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Babymilch-Test: Öko-Test findet Mineralöl in jedem Muttermilchersatz

Säuglingsmilch-Test: Öko-Test bemängelt Mineralöl in Muttermilchersatz
Fotos: Öko-Test

Babymilch soll Säuglinge sättigen und mit allen wichtigen Nährstoffen versorgen. Doch Muttermilchersatz hat oft Mängel: Öko-Test wies in allen Produkten Mineralöl-Rückstände nach, bei jeder vierten getesteten Säuglingsmilch im Test war das Verhältnis der Fettsäuren nicht optimal.

Viele Babys bekommen mehrmals am Tag und in der Nacht Muttermilchersatz. Diese sogenannte „Anfangsmilch Pre“ ist für Säuglinge bis zum ersten Lebensjahr geeignet und soll ihnen alles Wichtige für einen gesunden Start ins Leben mitgeben. Doch was genau in der Säuglingsmilch steckt, hat Öko-Test jetzt erneut im Labor untersuchen lassen.

Insgesamt 16 verschiedene Muttermilchersatz-Produkte für Säuglinge, davon sechs Babymilchpulver in Bio-Qualität, wurden unter anderem auf Keime, Fettschadstoffe, Mineralöl-Rückstände und Desinfektionsmittel-Rückstände geprüft.

Im Vergleich zu vorherigen Säuglingsmilch-Tests schnitten einige Produkte jetzt besser ab, insgesamt sind zehn der 16 Säuglingsmilchpulver empfehlenswert. Doch noch immer finden sich Mineralölbestandteile in Babymilch. Besonders alarmierend: Bei zwei Muttermilchersatz-Pulvern fand Öko-Test einen Stoff mit potenziellem Krebsrisiko.

Muttermilchersatz im Test: Anfangsmilch Pre überzeugt bei Öko-Test nur teilweise

Säuglingsmilch ist kein idealer Ersatz zu Muttermilch, stellte Öko-Test klar: „Muttermilch lässt sich in ihrer komplexen Zusammensetzung und Wirkung für das Immunsystem nicht nachbauen“. Allerdings ist der Muttermilchersatz aus Drogerien und Supermärkten ausreichend, um nicht gestillte Babys damit gut zu versorgen.

Doch frei von Problemstoffen ist im Babymilch-Test kein einziges Produkt. Immerhin enthalten zwei Muttermilchersatz-Produkte nur geringe Spuren problematischer Stoffe, sodass sie von Öko-Test die Bestnote „sehr gut“ erhalten haben, acht weitere Produkte haben mit dem Gesamturteil „gut“ abgeschnitten.

Babymilch-Test: Fettsäuren-Verhältnis nicht immer optimal

Füttern von eingefrorener Muttermilch.
Öko-Test kann nicht alle Muttermilchersatz-Produkte empfehlen. (Foto: CC0 / Pixabay / StockSnap)

Die Vorgaben für die Säuglingsmilch sind streng: Zum Beispiel ist seit 2020 festgelegt, dass eine bestimmte Menge der Omega-3-Fettsäure Docosahexaensäure (DHA) enthalten sein muss. Fachleute kritisieren aber, dass der Zusatz der Omega-6-Fettsäure Arachidonsäure (ARA) dagegen nicht vorgeschrieben ist.

In der Regel enthält Muttermilch mehr ARA als DHA. Wichtig sei deshalb das richtige Verhältnis der beiden Omega-Säuren: Säuglingsmilch sollte mindestens so viel ARA wie die vorgeschriebene Menge DHA enthalten.

Doch nicht alle Hersteller halten sich an diese Empfehlung kritisieren die Verbraucherschützer:innen von Öko-Test. Notenabzug gab es dafür für insgesamt vier Produkte, darunter Babylove Anfangsmilch Pre (dm) und Milasan Anfangsmilch Pre (Sunval).

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Muttermilchersatz mit Mineralöl belastet: Alle Marken betroffen

Nicht nur beim Fettsäuren-Verhältnis hat Öko-Test etwas auszusetzen, auch Mineralöl-Rückstände sind weiter ein Problem in Babymilch. Sowohl gesättigte Kohlenwasserstoffe (MOSH) als auch aromatische Kohlenwasserstoffe (MOAH) wies das Labor als Mineralöl-Rückstände in den Produkten nach. Das Verbrauchermagazin nennt Verpackungen und Schmierfette an den Produktionsmaschinen als mögliche Quellen für die Verunreinigungen.

MOSH-Verbindungen können sich in den Organen anreichern, zum Beispiel in der Leber. Welche gesundheitlichen Folgen das langfristig hat, kann noch nicht abgeschätzt werden. Noch bedenklicher sind MOAH: Diese aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffe stehen im Verdacht, krebserregend und erbgutverändernd zu sein.

Lies dazu auch: Mineralöle in Kosmetik und Lebensmitteln: Das musst du wissen

Erfreulicherweise waren einige Muttermilchersatz-Produkte nur in Spuren mit Mineralöl belastet oder die Werte waren lediglich „leicht erhöht“. Deshalb schnitten unter anderem folgende Produkte insgesamt „gut“ ab:

  • Holle Bio Anfangsmilch Pre, Demeter
  • Aptamil Pronutra Pre (Milupa)
  • Babydream Anfangsmilch Pre (Rossmann)
  • Babylove Anfangsmilch Pre (dm)

Vier Produkte dagegen fielen wegen erhöhter bzw. stark erhöhter Mineralöl-Rückstände im Babymilch-Test durch, darunter: Hipp Bio Anfangsmilch Pre, Bebivita Anfangsmilch Pre und Milasan Anfangsmilch Pre (Sunval).

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Säuglingsmilch-Test: Fettschadstoff in Anfangsmilch Pre

Wenn die pflanzlichen Öle für die Babynahrung raffiniert werden, können sich Fettschadstoffe bilden. Inzwischen haben die meisten Betriebe dieses Problem im Griff, jedoch offenbar nicht alle: In der getesteten Bio Anfangsmilch Pre des Herstellers Hipp hat Öko-Test Glycidylester nachgewiesen. Zwar liegen die gefundenen Gehalte unterhalb des gesetzlichen Grenzwertes.

„Aber diese Stoffe haben aus unserer Sicht in Babynahrung nichts verloren, weil sie im Körper Glycidol freisetzen, das die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC) als wahrscheinlich krebserregend für den Menschen einstuft“, erklärt Öko-Test. „Mangelhaft“ lautet daher das Urteil.

Alle Details findest du in der Spezial-Ausgabe Mein Baby 2022 von Öko-Test sowie online auf www.ökotest.de.

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