„Ich bin kein Plastik“ – Greenwashing bei Kim Kardashians Unterwäschemarke und anderen Brands

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Laut einem neuen Bericht ist Greenwashing ein zentraler Bestandteil der Marketingstrategien von zahlreichen bekannten Marken. Neben Coca-Cola und Unilever zählt dazu auch die Fashionmarke Skims von Kim Kardashian.

Greenwashing liegt vor, wenn uns Marken vorgaukeln, sie würden sich ökologischer und nachhaltiger verhalten, als sie es tatsächlich tun. So lassen sie uns glauben, sie würden sich tatsächlich dem Klima und der Umwelt zuliebe ändern und entwickeln, während sie eigentlich weiterhin umweltschädliche Praktiken ausüben.

Der Guardian berichtet über einen neuen Report der Changing Markets Foundation, der die Greenwashing-Praktiken von einigen großen und bekannten Konzernen entlarvt. Darunter zählen zum Beispiel Supermarktketten, Getränke- und Lebensmittelhersteller und Fashionmarken. Hier liest du die wichtigsten Infos zusammengefasst.

Greenwashing entlarvt: Bei Coca-Cola, Skims & Co.

Der neue Bericht zu Greenwashing fokussiert sich in erster Linie auf unser Plastikproblem. So gaukeln uns zahlreiche Unternehmen vor, sie würden Plastik vermeiden und auf Recycling achten, während sie eigentlich dazu beitragen, dass immer mehr Plastik produziert wird. Für dieses Phänomen nennt der Bericht zahlreiche Beispiele:

  • Kim Kardashians Fashionmarke Skims bewirbt die Verpackung der eigenen Unterwäsche als kompostierbar und plastikfrei. Auf den Verpackungen steht „I am not plastic“, also „Ich bin nicht aus Plastik.“ Bei genauerem Blick auf die Packung kannst du jedoch sehen, dass der Artikel aus LPDE (Low-density polyethylene) besteht. Auch wenn diese Art Kunststoff unter bestimmten Voraussetzungen biologisch abbaubar sein kann, sei es irreführend zu behaupten, es handele sich nicht um Plastik.
  • Coca-Cola präsentiert sich Konsument:innen gegenüber als verantwortungsbewusstes Unternehmen, indem es betont, dass die eigenen Plastikflaschen zu 25 Prozent aus Ozeanplastik bestehen. Das mag stimmen. Gleichzeitig gehört Coca-Cola laut dem Brand Audit Report 2021 von Break Free From Plastic jedoch weltweit zu den Konzernen, die am meisten Plastikmüll verursachen. Der kleine Aspekt, dass ein Viertel der Flaschen aus Ozeanplastik besteht, lenkt dabei also eher von dem eigentlichen Umweltproblem des Unternehmens ab.
  • Die Marke Mentos, die für ihre bunten Pastillen bekannt ist, betont, wie ökologisch die neuen Verpackungen aus Karton seien. Was das Unternehmen dabei verschweigt, ist, dass es sich bei den neuen Verpackungen um nicht recycelbares Verbundmaterial aus Pappe, umweltschädlichem Aluminium und Kunststoff handelt.
  • Der Konzern Unilever hat PET-Flaschen für Waschmittel durch Beutel ersetzt. Diese sollen ökologischer sein, da sie das Nachfüllen fördern. Das Problem: Während die PET-Flachen immerhin recycelbar sind, ist dies bei den Nachfüllbeuteln nicht der Fall. Zudem enthalten die Beutel nur zwei Nachfüllpackungen. Wirklich weniger Müll entsteht dabei also nicht.

Die Changing Markets Foundation hat als unabhängige NGO zudem eine Internetseite erstellt, auf der du einen Überblick über die Greenwashing-Praktiken unterschiedlicher Marken bekommst. Zu den dort aufgelisteten Unternehmen, die bereits Greenwashing betrieben haben, gehören zum Beispiel auch Adidas, Ikea, Innocent, Lidl, Mango oder Zalando. Die gesamte Liste findest du auf der Webseite der Changing Markets Foundation.

Greenwashing: Leider ein verbreitetes Phänomen

Greenwashing nutzen Konzerne, um umweltschädliche Praktiken zu vertuschen und Konsument:innen so in die Irre zu führen.
Greenwashing nutzen Konzerne, um umweltschädliche Praktiken zu vertuschen und Konsument:innen so in die Irre zu führen.
(Foto: CC0 / Pixabay / Hans)

Greenwashing leitet Konsument:innen also bewusst in die Irre: Wenn ich meine Kaufkraft nutzen möchte, um nachhaltige Praktiken zu unterstützen, falle ich dabei eventuell nur auf die falschen oder überzogen dargestellten Versprechen herein und unterstütze mit meinem Geld vor allem Konzerne, die sich auch angesichts aktueller Umweltprobleme nicht ändern wollen.

Laut dem neuen Bericht ist es auffällig, dass die falschen ökologischen Versprechen zudem oftmals nicht mit Beweisen untermauert sind. Um beim Einkaufen nicht auf Greenwashing hereinzufallen, solltest du also die Marketingsprüche genau durchlesen. Sind es nur leere Aussagen oder gibt es weiterführende Informationen? Zudem kannst du kurz zu dem jeweiligen Unternehmen recherchieren. Was sagen unabhängige Institutionen über die Praktiken des Konzerns? Gab es bereits Skandale in der Vergangenheit? So kannst du für dich selbst Schlüsse ziehen, wie zuverlässig ökologische Versprechen sind.

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