„Denkzettel“: Campingplatz in Thailand erteilt Umweltsünder*innen eine Lektion

Foto: Facebook TOP Varawut

Was tun, wenn Camper*innen ihren Müll nicht mitnehmen – sondern in der Natur liegenlassen? Ein Nationalpark in Thailand hat eine unkonventionelle, aber wirksame Methode gefunden, mit Umweltverschmutzer*innen umzugehen.

Regenwald, Flüsse, Wasserfälle und zahlreiche Tierarten: Der Nationalpark Khao Yai in Thailand ist ein Paradies für Naturliebhaber. Der Park steht sogar auf der Liste des Weltkultur- und Naturerbes der Menschheit der UNESCO. Allerdings hat er ein Problem: Immer wieder lassen Menschen auf den Campingplätzen des Parks ihren Müll zurück.

An einem Wochenende Mitte des Monats sei es besonders viel Abfall gewesen, berichtet das thailändische Nachrichtenportal „The Thaiger“. Das „Ministerium für natürliche Ressourcen und Umwelt“ entschied sich daraufhin für eine drastische Maßnahme: Park-Arbeiter*innen packten den Müll in Kartons – und schickten ihn an seine Verursacher*innen zurück.

Wer der Natur im Park schadet, muss mit Strafen rechnen

Die Camper*innen hatten ihre Daten in der Parkverwaltung registriert, weshalb ihre Adressen leicht auffindbar waren. Zusätzlich zu ihrem Müll erhielten sie eine Eintragung bei der Polizei – wegen eines Verstoßes gegen den „National Park Act“. Der „National Park Act“ enthält Gesetze zum Schutz des Nationalparkes. Wer dagegen verstößt, muss im schlimmsten Fall mit hohen Geldstrafen oder sogar Gefängnis rechnen.

Der zurückgelassene Müll auf den Campingplätzen ist nicht nur unschön anzusehen, sondern kann für wilde Tiere zur Gefahr werden. Sie können den Müll für Futter halten, sich an ihm verletzen oder daran ersticken. Auf den Campingplätzen gibt es deswegen ausreichend Mülleimer, sagt Varawut Silpa-archa, Minister des „Ministeriums für natürliche Ressourcen und Umwelt“.

Ein Souvenir und ein Denkzettel

„Die Behörden hatten die Besucher*innen mit allem ausgestattet, woran wir denken konnten. Sie mussten nur herkommen und die schöne Natur genießen. Wir hätten nie gedacht, dass sie uns mit so viel Müll verlassen werden“, sagte der Minister. Die zurückgeschickten Kartons mit Müll seien „ein Souvenir oder ein Denkzettel, niemals mehr einen Ort zu vermüllen.“

Utopia meint: Seinen Müll einfach liegen lassen – das ist die pure Ignoranz gegenüber der Umwelt und den Menschen, die ihn wegräumen. Umso trauriger ist es, wie häufig man diese Situation erlebt. Der Nationalpark Khao Yai hat einen kreativen Weg gefunden, auf das Fehlverhalten aufmerksam zu machen. Langfristig gesehen ist das aber keine ökologisch sinnvolle Lösung. Jeder Transport – auch von Müll – verursacht CO2-Emmissionen und ist damit eine Belastung für die Umwelt. Idealerweise wird Abfall deswegen möglichst regional entsorgt, recycelt und weiterverarbeitet. Daran sollten sich auch die vielen Staaten halten, die jedes Jahr tausende Tonnen Plastikmüll in Länder des globalen Südens verschiffen. 

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