Moritz Bleibtreu postet Bild von Tintenfischen an der Wäscheleine – und erntet Shitstorm

Foto: (Symbolbild) CC0 Public Domain / Pixabay

Der Schauspieler Moritz Bleibtreu hat auf Instagram ein Foto veröffentlicht, das viele Fans entsetzt. Es zeigt Tintenfische, die mit Wäscheklammern an einer Leine befestigt sind. Ein gerechtfertigter Shitstorm oder scheinheilige Aufregung?

Graue Steine, grünes Wasser und Hügel im Hintergrund: Eigentlich wäre Moritz Bleibtreus Instagram-Post ein idyllischer Schnappschuss – wenn da nicht die Tintenfische wären. Sie hängen an einer Leine, bunte Wäscheklammern halten sie fest. Die Fangarme hängen herunter.

Moritz Bleibtreu hat das Foto am Dienstagvormittag auf Instagram veröffentlicht. Viele seiner Follower sind gar nicht begeistert von dem Post: „Wir Menschen sind widerlich. Warum tun wir das?“, lautet beispielsweise ein Kommentar. Ein anderer User schreibt: „Sehr sehr schade, dass man ein eh zum Tode verurteiltes Tier auch noch quälen und verhöhnen muss.“

Keine Filme mehr von Moritz Bleibtreu

Manche Kommentatoren kündigen an, keine Filme mehr von Bleibtreu anzusehen oder ihm nicht länger auf Instagram zu folgen. Mehrere sprechen von „Tierquälerei“, ein User hat die Tierschutzorganisation „Peta“ markiert. Bleibtreu selbst hat seinen Post nur mit einem Tintenfisch-Emoji kommentiert und keine weitere Erklärung dazu abgegeben.

Auch wenn das Bild schockiert – Tintenfische an einer Leine aufzuhängen ist beispielsweise in Griechenland völlig normal. Die Meerestiere sollen an der Sonne trocknen, wodurch ihr Fleisch weicher wird. Was noch brutaler aussieht: Traditionell hauen Fischer die gefangenen Tintenfische minutenlang gegen Steine und Felsen – auch diese Methode soll das Fleisch zarter machen.

Ist unsere Massentierhaltung besser?

Einige Nutzer können die Aufregung um den Instagram-Post von Moritz Bleibtreu nicht verstehen: „Ihr wisst schon, dass sie auf dem Bild keinen Kopf mehr haben und schon tot sind? Genauso tot wie die tiefgefrorenen im Supermarkt?“, schreibt ein User.

Mehrere Kommentatoren weisen außerdem darauf hin, dass die Zustände in Schlachthäusern schlimmer sind. Im Vergleich zu Schweinen oder Kühen in Massentierhaltung hatten die Tintenfische wahrscheinlich ein besseres Leben, bevor sie aus dem Meer gefischt wurden. „Eure Salami und euer Schnitzel wächst jetzt aber auch nicht aufm Baum … was sich die Leute aufregen, wahrscheinlich futtern sie nebenbei ihr Fleisch vom Aldi, das natürlich nur von Tieren stammt, die sich ganz sanft selbst umgebracht haben“

Sich über Moritz Bleibtreus Bild aufzuregen, reicht nicht aus

Utopia meint: Man muss Tierleid nicht gegeneinander aufwiegen: Egal ob Kuh oder Tintenfisch – in beiden Fällen leidet das Tier, bevor es bei uns auf dem Teller landet.

Wahrscheinlich ging es dem Tintenfischen aus Bleibtreus Bild besser als vielen Tieren in unseren Massenfabriken. Trotzdem finden wir es gut, dass man Tierleid heute nicht mehr kritiklos zur Schau stellen kann – und dass Menschen sich über ein Foto wie das von Moritz Bleibtreu aufregen. Noch wichtiger wäre es aber, dass es nicht beim Aufregen bleibt, sondern dass man diese Empörung über Tierleid auch in seine Konsumentscheidungen einbezieht. Das heißt vor allem eines: Weniger Fleisch und tierische Produkte konsumieren.

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(2) Kommentare

  1. Da er sich erstmal nicht daran ergötzt hat, es schlicht zeigt, wollte man da nicht negatives hinein interpretieren. Man muss es nicht gut finden, darauf wird er ja auch hingewiesen und die Gefahr da auch ne Menge „dislikes“ zu bekommen sollte er sich bewusst sein als Mann in seinem Beruf.

  2. Den Shitstorm hätte er imho durch einen klaren Standpunkt verhindern können. Wieder ein Beweis dafür, daß Sprache und gute Kommunikation durch nichts zu ersetzen ist.

    Unabhängig davon ist den Supermarkt-Tierprodukte-Konsumenten nicht immer – oder gar nicht – klar, daß traditionelle Versorgung der Menschen in Eigenbedarf an Nahrungsmitteln tierischen Ursprungs durchaus mit der Brutalität auf uns wirkt, wie es im Tierreich *normal* ist.

    Hier muß man – bei allem Tierschutzgedanken, den ich zu 100% teile – berücksichtigen, daß Nahrungsbeschaffung aus Hunger oder fast Hunger etwas anderes ist, als gelangweilt und achtlos das nächste Stück Fleisch zu essen – ohne je zu wissen, wie es sich anfühlen würde, ein Tier zu fangen oder zum Essen vorzubereiten.

    Kehren WIR erst mal vor unseren Häusern und dann dürfen wir den anderen dabei helfen, würdevoller ihre Traditionen zu korrigieren – sofern uns das zusteht…

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