlabor. Oft enthalten sie weniger Mineralstoffe als vielerorts das Leitungswasser, auch fand das Verbrauchermagazin beim Test RĂŒckstĂ€nde von Pflanzenschutzmitteln sowie Uran und Keime, die ImmungeschwĂ€chten gefĂ€hrlich werden können.

2017 testete Stiftung Warentest Medium-Mineral­wasser (siehe weiter unten), in diesem Jahr Classic-Wasser mit viel KohlensÀure. Die Tester holten sich 30 vielverkaufte Wassermarken ins Haus, darunter elf klassische Marken von traditionellen Brunnen­betrieben wie Gerol­steiner und Apollinaris sowie 19 Handels­marken von Discountern und SupermÀrkten wie Lidl Saskia oder Rewe Ja.

Mineralwasser-Test 2018: Teures Wasser punktet nicht

Das Ergebnis: Nur 17 WĂ€sser schneiden gut ab. Dabei besonders interessant: 13 der 17 „guten“ Classic-Mineralwasser-Sorten im Test kamen von Discounter- und Supermarkt-Handelsmarken bei Preisen von etwa 13 Cent pro Liter. Vereinfacht gesagt: Billiges Mineralwasser schneidet besser ab.

Dass teure DesignerwĂ€sser aus fernen und exotischen Orten sowohl ökologisch als auch vom Preis her unsinnig sind, darauf hat auch Utopia.de immer wieder hingewiesen – lies dazu 7 Wasser, die dem gesunden Menschenverstand wehtun.

  • Zwei der stark sprudelnden WĂ€sser bewertete der aktuelle Test mit nur „ausreichend“. Eines davon schmeckte fremdartig und leicht nach Acetaldehyd aus dem Flaschenmaterial – lies auch: Wasser aus Plastikflaschen – wie groß ist das Gesundheitsrisiko?
  • Ein anderes enthielt sogar Keime, die ImmungeschwĂ€chten gefĂ€hrlich werden können. In fĂŒnf WĂ€ssern fanden die Tester leicht erhöhte Gehalte von Arsen, Nickel oder Uran – allerdings noch unter den gesetzlichen Grenzwerten.
  • In einigen WĂ€ssern fanden sich Abbauprodukte von Pflanzenschutzmitteln, in einem Wasser SĂŒĂŸstoffe, all diese Funde sind gesundheitlich unkritisch. MedikamentenrĂŒckstĂ€nde fanden die Tester nicht.

Laut Stiftung Warentest ist lĂ€ngst nicht jedes Mineralwasser auch mineralstoffreich – laut EU-Verordnung mĂŒsse es das auch nicht sein. Dennoch: 14 der Classic-WĂ€sser im Test enthielten sogar weniger Mineralstoffe als vielerorts das Leitungswasser. Umso bedenklicher, dass allein Werbung dafĂŒr sorgt, dass wir „Mineral“-Wasser kaufen – wĂ€hrend die Wasser-Konzerne immer wieder in Schlagzeilen geraten, lies etwa Wegen NestlĂ©: Den Bewohnern von Vittel wird das Wasser knapp.

Laut B3 sind das die Testsieger:

  1. Gut: Aldi SĂŒd Culinaris Kurfels (13 Cent/Liter)
  2. Gut: Netto Naturalis Vitalbrunnen (13 Cent/Liter)
  3. Gut: Netto Naturalis Quintus-Quelle (13 Cent/Liter)
  4. Gut: Rewe Ja Waldquelle (13 Cent/Liter)
  5. Gut: Adelholzener Classic (61 Cent/Liter)

Utopia rÀt: Leitungswasser trinken.

Trinkwasser aus dem Wasserhahn: immer noch am ökologischsten und am preiswertesten
Trinkwasser aus dem Wasserhahn: immer noch am ökologischsten und am preiswertesten (Infografik © Utopia.de/MP)

Den Minerwalwasser-Test findest findest du in der Juli-Ausgabe der Zeitschrift test und online auf test.de.

Mineralwasser-Test 2017: Nur jedes dritte Mineralwasser schneidet gut ab

Die Ergeb­nisse frĂŒherer Mineralwasser-Tests lassen sich laut Stiftung Warentest auf viele Produkte ĂŒber­tragen, die heute noch im Handel stehen. Denn auch 2017 hatte Stiftung Warentest 30 Mineralwasser mit mittlerem KohlensĂ€uregehalt getestet. Das Ergebnis war ernĂŒchternd: VerfĂ€lschter Geschmack und Spuren von Fremdstoffen – im Mineralwasser-Test konnten nur die wenigsten Wasser ĂŒberzeugen.

Viele trinken regelmĂ€ĂŸig Mineralwasser – am beliebtesten ist in Deutschland Wasser mit mittlerer SprudelstĂ€rke. Stiftung Warentest hat 30 solcher Medium-Mineralwasser getestet. Mit dabei im Test waren sowohl bekannte Traditions­marken wie Gerol­steiner, Adel­holzener oder Apollinaris als auch die gĂŒnstigeren Marken von Discountern oder SupermĂ€rkten.

Von den 30 untersuchten Mineralwassern schneiden nur 11 mit „gut“ ab – also nur etwa ein Drittel. 18 Wasser erhielten die Note „befriedigend“, eines sogar nur „ausreichend“.

UnerwĂŒnschte Fremdstoffe im Mineralwasser-Test

Der Grund fĂŒr die schlechten Bewertungen: Stiftung Warentest fand „unerwĂŒnschte Spuren aus Landwirtschaft, Industrie und Haushaltsabwasser“. So konnte die Organisation Spuren von Pestizidabbauprodukten und Korrosionsschutzmittel feststellen.

In einigen Wassern fanden sich außerdem SĂŒĂŸstoffe, die aus AbwĂ€ssern von Haushalten stammen. Zwar seien die Konzentrationen der Fremdstoffe im Wasser so niedrig, dass sie gesundheitlich unbedenklich seien. Trotzdem möchte man solche Substanzen eher ungern im Wasser haben.

GeschmacksverÀnderungen im Mineralwasser

Im Mineralwasser-Test von Stiftung Warentest schneiden nur 11 Wasser mit „gut“ ab. (Foto: © Utopia)

Weiterhin habe es „Fehler“ im Geschmack vieler Wasser gegeben, schreibt Stiftung Warentest auf test.de. Viele Wasser wĂŒrden nach Acetaldehyd schmecken, ein Stoff, der bei der Herstellung von Kunststoff entsteht und von den Plastikflaschen ins Wasser ĂŒbergehen kann. Das Wasser schmeckt dann sĂ€uerlich und zitronig.

Mehr Informationen zu Wasser aus Plastikflaschen in unserem Beitrag  „Wasser aus Plastikflaschen – wie groß ist das Gesundheitsrisiko?“

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Die besten und schlechtesten Mineralwasser im Test

Der große Verlierer im Mineralwasser-Test ist das Naturalis-Wasser von Netto Marken-Discount mit der Testnote 4. Das Wasser enthĂ€lt pro Liter 0,5 Mikrogramm Chrom (VI), der Leitwert fĂŒr Trinkwasser liegt bei 0,3 Mikrogramm. Substanzen wie Chrom stammen in der Regel aus den Boden- und Gesteinsschichten, durch die das Mineralwasser geflossen ist. Chrom VI ist potenziell krebserregend. Jedoch sei die Konzentration im betroffenen Mineralwasser so niedrig, dass selbst bei dauerhafter Einnahme das Gesundheitsrisiko gering sei, so Stiftung Warentest.

Am besten abgeschnitten haben die Discounter-Wasser Edeka Gut & GĂŒnstig und Lidl Saskia, sowie die der Traditionsmarken Franken Brunnen und Gerolsteiner. Letztere ĂŒberzeugten vor allem durch ihre hohen Kalzium- und Magnesiumgehalte.

Ergebnisse von Stiftung Warentest online

Leitungswasser
Umweltfreundlicher als Mineralwasser auf Flaschen: Leitungswasser (Utopia)

Die ausfĂŒhrlichen Ergebnisse des Mineralwasser-Tests von Stiftung Warentest könnt ihr in der Juli-Ausgabe der Zeitschrift „Test“ nachlesen. Außerdem lassen sich die Bewertungen online gegen eine GebĂŒhr abrufen.

Utopia meint: Wasser aus Plastikflaschen halten wir hierzulande fĂŒr ĂŒberflĂŒssig. Wegen der hohen Umweltbelastung durch das Plastik, teils weiter Transportwege und möglicher gesundheitlicher Risiken raten wir dazu, kein Wasser in Plastikflaschen zu kaufen. Etwas besser ist regionales Mineralwasser aus Glasflaschen. Wir empfehlen jedoch, einfach Leitungswasser zu trinken – das spart jede Menge Geld, Material, Transporte und aufwendiges Schleppen von Wasserflaschen. Das Wasser aus dem Wasserhahn ist fast ĂŒberall in Deutschland problemlos trinkbar, per Trinkflasche auch transportabel. Mehr Informationen dazu in unserem Beitrag „Kann man Leitungswasser in Deutschland bedenkenlos trinken?“ Im Juli 2016 bestĂ€tigte Stiftung Warentest, dass in Deutschland die QualitĂ€t von Leitungswasser oft sogar besser ist als die von Flaschenwasser.

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(11) Kommentare

  1. Ich bin bei Leitungswasser sehr verunsichert. Habe auch hier schon diverse Artikel gelesen, in denen steht, dass Hormone und Microplastik nicht herausgefiltert werden kann. Quellwasser wirkt da deutlich vertrauenseregender.

  2. Leitungswasser hat den Nachteil, das es nur im Wasserwerk regelmĂ€ĂŸiger Kontrolle unterliegt, was letztendlich bei dir aus dem Hahn rauskommt, kann wiederum schon stark abweichende Werte enthalten. Die sind gewiss nicht besser als die vom Wasserwerk und eher schlechter als die von kontrolliertem Mineralwasser. Am Kaltwasseranschluss hĂ€ngt bei mir eine 6 stufige Filteranlage mit Mikrofilter. Von da wird das Wasser dann in einen Trinkwasserspender gefĂŒllt. Der hat nochmals verschiedene Filterstufen und Revitalisierungsmechanismen. Wenn ich davon EiswĂŒrfel mache sehen die schon ganz anders aus als von ungefiltertem Leitungswasser und man schmeckt es auch. Auch der Espresso schmeckt deutlich besser. Ebenso der Whiskey on the rocks. Vorsicht auch mit mineralhaltigen Wasser. Minerale fĂŒhrt man ĂŒber das Essen zu, im Wasser haben die nichts verloren. Das muss nur sauber sein, ohne irgendwelche Mineralien oder ZusĂ€tze.

  3. ja, rainer2507, genau so machen wir das auch seit vielen jahren 😉 weder das mineralwasser in flaschen noch das leitungswasser sollten wir einfach so trinken, meinen wir. jeder ist natĂŒrlich selbst verantwortlich, fĂŒr das was er tut (oder nicht tut), aber man sollte auch nicht alles glauben, sondern lieber selbst testen … so wie rainer2507 und ich den eiswĂŒrfel-test bereits gemacht haben und natĂŒrlich auch der geschmackstest 😉 na dann prost und giftfreier-lifestyle.de 🙂

  4. Und womit filterst Du?
    Ich hab mal eine Osmoseanlage fĂŒr 600€ installiert, da schmeckte das Wasser gar nicht. Die Filter sind ja auch nur Plastik

  5. Bei dem Netto-Wasser kommt es auf die Quelle an. Die Aussagen im Text beziehen sich auf das Wasser aus einer italienischen Quelle. Dieselbe Marke mit Wasser aus einer deutschen Quelle lag auf den vorderen PlÀtzen.

    Bitte etwas genau in der Berichterstattung Utopia.

  6. Seit vielen Jahren les ich eure Artikel und Àrgere mich doch immer wieder.
    Mag sein das die TrinkwasserqualitĂ€t eine Gute ist, wie das Wasser allerdings aussieht bis es bei mir aus dem Hahn kommt, das weiß doch keiner.
    Ich persönlich bekomme von Leitungswasser immer Magenprobleme, meistens mit der Folge Durchfall. Viele Jahre immer wieder gestestet und es ist immer das gleiche. Kann mir auch nur schwer vorstellen das ich die einzige mit solchen Problemen bin.
    Und das auch nur jemand GetrÀnkekisten mit Glasflaschen kaufen kann, der dann wiederum mit dem Auto einkaufen fÀhrt, davon fang ich jetzt gar nicht erst an.
    In der Regel ist eure Berichterstattung aus ziemlich einseitiger, priviligierter Sicht.
    Am lustigsten finde ich immer die Alternativen zu Ikea, als ob es da auch nur annĂ€hernd eine finanzielle Alternative gĂ€be. Kann halt auch nicht jeder erstmal 5 Jahre sparen bis er sich dann einen 5000€ MöbelstĂŒck leisten kann, der Umwelt zuliebe.

  7. Das verstehe ich nicht, ich mag Wasser aus eingefĂ€rbten Flaschen nicht, weil dies oft nach Plastik schmeckt. Wie kann Saskia „gut“ abschneiden, wenn Stiftung Warentest doch selbst schreibt, dass Wasser aus Kunststoffflaschen weniger gut schmecke und der Verbraucher Abstriche beim Geschmack bei Wasser in Kunststoffflaschen machen mĂŒsse und diese Verpackung daher mit „mangelhaft“ bewertet worden ist.

  8. Die geschmackliche BeeintrĂ€chtigung bei PET-Flaschen kommt vom Acetaldehyd. Manche PET-Flaschen geben dies ans Wasser ab, allerdings nicht alle und nicht alle in gleichem Maße.

    Ich habe einen Sodastream daheim. Allerdings mache ich damit nur Sprudelwasser mit Geschmack (mische also hinter einen Sirup dazu). Der Grund ist bei mir recht einfach: Zwar ist das Leitungswasser bedenkenlos trinkbar, aber es schmeckt scheußlich. Der Grund hierfĂŒr liegt bei der Herkunft. Mein Trinkwasser kommt aus einem See, also OberflĂ€chenwasser. Und da ist dann der Geschmack leider einfach nur mies.

    Das ist mein Grund, warum ich persönlich eher Mineralwasser trinke. Wobei ich da welches in Glasflaschen kaufe (weil Acetaldehyd aus PET zwar gesundheitlich unbedenklich ist aber den Geschmack beeinflusst). Und ich greife aus geschmacklichen GrĂŒnden zu Heilwasser mit einem höheren Mineralstoffanteil. Denn es sind ja letztlich die Mineralien, die dem Wasser Geschmack geben.

    Teurer ist das Ganze natĂŒrlich ohne jeden Zweifel. Die Alternative wĂ€re bei mir aber, dass ich weniger oder ungesĂŒnder trinke. Dann lieber Mineralwasser in Flaschen. Übrigens bin ich in einer Region aufgewachsen, in der es hervorragendes Grundwasser aus dem Hahn gab. WĂŒrde ich da heute noch wohnen, kĂ€me ich nie auf den Gedanken, Wasser in Flaschen zu kaufen.

  9. HĂ€h? Du meinst den, der meinte, die Förderung von sogenannten erneuerbaren Energien wĂŒrde nur eine Kugel Eis kosten (heute zahlen wir die zweithöchsten Strompreise Europas)? Den halte ich menschlich fĂŒr unausstehlich und fĂŒr unser Land höchst gefĂ€hrlich, aber was soll der mit Mineralwasser zu tun haben? Der mag an vielem Schuld sein, daran aber nicht.

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