Sharenting: Schauspielerin Nina Bott findet Instagram-Fotos ihrer Kinder im Darknet

Fotos: CC0 Public Domain / Unsplash - John Schnobrich und Screenshot / Instagram - Nina Bott

Wer Bilder seiner Kinder offen in den sozialen Medien postet, bringt sie in Gefahr – Schauspielerin Nina Bott hat es erlebt: Sie fand Fotos von zwei ihrer Kinder auf einer Webseite für Pädophile.  

Nina Bott hatte regelmäßig Fotos ihrer Familie auf Instagram veröffentlicht, bis eine Freundin sie auf eine dubiose Webseite im Darknet aufmerksam machte – ein Portal für Pädophile. Auf der Webseite waren Bilder ihrer zwei jüngsten Kinder zu sehen.

Die Bilder stammten aus Botts Instagram-Account. Wegen des dazugehörigen Texts auf der Webseite ist klar, dass es sich um einen kinderpornografischen Inhalt handelt. Die User*innen wurden dazu aufgefordert darüber abzustimmen, mit welchem der Kinder sie lieber sexuell aktiv werden möchten.

Niemals Bilder gemeinsam mit persönlichen Informationen veröffentlichen

„Es ist eben nicht ein sexy Outfit oder ein Badeanzug oder eine Pose. Alles kann pädophile Menschen triggern“, sagt Nina Bott bei ntv. Die Schauspielerin hat einen Anwalt und das Landeskriminalamt eingeschaltet. Ihre Kinder zeigt sie auf ihrem Instagram-Profil nur noch von hinten oder mit einem Emoji auf dem Gesicht.  

Viele Eltern unterschätzen die Gefahr, wenn sie Fotos ihrer Kinder gedankenlos veröffentlichen. Ist ein Bild erst einmal im Netz, lässt sich nicht mehr kontrollieren, was damit passiert – vor allem wenn die Instagram- oder Facebook-Accounts der Eltern öffentlich sind. Fremde Personen können die Bilder herunterladen, verändern und für ihre Zwecke nutzen. Hierfür gibt es sogar Programme, die Bilder vollautomatisch herunterladen.

Besonders kritisch kann es werden, wenn Eltern zusätzlich zu den Bildern Informationen wie Wohnort, Schule oder Kindergarten veröffentlichen. Pädophile und Stalker*innen können die Kinder so relativ unkompliziert ausfindig machen, warnt Cyberkriminologe Thomas-Gabriel Rüdiger bei gmx.de.

Umgang mit Kinderfotos im Netz: Empfehlungen des Deutschen Kinderhilfswerks

Auf der sicheren Seite ist man also, wenn man keine Bilder von Kindern teilt – oder nur solche, auf denen sie nicht erkennbar sind. Wer Fotos posten möchte, kann sich an den Empfehlungen des Deutschen Kinderhilfswerks orientieren:

  1. Keine personenbezogenen Daten gemeinsam mit einem Foto preisgeben – etwa Name, Schule oder Wohnort des Kindes.
  2. Sicherheits- und Privatsphäre-Einstellungen der sozialen Netzwerke regelmäßig überprüfen – um zu wissen, wer die Fotos sehen kann.
  3. Keine Bilder von Kindern in peinlichen oder unangemessenen Situationen posten.
  4. Vorbildfunktion wahrnehmen – und selbst verantwortungsvoll mit persönlichen Daten umgehen.
  5. Das Kind einbeziehen – also fragen, ob es mit der Veröffentlichung eines Fotos einverstanden ist.
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(1) Kommentar

  1. ich dachte, sowas lernt mensch in der schule!? der bildungskrater vergrößert sich weiter!

    manche können auch vom leben lernen. aber offensichtlich postet sie ja weiter bilder ihrer kinder …