TV-Moderatorin macht den Selbstversuch: „Kann ich Tiere töten?“

Screenshot: Puls / BR

Wir finden, wer Fleisch isst, sollte sich darüber im Klaren sein, wo es herkommt. Eine Moderatorin des TV-Senders Puls geht noch einen Schritt weiter: Sie isst Fleisch; wie die meisten von uns hat sie aber noch nie ein Tier getötet – und will das jetzt ändern.

„Ich glaube das Schlimme war wirklich dieses: Das lebt jetzt, und es hat ’ne Zukunft. Aber wir nehmen das dem jetzt. Weil wir jetzt nämlich Wurst essen wollen.“

Durchschnittlich 1094 Tiere isst jeder Deutsche im Laufe seines Lebens. Müssten wir jedes einzelne Schwein, Rind oder Huhn selbst schlachten, fiele diese Zahl vermutlich deutlich niedriger aus. Denn ob man im Supermarkt ins Tiefkühlfach greift oder sich beim Metzger 100 Gramm Lyoner abpacken lässt – die Produktion des Fleisches hat man dabei selten vor Augen.

In diesem Video macht Ariane Alter, Moderatorin beim TV-Sender Puls, einen radikalen Selbsttest – und der ist nicht nur für sie selbst schwer zu ertragen, sondern auch für den Zuschauer.

Sie besucht den Metzger und Agrarwissenschaftlicher Sven Lindauer, um herauszufinden, ob sie es könnte: Ein Tier töten, es schlachten, Wurst daraus machen und diese dann essen. Ob die Moderatorin es kann und was es mit ihr macht, seht ihr im Video.

Was meint ihr? Sollten Menschen stärker mit der Realität der Fleischproduktion konfrontiert werden? Und könnte das helfen, einen bewussteren Fleischkonsum anzuregen? Schreibt uns in den Kommentaren!

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(8) Kommentare

  1. Essen ist nicht nur Nahrungsaufnahme, sondern eines der essenziellen Dinge im Leben. Die Geschichte seines Essens nicht zu kennen, bedeutet für mich genauso viel, wie die Geschichte seiner Heimat nicht zu kennen. Die Verbindung dazu macht einen sehr großen Teil des Charakters eines Menschen aus.

    Ich finde, man muss das Tier nicht selbst umbringen. Aber dabei sein, zusehen, was das, was man isst, vorher war, wie es lebt, sollte Pflicht sein. Ich finde genauso, man sollte irgendwann man selbst etwas Gemüse angebaut haben, um zu sehen, wie viel Arbeit dahinter steckt.

  2. Eine sehr schöne Forderung, die ich unterstütze – vor allem, weil es immer noch Stadtkinder zu geben scheint, die glauben, die Milch entsteht im Supermarktregal und Kühe seien lila. Ein bisschen Landluft und Dreck unter den Fingernägeln würde uns erden.

  3. Der Beitrag gefällt mir sehr gut, da es in unserer Gesellschaft im Allgemeinen viel zu selten vorkommt, dass der Genuss von Fleisch mit dem Schlachten verbunden wird. Ich möchte es als ein bezeichnendes Defizit in unserem Alltag nennen, dass in der virtuellen Unterhaltungsindustrie das Töten von Menschen – per FSK gestaffelt – geradezu konsumiert wird, während Tiere immer mehr verniedlicht werden, der sogenannte „Bambi-Effekt“. Tatsächlich hat das Töten eines Tieres den Charakter einer unumkehrbaren Handlung. Es gehört eine Entschiedenheit dazu. Der Geruch beim Ausnehmen ist auch eigen. Man hat bis zu Letzt das lebendige Tier vor Augen. Doch meine ich zu beobachten, dass beim Verzehr des selbst geschlachteten Tieres man sehr viel schneller satt ist (dass der Bedarf nach Vitamin B12 etc. – als Erklärung für den Fleischhunger – tatsächlich gar nicht so groß sein kann). Wahrscheinlich ist das Maß des Fleischkonsum der Nicht-Industriestaaten (ich kenne die Küche der Kordilleren; dort hat Fleisch fast schon den Charakter eines Würzmittel) das menschengerechtere Maß. Somit möchte ich die abschließenden Worte der Moderatorin unterstreichen, die – im Sinne von Astrid Lindgren – meinte, Fleisch ja – aber gut hergestelltes Fleisch.

  4. Ich glaube nicht, daß Fleischhunger alleine mit dem Bedarf nach B12 erklärbar ist und kann mich nicht mehr erinnern, daß ich selbst weniger Hunger nach Fleisch hatte, wenn ich beim Schlachten geholfen habe…ist schon länger her und war unmittelbar nach einer vegetarischen Phase.
    Was aber ganz sicher vor großem Fleischhunger schützt, ist die Einrichtung stengster Vorgaben für Haltung und Schlachtung. Wenn „gut hergestelltes Fleisch“ konsumiert wird, dann ist es so teuer, daß es von alleine etwas Besonderes wird, was man nur in eregeltem Maße konsumiert.
    Dazu muß man nicht selbst schlachten, sondern sich das Wissen aneignen, woran man solches Fleisch bzw. dessen Produzenten erkennt und wo man diese in der eigenen Region findet.
    Ich persönlich möchte das Schlachten nicht Hobby-Schlachtern überlassen, sondern in den Händen der Produzenten wissen, die die Tiere auch fachgerecht aufziehen.
    z.B. Stichwort Weideschlachtung.

  5. Ich finde es nicht so wichtig raus zufinden, ob man das Tier, daß man essen möchte, auch selbst schlachten könnte.
    Selbstversuche dieser Art laufen ja unter Unständen ab, die mit der üblichen Praxis der Tierhaltung und Schlachtung wenig gemein haben.
    Viel wichtiger finde ich, sich permanent damit auseinander zu setzen, wie Tiere in der Praxis gehalten und geschlachtet werden und wie ich als Konsument darauf Einfluss nehmen kann.

  6. Man(n) muss nicht selber schlachten, 90% weis auch nicht wie Gemüse angebaut wird.
    Man muss sich aber die Frage stellen was man auf sich nehmen will um gesundes Essen zu bekommen.
    Ich bin auf dem Land aufgewachsen, Hühner und Kaninchen hatten wir zu hause, und wir haben diese auch selber geschlachtet. Einmal im Jahr würden beim Bauer ein Rind und ein Schwein ausgesucht, würde geschlachtet, und die ganze Familie hatte Fleisch für (fast) den ganzen Winter. Die Tiere würden 100% verwertet.
    Jetzt darf man nur noch 60-70% verwerten wegen „Ungesund“ oder „mögliche Krankheiten“. 90% kennt nur noch Steak und Schnitzel, aber Schweine und Rinder haben viel mehr zu bieten.
    Das Ziel sollte nicht sein das jeder Vegetarier oder Veganer wird. Umweltschäden, Pestiziden und Herbiziden, Ausbeutung von Erntehelfer überall in Europa,….. Gemüse-Anbau ist auch nicht unproblematisch.
    Das Ziel sollte sein das nur angebaut und gezüchtet wird was gebraucht wird, und das es biologisch angebaut wird mit Rücksicht auf regionale Gegebenheiten. Es wird viel zu viel für den Mülleimer produziert.

  7. 1.“Man(n) muss nicht selber schlachten, 90% weis auch nicht wie Gemüse angebaut wird.“

    Das ist kein guter Vergleich. Denkst du jemand hätte moralische Bedenken Saat im Boden zu verteilen und dann Wasser drauf zu gießen? Glaubst du wirklich man könnte so ein Video wie hier im Beitrag drehen mit Gemüseanbau wo jemand kurz vor dem heulen ist?

    2.“Gemüse-Anbau ist auch nicht unproblematisch.“

    Was soll das für eine Argumentation sein? Weil eine Sache nicht zu 100% unproblematisch ist, nehmen wir die Sache die noch viel mehr Probleme hat?
    Massentierhaltung ist die Katastrophe für die Umwelt nicht der Gemüseanbau.
    Das kannst du schon ganz einfach daran merken, dass Tiere pflanzliche Nahrung verfüttert bekommen und die Umwelt durch die Gülle belasten. Das heißt egal wie problematisch die Pflanzenzucht auch sein sollte. Die Tierzucht ist immer noch problematischer weil die Tiere eben diese Pflanzen essen und ausscheiden.

  8. Ich glaube, es ist schon nicht zu vernachlässigen, was es mit einem Menschen macht, wenn man ein Tier tötet. Vielleicht fällt es Männern leichter als Frauen, ohne das jetzt pauschalisieren und mir sämtliche Genderisten zum Feind machen zu wollen. Aber generell ist es für jeden Menschen mit Gewissem schwierig, ein größeres Tier zu töten – vor allem beim ersten Mal. Und das ist auch gut so.
    Da ich trotzdem nicht gerne auf Fleisch verzichten will, sehe ich der Erfindung des Laborfleisches mit Freude entgegen – auch wenn das mancher widerlich finden mag. Man kann – wahrscheinlich wesentlich effizienter – direkt ein Schnitzel züchten, für das kein Tier sterben muss. Man spart sich nicht nur das Töten, sondern auch viel CO2 und Rohstoffe!

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